Rom im Netz: Das antike Rom

dies mercurii Kalendis Aprilibus MMDCCLXXIII ab urbe condita
Merkurtag, Kalenden des April, 2773. Jahr nach Grndung der Stadt

Decennalienbasis - Denkmal der Tetrarchie

Die Decennalienbasis am Fuße des Septimius-Severus-Bogens erinnert, wie der Name schon sagt, an ein zehnjähriges Jubiläum: 303 feierten die vier Kaiser des römischen Reiches den zehnten Jahrestag der Einführung der Tetrarchie. Mit diesem Herrschaftssystem hatte Kaiser Diocletian nach Jahrzehnten ständig wechselnder, vom Militär erhobener Soldatenkaiser zunächst erfolgreich das politische System stabilisiert. Das Imperium wurde in vier Verwaltungsabschnitte geteilt, für die jeweils ein Kaiser zuständig war. Dies kam jedoch nicht einer formellen Reichsteilung, wie sie später vorgenommen werden sollte, gleich: Dem Anspruch nach waren alle vier Herrscher überall im Reich Kaiser und gleichberechtigt. Dabei gab es in der westlichen wie in der östlichen Reichshälfte je einen "Seniorkaiser" mit dem Titel Augustus und einen "Juniorkaiser" mit dem Titel "Caesar", der von dem jeweiligen Augustus adoptiert und damit zum Nachfolger designiert wurde. Bei Rücktritt oder Tod eines der Augusti stand so automatisch ein bereits herrschender und damit für Usurpationen weniger anfälliger Nachfolger bereit, der seinerseits einen neuen Caesar adoptieren konnte.

Der Sockel gehörte zu einer fünf Ehrensäulen umfassenden Anlage: je eine Säule war den beiden Augusti und Caesares geweiht, eine, in der Mitte, dem Iuppiter. Auf der der Via Sacra zugewandten Seite, die auch auf der Abbildung zu sehen ist, ist ein von zwei Siegesgöttinen (Victorien) gehaltener Schild mit Weihinschrift abgebildet. Die ebenfalls erkennbare, dem Forumsplatz zugewandte Seite zeigt eine Prozession der Senatoren, gegenüber sind Opfertiere abgebildet. Die wichtigste Seite ist jedoch die dem Weiheschild gegenüberliegende, leider kaum einsehbare Seite: Hier wird der Kaiser beim Trankopfer gezeigt, von wichtigen Priestern und personifizierten Gottheiten umgeben.

So ausgeklügelt das System auch war, es scheiterte jedoch bald: Es hatte nicht berücksichtigt, dass bisher in der Regel leibliche Söhne des amtierenden Kaisers die Nachfolge angetreten hatten. Die adoptierten Nachfolger hatten also mit starker Konkurrenz zu kämpfen. 308 gelang es nochmals, die Tetrarchie neu einzurichten. Doch diesmal hielt das System jedoch dem Ehrgeiz der Protagonisten nicht stand: nach mehreren blutigen Bürgerkriegen hatte sich Konstantin durchgesetzt (312 zunächst gegen Maxentius in der berühmten Schlacht an der Milvischen Brücke, dann gegen seinen östlichen Konkurrenten Licinius) und regierte seit 325 erneut als einziger Kaiser das Imperium Romanum.