Rom im Netz: Das antike Rom

dies saturni ante diem IX Kalendas Octobres MMDCCLXX ab urbe condita
Saturntag, 9. Tag vor den Kalenden des Oktober, 2770. Jahr nach Grndung der Stadt

Ludus Magnus

Der Ludus Magnus, die größte Gladiatorenschule des antiken Rom, liegt unmittelbar östlich des Kolosseum. Zwischen der Via di San Giovanni in Laterano und der Via Labicana kann man einen Teil seiner Überreste unterhalb der Straßenniveaus sehen. Die wichtigste der Gladiatorenkasernen, wie die meisten anderen auch unter Domitian erbaut, wurde 1937 und 1957 bis 1961 ausgegraben. Ein Großteil des Gebäudekomplexes liegt unter modernen Gebäuden begraben, kann aber durch den severischen Marmorplan (Forma Urbis) rekonstruiert und identifiziert werden.

Das Hauptgebäude des Ludus Magnus bestand aus einem rechteckigen, dreistöckigen Bau, in dessen Innenhof ein kleines Amphitheater - zu Trainigszwecken - eingebaut war. Die ellipsenförmige Arena hatte eine Länge von immerhin 62 und eine Breite von 45 Metern und war mit marmorverkleideten Sitzreihen ausgestattet. Die Zugänge der Arena lagen auf der Längsachse, auf der Querachse befanden sich Ehrentribünen. Um den Innenhof herum befand sich oberhalb des Amphitheaters ein zweigechossiger Travertinportikus, der zu einer Vielzahl kleiner Räume führte, in denen die Gladiatoren lebten. Der Haupteingang des Ludus befand sich im Norden, zur Via Labicana hin, zudem war der Komplex durch einen unterirdischen Gang direkt mit dem Kolosseum verbunden.

Südlich des Ludus Magnus wurde eine weitere, heute nicht mehr sichtbare Kaserne ähnlichen Typs gefunden, bei der es sich vermutlich um den Ludus Dacicus handelte. Ganz in der Nähe sind außerdem zwei weitere Kasernen zu vermuten, nämlich der Ludus Gallicus und der Ludus Matutinus, in dem die bestiarii und die venatores, also die Tierkämpfer, ausgebildet und untergebracht wurden.

Neben den Gladiatorenkasernen gehörten zum Großbetrieb des Kolosseum noch einige weitere "Dienstleistungsbetriebe", für deren Effektivität ein eigener kaiserlicher Procurator aus dem Ritterstand verantwortlich zeichnete. Darunter befanden sich die Castra Misenatum (die Kaserne für die Matrosen vom Hafen bei Misenum, die das Sonnensegel bedienten), das Spoliarium, wo tote Gladiatoren entkleidet wurden, das Sanarium (Krankenhaus) und das Armamentarium (Waffenlager). Besonders interesant: das Summum Choragium, wo Bühnenmaschienen aufbewahrt und vorbereitet wurden.

Ludus Magnus
Nicht zuletzt aus praktischen Erwgungen hatten sich in unmittelbarer Nhe des Kolosseums eine ganze Reihe von Gladiatorenkasernen angesiedelt. Unmittelbar daneben befand sich der Ludus Magnus, der sogar durch einen unterirdischen Gang unmittelbar mit den Katakomben des Kolosseums verbunden war.
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Adresse:
Via Labicana
00184 Roma
Haltestelle:
Metro B "Colosseo", Tram 3 "Colosseo", Busse 60, 75, 85, 87, 117, 186, 571, 810, 850
Öffnungszeiten:
Nur nach Vereinbarung (Tel./Fax 06 67103819)
Eintritt:
2,10 EUR

Kommentare zu diesem Artikel im Rom-Forum: 1

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Kommentar Nr. 1 von Simone-Clio (04.06.15)
Pressemeldungen zufolge wird der Ludus Magnus (grte von vier antiken Gladiatorenschulen in Rom) mittels einer Spende des Emirats von Kuwait restauriert.

Zitat:
Roms Brgermeister Ignazio Marino einigte sich mit dem Emirat Kuwait auf ein Abkommen fr das Restaurierungsprogramm, berichtete die rmische Tageszeitung "Il Messaggero" am Donnerstag. Der unterirdische Gang, der die Gladiatorenschule mit dem Kolosseum verband, soll wiedergeffnet werden.
Kuwait finanziert Restaurierung der Gladiatorenschule in Rom > Kleine Zeitung
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