Rom im Netz: Das antike Rom

dies mercurii Kalendis Aprilibus MMDCCLXXIII ab urbe condita
Merkurtag, Kalenden des April, 2773. Jahr nach Grndung der Stadt

Tempel des Iuppiter Capitolinus (bzw. der kapitolinischen Trias)

Genau genommen ist das hier Tempel des Iuppiter Capitolinus genannte Bauwerk der so genannten kapitolinischen Trias, bestehend neben Iuppiter aus Iuno und Minerva, geweiht. Er befindet sich auf der wichtigeren, südlicher gelegenen der beiden Hügelkuppen des Kapitols, dem eigentlichen Capitolium, und war der bedeutendste der römischen Staatsreligion. Der gewaltige Bau war von Roms fünftem Knig Tarquinius Priscus begonnen worden. Geweiht wurde der Tempel aber erst zu Beginn der Republik im Jahr 509 v. Chr. - ein Datum, das das erste zuverlässig überlieferte Datum eines Bauwerks in Rom markiert. Zu Beginn der Republik zeugte der Tempel nicht zuletzt von dem gestiegenen Selbstbewusstsein und dem regionalen Führungsanspruch der aufstrebenden Stadt am Tiber: der Tempel ersetzte das alte Zentralheiligtum des latinischen Bundes auf dem Mons Albus und machte damit Rom zum Mittelpunkt des Bündnisses.

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Münze, die den Tempel mit den Götterstatuen in den drei Cellae zeigt. Sie erinnert an eine der Renovierungen
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Quelle: Morey 1901

Da der Tempel der Göttertrias geweiht war, bestand seine Cella aus drei getrennten Kulträumen für die verehrten Götter. Die linke Kammer war Iuno, die rechte Minerva geweiht. Iuppiter wurde in der mittleren Cella verehrt. Mit seinen Ausmaßen von 53 mal 63 Metern war das Bauwerk der größte je gebaute Tempel tuskischer Ordnung. Während der drei großen Feuersbrünste, die das Kapitol heimsuchten (83 v. Chr., 69 und 80 n. Chr.; zum Brand von 80 v. Chr., der auch weite Teile des Marsfelds zerstörte, vgl. hier.), wurde der Tempel jeweils völlig zerstört und jedes Mal aus Marmor wiederaufgebaut.

Schon vor dem Bau des Tempels befanden sich an seiner Stelle ältere Heiligtümer, die dem neuen Tempel weichen mussten bzw. in ihm aufgingen. Außerdem teilte sich der große Iuppiter-Tempel den Platz auf dem Capitolium mit mehreren weiteren, kleineren Tempeln, darunter Heiligtümer der Ops und der Fides. Zudem standen auf der so genannten Area Capitolina, dem Platz vor dem Tempel, marmorne und goldene Statuen zeitweise so dicht, dass regelrechte Entrümpelungen durchgeführt wurden. Vom Clivus Capitolinus kommend stand am Eingang der Area Capitolina einer der ältesten Triumphbögen Roms, der des Scipio Africanus aus dem Jahr 190 v. Chr. Alle wichtigen Staatshandlungen und Triumphzüge fanden hier, auf dem Platz vor dem bzw. im Iuppitertempel, ihren kultischen Abschluss.

Heute ist vom Tempel des Iuppiter Capitolinus nur noch wenig zu sehen. Das am besten erhaltene Mauerstück des Unterbaus befindet sich innerhalb des Konservatorenpalastes und kann mittlerweile in einer eigenen Abteilung, die dem Tempel gewidmet ist, besichtigt werden. Einige Quader sind auch auf der Piazzale Caffarelli und in der Via del Tempio di Giove zu sehen.