Rom im Netz: Das antike Rom

dies lunae ante diem VIII Idus Apriles MMDCCLXXIII ab urbe condita
Mondtag, 8. Tag vor den Iden des April, 2773. Jahr nach Grndung der Stadt

Saturntempel

Beherrscht wird der zum Forum hin gelegene Abhang des Kapitols von drei Tempeln, dessen größter der Tempel des Saturn ist. Seine Überreste dominieren noch heute die südwestliche Ecke des Forums: Ein gewaltiges Podium mit den noch aufrecht stehenden Säulen des Pronaos. Der Tempel hat eine lange Geschichte: Schon vor Errichtung eines Tempelgebäudes gab es an dieser Stelle einen Altar, und schon in der Königszeit wurde mit dem Bau des ersten Tempels begonnen. Die Weihung fand 498 v. Chr., also bereits in republikanischer Zeit, statt. Damit kann der Saturntempel nach dem Tempel des Iuppiter Capitolinus als zweitältester Tempel Roms gelten.

Was von dem Tempel heute noch zu sehen ist, geht wahrscheinlich auf eine Restaurierung nach einem Feuer 283 n. Chr. zurück. Bereits 42 v. Chr. hatte Munatius Plancus ihn vollständig wiederaufbauen lassen. Die Inschrift auf dem Architrav erinnert an diesen Wiederaufbau nach der Zerstörung durch den Brand durch Senat und Volk von Rom:

SENATUS POPULUSQUE ROMANUS INCENDIO CONSUMPTUM RESTITUIT

In der Ostseite des Podiums sind zahlreiche, regelmäßige Löcher zu sehen. hier wurden so etwas wie eine römische Tageszeitung, angeschlagen: die Acta diurna, die täglichen öffentlichen Bekanntmachungen. Den Tag der Einweihung des Saturntempels, den 17. Dezember, feierte man alljährlich mit den Saturnalien, einem ausgelassenen Fest, das später bis zum 30. Dezember dauerte und durchaus karnevaleske Züge trug. Vor dem Tempel endete die Via Sacra, um den Tempel herum führte der Clivus Capitolinus zum Kapitol hinauf.

Vor dem Podium des Tempels befand sich ein Vorbau, der innen hohl war und der heute zum größten Teil eingefallen ist. Man gelangte durch eine Tür ins Innere, deren Schwelle heute noch erhalten ist. Die Tatsache, die diesen Vorbau so interessant macht, ist rein fiskalischer Natur: Hier befand sich wahrscheinlich das Aerarium, hier wurde also der römische Staatsschatz aufbewahrt.