Rom im Netz: Das antike Rom

dies martis ante diem IX Kalendas Iunias MMDCCLXIX ab urbe condita
Marstag, 9. Tag vor den Kalenden des Juni, 2769. Jahr nach Grndung der Stadt

Trajanssäule

Die Trajanssäule auf dem Trajansforum wurde am 18. Mai 113 geweiht. Auf einem spiralförmigen Band windet sich eine Reliefdarstellung von insgesamt 200 Metern Länge nach oben. In Form einer Bilderserie sind zwei Feldzüge gegen die Daker dargestellt, die unter Trajans Führung stattfanden.

Der Bildbericht erzählt vom Leben der Soldaten, den Kriegsbräuchen, den Landschaften und vielem mehr. Jedes Detail, auch hoch oben, ist exakt ausgeführt. Hier findet sich auch der älteste Nachweis einer Krawatte: Zum Schutz gegen die Kälte und scheuernde Rüstungen knoteten die Soldaten das Tuch um den Hals. Von den modebewussten Jünglingen in Rom wurde der Halswärmer übernommen, wer "in" sein wollte, trug eine "Krawatte". Im Sockel der Säule ließ der Kaiser seine Urne beisetzen. Von dort aus dreht sich wie eine Spindel eine schmale Treppe nach oben, die 185 Stufen hat: Treppen mussten prinzipiell eine ungerade Anzahl an Stufen haben, denn die Römer waren äußerst abergläubisch: man musste eine Treppe mit dem rechten Fuß beginnen und mit dem rechten Fuß verlassen, was nur bei ungeraden Stufenzahlen möglich war. Oben befand sich ursprünglich eine goldene Statue des Kaisers, heute steht hier Petrus aus Bronze.

Im Forum hat Claude einen sehr interessanten Bericht ber einen Vortrag von Paul Veyne im Louvre im Oktober 2008 gegeben, der sich mit dem Bildprogramm der Trajanssule auseinandergesetzt hat.

Kommentare zu diesem Artikel im Rom-Forum: 32

Alle Kommentare lesen «» Zum letzen Kommentar springen «» Diesen Beitrag kommentieren
Kommentar Nr. 32 von Amalaswintha (20.03.09)
Hallo Claude,

Dein Beitrag ist sehr interessant. Die Arbeiten von Hlscher und Zanker habe ich dazu zwar nicht verfolgt, aber ich knnte mir vorstellen, da es irgendeine Bemerkung hierzu gibt, denn das Buch aus dem Jahr 2007 basiert immerhin auf der Dissertation von Galinier aus dem Jahr 1995 (sie drfte den beiden also nicht unbekannt sein, oder - knnte ich mir zumindest bei Herrn Zanker vorstellen - man hat es kenntnisnehmend bergangen). Galinier hat nicht nur ber die Trajansule, sondern auch ber die Markussule geschrieben.
Eine weitere aktuelle Rezension ber dieses Buch findet sich im Journal of Roman Archaeology (JRA) von James E. Packer aus dem Jahr 2008, S. 471 - 478. Einen Scan ber diese gute (englische) Rezension schicke ich jetzt lieber nicht (was ich sonst gerne getan htte), weil er sonst wohl gleich wieder wegen Urheberrechtsbedenken gelscht werde wrde . Die Arbeit kann ich mir also sparen.

Viele Gre
Amalaswintha
Kommentar Nr. 31 von Claude (20.03.09)
Hier ein Link zu einer Rezension der Arbeit von Martin Galinier, dessen Thesen ich weiter oben kurz zusammengefat habe - zumindest soweit er sie in seinem Vortrag im Louvre vorstellte:

Histara - Les comptes rendus

Viele Gre
Claude
Kommentar Nr. 30 von cellarius (17.10.08)
HalloMan mge lesen, was ich geschrieben habe: werden [in der Antike!] wahrgenommen als - nicht: sind. Mal ganz abgesehen davon, dass unsere gegenwrtigen Kategorien nur sehr begrenzt auf die Antike anwendbar sind.
Kommentar Nr. 29 von Ludovico ROB (17.10.08)
Ohne Knstler hat es ein Kunsthandwerker schwer, es sei denn, er vereinigt beides in sich.

Ludovico ROB
Kommentar Nr. 28 von Gaukler (17.10.08)
Das musste jetzt sein.
Kommentar Nr. 27 von Gaukler (17.10.08)
Kunsthandwerker.
Kommentar Nr. 26 von Susannah (17.10.08)
Liebe Claude,

vielen Dank, dass Du Dir die Mhe gemacht und Deinen wundervollen Bericht ber die Trajanssule hier eingestellt hast.
Ich bin jedes Mal faziniert von ihr, wenn ich sie erblicke. Fr mich sind die "Handwerker", die sie erschaffen haben, wahre Knstler.

Liebe Gre,
Susannah
Kommentar Nr. 25 von Claude (17.10.08)
Zitat von drhoette Beitrag anzeigen
Zitat von Gaukler Beitrag anzeigen
Sie waren (sind) brauchbar gleichermaen, wenn auch in unterschiedlicher Weise, fr den Intellektuellen wie auch ad usum infantium ... was will man mehr!
Ich habe da so meine Zweifel. War es doch nicht l'art pour l'art?
Das ist Denken des 19. Jh.
Claude
Kommentar Nr. 24 von SPQR (17.10.08)
xcus - das doch sollte ein auch sein
Kommentar Nr. 23 von Gaukler (17.10.08)
Zitat von SPQR Beitrag anzeigen
Ich habe noch etwas...

... darf ich das so interpretieren?

Auf alle Flle: Das sind doch sehr schne Bilder ... und keinerlei Grund, deswegen rot zu werden!
Alle Kommentare lesen «» Zum letzen Kommentar springen «» Diesen Beitrag kommentieren

Seite unterstützen
Flattr this Erfahren Sie wie...
Hotels in Rom buchen Venere.com Hotelbuchung Booking
BuchtippVia Appia. Entlang der bedeutendsten Straße der Antike
Ivana DellaPortella
Via Appia. Entlang der bedeutendsten Straße der Antike
vorgestellt von:
Decius
Wetter Rom