Rom im Netz: Das antike Rom

dies iovis ante diem IV Nonas Septembres MMDCCLXIII ab urbe condita
Iuppitertag, 4. Tag vor den Nonen des September, 2763. Jahr nach Gründung der Stadt

Ara Pacis - der Altar des augusteischen Friedens

Als ich aus Spanien und Gallien zurückkehrte, nachdem ich in diesen Provinzen siegreiche Taten vollbracht hatte, im Konsulatsjahr des Tiberius Nero und Publius Quintilius [Varus, 13 v.Chr.], beschloss der Senat zum Dank für meine Rückkehr einen Altar des augusteischen Friedens zu weihen, und zwar auf dem Marsfeld. Dort sollten die Magistrate, die Priester und die Vestalinnen jedes Jahr ein Opfer darbringen. (Augustus, Res Gestae 12)

Augustus selbst berichtet in den Res Gestae, dem Bericht über seine Taten, den er am Ende seines Lebens schrieb, von der Errichtung des Altares. Wie kaum ein anderes Monument spiegelt er die Ideologie der Pax Augusta: Dem Princeps war es zu verdanken, dass im Innern des Reiches Frieden herrschte und die Bürgerkriege, die Jahrzehntelang die ausgehende Republik erschüttert hatten, ein Ende gefunden hatten. Gleichzeitig hatte Augustus den Provizen den Römischen Frieden, die Pax Romana, gebracht. Pax, der personifizierte Frieden, war Sinnbild der augusteischen Herrschaft und stand für das Wohl des Staates ebenso wie die Salus Publica (öffentliche Wohlfahrt) und die Concordia (Eintracht). Mit der Ara Pacis Augusti erhielt der Gedanke des Friedens feste, kultische Formen, die sowohl den Princeps als auch seine ganze Familie in die Verehrung einbezog. Nachdem er also 13 v. Chr. gelobt worden war, erfolgte die Einweihung am 30. Januar 9 v. Chr. - am Geburtstag der Livia, der Frau des Augustus.

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Die Ara Pacis im alten Glasguckkasten
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Quelle: Roma Antiqua

Die Wiederentdeckung der von Augustus erbauten Ara Pacis, des Altars des augusteischen Friedens, geht auf das Jahr 1568 zurück. Man fand neun bearbeitete Blöcke, deren Zugehörigkeit man aber zunächst nicht erkannte. Erst 1879 wurden die Überreste erstmals mit der Ara Pacis identifiziert und in systematischen Grabungen 1903 und 1937/38 fand man große Teile des Altars und etwa ein Drittel des Reliefschmuckes. Der nach der Ausgrabung in den 1930ern eigens errichtete Pavillon wurde kürzlich von dem amerikanischen Stararchitekten Richard Meier komplett neu gestaltet. Dabei wurde der in den dreißiger Jahren gewählte Platz neben dem Mausoleum des Augustus beibehalten, obwohl er nicht dem antiken Standort entspricht: Eigentlich stand der Altar mehrere Hundert Meter südlich und unmittelbar an der Via Flaminia (Via del Corso) und bildete ein Ensemble mit dem Horologium Augusti.

Augustus erwähnt den Altar in seinen Res Gestae, im Bericht über seine Taten. Das Gelübde für den Altar wurde am 4. Juli 13 v. Chr. abgelegt, die Einweihung fand am 30. Januar 9 v. Chr. statt. Er stand neben der Via Flaminia auf dem Marsfeld. Als das Niveau des Marsfelds durch Aufschüttungen im 2. Jahrhundert stark anstieg, wurde um das Denkmal eine Stützmauer aus Ziegeln errichtet, so dass nur noch der Figurenfries herausragte.

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Detail aus dem Relief an der Südseite: Zu sehen sind v.l. Tiberius, Antonia Minor, Germanicus (Kind), Drusus, Domitius (Kind), Antonia Maior, Domitia (Kind), Domitius Ahenobarbus.
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Quelle: Wikimedia Commons

