Römische Zeitenwende

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Römische Zeitenwende

- Romreise im Februar 2013 -​



Römische Geschichte heißt das Hauptwerk Theodor Mommsens; ihm verdanken wir auch den Satz: „Es ist ein wunderbares Gefühl, dabei zu sein, wenn die Weltgeschichte um die Ecke biegt.“





Mit just diesem Gefühl beglückte die Weltgeschichte nun auch unser römisches Duo, gleichsam als Delegation der Tre a Roma (Claude war immer wieder virtuell via SMS dabei) in Rom weilend während jener Woche, in welcher Papst Benedikt seinen Rücktritt zum 28. Februar ankündigte. Rasch machte das Wort von der „Zeitenwende“ die Runde – wenngleich mit unterschiedlichem Zungenschlag.

Hallt in Mommsens berühmtem Diktum der preußische Kanonendonner von Königgrätz (1866) nach, so nähert sich Peter Seewald (am 18.2. auf kathnet) dem Geschehen vom 11. Februar 2013 weit behutsamer - jedoch ohne gänzlich auf Donnergrollen zu verzichten: Er war doch so leise gekommen, dieser einfache Arbeiter im Weinberg des Herrn ... Warum geht er mit einem Donnerschlag?

Für seine „Römische Geschichte“ erhielt Mommsen 1902 den Literatur-Nobelpreis, und zwar als erster Deutscher. Gleichfalls als ein „erster Deutscher“ tritt uns Benedikt XVI. gegenüber. Gewissermaßen jedenfalls – ist doch die Herkunft seiner deutschen Vorgänger auf dem Stuhl Petri nur sehr bedingt „deutsch“ zu nennen. Ganz zu schweigen von der Dauer seiner Regierungszeit, 7 Jahre und 315 Tage: Das gesamte „deutsche“ Papsttum vergangener Jahrhunderte bringt es auf gerade mal reichlich 13 Jahre. Und wie nachhaltig die Botschaft Papst Benedikts weiterwirken wird, auch dazu hat Peter Seewald die richtigen Worte gefunden; mit ihnen soll diese Einleitung an ihren Schluss gelangen:

"Eine Ära geht zu Ende, vielleicht sogar ein Äon, einer jener Zeitenabschnitte, der im Jahrtausendschritt die großen Wenden in der Geschichte kennzeichnet. Und mit dem Blitz, der am Abend der Demission Benedikts donnernd in die Kuppel der Peterskirche einschlug, setzte die himmlische Regie noch eins drauf: 'Ihr habt die Propheten wieder weggeschickt', schien das Menetekel zu sagen, 'aber dieser Mann, den viele nicht hören wollten, kann im Schweigen noch lauter werden!'
'Sind Sie nun das Ende des Alten', so hatte ich den Papst bei unserer letzten Begegnung gefragt, 'oder der Beginn des Neuen'? Die Antwort war: 'Beides' “.

***********************


Hingegen völlig unzweifelhaft „Beginn des Neuen“ ;) ist unser

Inhaltsverzeichnis:

Gegeben zu Köln am Fest Kathedra Petri :idea:, 22. Februar 2013

G
 
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Aventin und Vittoriano




Aventin und Vittoriano
2 römische Höhe-Punkte ;)


Nicht etwa auf dem Altar des Vaterlandes opferte der Gaukler unseres römischen Duos seinen ersten Rom-Tag, den Samstag - sondern auf dem des ÖPNV, und zwar mit größtem Vergnügen. :thumbup: 8)


Gleichermaßen vergnüglich begann der Sonntag, mit einem Besuch bei unserem alten Freund Giacomo auf dem Aventin: Endlich wieder einmal hatte er Wasser in Fülle! :thumbup::thumbup:







Nahebei wurden einige Malteser gesichtet, vor ihrem Schlüsselloch-Portal: Rom: Malteser-Orden feiert 900. Jahr seiner päpstlichen Anerkennung




Jedoch war diese Versammlung selbstverständlich nur für die oberen Zehntausend :proud: gedacht ... zudem hatte der Aufenthalt in dumpfer Kammer wenig Verlockendes angesichts des strahlenden Sonntags-Sonnenscheins (übrigens an sämtlichen Tagen, mit leichten Schwächen lediglich am Montag und Dienstag).




Ausblick auf den Gianicolo und die Stadt in der Morgensonne vom Orangengarten aus:





Das Vittoriano

Wie viele Jahre hindurch es nun beinahe schon zum guten Ton :roll: gehört haben mag, das italienische Nationaldenkmal an der Piazza Venezia mit allerlei phantasievollen Schmähungen zu belegen ... das römische Duo hingegen bekennt sich dazu: Uns gefällt es. :thumbup: :nod: :thumbup:






Auf der Piazza Venezia vor dem Vittoriano, wie meistens, zwei bedauernswerte Droschkengäule (die zu allem Unglück vielleicht auch noch in die Lasagne fallen könnten, irgendwann ... :uhoh:): Das hält doch kein Pferd aus! :cry: :frown: :cry:





Altar des Vaterlandes mit Grabmal des unbekannten Soldaten:






Durch dieses Portal ...


... ging's sodann in das Vittoriano hinein.

Darin befindet sich u.a. ...
... das Museo del Risorgimento, mit dem Eingang in der via di San Pietro in Carcere, das eine Dauerausstellung zu den Italienische Unabhängigkeitskriegen beherbergt. Die Truppenfahnen aufgelöster italienischer Militärverbände sowie die Schiffsflaggen außer Dienst gestellter Kriegsschiffe werden hier ausgestellt (Sacrario delle Bandiere). Darüber hinaus ist auch eine kleine marinehistorische Sammlung zu sehen.
Quelle: Wikipedia

Interessant auch die derzeitige Sonderausstellung zur Geschichte der italienischen Emigration. :thumbup:

Sacello del Milite Ignoto:

Degno figlio di una stirpe prode e di una millenaria civiltà, resistette inflessibile nelle trincee più contese, prodigò il suo coraggio nelle più cruente battaglie e cadde combattendo senz'altro premio sperare che la vittoria e la grandezza della Patria
Würdiger Sohn eines tapferen Stammes und einer tausendjährigen Kultur, hielt er unbeugsam aus in den am meisten umkämpften Schützengräben, opferte seinen Mut auf in den blutigsten Schlachten und fiel im Kampf ohne anderen Gewinn zu erhoffen als den Sieg und die Größe des Vaterlandes.

Von den Leichen insgesamt 11 unbekannter Soldaten, geborgen 1921 bei Aquileja, ruhen 10 auf dem dortigen Militärfriedhof. Unter den in der Basilika Aufgebahrten am 26. Oktober 1921 die Auswahl für die Überführung nach Rom zu treffen übertrug man Maria Bergamas, Mutter eines Gefallenen aus der Schlacht am Monte Cimone, dessen Leichnam ebenfalls nicht gefunden wurde.

Die ganze Geschichte samt sehenswerter alter Photos findet sich hier: Il milite ignoto e il dopoguerra storico.



Weg zur Terrazza delle quadrighe mit Blick auf das Forum Romanum:




Der Panorama-Aufzug:




Grandioser Ausblick von der terrazza delle quadrighe:




















Vor dem Abstieg kurzer Besuch an einem weiteren - diesmal himmlischen - Altar: Santa Maria in Aracoeli.



... und schließlich wieder hinab zur Piazza Venezia.

 
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Die Brunnen des Pietro Lombardi (I),
Palazzo della Sapienza und Vatikan
3 römische Schwer-Punkte ;)


Am Montag, dem 11. Februar 2013, setzten Gaukler und ich einen lange gehegten Plan in die Tat um und begannen eine Tour zu den Brunnen Pietro Lombardis aus der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts.

Einen Lebenslauf und ein Verzeichnis der Werke (elenco opere) des römischen Architekten Lombardi (1894 bis 1984) in italienischer Sprache findet man hier: monitor/D -Pietro Lombardi. Neben den Brunnen stammen in Rom u.a. viele Grabkapellen auf dem Campo Verano von ihm. Auch Filmkulissen hat er gebaut, u.a. für Ben Hur.

Als ich im Januar folgenden Artikel Piazza Testaccio torna en plen air: via la tettoia del vecchio mercato - Corriere Roma in der Online-Ausgabe des Corriere della sera las, stand fest, dass die Zeit drängte.

Der Artikel berichtet, dass der erste Brunnen Lombardis, der Amphoren-Brunnen an der Piazza dell'Emporio, unterhalb des Aventin, an seinen ursprünglichen Platz an der Piazza Testaccio im gleichnamigen Viertel zurückversetzt werden soll.
Oft war dieser Brunnen, der leider wirklich nur eine bessere Verkehrsinsel ist, mir aufgefallen, aber nie war ich aus dem Bus von oder nach Piramide ausgestiegen, um ihn näher zu betrachten.
Dass römische Brunnen gerne wandern, ist mir klargeworden, als ich mich mit den Brunnen Giacomo della Portas beschäftigte. Den Amphoren-Brunnen wollte ich nun noch vor seinem Umzug photographieren.

