Bericht: Kleines apulisches Reisetagebuch

Angela

Augustus
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15.03.2020-22.03.2020
Nach den ersten drei Tagen in Apulien habe ich mich entschlossen, doch wieder einen (kleinen) Bericht zu schreiben. Die Texte werden eher stichwortartig sein, die Bilder werden für sich sprechen. ;)
Was wir bis jetzt gesehen haben hat uns trotz schlechten Wetters wieder sehr begeistert und ich möchte Euch unsere Erlebnisse nicht vorenthalten. Fotos gibt es wieder erst später, aber ich kann Euch schon schöne Dinge versprechen. :nod:
Weiter unten gibt es ein Inhaltsverzeichnis mit Links zu den Tagesberichten und kleinen fotografischen Appetithäppchen. ;)

Anreise Mittwoch, 28. Oktober 2015​


In aller Frühe los zum Flughafen München, planmäßiger Flug, Ankunft in Bari um 11 Uhr, Mietwagen übernehmen.
Gegen Abend wollten wir im ersten Quartier in Troia sein, davor noch auf dem Weg die ersten Besichtigungen.

Erste Station Barletta, lange Suche nach einem Parkplatz und einer Möglichkeit für einen Mittagsimbiss. Beides fanden wir, das Castello leider chiuso per lavori, worauf uns nicht nur der Wärter, sondern eine zweisprachige Anschlagtafel hinwies:

;) :D ;)

Den Mittagsimbiss in Form von Panini nahmen wir in einem Cafè gegenüber des Kolosses von Barletta:


Eine wirkliche Entdeckung war die Pinacoteca de Nittis. Dieser impressionistische Maler aus Barletta lebte viele Jahre in Paris und seine Gemälde gefielen uns außerordentlich gut. Fotografieren durfte man leider nicht, es gibt aber einige Bilder auf der verlinkten Wiki-Seite.


Die Kathedrale konnten wir nur von außen sehen wegen der langen Mittagspause. Doch was wir sahen, war grandios und wir beschlossen, am Samstag auf der Fahrt nach Bari noch einmal wiederzukommen.




Hier noch zwei Impressionen italienischen Lebens:


Dann fuhren wir weiter nach Canosa mit der wunderschönen Kathedrale, die um 17 Uhr, zur blauen Stunde, gerade wieder geöffnet hatte. Das eindrucksvolle Innere von 5 Kuppeln überwölbt, eine davon unverputzt und wunderbar restauriert, bildet einen stimmungsvollen Rahmen für zahlreiche Kunstwerke:
die einzigartige Kanzel "die älteste und am vollständigsten erhaltene in Apulien ..." (Ekkehart Rotter, Apulien S. 205), den herrlichen Bischofsthron aus Marmor, der von zwei Elefanten gestützt wird, und die ergreifende Holzskulptur mit dem schon gebrechlichen, sich auf der Ferula von Scorzelli aufstützenden Johannes Paul II.

Wir hatten das Glück, dass wir diesmal auch das Mausoleo des Boemundus anschauen konnten und bekamen vom freundlichen Mesner eine kleine Führung.






Anschließend weiter zum sehr netten Quartier in Troia, wo wir uns für drei Nächte einrichteten.


Abendessen dort im Ort auf Empfehlung der reizenden Gastgeberin in der Trattoria "Alba d' Oro".





Anreise Mittwoch, 28.10. - Barletta, Canosa


Donnerstag, 29.11. - Troia, Foggia, Lucera


Freitag, 30.10. - Orsara di Puglia, Bovino


Samstag, 31.10. - Siponto, Monte Sant´Angelo, Manfredonia, Barletta


Sonntag, 1.11. - Castel del Monte, Ruvo di Puglia, Giovinazzo


Montag, 2.11. - Bari, Polignano a Mare, Conversano


Dienstag, 3.11. - Bitonto, Trani


Mittwoch, 4.11. - Acquaviva delle Fonti, Alberobello, Martina Franca, Cisternino


Donnerstag, 5.11. - Giovinazzo, Bisceglie, Trani, Molfetta


Freitag, 6.11. - Altamura, Gravina in Puglia, Matera



Und als Zusammenfassung dieser Einleitung etwas, das uns tagtäglich begegnete:



 
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Angela

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Troia, Foggia, Lucera

Donnerstag, 29. Oktober 2015​


Am Tag vorher hatten wir in Barletta noch herrlich sonniges Wetter, nun jedoch dichte Bewölkung und es begann zu regnen.
Das hielt uns jedoch nicht ab, unseren "Heimatort" (für wenige Tage) zu erkunden.
Cappuccino in einer netten kleinen Bar, dann die ganz besonders schöne Kathedrale mit einer einmaligen, 11-teiligen Fensterrose mit einzigartigem Transennen-Flechtwerk. Diese ist eingefasst von einem weit vorkragenden Kranz mit fantastischen Tier- und Fabelwesen, die durch Doppelsäulen auf dem Rücken von zwei "Portallöwen" ruhen.