Die Anlage besteht aus besteht aus einem rechteckigen, 11,65 x 10,62 Meter großen Bezirk auf einem Podium, zu dem eine Treppe hinaufführt. In den Längsseiten, die ursprünglich in Ost-West-, nicht wie heute in Nord-Süd-Richtung orientiert waren, öffneten sich zwei große, 3,60 Meter breite Eingänge. Im Innern steht auf drei auf allen Seiten herumgeführten Stufen der eigentliche Altar. Innen und außen ist die Umfassungsmauer mit Reliefs verziert. Am wichtigsten ist dabei der äußere Relief auf der Südseite, der die Familie des Augustus zeigt, der ein Trupp von Liktoren den Weg bahnt. An der Spitze Augustus selbst, die Toga über den Kopf gezogen, was anzeigt, dass er eine kultische Handlung ausführt. Es folgen die genannten Konsuln des Jahres 13 v. Chr., vier Flamines (Priester, zu erkennen an den auffälligen Kopfbedeckungen) und ein Opferdiener mit geschultertem Beil. Weiterhin Marcus Vipsanius Agrippa, Augustus' Schwiegersohn und Vertrauter, an dessen Toga sich ein kleiner Junge klammert: wohl sein damals gerade vierjähriger Sohn Lucius Caesar, der zu seiner Mutter Iulia aufblickt. Naben ihr Antonia Minor mit ihrem Ehemann Drusus, Bruder des Tiberius, und ihrem damals zweijährigen Sohn Germanicus. Am Ende des Zuges gehen Antonia Maior, Nichte des Augustus, und ihr Gatte Lucius Domitius Ahenobarbus mit ihren Kindern. Ebenfalls am Ende des Zuges geht ein Einzelner, älterer Mann: wahrscheinlich Maecenas, Freund und enger Vertrauter des Augustus und Förderer der schönen Künste. Einzig Livia, die Ehefrau des Princeps, fehlt: Ihre Gestalt ist an der nicht vollständig erhaltenen Seite des Frieses in der Nähe ihres Gatten zu vermuten.

Ara Pacis Augustae (Muso dell'Ara Pacis)
Der Altar des augusteischen Friedens: Wie kaum ein anderes Monument spiegelt er die Ideologie der Pax Augusta: Dem Princeps, dem Kaiser war es zu verdanken, dass im Innern des Reiches Frieden herrschte und die Bürgerkriege, die jahrzehntelang die späte Republik erschüttert hatten, ein Ende gefunden hatten. Gleichzeitig hatte Augustus den Provizen den Römischen Frieden, die Pax Romana, gebracht (freilich ob mit oder ohne deren Einverständnis). Insbesondere der Reliefschmuck, der u.a. die Familie des Augustus zeigt, macht den Altar unbedingt sehenswert.
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Adresse:
Lungotevere in Augusta
00186 Roma
Tel.: 06 82059127
Haltestelle:
Metro A "Spagna", Busse 81, 117, 119, 224, 590, 628, 913, 926
Internetseite
Öffnungszeiten:
Di-So 9-19 Uhr, Mo geschlossen
Eintritt:
6,50 EUR, reduziert 3 EUR
  Behindertengerecht  Audioguides  Hier gilt der Roma Pass
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Kommentare zu diesem Artikel im Rom-Forum: 19

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Kommentar Nr. 19 von Simone-Clio (07.04.10)
Zusatzlink:
Galerie mit 15 Bildern der momentanen Situation und der geplanten Neuerungen:
Foto Ara Pacis,com' e come diventer - 1 di 15 - Roma - Repubblica.it
Kommentar Nr. 18 von Simone-Clio (07.04.10)
Heute hat ein Treffen zwischen Bürgermeister Alemanno und dem Architekten Richard Meier stattgefunden und sie scheinen sich über einige Änderungen einig geworden zu sein:
Alemanno all'Ara Pacis con Meier "Abbatteremo parte del muretto" - Roma - Repubblica.it

Zitat:
Abbattere il muretto che separa l'Ara Pacis dal lungotevere, incanalando il traffico all'interno di un sottopasso che permetterà di raggiungere anche due parcheggi. E' il progetto che il sindaco di Roma Gianni Alemanno, ha illustrato all'Ara Pacis alla presenza dell'architetto che ha realizzato la teca, Richard Meier. "In questo modo interveniamo su tutti gli aspetti - ha detto Alemanno - superando anni di polemiche".
Ein Teil der Mauer zum Lungotevere hin soll abgerissen werden, eine Unterführung für den Verkehr und Parkplätze (ob ich Letzteres richtig verstanden habe weiss ich nicht) entstehen.
Man soll sich wieder mehr an der Chiesa di San Rocco all'Augusteo erfreuen können.
Zwischen der Piazza Augusto Imperatore bis zum Tiber soll eine Fussgängerzone mit Park entstehen!

