Rom und seine Münzen

Angela

Augustus
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Rom-Reise
15.03.2020-22.03.2020
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nummis durensis

Pontifex Maximus
Stammrömer
;)

Is ja gut. Och mann, ich sehe gerade, morgen hättet ihr..............

Ach, Rom ist überall, und wir hier können uns doch prima "über Wasser" halten. Aber wenn die Krise mal überwunden ist, sollten wir wirklich mal über ein Forentreffen in der Urbs nachdenken, wie ich meine. Das müssten wir doch hinbekommen...

Grüsse
Rainer

PS. @dentaria : Spüre ich da ein aufkeimendes Interesse an römischen Münzen? :cool:
 

Angela

Augustus
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Rom-Reise
15.03.2020-22.03.2020
Wir sind ja schon gar nicht mehr so traurig, mehr betroffen und mitfühlend.
Aber wirklich: Kennst Du Ratisbona?
 

Angela

Augustus
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15.03.2020-22.03.2020
Na dann!
Sag Bescheid, bei uns gibt´s leckeren Cappuccino! ;)
 

gordian

Praetor
Stammrömer
Forumstreffen in Rom--das wär mal was. Und von Münzsammler zu Münzsammler - wenn Du von Regensburg noch ein Stück weiter in den Süden willst .... so knapp an 100 km vor Österreich.... Und dann haben wir Sant´Eustachio....
 

nummis durensis

Pontifex Maximus
Stammrömer
Über einen Neuzugang habe ich mich sehr gefreut. Er betrifft den Jupitertempel auf dem Kapitol.

Meine Ergänzung:

Eine jüngere Darstellung beschreibt den Tempel, nachdem er auf Initiative des Sulla nach dem Brand 83 v.Chr. wiederaufgebaut wurde. Seine Darstellung auf den Münzen ist komplexer. Die Girlanden weisen doch auf eine möglichst wirklichkeitsgetreue Darstellung hin, wobei auch in den anderen Darstellungsmerkmalen versucht wurde, eine möglichst realgetreue Wiedergabe zu erreichen. Im Giebel sitzt Jupiter selbst, flankiert durch verzierendes Beiwerk. Darüber thront in der Mitte eine Quadriga, von der ich annehme, dass sie Jupiter selbst zeigt. Flankiert wird sie, wie ich sicher denke, von zwei Victrorien, was auch Sinn macht. Auch wenn manche Ausgaben andere Interpretionen zulassen, ist bei den meisten jedoch eine Gestalt mit Flügeln zu erkennen. Die Darstellungen auf den Ecken ist vielleicht besonders schwer; wahrscheinlich sind es Bigen. Hier könnte vielleicht die Tatsache greifen, dass der Tempel der kapitolinischen Trias geweiht war, also neben Jupiter auch Minerva und Juno involviert sind. Und eben diese beiden Damen begründen meinen Verdacht, dass sie auf dem Dach auch ihren Platz gefunden haben. Nicht wie Jupiter selbst, dem die Quadriga als Höchster aller Götter vorbehaten blieb, sondern als Sinnbild begleitender, aber doch wichtiger Aspekt der Begleitung, um die Einheit der kapitonischen Trias unter der Schirmherrschaft Jupiters zu komplemettieren.

P1190918.jpg

Petillius Capitolinus
Denar
Rom
c. 43 v. Chr.
Av.: Adler mit geöffneten Schwingen auf Blitz - PETILLIVS CAPITOLINVS
Rev.: Sechssäuliger Tempel des Jupiter Capitolinus mit reichem Figurenschmuck - im Feld S F
3,87 Gr.
Syd. 1151
Cr. 487/2


Bleibt gesund!
Grüsse
Rainer
 

nummis durensis

Pontifex Maximus
Stammrömer
Manche Angebote in der Bucht sind einfach nur zum Schmunzeln, was oft an der automatisierten Übersetzung liegt.

Der hier ist aber wirklich zum Schiessen komisch, obwohl sie wohl auch diesem Übersetzungsteufel zum Opfer gefallen ist...


Gallienus, der Sohn Baldrian's I.

Der Baldrian heisst botanisch Valeriana.