Fontana delle anfore


Der Brunnen ist, wie gesagt, für den Rione Testaccio geplant worden. 1921 wurde das aufstrebende Viertel aus dem Rione Ripa ausgegliedert und erhielt als Kennzeichen die Amphore. Dort befindet sich der Monte Testaccio, der in Jahrhunderten aus den Scherben zerbrochener antiker Amphoren aus dem römischen Hafen am Tiber entstandene Hügel.​

1925 ging Pietro Lombardi als Sieger aus einem Wettbewerb für einen an der Piazza Mastro Giorgio (heute: Piazza Testaccio) zu errichtenden Brunnen hervor. Dieser wurde 1927 (verschiedentlich wird auch das Jahr 1926 genannt) aufgestellt, aber bereits 1935 an die Piazza dell'Emporio versetzt, als ein gedeckter Markt errichtet wurde.​




Der Brunnen ist in einem traurigen Zustand. Im Gegensatz zu früher kommt auch kein Wasser mehr aus dem Berg von Amphoren in seiner Mitte.​

Hier das Projekt zur Neugestaltung der Piazza Testaccio: www.akaproject.it , PIAZZA TESTACCIO ROMA (Slideshow mit einer Ansicht des Platzes zu verschiedenen Jahreszeiten.) Wir würden uns sehr freuen, einen schön restaurierten und munter sprudelnden Brunnen möglichst bald dort wiederzusehen. :nod:​


Nach der Zukunftsmusik hier noch der Link zu einem Video, dessen Beginn den Amphorenbrunnen an seinem alten Standort und in der vollen Pracht seiner jungen Jahre zeigt: Fontane di Roma - YouTube

1927 gewann Pietro Lombardi einen erneuten Wettbewerb zur Errichtung von 10 fontanelle rionali (Stadtteilbrunnen), von denen 8 noch existieren. Alle sind aus Travertin.
Ein weiterer am Campo Verano wurde 1943 während der Bombardierung des Viertels zerstört. Siehe diese alte Aufnahme. Ein weiterer, an der Piazza Scossacavalli, fiel dem Bau der Via della Conciliazione zum Opfer. Er stand dort genau neben einem Brunnen Carlo Madernos, der vor die Kirche Sant'Andrea della Valle versetzt wurde. Hier auch eine alte Aufnahme dieser fontanella.​

Wir haben unseren Brunnen-Spaziergang am Morgen mit der​

Fontana della pigna


an der Piazza San Marco gleich neben der Piazza Venezia begonnen.​


Symbol des Rione Pigna ist der Pinienzapfen.​

Der Name des Viertels stammt von einem riesigen antiken Pinienzapfen (italienisch Pigna), der der Legende nach einst die Kuppelöffnung des Pantheons verschlossen haben soll. Tatsächlich wurde die Skulptur jedoch als Brunnen in den angrenzenden Thermen des Agrippa genutzt. Sie steht heute im Cortile della Pigna in den Vatikanischen Museen.

Ein Pinienzapfen bildet denn auch den oberen Teil dieser fontanella. Getragen wird er von Blütenblättern, welche immer als Tulpenblätter beschrieben werden. Wasser sprudelt oben aus dem Pinienzapfen sowie aus zwei Hähnen unterhalb der pigna.

Wir setzten unseren Weg fort zur​

Fontana dei libri


in der Via degli Staderari an der Mauer des ehemaligen Universitätsgebäudes der Sapienza, welches heute das Staatsarchiv (Archivio di stato) beherbergt.​

Der Brunnen befindet sich im Rione Sant'Eustachio. Dieser trägt eigentlich die Zahl VIII, während auf dem Brunnen irrtümlicherweise die Zahl IV zu lesen ist. In der Mitte erkennt man den Hirsch des Heiligen Eustachius, dessen Kirche sich in unmittelbarer Nähe befindet.​


Die vier dicken Bücher - zwei davon mit Lesebändchen ausgestattet 8) :thumbup: - sind natürlich eine Anspielung auf die alte Universität im Palazzo della Sapienza. Die Kugeln erinnern an Papst Leo X. Medici, der der Universität bedeutende Impulse gab.​

Am Nachmittag besuchten wir zwei weitere Stadtteilbrunnen, zuerst die​

Fontana delle tiare


am Largo del Colonnato, nahe dem Passetto di Borgo hinter den Kolonnaden des Petersplatzes. Motive dieses Brunnens sind drei Papstkronen, gekrönt von einer vierten, und die paarweise angeordneten Schlüssel des Himmelreichs, die Jesus Petrus verliehen hat.​


Das Wasser fliesst aus dem oberen Teil der Schlüssel in drei muschelförmige Becken.​


Zwischen den drei Schlüsselpaaren befinden sich u.a. das Wappen der Stadt Rom und des Rione Borgo, ein Berg, über dem ein Stern steht und ein liegender Löwe.​

Der letzte Brunnen, den wir gemeinsam aufsuchten, war die​

Fontana delle palle di cannone



Sie liegt ebenfalls im Rione Borgo, in der Via di Porta Castello. Unter einem Travertinbogen sind Kanonenkugeln aufgestapelt und aus einer Maske fliesst das Wasser in ein halbkreisförmiges Becken zu ebener Erde. Der Brunnen war als Pferdetränke gedacht. Er ist eine Anspielung auf den militärischen Charakter des Viertels an der Festung der Engelsburg.

Am Morgen, als wir die Fontana dei Libri besuchten, machten wir auch einen Abstecher zum Palazzo della Sapienza und Borrominis Universitätskirche Sant'Ivo alla Sapienza. Dort gedachte ich einige Details für einen Beitrag im Borromini-Thread zu photographieren. Zum Schutzpatron von S. Ivo alla Sapienza siehe diesen Beitrag von Claude S.4 hier im Thread.

Palazzo della Sapienza und Sant'Ivo alla Sapienza




Um einen besseren Blick auf den Innenhof und die Kuppel der Kirche zu haben, stiegen wir in die erste Etage hinauf. Zwei Handwerker, eine Magazinarbeiterin des Staatsarchivs sowie im Gang rechts eine Frau, die, wie wir später erfuhren, Kunsthistorikerin und Angestellte des Staatsarchivs im Palazzo della Sapienza ist, waren die einzigen Menschen ausser uns.​


Interessiert blickte ich in diesen Raum, dessen Tür zum Gang offenstand - wusste ich doch, dass Borromini höchstpersönlich diese Regale für die Biblioteca Alessandrina entworfen hat! Die Tür stand nur offen, weil offensichtlich Vorbereitungen für eine Konferenz dort stattfanden.​


Durch ein Fenster sahen wir in einem anderen Raum ein schönes Deckenfresko.​

Schliesslich sprach uns die Frau an, da sie merkte, dass wir voller Bewunderung für das Gesehene waren. Dank Gauklers Sprachkenntnissen entspann sich ein nettes Gespräch, sozusagen unter Archiv-Kolleginnen. ;) Wir hatten das grosse Glück spontan zu einer kleinen Besichtigung von drei wunderschönen Räumen eingeladen zu werden, der Biblioteca Alessandrina, der Aula und der Aula magna der alten Universität. Antonella Pampalone heisst unsere "Führerin" und hat 2010 ein Buch über den Palazzo della Sapienza mit vielen Photos veröffentlicht, wie sie berichtete. Leider ist es mir bislang nicht gelungen dieses Buch zu erwerben. Ein Versuch bei Feltrinelli schlug fehl und der Verlag reagiert nicht. (Edit: Inzwischen ist es mir gelungen das sehr gute und vollständige Werk zu erwerben.)​


Nach soviel Kunst und Kultur wurde es Zeit auf den Gianicolo zurückzukehren und "meiner" ;) Pizzeria "Da Simone" einen Besuch abzustatten. Nachdem wir dort einen hervorragenden Mittagsimbiss zu uns genommen hatten, kehrten wir in unser Quartier im Grünen zurück.​

Während unserer Abwesenheit waren die beiden abgestorbenen Palmen vor der Haustür entfernt worden. Traurig ragten nur noch die etwa einen Meter hohen Reste der Stämme in die Höhe. Der exotische Käfer hat ganze Arbeit geleistet. :cry: :cry: Siehe: Rom: Die Ewige Stadt fürchtet um ihre Palmen

Vatikan

Während unserer Rast im Hotel erfuhren wir vom am Morgen angekündigten Rücktritt des Papstes am 28. Februar.​

Unter dem Eindruck dieser Nachricht machten wir uns auf den Weg zum Petersplatz, da wir zufällig vorhatten, an diesem Tag die vatikanischen Grotten zu besuchen.​

Am Andreas-Pfeiler stiegen wir in die Tiefe. Als extrem störend empfanden wir die wirklich alle zwei Minuten in mehreren Sprachen erklingenden Durchsagen, man befinde sich hier an einem heiligen Ort und werde um Ruhe gebeten. Es befanden sich keine 10 Personen in den Grotten und einzig störend waren diese Durchsagen. :?​

Zum ersten Mal seit Frühjahr 1979 war ich wieder hier unten und stand nach all dieser Zeit erneut am Grab des von mir besonders geschätzten Johannes Paul I.

Am Ausgang der Grotten steht diese alte Petrus-Statue mit bewegter Geschichte.​


Der Körper ist antik, die linke Hand erneuert und der rechte Arm umgearbeitet, der Kopf hinzugefügt. So wurde die Statue eines Philosophen aus dem 2. Jh. in eine Petrus-Statue umgewandelt. Dieser Website zufolge ist sie ein Werk von Nicolò Longhi oder Niccolò de Longhi (1514-1577). Es handelt sich dabei um einen lombardischen Bildhauer aus Viggiù, der antike Statuen wieder instandsetzte und auch die Trajans-Säule restauriert hat.
Die Statue stand bereits im Quadroportikus des alten Petersdomes. Nach dem Abriss der Fassade 1607 kam sie 1617 in die Grotten. Bis 1949 stand sie in der Kapelle der Madonna Bocciata, danach bis 1979 im Mittelschiff. 1979 erhielt sie ihren heutigen Standort. Für die lateinische Inschrift​

IOANNE PAULO II PONTIFICE MAXIMO
HAEC PERANTIQUA PRINCIPIS
APOSTOLORUM STATUA
QUAM PIUS PP. XII A. MCMXXXXIX RESTAURAVERAT
HAC IN SEDE AD NOVAM
DIGNIOREMQUE FORMAM REDACTA
COLLOCATA EST
A. MCMLXXIX​

habe ich folgende englische Übersetzung gefunden:​
During the pontificate of John Paul II, this very ancient statue of the Prince of the Apostles, which Pope Pius XII had restored in the year 1949, was brought back to a new and more fitting beauty and was set up in this place in the year 1979.

Quelle

In einem alten Führer für die vatikanischen Grotten von 1910, habe ich ein Photo gesehen, demzufolge die Statue früher von Architekturelementen umgeben war, die bei einer Restaurierung entfernt wurden. Es waren dies Reste einer Kathedra, die im 14. Jh. eine Figur Benedikts XII. trug und mit bunten Cosmatenarbeiten verziert war. Zwei Löwen lagen zu Füssen der Statue; sie stammten vom Grab Urbans VI. Ein weihrauchtragender Engel und ein Prophet mit Buchrolle aus der frühen Renaissance standen links und rechts neben Petrus. Im Internet habe ich nur dieses winzige alte Photo gefunden.

