Rom im Netz: Das antike Rom

dies lunae ante diem VIII Idus Apriles MMDCCLXXIII ab urbe condita
Mondtag, 8. Tag vor den Iden des April, 2773. Jahr nach Grndung der Stadt

Tempel der Concordia

Der Concordiatempel soll der Überlieferung zufolge auf eine Gründung des Marcus Furius Camillus zurückgehen: als Tempel der Eintracht (concordia) sollte er das Ende der Standeskämpfe zwischen der Oberschicht der römischen Gesellschaft, den Patriziern, und dem einfachen Volk, den Plebejern, symbolisieren. Diese Ständekämpfe, die ihren Höhepunkt in dem berühmten Auszug der Plebejer aus der Stadt auf den Aventin gefunden hatten, wurden 367 v. Chr. mit den Gesetzen des Licinius Sextus abgeschlossen. Diese Gesetze regelten die weitgehende politische Gleichberechtigung der beiden Stände, lediglich bestimmte Priesterämter sollten den Plebejern aus kultischen Gründen verschlossen bleiben. Von einigen Seiten wird dieses frühe Datum jedoch angezweifelt. 121 v. Chr. wurde der Tempel nach der Ermordung des Volkstribunen Gaius Gracchus durch den Konsul Lucius Opimius wiederaufgebaut; gleichzeitig ließ der Konsul neben dem Tempel die Basilica Opimia, eine der vier großen Basilicae aus republikanischer Zeit, errichten.

Die Cella war 45 Meter breit und 24 Meter tief, also breiter als lang; dies ist eine eher ungewöhnliche Form. Sie geht auf eine Umgestaltung durch Tiberius zwischen 7. v. Chr. und 10 n. Chr (dem Jahr der Neuweihung) zurück, der den verfügbaren Platz möglichst optimal ausnutzen wollte. Leider ist von dem prächtigen Bau des Tiberius nichts mehr erhalten mit Ausnahme des Podiums, das allerdings zum Teil unter einer Treppe, die zum Kapitol hinaufführt, verborgen ist.

Tiberius nutzte den Tempel als Museum, eine Aufzählung der dort verwahrten Kunstwerke ist bei Plinius d. Ä. überliefert. Während der Republik war der Tempel Schauplatz wichtiger historischer Ereignisse. Zeitweise tagte hier der Senat und Cicero hielt seine berühmte vierte Rede gegen Catilina.