Rom im Netz: Das antike Rom

dies iovis ante diem IV Nonas Septembres MMDCCLXIII ab urbe condita
Iuppitertag, 4. Tag vor den Nonen des September, 2763. Jahr nach Gründung der Stadt

Iuturna-Quelle und Oratorium der 40 Märtyrer

Links vom Tempel des Castor und Pollux befindet sich der Lacus Iuturnae, die Iuturna-Quelle. Frontinus erwähnt in seinem Werk "De Aquis Urbis Romae" (über die Wasserversorgung der Stadt Rom), dass die Stadt vor der Censur des Appius Claudius (der den ersten Aquaedukt baute) ihr Wasser aus dem Tiber, aus Brunnen und den wenigen Quellen auf dem Gebiet der Stadt schöpften. Die wichtigste dieser Quellen entsprang direkt am Forum am Fuße des Palatin: Ihr Wasser galt als heilkräftig und wurde für alle Opferhandlungen und Riten benutzt.

Schon in archaischer Zeit wurde an dieser Quelle die Nymphe Iuturna verehrt, die eigentlich die Gottheit einer Quelle bei Lanuvium gewesen war, dann aber nach Rom übertragen wurde. Um sie ranken sich mehrere mythische Überlieferungen: Ovid berichtet, Iuppiter habe sich in sie verliebt und ihr die Aufsicht über alle Quellen und Flüsse in Latium übertragen. Daneben galt sie als Frau des Kalendergottes Ianus und Mutter des Fontus, des Gottes der Quellen. Vergil berichtet in seiner Aenaeis, sie sei die Schwester des Königs Turnus der Rutuler gewesen, mit dem sich Aeneas im Zweikampf messen musste, bevor sich die geflohenen Trojaner endgültig hin Latium niederlassen konnten. Iuturna habe dabei wiederholt die Gestalt eines Wagenlenkers angenommen, um ihrem Bruder zu helfen.

Schon in republikanischer Zeit war die Quelle in ein fast quadratisches Marmorbecken gefaßt worden. An der Quelle standen zwei Statuen der Dioskurenzwillinge, die nach der Schlacht am See Regillus, als sie die Römer gerettet hatten, hier ein zweites Mal erschienen, um ihre Pferde zu tränken. Der Komplex wurde bis in die späte Kaiserzeit mehrfach restauriert und ausgebaut, das heutige Aussehen entspricht dem Bauzustand zur Zeit Trajans, der das gesamte Gebiet neu gestalten ließ. Hinter der Quelle erstreckte sich ein Gebäude aus republikanischer Zeit, das unter Konstantin komplett erneuert wurde. In einem seiner Räume befand sich die kleine Ädikula der Iuturna, außerdem wurde hier eine Statue des Heilgottes Äskulap gefunden.

zwischen der Ädkula und dem Baukomplex des großen Ziegelsteinsaales befindet sich ein weiterer, wohl aus der Zeit Trajans stammender Raum. Schon früh wurde dieser Raum durch Anbau einer Apsis in eine Kirche verwandelt, die nach dem byzantinischen Mosaik aus dem 8. Jahrhundert als Oratorium der vierzig Märtyrer genannt wird. Die vierzig Märtyrer von Sebaste waren Soldaten einer Legion des Kaisers Licinius, die wegen ihres christlichen Glaubens bei eisiger Kälte eine Winternacht nackt auf einem zugefrorenen See verbringen mussten und starben.

Besichtigung S. Maria Antiqua, Oratorium der 40 Märtyrer, "Tempel des Romulus"
Alle drei genannten Monumente auf dem Forum Romanum waren über Jahre und Jahrzehnte der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Seit März 2008 können sie im Rahmen einer Führung wieder besucht werden.
Adresse:
Reservierungen für die Führung unter Tel. 06 39967700
Haltestelle:
siehe Forum Romanum
Öffnungszeiten:
Führungen täglich zwischen 10 und 13.30 Uhr
Eintritt:
4,50 EUR (zusätzlich zum Eintritt für das Forum Romanum)
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Kommentare zu diesem Artikel im Rom-Forum: 1

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Kommentar Nr. 1 von cellarius (11.03.08)
Oratorum der 40 Märtyrer wieder zugänglich
Zitat von cellarius Beitrag anzeigen
Das Oratorium der 40 Märtyrer mit seinem Mosaik aus dem 8. Jahrhunder kann ebenso wie S. Maria Antiqua mit ihren byzantinischen Malereien wieder besucht werden. Hinzu kommt der sog. Tempel des Romulus (Tempel des Iuppiter Stator), dessen antikes Bronzeportal sich ebenfalls wieder öffnet. Möglich ist der Besuch aller drei Monumente im Rahnem einer Führung. Diese Führungen finden täglich vormittags zwischen 10 Uhr und 10.30 Uhr statt und kosten 4,50 EUR zusätzlich zum Eintritt. Reservierungen sind unter der Telefonnummer 06 39967700 möglich.
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