Rom im Netz: Das antike Rom

dies lunae ante diem VIII Idus Apriles MMDCCLXXIII ab urbe condita
Mondtag, 8. Tag vor den Iden des April, 2773. Jahr nach Grndung der Stadt

Tempel des Antoninus und der Faustina (San Lorenzo in Miranda)

Kaiser Antoninus Pius ließ den Tempel des Antoninus und der Faustina im Jahr 141 n. Chr. für seine verstorbene und vergöttlichte Frau Faustina bauen; nach seinem Tod wurde der Tempel dann auch ihm geweiht. Den ausgezeichneten Erhaltungszustand verdankt der Tempel der Tatsache, dass er im 11. Jahrundert in die Kirche S. Lorenzo in Miranda umgewandelt wurde. Alle Säulen der Eingangshalle, die aus Cipollin-Marmor gefertigt sind, sind erhalten (Höhe: 17 Meter). Auf den allerdings schwer beschädigten, korinthischen Kapitellen ruht das Gesims mit der alten Weiheinschrift: "Divo Antonino et Divae Faustinae ex S(enatus) c(onsulto)". Eine aus moderner Zeit stammende Ziegeltreppe führt zum vollständig erhaltenen Podium mit einer Sitzstatue der Faustina. Die erstaunliche Höhe des Podiums erklärt sich aus der Tatsache, dass die Ausgrabungen auf dem Forum das augusteische Niveau freigelegt haben. Nach dem neronischen Brand 64. n. Chr. lag das Straßenniveau durch den Schutt der Vorgängerbauten, der einfach eingeebnet wurde, erheblich höher.

Im 7./8. Jahrhundert war der Tempel zwar lange entweiht, aber so gut erhalten, dass in seiner Cella eine Kirche eingerichtet wurde. Sie wurde dem Laurentius geweiht und 1430 Kirche der Apotheker- und Kräuterhändlerzunft, die sie in ihrer heutigen Form errichten ließ. Nachdem man im 19. Jahrhundert damit begonnen hatte, das viel tiefer liegende republikanische Niveau des Forum freizulegen, wurde es unmöglich, die Kirche durch den eigentlichen Eingang zu betreten, so dass man das Gebäude heute von der Via Miranda her durch eine Tür neben dem Hauptaltar betritt. Die Tatsache, dass das einzigartige Ensemble aus fast vollständig erhaltenem Pronaos und der Cella vorgeblendeter Barockfassade in dieser Form erhalten ist, verdanken wir vor allem der Stabilität der antiken Säulen: Der Versuch, sie umzustürzen, scheiterte.