Reicher Figurenschmuck an der Fassade, plastische Architrave an den beiden Seitenportalen, Flechtwerk an den Kapitellen und übereinandergestellte Säulen an der Apsis machen diese Kathedrale zu einem der Höhepunkte eines Apulienbesuches.:






Zwei Bronzeportale, an der Hauptfassade mit gewundenen Drachen und furchterregenden Löwenköpfen, die zwischen ihren gefletschten Zähnen Ringe halten - auch dies außergewöhnliche Beispiele früher Bronzekunst:



Am Nachmittag fuhren wir nach Foggia. Unweit des Zentrums fanden wir einen Parkplatz und gelangten, als wir Richtung Kathedrale gingen, zunächst einmal an die Piazza Umberto Giordano.

Dort ist diesem - in Italien wesentlich bekannteren - Opernkomponisten 1961 ein Denkmal errichtet worden. Im Kreis um sein Standbild finden sich schöne Skulpturengruppen, die Szenen aus seinen Opern abbilden.




Von dort weiter zur Kathedrale, die wir nur von außen sehen konnten. Auch hier wunderbarer Schmuck an der Fassade:




Bevor wir das letzte Ziel dieses Tages ansteuerten, gab es eine Stärkung in einer sehr netten Bar/Pasticceria.




Dann weiter nach Lucera. Hier Besuch der Kathedrale und des sehr sehenswerten archäologischen Museums.




Museo Civico Archeologico:

Dort waren wir die einzigen Gäste. Die sehr aufmerksame Signora führte uns persönlich durch alle Räume, schaltete die Beleuchtung ein, gab Erklärungen und Antworten auf Fragen und begleitete uns so durch dieses wunderschöne Museum, geduldig wartend, bis wir alle Fotos gemacht hatten. ;) Hier nur ein kleiner Ausschnitt, etwas Besonderes sind die Terrakotten aus dem 3. Jahrhundert vor Christus:








Ein ganzer Raum ist einem herrlichen Fußbodenmosaik gewidmet:


Neben Ornamenten finden sich hauptsächlich maritime Motive, u.a. römische Surfbretter :~



Den ganzen Tag über regnete es immer wieder. Sowohl in den Orten, mehr noch aber über Land stand das Wasser teilweise in riesigen Pfützen auf den Straßen. Das sollten wir am nächsten Tag noch extremer erleben.
Da der Regen nicht nachlassen wollte, das Restaurant, das ich mir im Reiseführer in Lucera ausgesucht hatte, dauerhaft geschlossen war, kehrten wir, nachdem wir in einem der gefühlt 20 Läden mit Kinderklamotten kleine Mitbringsel für die Enkelkinder erstanden hatten, zum Abendessen wieder nach Troia zurück.
Dort nahmen wir die zweite Empfehlung der Signora wahr: Ristorante d' Avalos.
Diese beiden ristoranti besuchten wir aufgrund der guten Erfahrungen am nächsten Tag noch einmal.
 
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Angela

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Orsara di Puglia, Bovino

Freitag, 30. Oktober 2015​


Beim Blick aus dem Fenster konnte man die Nachbarhäuser kaum mehr erkennen. Nebel und Regen - das hatten wir uns nicht ganz so vorgestellt!;)
Aber unterkriegen lassen wir uns nicht und beschließen, trotzdem ein paar der kleineren Orte der Umgebung zu besuchen.

Erstes Ziel: Orsara di Puglia. Ganz am Berg gelegen, was wir aber wegen des Nebels nicht wirklich wahrnehmen konnten. Was wir aber sahen, waren unterwegs unglaubliche Sturzbäche, Schlammlawinen, heruntergeschwemmtes Geröll und überflutete Felder. Es musste viel und ausgiebig geregnet haben.


Viel sahen wir nicht vom Ort, parken war schwierig, nur kurz Aufwärmen in einer Bar, kein einziges Foto, dann weiter nach Bovino.
Es hatte fast aufgehört zu regnen, der Nebel lag auch hier noch über dem Bergdorf, aber wir könnten doch sehen, dass es ein wirklich netter, ansprechender Ort ist.