Aus den Grotten traten wir wieder hinaus auf den Petersplatz, auf dem nichts darauf hindeutete, welch historisches Ereignis sich an diesem Tag im Vatikan abgespielt hatte.



S.
 
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Grab der Scipionen,
Caracalla-Thermen
und
S. Paolo dentro le mura

Nach dem heftigen Wintergewitter am Montagabend erwarteten uns am Dienstagmorgen blauer Himmel und Sonnenschein über Rom. Erwartungsvoll machten wir uns auf den Weg zum in der Porta San Sebastiano untergebrachten Museo delle Mura. Allerdings galt unser Interesse an diesem Tag nicht dem Museum, sondern dem Grab der Scipionen an der Via di Porta San Sebastiano 9.​



Auf die Wiederaufnahme der Besichtigungsmöglichkeit des Grabes der grossen Familie der Scipionen nach 20 Jahren habe ich 2011 in diesem Thread hingewiesen. Die Termine waren aber äusserst rar.

Wikipedia schrieb:
Ihr berühmtes Familiengrab lag an der Via Appia vor der Porta Capena, wo ihre Leichen unverbrannt in Sarkophagen in unterirdischen Kammern beigesetzt wurden. Dieses Grab wurde 1614 gefunden und 1780 ganz aufgedeckt (Veröffentlichung von Giovanni Battista Piranesi).
Im Dezember 2012 stiess ich zufällig auf der Seite des Touring Club Italiano auf eine sehr interessante Information: Seit dem 1.12.2012 sind drei ansonsten dem Publikum nur selten zugängliche Sehenswürdigkeiten im Rahmen der Initiative «Aperti per voi» (Für Sie geöffnet) regelmässig zu besichtigen. Es handelt sich um das Museo delle Mura, die Villa di Massenzio und das Grab der Scipionen.

Siehe: Aperti per voi - Iniziative - Touring Club Italiano

Letzteres einmal zu sehen, stellte ich mir faszinierend vor und unser Duo beschloss von diesem Angebot Gebrauch zu machen. Aperti per voi gibt es auch in anderen Städten und Stöbern auf der Seite des Touring Club Italiano lohnt sich.

Siehe: Aperti per voi - Iniziative - Touring Club Italiano und I luoghi Aperti per voi - Club - La Community del Touring - Touring Club Italiano

Ein Anruf bei der angegebenen Telefonnummer bestätigte, dass für zwei Personen keine Reservierung notwendig ist, wir sollten uns einfach am gewünschten Tag im Museo delle Mura melden.

Nachdem wir je 4 Euro Eintritt bezahlt hatten, wurden wir von gleich drei sehr freundlichen Herren in Empfang genommen, die sich mit uns von der Via di San Sebastiano 18 entlang der kopfsteingepflasterten, mauergesäumten Strasse mit schöner Vegetation rechts und links auf den Weg zu unserem Ziel, dem Scipionengrab machten.

Direkt hinter der Porta San Sebastiano befindet sich der sogenannte Drususbogen.


Wikipedia schrieb:
Die Porta San Sebastiano (die antike Porta Appia) ist ein Stadttor der Aurelianischen Mauer in Rom. Direkt hinter dem Tor steht der Drususbogen, der zum Aquädukt Aqua Marcia gehörte. Durch das Stadttor führt die Via Appia, die an der Porta Capena begann. Unmittelbar am Tor beginnt der außerhalb der Stadtmauern verlaufende Teil der Via Appia Antica.

Grab der Scipionen


Durch das Tor auf dem dritten Bild betraten wir das Areal des Scipionengrabes und man erzählte uns, dass dieses mit Absicht an einer Richtung Hellas orientierten Straße angelegt worden sei, weil dies seinerzeit als das große Vorbild gegolten habe, dem nachzueifern man bestrebt war.

Von einem Aufseher erhielten wir alle fünf schicke Helme ;) zu unserer Sicherheit und stiegen dann zunächst mit unseren Begleitern in dieses antike Columbarium hinab:



In Wandnischen und in den Nischen zweier mächtiger Säulen, von denen eine fast völlig eingestürzt ist, war die Asche von etwa 200 Römern und Römerinnen beigesetzt. Die teilweise an den Wänden noch sichtbare Bemalung mit Pflanzen zeigt u.a. Granatäpfel, Quitten und Efeu, alles Pflanzen, die eine Rolle im römischen Totenkult spielten.

Dann gingen wir wenige Schritte zum eigentlichen Grab der Scipionen. Sehr vollständige Informationen zum Grab bietet dieser Wikipedia-Artikel. Ich lasse Bilder sprechen.





Bei diesem Sarkophag handelt es sich um eine Kopie. Der Original-Sarkophag des L. Cornelius Scipio Barbatus befindet sich in den Vatikanischen Museen​




Rechts, ein Krematorium direkt neben der Grabanlage​


Nach Abschluss der spannenden Besichtigung erklärten sich unsere sympathischen Führer gerne bereit für ein paar Photos zu posieren.







Der alte Eingang​

Am Tor verabschiedeten wir uns von ihnen und während sie bergauf zum Museo delle Mura zurückkehrten, spazierten wir bergab Richtung Piazzale Numa Pompilio, an dem auch die oberhalb der Via di San Sebastiano verlaufende Via Latina mündet.


Wir kamen an der Casina del Cardinal Bessarione vorbei


und warfen einen Blick auf die leider an diesem Tag geschlossene Kirche Santi Nereo e Achilleo.​


Bald darauf erreichten wir unser zweites Tagesziel, die​

Caracalla-Thermen

Die Sonne wärmte inzwischen wunderbar und mein allererster Besuch der grandiosen Ruinen war von (fast) so viel Himmelsbläue gesegnet wie der Besuch der Tre a Roma im Sommer 2011, bei dem ich nicht mit von der Partie war. Siehe: Römischer Sommer - Seite 2







Von den antiken Delphinen ging es zu weiteren Artgenossen vor dem Pantheon.​



Die Mittagspause verbrachten wir im Centro storico und gönnten uns einen aperitivo an der Piazza della Rotonda. Wir fanden ein Plätzchen in der ersten Reihe einer Terrasse und genossen Sonne und Wärme in vollen Zügen! Was will man mehr an einem 12. Februar? 8)

Zum Essen suchten wir das Ristorante Maccheroni auf, das ich schon von einigen Rom-Reisen her kannte, Gaukler hingegen noch nicht. Es war wieder sehr angenehm dort und die Penne all’arrabiata genau richtig!

Unser nachmittägliches Programm war nur noch relativ kurz, dann zog es uns zurück auf den Gianicolo, wo wir den Abend bei einem gemütlichen Essen im Focolare ausklingen liessen.

San Paolo dentro le mura

Besichtigt haben wir erstmals die Chiesa di San Paolo dentro le mura (oder entro le mura) an der Via Nazionale 16a/Ecke Via Napoli.


Hausmadonna an der Via Nazionale​




Diese anglikanische Kirche innerhalb der Mauern Roms ist natürlich längst nicht so bekannt wie Sankt Paul vor den Mauern, bietet aber interessante Kunstwerke vom Ende des 19. Jahrhunderts. Ich fand die Atmosphäre dort sehr schön. Wir blieben eine ganze Weile - und das keineswegs nur, weil es draussen heftig zu regnen begonnen hatte.

Aufgrund der draussen wie drinnen herrschenden relativen Dunkelheit sind meine Photos wahrlich keine Meisterwerke. Ich hoffe sie irgendwann durch bei besserem Licht gemachte Aufnahmen zu ersetzen.

Wer sich für die interessanten Mosaiken von Edward Burne-Jones in der Apsis, die Fresken von George Breck und die Fenster interessiert, findet u.a. auf der Website der Kirche gute Informationen.




Anbetung des Jesuskindes durch die Heiligen Drei Könige und Anbetung der Hirten​


Zum Bildprogramm des Apsis-Mosaiks findet man gute Informationen in englischer Sprache auf dieser Seite. Ein ausführliches Video ohne Kommentare hier:




Zu dieser unteren Ebene der Mosaiken siehe hier:

According to the description of the mosaic program provided by St. Paul's, "Against the background of the Heavenly City, we find five groups of persons representing the various classes or functions which have historically made up Christendom. One the extreme left are the ascetics, the prophetic element in the Church's life; among these only St. Francis of Assisi receiving the stigmata is clearly recognizable. Next comes a group of matrons, representing the service of God in ordinary life. Among therm can be seen Martha with her keys and Mary Magdalene with the box of ointment."
The major group in the center represents the great ecclesiastical figures of the Church's past, five fathers from the Eastern Church and five of the Western, with St. Paul in the front dressed in a chasuble ...
To the right of this group we find the virgin and Saints, among them the martyrs St. Catherine, St. Barbara, St. Cecilia, St. Dorothea, and St. Agnes. Finally, on the right, come the Christian warriors representing the bulwark of peace and stable government."
Die Kirchenväter sind teilweise Porträts englischer und amerikanischer Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Links neben der zentralen Figur des Heiligen Paulus befindet sich die Gestalt des Heiligen Johannes Chrysostomos. Hier hat sich der Künstler, Edward Burne-Jones selbst verewigt! Rechts neben Paulus steht der Heilige Augustinus, ein Porträt des Erzbischofs von Canterbury, Archibald Campbell Tait.


In der Gruppe dieser Krieger findet man u.a. die Porträts
von Abraham Lincoln, Theodore Roosevelt und Giuseppe Garibaldi. :eek:

Laut dieser Website (Mauszeiger über die Bilder bewegen) handelt es sich von links nach rechts um Porträts von Winfield Scott Hancock, Giuseppe Garibaldi, Ulysses Simpson Grant, Abraham Lincoln, Henry White, Père Hyacinthe und Theodore Roosevelt. Vor diesen stehend Thomas Rooke, ein Künstler, der auch für San Paolo dentro le mura tätig war.



