Rom im Netz: Das antike Rom

dies saturni ante diem V Kalendas Apriles MMDCCLXXIII ab urbe condita
Saturntag, 5. Tag vor den Kalenden des April, 2773. Jahr nach Grndung der Stadt

Tempel der Vesta

Hinter dem Caesar- und dem Dioskurentempel befand sich der Rundtempel der Vesta. Hier brannte Tag und Nacht ein Feuer, das das "Lebenslicht" der Stadt Rom symbolisierte. Hier kümmerten sich die Vestalinnen, die die einzige weibliche Priesterschaft in ganz Rom bildeten, um die ewige Flamme. Ursprünglich war das Heilige Feuer das Herdfeuer im Hause des Königs gewesen, dessen Töchter sich um die Erhaltung der Flamme kümmern mussten. Zu Beginn der Republik wurde sie durch das sechsköpfige Kollegium der vestalischen Jungfrauen ersetzt.

Seine heutige Form ist ein Wiederaufbau aus dem Jahr 191 n. Chr, den Iulia Domna, die Frau des Kaisers Septimius Severus, veranlaßt hatte. Sie hielt sich dabei an die Form, die das Gebäude 64 n. Chr. erhalten hatte, nachdem es während des großen Brandes von Rom während der Regierungszeit Neros zerstört worden war. Überhaupt war der Tempel als Aufbewahrungsort des heiligen Feuers besonders brandgefährdet und wurde mehrmals durch Feuer zerstört. Das Podium mit einem Durchmesser von 15 Metern besteht aus Gußmauerwerk und ist mit Marmor verkleidet. Darüber stehen die Basen der zum Teil wiederaufgebauten korinthischen Säulen. Da im Innern der ebenfalls runden Cella Tag und Nacht Feuer brannte, musste das konische Dach in der Mitte offen sein, um einen ausreichenden Rauchabzug zu gewährlesten.

Im Penus Vestae, der Schatzkammer der Vesta, die niemand außer den Vestalinnen betreten durfte, wurde unter anderem das Palladium aufbewahrt, ein kleines archaisches Götterbild der Minerva, das als Unterpfand für das Bestehen des Reiches galt. Der Sage nach hatte Aeneas das Palladium aus Troja mitgebracht. Vermutlich war eine trapezförmige, nur von der Cella aus zugängliche Aushöhlung dieses Allerheiligste (sancta sanctorum). Aufgrund der Unantastbarkeit des Raumes war der Vestatempel auch ein beliebter Aufbewahrungsort für Testamente und Verträge.