:D
 

nummis durensis

Pontifex Maximus
Stammrömer
Mal wieder etwas von meinem Lieblingskaiser (Septimius Severus) ;)

Das vielleicht spannendste Jahr der römischen Kaiserzeit war für mich zweifellos 195 n.Chr. Nachdem ich mit Dr. Curtis Clay, einem der führenden Experten für Numismatik, insbes. der Severer-Zeit, aber auch anderen verehrten Forumsmitglieder des Numismatikforums dieses Thema vertiefen konnte, zeichnet sich mittlerweile eine recht genaue Chronologie der Ereignisse ab, die leider bisher nicht veröffentlicht sind. So muss beispielsweise die Schlacht um Lugdunum (Lyon) gegen Clodius Albinus ein Jahr auf Februar 196 n.Chr. vorverlegt werden, was auch für meine "Heimatgeschichte" nicht ganz unwichtig ist, denn die Belagerung Triers kann ich somit auf den Herbst 195 n.Chr. eingrenzen. Ich arbeite zur Zeit an einer umfassenden Studie zu dieser Zeit, die aber noch etwas Zeit braucht, da ich zur Zeit diverse Bibliotheken bzw. Museen nicht nutzen kann.

Aber mal zurück zu der vorliegenden Münze. Im Herbst 195 n.Chr. befand sich Septimius mit seinem Heer auf einem langen Marsch, den ihn von Nisibis bis nach Gallien führen sollte. Nach dem Sieg über Byzanz (heute Istanbul) übernahm die Stadt Perinthos, die in der Nähe lag, de facto die Vormachtsstellung der Region. Die Einwohner waren Septimius wohlgesonnen, und bereits bei seinem ersten Besuch ein Jahr zuvor gelobte der Kaiser der Stadt einen Tempel. Wahrscheinlich war es im Oktober 195 n.Chr., wo er die Stadt erneut besuchte und ihr die Neokorie, also die Stadtrechte mit allem Drum und Dran verlieh.

„Septimius Severus verlieh Perinthos 195 n.Chr. die Neokorie und richtete in ihr Festspiele ein, die zum festen Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt wurden. Da sich der Titel auf den Besitz mit der Erlaubnis des römischen Staates errichteten Kaisertempels bezieht, ist es vor allem dieser Tempel, der als Münzbild erscheint und als bildlicher Ausdruck der Neokorie bezeichnet werden darf. Die Gründung des Tempels soll nach Hasebroek und Domaszewski bereits beim ersten Aufenthalt Severus 194 n.Chr. erfolgt sein, und die Weihung bei seinem zweiten Aufenthalt 195 n.Chr.“

(Die Münzprägung von Perithus / Edith Schönert - Berlin 1965)
(Daten durch mich aufgrund der neuen Erkenntnisse geändert)

Wem der Tempel letztendlich genau gewidmet war, wissen wir nicht, da sich die antiken Quellen darüber ausschweigen. Auf zahlreichen Provinzbronzen werden Tempel abgebildet, aber selten kann einem Bauwerk auch die genaue Entstehungsgeschichte nachgewiesen werden, wie wir sie hier beim Tempel von Perinthos finden. Da eine Götterfigur fehlt, kann man freilich nicht sagen, wem der Tempel gewidmet wurde. Ich würde zu einem "Stadttempel" tendieren - keinem speziellen Gott geweiht.

Provinzbronzen: Nicht nur die stadtrömische Münze hat geprägt, sondern auch die zahlreichen Provinzen des römischen Reiches. Bis auf wenige Ausnahmen waren dies lokale Bronzemünzen, die auch nur für die Region gültig waren. Ein interessantes, ganz eigenes Kapitel der römischen numismatischen Geschichte, und wie man im vorliegenden Beispiel sieht, muss man sich dann zwangsweise mit dem Griechischen beschäftigen...


e55CKtX3D8dL2Fjpk6JR4HSo97fYqP.jpg


Septimius Severus
THRACE / Perinthos
AE
195/196 n.Chr.
Obv: AYKΛCEΠ CEYHPOCΠ
Laureate head right.
Rev: ΠEPINΘIΩN NEΩKOPΩN
Octastyle temple
13,28 Gr.
Schönert 491
Ex Auction GM 241, 1792

Grüsse
Rainer
 
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gordian

Praetor
Stammrömer
Ja, solche Träume hat jeder Antikensammler. :( . Das höchste der Gefühle ist es dann meist, so ein Stück mal live zu sehen.
 
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