Dieses Fenster hat das Martyrium des Heiligen Paulus zum Thema​

S.
 
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Aschermittwoch 2013



An diesem Morgen besuchten wir beide zum ersten Mal die Villa Farnesina in Trastevere. Auf dem Weg dorthin bot sich obiger schöner Blick auf die Kuppel des Petersdomes. Während ich dieses Bild machte, dachte ich an Giacomo della Porta, der ihren Bau vollendete und dem sie viel zu verdanken hat. In weit höherem Maße aber waren meine Gedanken bereits bei Papst Benedikt XVI., an dessen letzter Messe als amtierender Papst wir am Nachmittag im Petersdom teilnehmen wollten.

Doch zunächst ging es Richtung Ponte Sisto und Piazza Trilussa, wo wir einen kleinen Halt an der




einlegten. Dieser Brunnen von 1613 geht auf Papst Paul V. Borghese (1605 bis 1620) zurück und bildete einst den Abschluss der Via Giulia. Dort wurde er 1879 abgebaut und erst 1898 am anderen Tiberufer wieder aufgebaut. Er gehört zu jenen vier Brunnen, die in nächster Zeit renoviert werden (s. Renovierung von vier Brunnen).


Wir folgten dem Lungotevere della Farnesina und erreichten bald die



Dieser zwischen 1508 und 1511 für Agostino Chigi errichtete und 1534 von Kardinal Alessandro Farnese erworbene Renaissance-Bau ist sehr sehenswert - wie man hier im Forum weiss; und er hat seinen Eindruck auf uns nicht verfehlt.

Der frühere Eingang auf der Nordseite mit der Loggia lag bei unserer Ankunft noch im Schatten


während die Südseite mit dem heutigen Eingang in strahlendem Sonnenlicht lag. Vom herrlichen Wetter profitierten auch zwei Gärtner, die Rosenstöcke in Terrakotta-Töpfen von ihrem Lieferwagen abluden.




Die kostbaren Zitrusbäumchen waren gut gegen die Winterkälte geschützt. Nur hie und da lugte eine leuchtende Frucht hervor:



Im Kassenraum rechts von der Eingangshalle kauften wir unsere Eintrittskarten sowie einen sehr lesenswerten zweisprachigen (französisch-deutsch) Führer "Die Villa Farnesina in Rom", der uns zur Vorbereitung eines erneuten Besuchs gute Dienste erweisen wird.

Impressionen aus den freskengeschmückten Räumen der Villa Farnesina:

Die Loggia der Galatea

Sie wurde von verschiedenen Künstlern ausgemalt. Zunächst 1511 von Peruzzi, der an der Decke das Horoskop Agostino Chigis illustrierte. Im Winter 1511-12 von Sebastiano del Piombo mit den mythologischen Szenen in den Lünetten und dem Polyphem. Raffael malte das Fresko der Galatea.








Die Loggia mit Amor und Psyche

Die Loggia heisst so nach dem Fresko, das Raffael und seine Schüler 1518 malten.





Girlanden mit Blumen und Früchten gliedern die Szenen des Märchens, die sich in den Bogenzwickeln der Decke entwickeln und in der Mitte durch die beiden grossen Fresken "Hochzeit mit Amor" und "Göttermahl" abgeschlossen werden. Die prachtvollen Girlanden malte Giovanni da Udine.


Hier ein sehr interessanter Artikel in englischer Sprache über einzelne abgebildete Sorten - u.a. bestimmte Maissorten, nur ganz wenige Jahre nach der Entdeckung Amerikas gemalt! :idea:


Im Erdgeschoss liegt noch der Raum mit dem Fries von Peruzzi. In diesem Raum sind nur diese Photos von zwei Fensterläden entstanden:​




Nun gelangten wir in die​

Vorhalle

Dieser Raum entstand erst im 19. Jahrhundert (1861 bis 1863), als der Haupteingang der Farnesina von der Nordseite an die Südseite verlegt und der ehemalige Speisesaal geteilt wurde. Das Gewölbefresko ist ein Jugendwerk des Deutschrömers Ludwig Seitz (1844 bis 1908 ). Ihm wird leider im Führer keine Beachtung geschenkt. Abgebildet sind verschiedene mythologische Szenen, u.a. Darstellungen der neun Musen!​







Auch diese Girlanden gefielen mir sehr gut!​



Von der Vorhalle gelangten wir über dieses Treppenhaus in die erste Etage:​





Der grosse und prächtige​

Saal der Perspektiven

ist nach den Dekorationen Baldassare Peruzzis benannt. Dieser bemalte 1519 die Wände zwischen Scheinsäulen mit Stadtansichten und Landschaftsbildern. Er und seine Schüler verzierten den Raum aber auch mit zahlreichen Götterdarstellungen. Den riesigen Kamin ziert eine Abbildung der Schmiede des Vulcanus.​







Der Saal der Hochzeit Alexanders des Grossen mit Roxane

Die Ausmalung des ehemaligen Schlafzimmers von Agostino Chigi stammt von Giovanni Antonio Bazzi, genannt Sodoma.​


Als wir unseren Rundgang beendet hatten und wieder ins Freie traten, hatten die Gärtner das Abladen der Rosen ebenfalls weitgehend beendet. Gerne hätten wir uns weitere Bereiche des Gartens angesehen, aber eine Kette verhinderte den Zutritt, zumindest an diesem Tag. Zu den Gärten der Farnesina habe ich diese Webseite gefunden.​





Der Villa Farnesina gegenüber liegt der Palazzo Corsini, dessen eingehendere Besichtigung wir auf einen anderen Zeitpunkt verschoben.​


Hinter dem Palazzo Corsini befindet sich diese weitläufige Grünfläche mit herrlichen und gesund aussehenden Palmen. Man blickt von dort auf den Botanischen Garten, auf dessen Besuch während einer kommenden Rom-Reise wir uns schon seit einer Weile freuen.​


S.
 
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Aschermittwoch 2013




Frühlingshell von sieben Hügeln reitet der Tag in's Land.
Sein blaues Banner schwingt er, den Himmel: über die Bögen des Ponte Sisto; über den Petersdom auch, und den Tiber; über der Bäume noch kahle Zweige, dennoch schon bergend in jeder Knospe Aufbruch und Wandel, Sommerglüh'n und Verfall.

Asche ist das Signum des Tages: Wandel des Feuers in Unscheinbarkeit.



Aufbruch und Wandel in Unscheinbarkeit: Genau dazu hat auch Benedikt XVI. sich entschlossen.

So vollzieht er heute als Papst zum achten, zum letzten Male diese tiefe Symbolik: Memento des Staubes, der Staub ist und zum Staube zurückkehrt.





Es wird eine würdige und schlichte, fast familiäre Feier in überschaubarem Rahmen. Denn wohl kaum erreicht wird die Grenze von 60.000 Personen, welche er fasst, Sankt Peters Dom - wiewohl heute recht gut gefüllt, auch noch auf den Plätzen zum Stehen. Allein ... : Was ist das, verglichen mit den sechsstelligen Zahlen, welche später sich tummeln werden dort auf Sankt Peters Platz! Letzter Angelus, letzte Generalaudienz: Sie verursachen den Ausnahmezustand für Roms Infrastruktur. Hingegen wir, das römische Duo ... was für ein Glück wir doch hatten! :thumbup: Denn all' die abschiednehmenden Massen: An jenem Tage hatten sie Rom größtenteils noch nicht erreicht.

Zwar waren uns Einlasskarten reserviert, lautend auf Santa Sabina und die Aschermittwochs-Liturgie auf dem Aventin - dank einer tragfähigen Verbindung zur Präfektur des päpstlichen Hauses.


Jedoch erfuhren wir bei der Abholung im Pilgerzentrum: Die Feier sei verlegt in den Petersdom; Karten dafür seien nicht mehr erforderlich. - Beides sehr sinnvolle Maßnahmen!

Einlass war im Anschluss an die (vorletzte) Generalaudienz bis 13.30 h - und dann erst wieder zwei Stunden später: um 15.30 h.



So verbrachten wir in unserem gemütlichen Quartier auf dem Gianicolo eine erholsame Mittagspause, um erst gegen 15.20 h ganz entspannt einzutreffen am Petersplatz.


Die Einlass-Schlange zog sich vom rechten Ende der Kolonnaden zum linken und von dort aus noch ca. 20 m in den Petersplatz hinein: Dort also reihten wir uns ein.



Bald darauf setzte sich die Schlange in Bewegung ... und nicht einmal eine ganze Stunde später fanden wir uns wieder im Mittelschiff der Peterskirche, etwa in Höhe des zweiten Pfeilers und mit guter Sicht zum Altar.




Beugte jahrhundertelang das christliche Abendland zum Zeichen der Ehrfurcht die Knie, so ist der heutige Mensch, insbesondere der homo adolescens, anders sozialisiert: Er verleiht seiner Verehrung Ausdruck durch Hochrecken seines Handys.

Wo allerdings diese Manifestation noch intensiviert werden sollte durch Springen auf die Stühle, da schritten die Ordner ein, mit aller Macht und Konsequenz: Giù dalle sedie!
Dieses Vorgehen erhielt uns - dem alten Europa sei Dank:!: - unseren ungehinderten Blick.

Selbigen Blick hatten - und übertrugen in alle Welt - auch zahlreiche Kameraleute.





Letzte Bilder von Papst Benedikt im Rahmen eines öffentlichen Gottesdienstes:












Zum Schluss richtet Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone (als Camerlengo Leiter der päpstlichen Übergangsregierung während der Sedisvakanz) ein Dankeswort an Papst Benedikt - gefolgt von viele Minuten langem Applaus der versammelten Gemeinde.







Anschließend kurzes Treffen mit meinen römischen Malteser-Freunden am Pronto Soccorso; und dann flugs zum "La Vittoria": Tatsächlich bekommen wir auch dort noch einen sehr guten Platz. 8) Denn nur sehr wenige sind schneller als wir - lediglich dieser Nachbartisch befindet sich bereits fest in klerikaler Hand.