Die Kirche war offen, ein etwas dunkler Raum, auch hier Figurenschmuck am Portal:




Zum Mittagessen und Siesta fuhren wir zurück nach Troia und bewunderten noch einmal bei besserem Wetter die herrliche Kathedrale.







... dann noch einmal nach Foggia, um ein paar Lebensmittel zu kaufen.
Am Abend kam wieder Nebel auf und auf dem Heimweg vom Abendessen machte der BEVA in einer sehr schmalen Gasse folgendes nette Bild:


:thumbup: ;) :thumbup:


 
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Ludovico ROB

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Ich wünsche euch sehr, dass das Wetter einen Salto schlägt und dann seine beste Seite zeigt.
 

Angela

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Eure Wünsche sind schon gestern in Erfüllung gegangen! :nod:
Die diesbezügliche Wettervorhersage war auch der Grund, weshalb wir unseren Abstecher zum Gargano auf unseren Reisetag verschoben haben. Dort oben war es zwar windig und frisch, jedoch den ganzen Tag kein Regentropfen und am Nachmittag kam auch schon die Sonne heraus.
Näheres nach dem Frühstück! ;)
 

Angela

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Siponto, Monte Sant' Angelo, Manfredonia, Barletta

Samstag, 31. Oktober 2015​


Wie schon angedeutet war das unser Abreisetag. Der Nebel, der noch am Vorabend die Kathedrale wieder in fast gespenstisches Licht gehüllt hatte, war verschwunden, wir hofften wohl zu Recht, dass der Wetterumschwung kommen würde.
Sehr herzliche Verabschiedung von der Signora, die uns zum Abschied noch einen Granatapfel schenkte - ein wirklich wunderbares Quartier!

8.15 Uhr Abreise über Foggia Richtung Gargano. Der Bergrücken zeigte sich schon bald, kurz darauf auch il mare!An unserem ersten Ziel waren wir schon vorbeigefahren, als wir es bemerkten:
Noch vor Manfredonia gibt es zwei architektonische Kleinode zu bewundern, San Leonardo di Siponto und, schon fast im Gebiet von Lido Di Siponto, die Kirche Santa Maria Di Siponto.

Beide werden gerade mit viel Aufwand restauriert, von der ersten konnten wir nur über den Bauzaun das Portal bewundern, Santa Maria wurde eben für eine Hochzeit geputzt und vorbereitet, was vielleicht unser Glück war. Wir bekamen ein paar Erläuterungen und konnten die Kirche ausgiebig betrachten, in der Krypta wird noch gearbeitet und auch die Außenanlagen sind noch Baustelle.
Diese beiden schönen Beispiele des Romanico Pugliese werden nach Fertigstellung hoffentlich zu besichtigen sein und sind wirklich die Anfahrt wert.

San Leonardo di Siponto:





Santa Maria di Siponto:




Durch Manfredonia ging es dann weiter, 800 Höhenmeter hinauf nach Monte Sant' Angelo. Dieses Michaelsheiligtum wird zwar nicht ganz so stark von Pilgern besucht wie einige Kilometer weiter die Pilgerstätte am Geburtsort von Padre Pio, doch sind dort ungleich viel mehr Besucher als überall sonst in Apulien. Andenken- und Devotionalienläden säumen den Weg vom Parkplatz am Castello zur Grottenkirche San Michele.






Dort war eben Gottesdienst, so dass wir uns zurückhielten, die Krypta und das Lapidarium in restauro. So gingen wir wenige Schritte weiter zur Ruine der Kirche San Pietro, dem Battistero und der Kirche Santa Maria Maggiore.


Herrliche Portale auch hier, aber leider auch Baustelle, so dass wir das Baptisterium nur durch ein kleines Fenster vom Hintereingang aus sehen konnten.





Blick durch einen Innenhof auf das Baptisterium und durch eine kleine Tür ins Innere.


Im Inneren der Kirche Santa Maria Maggiore war eine Restauratorin an einem Fresko beschäftigt, die uns mitteilte, dass sowohl das Battistero als auch die Kirche San Pietro noch chiuso per lavori sind.





Schlendern durch den Ort, Mittagspause in einer modernen Pizzeria (überteuert :~ :blush:) ...


... dann wieder bergab und Kaffeepause in der Fußgängerzone von Manfredonia - in der Sonne!



Auf dem Weg nach Bari dann zum 2. Mal in Barletta. Wir kamen an, als zur blauen Stunde die Kirchen gerade geöffnet hatten und besuchten Santo Sepolcro, Sant' Andrea und die Kathedrale. Der erneute Abstecher hat sich sehr gelohnt!



