Rom im Netz: Das antike Rom

dies lunae ante diem VIII Idus Apriles MMDCCLXXIII ab urbe condita
Mondtag, 8. Tag vor den Iden des April, 2773. Jahr nach Grndung der Stadt

Regia: Amtssitz des Pontifex Maximus

Die Regia, das unregelmäßige Gebäude zwischen Caesartempel und Vestatempel, war Teil des Palastkomplexes der römischen Könige und soll auf Numa, den zweiten König Roms, zurückgehen. Herkunft und Bedeutung des Namens sind klar: Regia - das Haus des rex, des Königs. Man hielt die Regia für den Amtssitz des rex sacrorum (König in kultischen Angelegenheiten ohne politische Funktion, der die kultischen Funktionen der Könige übernommen hatte) oder den Sitz des Oberpriesters (pontifex maximus), beides ist aber aufgrund antiker Quellen wenig wahrscheinlich. Die Regia war also nach der Königszeit lediglich das Gebäude, in dem die Priester ihren Dienst versahen, nicht jedoch auch wohnten - dazu wäre es auch zu klein gewesen. Seinen Wohnsitz nahm der Pontifex Maximus nur wenige Schritte weiter in der Domus Publica

Die heute sichtbaren Reste stammen von einer Restaurierung aus dem Jahr 36 v. Chr., die sich aber getreu an wesentlich älteren Vorbildern orientierte. Schon bevor der erste Bau an dieser Stelle errichtet wurde, hatte es hier eine Ansammlung von Hütten gegeben. Im Innern des Gebäudes befanden sich ein von Numa eingerichtetes Heiligtum des Mars, das über einen Rundaltar verfügte und in dem die zwölf Schilde und Lanzen des Mars aufbewahrt wurden. Diese waren dem Priesterkollegium der Salier anvertraut, die jedes Jahr im März und Oktober (Anfang und Ende der "Kriegssaison") in einer Art Kriegstanz durch die Stadt sprangen (lat. salire) und dabei sangen und die Speere an die Schilde schlugen. Darin wurde die zivile und militärische Doppelfunktion des Königs sichtbar. Außerdem gab es ein Heiligtum der Ops Consivia, der Göttin des Überflusses, die für eine reiche Ernte zuständig war; auch war in der Regia das "Priesterarchiv" untergebracht, das den Kalender und die Annalen der Stadt umfasste.