Aschermittwoch, 13. Februar Anno Domini 2013: Eingeschrieben bleiben wird dieser Tag in die römische Zeitenwende.


G
 
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Am strahlend schönen Wintermorgen des 14. Februar 2013 erreichte unser Duo als erstes Tagesziel den Borgo

San Martino al Cimino


Am nordwestlich von Rom gelegenen Vico-See (in der Antike lacus ciminius) vorbei gelangt man nach San Martino al Cimino. Fallen die Monti Cimini zum Vico-See hin noch steil ab, so liegt der Ort an den in Richtung Viterbo sanft abfallenden grünen Hügeln ihrer Ausläufer. Höchste Erhebung der Monti Cimini ist der Monte Cimino.

Die Abtei und die Anfänge des Ortes bis 1645

1150 und 1207 kamen französische Zisterzienser, vor allem aus der burgundischen Primarabtei Kloster Pontigny, nach San Martino, gründeten das Kloster San Martino al Cimino, liessen eine grosse gotische Abteikirche bauen und brachten das Patrozinium des fränkischen Nationalheiligen Martin von Tours mit.

1544 kam der Ort an die Familie Pamphilij. 1564 gaben die Zisterziensermönche das Kloster auf.
1645, wenige Tage nach seiner Wahl zum Papst, übertrug Innozenz X., Giovanni Battista Pamphilij (1644 bis 1655), San Martino al Cimino seiner Schwägerin Donna Olimpia Maidalchini (1591 bis 1657), der Witwe seines 1639 verstorbenen Bruders Pamphilo Pamphilij. In der Folge wurde das Kloster restauriert und die zwei Fassadentürme der Kirche sowie ein Palast wurden errichtet.
Ausserdem erhob Innozenz X. San Martino al Cimino zum Fürstentum. Dieser Umstand ist für uns besonders wichtig, denn somit war die Voraussetzung für den Bau einer Stadtmauer gegeben, die heute noch erhalten ist. Olimpia Maidalchini liess dem Ort sein bis heute intakt gebliebenes Aussehen geben. Das Verblüffende daran ist, dass die Mauern und Häuser fast exakt die Form der Piazza Navona nachbilden. Besonders deutlich wird das aus der Luft betrachtet. Siehe hier.

Donna Olimpia und die Entstehung einer Idealstadt ab 1645

In der Wikipedia-Biographie der Olimpia Maidalchini lesen wir über ihre Bautätigkeit in Rom:
"Besonderes Augenmerk wandte Olimpia mit päpstlichem Geld der Bautätigkeit zu. An der heutigen Piazza Navona wurde zwischen 1644 und 1650 von den Architekten Girolamo Rainaldi und Francesco Borromini der Palazzo Pamphilj errichtet, an dessen Innenausstattung Olimpia ausdrücklich mitwirkte. Direkt daneben wurde seit 1652 die Kirche Sant’Agnese in Agone erbaut, die aber erst nach des Papstes Tod von Carlo Rainaldi 1672 vollendet wurde. Vor ihrer Fassade schuf Gian Lorenzo Bernini, ein besonderer Günstling Olimpias in Kunstangelegenheiten und von ihr dem Papste empfohlen, 1648 bis 1651 den Vierströmebrunnen. Außerhalb der Stadtmauer wurde westlich Roms nahe der Porta San Pancrazio zwischen 1644 und 1652 die Villa Pamphilj in einem weiten Landschaftsareal erbaut: Sie ist ein mit antiken Statuen an den Außenfassaden geschmücktes Gebäude, das auch als Casino di Bel Respiro (Casino der schönen Erholung) bezeichnet wird."

Zielstrebig ging die Principessa (Fürstin) ab 1645 daran, den Ausbau von San Martino al Cimino zu planen oder planen zu lassen.
Nach San Martino al Cimino wollte ich unbedingt, nachdem ich im Zuge meiner Recherchen für den Thread «Die Werke Francesco Borrominis» gelesen habe, wen Olimpia Maidalchini für die Restrukturierung von San Martino al Cimino engagiert hat.

Marc'Antonio De Rossi, Virgilio Spada und Francesco Borromini in San Martino al Cimino

Als Baumeister holte sie nach San Martino: den Festungsarchitekten Marc’Antonio de Rossi, Padre Virgilio Spada und Francesco Borromini! Auch Gian Lorenzo Bernini soll hier tätig gewesen sein. Wie es war, als sie zwischen 1646 und 1652 hier ein zusammenhängendes städtebauliches Modell realisierten, ist eine spannende Vorstellung.

1653 erwies Innozenz X. seiner Schwägerin einen letzten Gunstbeweis, indem er eine Reise nach San Martino al Cimino unternahm.

Sein Nachfolger, Papst Alexander VII., Fabio Chigi war ein Gegner Donna Olimpias. Sie konnte nicht länger in Rom bleiben und zog sich 1655 nach San Martino al Cimino in den neben der Kirche gelegenen Palazzo Pamphilij zurück. Dort erlag sie zwei Jahre später, am 26. September 1657, im Alter von 65 Jahren der Pest. Sie wollte in der Abteikirche begraben werden. Im von der Wintersonne erhellten Chorraum der ehemaligen Abteikirche fanden wir eine Gedenktafel im Fussboden, die an sie erinnert. Dazu später noch mehr.


Unser Spaziergang in San Martino al Cimino

Wir erreichten den Borgo durch die Porta montana, durch welche die Einwohner früher den Ort verliessen, um sich zur Feldarbeit zu begeben. Sie ähnelt mehr dem Tor eines Landgutes als einem Stadttor.



Von dem halbkreisförmigen Platz dahinter hat man einen schönen Blick auf die Rückseite der Abteikirche. Markant ist die eckige Apsis.


Hier trafen wir einen netten Hund mit prächtigem Fell.


Durch ein imposanteres inneres Tor und einen Durchgang mit einem hübschen Madonnenfresko gelangten wir zur Seitenfassade der ehemaligen Klosterkirche und dem Palazzo Pamphilij.


Nach der Rückkehr habe ich gelesen, dass die Restaurierung von Tor und Locutorium im Dezember 2012 gefeiert wurden. Die Madonna dell’Arco erhielt ihr früheres Aussehen durch den Künstler Rolando di Gaetani zurück. Siehe hier.



Der Palazzo Pamphilij hat eine sehr schlichte Fassade und ist heute Kongresszentrum.


Die Bauarbeiten zum Palazzo begannen 1648, und Bernini soll ein erstes technisches Gutachten zur Stabilität des Bauwerks erstellt haben. Im Innern gibt es Räume mit schönen Kassettendecken. Siehe: Provincia di Viterbo - Palazzo Doria Pamphilj

Si dice che, all’interno del Palazzo, il soffitto a cassettoni della stanza da letto di Donna Olimpia abbia una particolarità comune soltanto ad altri due palazzi in Europa: si può abbassare tramite un sistema di carrucole per ridurre il volume totale della stanza, favorendone il riscaldamento.
An der Rückseite des Palastes errichtete Marc'Antonio de Rossi ein spiralförmiges Treppenhaus, wie wir sie auch von Borromini kennen (Palazzo Barberini, Palazzo Carpegna). So konnte die Fürstin mit dem Maultier hinauf ins piano nobile reiten. Manchmal, so von Anthony Blunt in seinem Buch «Borromini», wird das Treppenhaus Borromini selbst zugeschrieben.

Wir betraten nun durch den Seiteneingang die alte Abteikirche, in der noch die Krippe stand, in deren Kulisse sich die Darstellung von Kirche und Palast wiederfindet.



Lassen wir vor allem Bilder sprechen:










Beim Verlassen der Kirche lag rechts von uns der Verbindungsgang zwischen Palast und Kirche. Davor erkennt man einige geringe Überreste eines ehemaligen Kreuzgangs.



Eine der Türen führt in den ehemaligen Kapitelsaal der Mönche, dessen prachtvolle Decke 1652 von den Malern Leonardo Santi und Giovan Battista Magni mit schönen Fresken ausgemalt wurde. In den Lünetten sind mythologische Szenen und Besitztümer der Fürstin abgebildet.

Bemerkenswert ist auch der Marmorfussboden. Er wurde in den sechziger Jahren restauriert und soll ein Werk Borrominis sein. Das gleiche Muster soll sich in den Seitenschiffen von San Giovanni in Laterano wiederfinden! Dazu muss ich noch meine Rom-Bilder von Herbst 2012 durchsehen.

Eine andere Tür führt in das kleine «Museo dell’Abate» im ehemaligen Scriptorium.

Bald standen wir vor Hauptfassade der Kirche, deren grosses gotisches Fenster mit einer zentralen und zwei kleineren Rosen aus dem 13. Jahrhundert wir schon von innen bewundert hatten.


Die beiden Türme sind nicht mittelalterlich, sondern wurden zwischen 1651 und 1654 errichtet. Sie dienten auch der Konsolidierung des Baus. Sie sind wahrscheinlich Entwürfe von Marc Antonio de Rossi, werden aber auch oft Borromini zugeschrieben.


Mit Sicherheit von Borromini ist das grosse Wappen von Papst Innozenz X. Pamphilij über dem Hauptportal der Kirche. Es zeigt die drei Lilien, die Pamphilij-Taube mit dem Olivenzweig aus seinem Wappen. Auch die Wetterfahnen der Türme haben die Pamphilij-Taube zum Motiv.


Borromini hatte weitere Pläne für die Klosterkirche, diese wurden aber nicht ausgeführt. Wie bereits in San Giovanni in Laterano schränkte Innozenz X. Borromini stark ein.

Nachdem wir diesen höchstgelegenen Teil des Ortes ausgiebig betrachtet hatten, gingen wir die Hauptstrasse hinunter über den langgestreckten Platz bergab auf das untere Tor zu, die Porta viterbese.




Der Ort wirkte sogar an diesem kalten Wintermorgen lebhaft. Es gibt ein Restaurant, Lebensmittelgeschäfte, eine Gelateria, eine Apotheke, Arztpraxen … Am Brunnen trafen wir den netten Hund wieder!