Zitat:
Il progetto consentirà quindi la pedonalizzazione dell'intera area che va da piazza Augusto Imperatore al Tevere con un parco.
Kommentar Nr. 17 von cellarius (03.05.08)
Da kann man wirklich nur den Kopf schütteln. Mir gefällt der Bau eigentlich gut - er ist vor allem ein mehr als wohltuender Kontrast zu den furchtbaren faschistischen Klötzen an der Piazza Auguso Imperatore (Augustus-Mausoleum). Aber der neue Herr Bürgermeister mag das angesichts seiner politischen Vergangenheit möglicherweise anders sehen.
Kommentar Nr. 16 von lily116 (02.05.08)
Ach herrje, als hätte Rom sonst keine Probleme...
Ich war im Nov. 06 in diesem Museum und ehrlich gesagt, habe ich zu dem Gebäude gar keine richtige Meinung. Ich war so von der Ara Pacis selber fasziniert, dass das Museumsgebäude keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. (Auch keinen negativen.) Auf jeden Fall war es sehr lichtdurchflutet und funktional. Reicht das nicht?
Wenn die tatsächlich abreissen, könnte man die Ara Pacis zudem auch wieder jahrelang nicht sehen. Wo sollte sie denn hin?
Kopfschüttelnde Grüße,
Lily
Kommentar Nr. 15 von romfan78 (02.05.08)
Roms neuer Bürgermeister will Ara Pacis Museum abreißen lassen
Hallo Zusammen,

unter

Deutschlandradio Kultur - Kulturnachrichten

wird davon berichtet, dass der neue römische Bürgermeister Gianni Alemanno das erst 2006 nach jahrelangen Restaurierungs- und Neubauarbeiten eröffente Ara Pacis Museum (Ara Pacis - der Altar des augusteischen Friedens ) abreißen lassen möchte.

In einer (wohl nicht öffentlich online verfügbaren) Kurzmeldung im SZ Feuillton von heute stand außerdem, dass er zu dieser Frage einen Volksentscheid (!) durchführen lassen möchte.

Ich finde man kann für Rom und seine Bürger nur ganz schwer hoffen, dass dieser Mann solcherlei Blödsinn im Endeffekt doch unterlässt und stattdessen die Verbesserung der Infrastruktur für alle Stadtteile, der kulturellen Einrichtungen usw. weiter vorantreibt.

Solcherlei populistischer Aktionismus ist meiner Ansicht nach jedenfalls das letzte was die Stadt gebrauchen kann - und den Vorstädten für deren Unterstützung er ja nach eigener Aussage angetreten ist hilft sowas ja auch nicht wirklich.

Ein ganz guter Kommentar dazu findet sich auch in der FAZ Online:

Rom: Der Plattmacher - Der Kommentar - Feuilleton - FAZ.NET

Herzliche Grüße

Sören
Kommentar Nr. 14 von cellarius (10.10.06)
AW: Ara Pacis nach sieben Jahren wieder geöffnet
Die Architekturkritiker der New York Times vermögen dem neuen Bauwerk allerdings kaum etwas abzugewinnen: Ein "Flop" und "einfallslos" sei es...

An Oracle of Modernism in Ancient Rome
Kommentar Nr. 13 von cellarius (22.04.06)
Ara Pacis nach sieben Jahren wieder geöffnet
Hallo,

die Ara Pacis ist seit gestern wieder geöffnet - und in der Tat sind die Bilder vielversprechend. Zum von Roman angesprochenen Kulturzeitbeitrag gibt es auch eine Internetseite.

Auf italienisch kann man außerdem hier nachlesen:
Kommentar Nr. 12 von rjr (21.04.06)
AW: Ist die Ara Pacis noch geschlossen?
Und grade im Moment kommt in der Kulturzeit auf 3sat ein Bericht zur Eroeffnung - begleitet von den ueblichen Protesten.

Was ich gesehen habe, macht Lust auf VIEL mehr - ein sehr heller, klarer Bau, der Altar wirkt als stuende er wieder im Freien und nicht geduckt im alten Korsett.

Ok, wieder ein Punkt mehr fuer den Herbsttrip.

Der Bericht wird sicher wiederholt, Kulturzeit kommt meist am naechsten Tag noch einmal.

Roman
Kommentar Nr. 11 von cellarius (18.04.06)
AW: Ist die Ara Pacis noch geschlossen?
Kein Problem - Google mit ara pacis und dem Datum war mein Freund.
Kommentar Nr. 10 von romfan (18.04.06)
AW: Ist die Ara Pacis noch geschlossen?
Sorry, selbst wenn, ich hätts dir nicht sagen können. Weiß nicht mehr, wie ich darauf gestoßen bin. Was mir in Erinnerung geblieben ist, war nur, dass es sich um eine englische Seite handelte die ansonsten recht dürftig aufgebaut war.

Gruß
Matthias
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