Die Porta viterbese ist ein Entwurf Borrominis und Haupteingang des Ortes. Die Inschrift über dem Durchgang zählt die Leistungen der Pamphilij auf: Restaurierung der Abteikirche, Vergrössserung und Verschönerung des Ortes, Bau der Stadtmauern und Brunnen … Über der Inschrift wiederum das Wappen Innozenz’ X.





Interessant ist die eher ungewöhnliche Form des nach oben schmaler werdenden Tores. Solche Formen findet man in etruskischen Gräbern, von denen es viele in der Tuscia viterbese gibt. Quelle der Inspiration kann auch ein Architekturtraktat von Sebastiano Serlio gewesen sein. A. Blunt spricht vor allem von der erstaunlichen Ähnlickeit mit dem früheren Eingangsportal der Engelsburg in Rom. Ein paar alte Photos dieses unter Urban VIII. Barberini erbauten Tores finden sich z.B. hier und hier.

Wer es gebaut hat, ist nicht mit letzter Sicherheit zu sagen. Laut Blunt wird es sogar Borromini zugeschrieben, der dieses Modell in San Martino al Cimino wiederverwendet haben könnte.


Auf dem Rückweg zu unserem Ausgangspunkt kamen diese Bilder zustande:



Making of ;) dieses Photos:​



Wir sehen hier eine Art frühen sozialen Wohnungsbau. Die an die Stadtmauern angelehnten, numerierten Reihenhäuschen mögen uns klein vorkommen, im 17. Jahrhundert waren sie ein grossser Fortschritt für die Menschen der Region. Anziehungskraft z.B. auf junge Paare übte auch die Tatsache aus, dass Olimpia Maidalchini-Pamphilij ihnen eine Art Mitgift zahlte und die Steuern für die ersten fünf Jahre erliess. Attraktiv am neuen Borgo waren auch zwei Schulen, Gaststätten, Kneipen, ein Theater, öffentliche Bäder, Brunnen, ein Ballhaus … Seit diesen Zeiten ist S. Martino al Cimino in vier «contrade» (Bezirke) eingeteilt, die im sozialen Leben des Ortes eine wichtige Rolle spielten.


Bevor wir San Martino al Cimino verliessen, ging ich nochmals in die Kirche, um das Grab Donna Olimpia Maidalchinis bei besserer Beleuchtung zu photographieren. Der Lichtstrahl


war weitergewandert, und so gelangen mir diese Bilder:




Die Inschrift auf der prachtvollen barocken Grabplatte lautet :

D.OM./ OLYMPIA MAIDALCHINA PAMPHILIA/ SANCTI MARTINI PRINCIPISSA/ HUMANAE MORTALITATIS MEMOR/ SUPREMUMQUE DIE/ CURA IMMORTALIS ANTE VERTENS/ SVVM HIC TVMVLVUM/EX PIETATIS PREASCRIPTO/ DELEGIT AC POSVIT/ VT ET VIVENTI SIBI ET DEMORTVUAE/ TVTELARIS DIVI/ PERENNEM OPEM SENTIAT ADESSE/ ET AB SVIS AEQVE POPVLARIBVS/ HOC MONVUMENTO ADMONITIS/ FEEQVENTES SIBI POSTVLET/AD DEWM PRECES AC SVFFRAGIA/ APVD QVOS IPSA/ ET OPPIDI AMPLIFICATIONE/ ATQVE ORNATV/ ET VNIVERSE IN OMNES/ BENEFICIENTIAE STVDIO/ PONERE SVAE PARITER NITITVR/ MONUMENTA CHARITATIS/ MDCXXXXVII/ OBIIT DIE XXVI SEPTMS/ MDCLVII​

Gleich unterhalb befindet sich das Grab des letzten, 1760 verstorbenen Pamphilij-Fürsten von S. Martino al Cimino, Gennaro Pamphilij.




In einer Broschüre über das Museo dell’Abate steht, dass es sich auch dabei um ein Werk Borrominis handelt: "Sul pavimento dell’abside c’è la grande lapide della tomba di Donna Olimpi, fatta dal Borromini."

Die oft geschmähte Donna Olimpia hat sich mit dem Ortsbild von San Martino al Cimino, das unversehrt die Zeiten überdauert hat, ein ganz besonderes Denkmal gesetzt.

Bedauernd, dass wir nur relativ wenig Zeit für San Martino al Cimino hatten, aber voller Erwartung auf unser zweites Tagesziel verliessen wir den schönen alten Ort, an dem grosse Gestalten des barocken Rom zeitweise gelebt und gewirkt haben.

S.
 

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Viterbo:

Stadt der Päpste




Wer nach Viterbo reist, reist in's 13. Jahrhundert.
Sorgsam bewahrt die Altstadt ihr mittelalterliches Gepräge: vor allem im Quartiere medievale di San Pellegrino; im Palazzo del Podestà an der Piazza del Plebiscito; in der Kathedrale S. Lorenzo und natürlich im Palazzo papale (1266 vollendet) mit seiner berühmten Loggia.











Nahezu ohne Unterbrechung residierten darin in den Jahren 1257 bis 1281 insgesamt acht Päpste, darunter auch Gregor X. So wenig wir Heutigen seinen Namen kennen, so bekannt ist uns - nicht zuletzt dank der Medienpräsenz während gerade dieser Wochen :~ - die Versammlung, welche ihn wählte: das berühmte längste Konklave der Geschichte, 1268 bis 1271, dessen Ende die Viterbesen mit Zwangsmaßnahmen herbeiführten: Einschließen der Kardinäle ("cum clave") bei strenger Diät - und Abdecken des Daches.
Sollten die Papstwähler von 2013 sich ähnlich lange Zeit lassen wollen, dann ... nun, für diesen Fall hat Verfasser dieses sich bereits vor geraumer Zeit mit einem anderen Forista verschworen, gemeinsam nach Rom zu reisen und die Sixtina abzudecken. :twisted:


1195 gilt als Datum der Stadtwerdung Viterbos. Jedoch ging dieselbe nicht allein auf die günstige Lage an der Via Francigena zurück, sondern ebenso auf zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen mit den Nachbarorten sowie mit Rom. Die Kämpfe setzten sich auch nach der Stadtgründung fort (nämlich um den status quo zu erhalten): am intensivsten, bis es 1172 endlich gelang, den Hauptkonkurrenten Ferentium aus dem Felde zu schlagen und zu zerstören. Seine Bewohner wurden zwangsweise nach Viterbo umgesiedelt - also ein kräftiger "Wachstumsschub" noch über die normale Zuwanderung hinaus.

Heftige Konflikte trugen die Viterbesen auch untereinander aus, nämlich zwischen Ghibellinen und Guelfen (Welfen), also den Anhängern des Kaisers bzw. des Papstes. Ab Mitte des 13. Jahrhunderts jedoch gewann die päpstliche Seite endgültig die Oberhand: Waren bereits 1243 die Ghibellinen aus Viterbo vertrieben worden, so schwand ihr Einfluss noch weiter mit dem Tod Kaiser Friedrichs II. im Jahre 1250. Den Päpsten hingegen, welche sich immer wieder gerne nach Viterbo zurückzogen, um sowohl den Streitigkeiten der römischen Adelsgeschlechter aus dem Wege zu gehen wie auch dem Tiberhochwasser, erbauten die Einwohner den heute noch bestehenden Palast.





So war nun Viterbo im 13. Jahrhundert, seiner Blütezeit, endgültig zur Stadt der Päpste geworden.

Sogar ausschließlich im dortigen Palazzo Papale sowie in Orvieto residierte Urban IV., der 1264 das Fronleichnamsfest einführte: Er hat als Papst Rom niemals betreten.

Die geschilderten Wechselfälle der viterbesischen Geschichte spiegeln sich auch wider im Stadtwappen - hier eine Darstellung am Palazzo del Podestà.




Ältester Bestandteil ist der nach rechts schreitende Löwe, Wappentier der Welfen.
Er ist demzufolge auch am Papstpalast vielfach zu sehen.







Die Palme im Hintergrund wurde übernommen von der eroberten Nachbarstadt Ferentium, und das Banner verlieh Papst Clemens III. der Stadt als Dank für die Befreiung zweier Kardinäle aus der Gefangenschaft der Aldobrandini.


Zeugnis von jener hochmittelalterlichen Blütezeit legt auch der Dom ab:


1181 geweiht; seit 1192 Bischofskirche des Bistums Viterbo; Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert.





Das päpstliche Wappen an den modernen Bronzetüren dürfte ja wohl jeder Forista erkennen :] ... jedoch zu den Details, so ist es mit Simone abgesprochen, wird es erst irgendwann später mal einen Nachtrag geben. ;)





Der Innenraum mit kosmateskem Fußboden ...





... hat die Aura des Hochmittelalters eindrucksvoll bewahrt, was für die Qualität seiner reromanisierenden Restaurierung nach den schweren Kriegszerstörungen im Bombenhagel der Alliierten (1944) spricht. Von der Fassade des 16. Jahrhunderts blieb damals einzig diese Fenster-Rosette verschont:







Hinter dem Fenster die Kapelle der hl. Katharina; dargestellt ist deren mystische Vermählung mit Christus:







Über dem Kapellen-Eingang ein Fresko der Madonna mit dem Jesuskind:





Von 1470 datiert der nahe dieser Kapelle stehende Taufbrunnen mit Reliefs des Täufer-Johannes sowie der Stadtpatrone Hilarius und Valentinus (übrigens genau an dessen Festtag besuchten wir die Kathedrale).













Kapelle der Stadtpatrone sowie Martyrium des hl. Valentinus:​







San Girolamo, uns mittlerweile so vertraut aus S. Onofrio in Rom, erkennt man an seinen Attributen: Löwe und Totenschädel.​





Kirchenpatron St. Laurentius beim Austeilen der hl. Kommunion:​





Dominicus Barberi, Ordensgründer, gebürtig aus Viterbo:​





Carlo Maratta (1625-1713), St. Laurentius und die Armen:​





Salvator Mundi, Girolamo da Cremona zugeschrieben:​





Lucia-Kapelle (16. Jh.), Ausmalung von Paolo Guidotti da Lucca:​






Fresken aus dem 14. Jahrhundert, entdeckt bei der Restaurierung nach dem 2. Weltkrieg:​






Diese Tafel weist hin ...​


... auf den früheren Aufenthaltsort des ältesten erhaltenen Kunstwerks der Stadt: die Ikone "Madonna della Carbonara" (12. Jh.), Patronin der jungen Eheleute und der christlichen Familien. Das Original wird heute heute im benachbarten Museo del Colle del Duomo aufbewahrt.

Eine Nachbildung findet sich ganz hinten in der Apsis des linken Seitenschiffs, flankiert von Fresken der Apostel Paulus und Petrus (14. Jh.):​





Links davon das Grab Johannes' XXI., welcher das Papstamt nur wenig länger als 8 Monate bekleidete: Er kam um's Leben am 20. Mai 1277 in Viterbo, als seine Kammer im Palazzo papale einstürzte.

Eingelassen in die Wand über seinem Grabmal ein Tabernakel (16. Jh.) mit der Aufschrift SACRA OLEA - untrügliches Zeichen für eine Bischofs-Kirche: Die heiligen Öle weiht der Diözesanbischof in der Karwoche (üblicherweise am Karmontag); danach verwahrt man sie im Tabernakel nicht nur für den Gebrauch am Ort, sondern zum größten Teil zur Abholung durch die Pfarrer (oder auch die Küster) der Pfarreien des Bistums.








Schließlich sollte man beim Rundgang durch S. Lorenzo keinesfalls versäumen, den Blick auch immer wieder einmal nach oben zu richten, nämlich auf die sehr kunstvoll und abwechslungsreich gestalteten Säulen-Kapitelle.​














Bevor wir S. Lorenzo und Papstpalast den Rücken kehren, hier noch einige Impressionen rund um den Domplatz:​





Im Hintergrund die Kirche San Tommaso.


Gleichfalls aus dem 13. Jahrhundert datiert Viterbos kommunales Zentrum, die Piazza del Plebiscito, an welcher von jeher die zivilen Behörden angesiedelt waren.​
An der Südseite die Kirche dem Erzengel Michael geweihte Kirche Sant’Angelo in Spatha (der Zusatz bezeichnet die Familie, welche seit dem 16. Jh. das Patronatsrecht ausübte); Neugestaltung der Fassade im 16. und 18. Jh.




Heute Sitz der Präfektur ...​



... ist der ehemalige Palazzo del Capitano del Popolo.

Im Osten wird die Piazza begrenzt durch den Palazzo del Podestà (Baubeginn 1264) und den Palazzo dei Priori, mittlerweile durch die Pinakothek zu einem Gebäude verbunden, welches die Stadtverwaltung beherbergt. Auch dieses Ensemble geht in seinen Ursprüngen auf die Blütezeit der Stadt zurück, das 13. Jahrhundert; jedoch zog sich die Bauphase bis in's 17. Jh. hin.​




Dominiert wird die Piazza durch den 44 m hohen Torre dell’Orologio (den Uhren-Turm), in seiner heutigen Gestalt eine Rekonstruktion von 1487. Die Glocke allerdings wurde bereits 1452 gegossen; sie hing ursprünglich im Turm der Kirche S. Maria della Verità. Auch hier begegnen wir wieder dem welfischen Löwen aus dem Stadtwappen.​






Zweierlei wird dem geneigten Leser bis zu diesem Punkt unseres Rundgangs bereits aufgefallen sein: Auch an diesem Ausflugstag lachte uns die Sonne so strahlend hell, wie man es sich nur irgend wünschen konnte :thumbup::thumbup: - und zweitens: die vollkommene Abwesenheit anderer Touristen (nicht einmal ein halbes Dutzend :!: haben wir getroffen). :proud: :thumbup: Das hätte sicherlich ganz anders ausgesehen, hätte uns die Sonne nicht nur ihren strahlenden Glanz gebracht, sondern auch frühlingshafte Wärme. Jedoch nein; sondern wir erlebten in Viterbo, immerhin rund 300 m höher als Rom gelegen, noch einmal einen echten Wintertag ... aber eben einen, wie er schöner nicht gedacht werden kann. Einzig in den mittelalterlich schmalen Gässchen brachte der niedrige Sonnenstand nicht so ganz das rechte Büchsenlicht 8) zustande.​

Jedoch immer wieder mal münden diese Gassen in kleine Plätze; und auf den meisten davon stehen hübsche Brunnen.













Hingegen ganz und gar mittelalterlich verwinkelt präsentiert sich Viterbo im Quartiere medievale di San Pellegrino.




Für dieses Ambiente ist das Stadtviertel berühmt, und für seine vielen erhaltenen Wohntürme - welche nämlich dort großenteils nicht gestutzt wurden, wie z.B. in Rom und vielen anderen italienischen Städten. Erbaut wurden sie von Adels-Familien, welche es von ihren ländlichen Besitzungen in die Stadt zog. Natürlich wollte man auch dort standesgemäß wohnen - und so mussten Geschlechtertürme die Burgen ersetzen.
Palazzo Gatti:

























Jedoch ... wo viel Licht, da auch viel Schatten; und nur zu gut kennen wir alle den klassischen Rhythmus von Aufstieg, Blüte und Verfall. Nach dem Tode Nikolaus' III. traten in Viterbo 1280 - rund 10 Jahre nach jener berühmten längsten Papstwahl von 1268 bis 1271 - wiederum die Kardinäle zusammen, um einen Nachfolger zu küren. Leider sollten machtpolitische Turbulenzen dieses Konklave prägen, bis hin zur Verhaftung eines Kardinals: Matteo Orsini, Familienangehöriger des verstorbenen Papstes. Seine Ausschaltung stärkte die Hausmacht der französischen Fraktion; und auf Betreiben vor allem König Karls I. von Anjou wurde Martin IV. gewählt, ein williger Interessenvertreter der französischen Krone. Dementsprechend war er bei vielen Italienern nicht wohl gelitten: Rom verweigerte ihm den Einzug. Daraufhin verlegte er seinen Amtssitz von Viterbo nach Orvieto: Der Palazzo papale war verwaist, verfiel nach und nach ... und erst im 19. Jahrhundert wurde er restauriert.
Kein halbes Jahrhundert nach der Wahl Martins IV. schmückte Avignon sich mit dem Titel "Stadt der Päpste" - und das sollte für nahezu ein volles Jahrhundert so bleiben.​





Gegeben zu Köln am 12. März, Tag 1 des Konklaves 2013.


G
 
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Den letzten Morgen und frühen Nachmittag verbrachte ich allein in Rom, da Gauklers Flugzeug die Nase früher als mein Flieger nach Norden streckte. Schade, aber nicht zu ändern war, dass ich die vier letzten Lombardi-Brunnen allein aufsuchen musste. Sie waren der Schwerpunkt meines Tagesprogramms. Darüber hinaus hielt Rom noch Neues und Altbewährtes für mich bereit!​

Brunnen des Pietro Lombardi (II)

Fontana del timone



Gegenüber vom ehemaligen Tiberhafen, am Largo di Ripa Grande gelegen, befindet sich der Brunnen auf dem Gebiet von Trastevere. Gedacht war er allerdings für die Bewohner des Rione Ripa.
Diverse nautische Symbole, vor allem natürlich das grosse Steuerruder, das zum Wappen des Rione XII Ripa gehört und dem die fontanella ihren Namen verdankt, erinnern an den alten Hafen. Er verschwand mit dem Bau der den Tiber begrenzenden Mauern. Angelehnt ist der Brunnen an den grossen architektonischen Komplex San Michele a Ripa Grande.



Fontana della botte


Das Plätschern dieses Brunnens hatte unser Duo bereits am ersten Abend auf dem Weg zum Abendessen in Trastevere vernommen. Natürlich bogen wir dann auch um die Ecke um ihn uns anzuschauen. Er war sehr verdreckt und ich war sehr froh, ihn am letzten Morgen gesäubert vorzufinden.​


Die Fontana della botte für den Rione XIII Trastevere liegt in der Via della cisterna. Lombardi liess sich hier von den vielen Lokalen in Trastevere inspirieren. Das Wasser des Brunnens sprudelt aus einem "caratello" (botte per il vino) genannten Weinfass in ein Gefäss für den Trester. Leider fliesst kein Wasser aus den Hähnen der steinernen Weinkaraffen, wie sie heute noch in Rom auf den Tisch kommen.



Fontana delle arti


Die Fontana delle arti befindet sich in der Via Margutta. Die Staffeleien der Maler und die Schemel der Bildhauer im Künstlerviertel rund um die Via Margutta inspirierten Pietro Lombardi bei der Gestaltung dieses Brunnens. Die beiden Masken auf den Staffeleien, eine lachende und eine traurige, sind eine Anspielung auf das wechselnde Glück im Leben der Künstler.​



Zwischen den Staffeleien erkennt man einen Zirkel und gekrönt wird der Brunnen von einem Eimer mit Malutensilien.​





Fontana dei monti



In der Via San Vito fand ich den letzten Stadtteilbrunnen auf meiner Tour zu den Fontanelle des Pietro Lombardi. Seine Form symbolisiert die drei Hügel, Esquilin, Viminal und Caelius. Einziges dekoratives Element sind Sterne, aus denen das Wasser in drei kleine halbkreisförmige Auffangbecken fliesst.


Die kleine Fontana dei monti liegt neben der Kirche SS. Vito e Modesto sowie neben der Porta Esquilina, einem Stadttor der servianischen Mauer. Als Gallienusbogen ist sie heute noch erhalten.​


Zu Gallieno [Publius Licinius Egnatius Gallienus (um 218 bis 248 )] siehe: Gallienus


********

Hier noch kurz vorgestellt weitere Etappen meiner letzten Passeggiata durch das winterliche Rom. Auf dem Weg von den beiden ersten Brunnen zur Fontane delle arti kam ich zum​

Largo Argentina



und zur​

Piazza del Popolo


Der Winter​


Wenige Schritte von der Fontana dei monti entfernt liegt​

Santa Maria Maggiore


Deutlich stand mir der Besuch im Sommer 2012 vor Augen und in meinen Ohren klang noch das Geräusch vom gerade begonnenen Abbau eines Gerüstes im Innern. Gespannt steuerte ich geradewegs auf die Cappella Sistina zu ... und tatsächlich: Nach Renovierung erstrahlte sie in frischem Glanz! Die Kapelle wurde von Papst Sixtus V. gestiftet und in den Jahren 1584 bis 1590 von Domenico Fontana an das Querschiff von Santa Maria Maggiore angefügt.​










Diverse Borromini-Ziele

Die Sonne schien so herrlich vom Himmel, dass ich nicht widerstehen konnte und in der Nähe von San Giovanni in Laterano ein eigentlich erst für die nächste Rom-Reise eingeplantes Ziel ansteuerte, das Casino di Villa Giustiniani-Massimo.


Viele weitere Photos sind hier entstanden aber dazu irgendwann mehr im Borromini-Thread!​


Palazzo della Sapienza und Laterne von S. Andrea della Valle​

Inzwischen war es längst Zeit für ein Abschiedsessen geworden. Dazu steuerte ich das Il Giggetto al Portico d'Ottavia an und war wieder sehr zufrieden.​



Nach dem Essen wollte ich mir unbedingt noch den frisch renovierten Schildkrötenbrunnen, die​

Fontana delle tartarughe







ansehen und fand sie munter plätschernd vor. Weiter ging es noch zur​

Piazza della Minerva und Umgebung



Dann kehrte ich zurück auf den Gianicolo, las noch ein wenig in der wärmenden Wintersonne im Buch über die Villa Farnesina und nahm dann dankbar​

Abschied vom Quartier im Grünen



Arrivederci, Villa Maria und Roma!

S.
 
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Das passende Abschiedswort ist damit ja nun schon gesprochen - darum füge ich nur noch hinzu: Wir bedanken uns bei unseren wunderbaren Gästen! ;) :thumbup:



Römische Zeitenwende ...

Weit tiefer greifend wohl noch ist nun die Zeit gewendet worden, als es sich abzeichnete sofort mit dem Rücktritt Benedikts XVI. Manch' kluges Wort dazu wurde gesagt und geschrieben in denselben Wochen, während derer unser Reisebericht fortschritt (sowie - wohl hundertfach mehr - dumme Worte auch; und verlogene sogar ... aber die brauchen uns ja nicht zu interessieren ;)). Papst Benedikt selbst, das steht außer Zweifel, wusste wohl, was er tat - und dürfte in sein Ringen um die richtige Entscheidung auch dies einbezogen haben: dass sein Rücktritt den Weg freimachen könnte für radikale Neuerungen, wie sie ihm persönlich nicht gegeben waren. Möge man das nun einstufen als Überlegung, Ahnung oder Offenbarung ... aber dass auch dies mit in seinem Bewusstsein war, davon bin ich überzeugt.

In unserer ;) Villa Maria ist mittlerweile, darüber habe ich mich unmittelbar vor dem Schreiben dieses Berichtsabschlusses eigens vergewissert, das Papstporträt ausgetauscht worden, an dem vorbei ich unzählige Male auf die Terrasse hinausgegangen bin:




Die Salvatorianerinnen haben es in's Archiv ihres Mutterhauses übernommen.

Römische Zeitenwende ... wir hätten unseren Bericht so nicht benannt, wäre sie nicht so ganz besonders prägend und präsent gewesen durch alle Tage und Erlebnisse dieser Romreise hindurch. Darum habe ich hier und da ein Photo gemacht, das andernfalls sicher nicht entstanden wäre. Nämlich nicht um der besonderen Ansehnlichkeit des Motivs willen, sondern aus rein dokumentarischen Gründen: Bilder zu aktualisierender Papstwappen ... wie viel Arbeit mag damit nun verbunden sein! :eek:


San Cesareo de Appia und Santi Nereo e Achilleo an der Via di Porta San Sebastiano bzw. dem Viale delle Terme di Caracalla.

An der Via del Banco di Santo Spirito: Mortadella, Schinken und mehr ... :~



... hoppla, merkt ihr was?!? :eek: :idea:

Es erstaunt mich selbst, dass ich auch dies photographiert habe :eek: - konnte ich doch davon zu diesem Zeitpunkt noch nicht das Geringste ahnen!
Dort ist das Papstwappen bestimmt so fix wie nur möglich ausgetauscht worden: über dem Eingangstor ...


... der argentinischen Botschaft beim Hl. Stuhl. :idea: 8)

Möge mit Gottes Hilfe Papst Franziskus in seiner Zeit zum Guten wenden, was dieser Wendung - und Hinwendung - bedarf.


G
 
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Annie

Praetor
Stammrömer
Vielen Dank für den Beginn eures Reiseberichts

:nod::nod::nod::nod:

ihr hattet ja beneidenswertes Wetter :nod:
 

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Das stimmt - mit kleinen Schwächen, wie erwähnt, lediglich am Montag und Dienstag.
Wobei das am Montag selbstverständlich ganz und gar in Ordnung ging: Vormittags weinte der Himmel; am Nachmittag dann wehte der heilige Geist mit Macht die Regenwolken fort; und am Abend entlud sich ein heftiges Wintergewitter über dem Petersdom. 8)






G
 
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Claude

Triumphator
Stammrömer
Bevor ich mich wieder dem Tagesgeschäft zuwende :thumbdown:thumbdown:thumbdown, was wahrlich keine erbauliche Aussicht ist (und das wußten die alten Römer prächtig auszudrücken: der Idealzustand ist das otium, alles andere seine Verneinung: neg-otium), möchte ich für den fulminanten Auftakt danken. Ob ihr es glaubt oder nicht: trotz inzwischen vieler Romreisen ist es mir noch nicht gelungen, das Vittoriano anders als von unten zu betrachten.

Viele Grüße
Claude
 

Tre a Roma

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Stammrömer
... dem Tagesgeschäft zuwende :thumbdown:thumbdown:thumbdown, was wahrlich keine erbauliche Aussicht ist (und das wußten die alten Römer prächtig auszudrücken: der Idealzustand ist das otium, alles andere seine Verneinung: neg-otium)
Und dieser Zusammenhang wird mir nun Jahrzehnte nach dem Latein-Unterricht erst klar :~ :blush: :~ ... danke für die Aufklärung. :]



... möchte ich für den fulminanten Auftakt danken.
Danke für diese complimenti ... und gerade am Tag dieses großen Ereignisses warst du ja virtuell ganz besonders präsent in Rom. :thumbup: 8)



Ob ihr es glaubt oder nicht: Trotz inzwischen vieler Romreisen ist es mir noch nicht gelungen, das Vittoriano anders als von unten zu betrachten.
Nun, auch für mich - als immerhin appassionato (auch) des 19. Jahrhunderts - war die 15. Romreise (diese hier jetzt war die 20.) bereits Geschichte, als ich zum ersten Mal in's Vittoriano hineinging; und bis hinunter zum Sacello del Milite Ignoto habe ich es sogar diesmal erst zum allerersten Mal geschafft. :~

Übrigens war die erwähnte Sonder-Ausstellung zur italienischen Emigration m.E. gut gemacht :thumbup: (allerdings ganz und gar in Italienisch; also schon nichts für den Durchschnitts-Touri), aber leider schwach besucht - zumindest während meines Aufenthalts dort: Nur wenige Leute kamen ... und gingen auch sehr bald wieder. Einzig ein Signore mit schwarzem Mantel, Hut und typisch italienischer Umhänge-Brille sah sich alles noch gründlicher bzw. länger an als ich: Ungefähr eine Stunde habe ich dort zugebracht. - Hätte ich ihn angesprochen, so wäre es vermutlich zu einer nicht uninteressanten Unterhaltung gekommen; aber noch mehr Zeit wollte ich trotz meines Interesses nun doch nicht an diesen Ausstellungsbesuch dransetzen ... ich hatte ja schließlich noch Höheres :idea: :] vor.

G
 

pehda

Praetor
Stammrömer
Danke für den schönen Einstieg in den Bericht. Auf das Vittoriano möchte ich das nächste Mal auch hinauf, wenngleich ich mich dunkel erinnere, dass der Aufzug ziemlich teuer ist. Aber die Aussicht wird es wert sein.
Als es den Aufzug noch nicht gab, war ich zumindest mal auf der Höhe der "Zähne". :]
 

Angela

Augustus
Teammitglied
Moderator
Stammrömer
Rom-Reise
15.03.2020-22.03.2020
Auf das Vittoriano möchte ich das nächste Mal auch hinauf, wenngleich ich mich dunkel erinnere, dass der Aufzug ziemlich teuer ist. Aber die Aussicht wird es wert sein.
Ja, die Aussicht ist es wert und diese wunderbaren Bilder machen Lust, das auch wieder einmal zu tun!

Vielen Dank an die Verfasser des Reisebericht zur Zeitenwende für den schönen Beginn! Das Wetter war ja wie geschaffen für einen Ausflug in die Höhe! :thumbup:

Ich freue mich auf die weiteren Teile!

Liebe Grüße

Angela
 

Tre a Roma

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Stammrömer
Auf das Vittoriano möchte ich das nächste Mal auch hinauf (...)
Ja, die Aussicht ist es wert und diese wunderbaren Bilder machen Lust, das auch wieder einmal zu tun!

Vielen Dank an die Verfasser des Reisebericht zur Zeitenwende für den schönen Beginn! Das Wetter war ja wie geschaffen für einen Ausflug in die Höhe! :thumbup:
Ja, das war es :nod::nod: ... allerdings war ich zu dieser Tageszeit in lediglich brummiger :] Begleitung.
Hingegen Simone saß noch im Flieger; und es ergab sich kein zweiter Höhen-Flug 8) mehr. Denn Montag/Dienstag warteten nur ganz selten einmal mit Himmelsbläue auf; und die weiteren Tage waren bereits voll verplant ... wie ihr hier ja - nach und nach - noch lesen werdet. ;)

G
 
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