Sant´Andrea






Cattedrale


Dann noch Einkaufen im riesigen Coop und Weiterfahrt nach Bari Santo Spirito. Dort wurden wir von der Mutter des Gastgebers mit überaus großer Herzlichkeit und einer Unmenge von Ankunftsgeschenken empfangen. Von einem bereits dekantierten Rotwein über frische Trauben, einer noch warmen Focaccia, Spezialitäten aus der Pasticceria bis hin zu einem mit Butter, Eiern, Getränken gefüllten Kühlschrank - vom Frühstücksbuffet in Form von Unmengen von Keksen, Marmelade Nespressomaschine ... ganz zu schweigen.




So etwas hatten wir wirklich noch nie erlebt, dazu eine sehr großzügige Villa mit Garten und mehreren Terrassen (wo ich gerade sitze und tippe!) und drei sehr gemütlichen Schlafzimmern. Wer also eine Unterkunft in Bari sucht, bekommt von mir den ultimativen Tipp! ;)


 
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Simone-Clio

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Liebe Angela,

eben habe ich mit Interesse deine ersten Eintragungen ins apulische Reisetagebuch gelesen.

Fotos gibt es wieder erst später, aber ich kann Euch schon schöne Dinge versprechen. :nod:
Da ich mich noch gut an deinen herrlichen ersten Apulienbericht vor zwei Jahren erinnere, hege ich daran nicht den geringsten Zweifel.

Ein Glück, dass die Sonne sich nun eines Besseren besonnen hat und euch die nächsten Tage hoffentlich treu bleibt.

Erholsame Tage mit schönen Ausflügen von Bari aus
wünscht
Simone
 

gengarde

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Liebe Angela,
gerne habe ich deine ersten Reisenotizen gelesen, die einige unserer Sommerentdeckungen und nicht geschafften Ziele aus diesem Jahr berührt haben. Die Wetterverhältnisse im August waren natürlich ganz anders bei 30 Grad plus im weitgehend nicht vorhandenen Schatten, aber nicht weniger herausfordernd8).
Ich wünsche euch noch viel Spaß und weiter tolle Entdeckungen bei gutem Wetter.

Gruß gengarde
 

Angela

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15.03.2020-22.03.2020
Vielen Dank für Eure Rückmeldungen und guten Wünsche!
Heute ist es herrlich bei 20 Grad plus, die Jacke darf in der Tasche bleiben. [emoji6]
Wir sind in Bari und haben eben die beiden großen Kirchen besucht.
 

Angela

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Castel Del Monte, Ruvo Di Puglia, Giovinazzo

Sonntag, 1. November 2015​


Herrliches Wetter, wir genießen die Sonne, sitzen im Garten, lesen und entspannen uns. Mittagessen zu Hause, Siesta, gegen 15.30 Uhr Abfahrt.


Wir hatten beschlossen, an diesem Tag noch zum Castel Del Monte zu fahren. Das war eine sehr gute Entscheidung, denn erstens war an diesem ersten Sonntag der Eintritt frei und zweitens hatten wir eine grandiose Abendstimmung mit Sonnnenuntergang. :nod: :thumbup:













Auf dem Heimweg noch Station in Ruvo Di Puglia. Die Kathedrale wunderschön angestrahlt, innen konnten wir nur von hinten schauen, da gerade der Rosenkranz gebetet wurde.



Wir fuhren zurück Richtung Küste und wollten eigentlich zum Abendessen nach Trani und die Kathedrale in der Abendbeleuchtung erleben. Auf der Suche nach einem Parkplatz (vor zwei Jahren hatten wir am Hafen geparkt) gerieten wir in eine Endlosschlange, die offenbar alle einen Parkplatz suchten. Wir hatten Zeit, es blieb uns auch nichts anderes übrig, also im Stop and Go durch die enge Altstadt zu kriechen, bis wir am Castello feststellten, was los war: eine Hochzeitsmesse mit allem, was dazu gehört, das Castello in rosa, Laserstrahlen über der Stadt, Musik und unendlich viele Menschen. Dazu die chaotische Fahrweise, es war ein Erlebnis!

Also keine Chance in Trani, wir versuchten unser Glück in Giovinazzo, das wir noch nicht kannten. Wir bekamen ganz nah des Zentrums einen Parkplatz, schlenderten durch die netten Gässchen und landeten schließlich in einem sehr gemütlichen Lokal, das sich "La Creperia" nennt und fantasievolle Kreationen von Crêpes, aber auch italienischen Gerichten anbot. Wir aßen sehr gut und gemütlich und waren dann nach 10 Minuten wieder zu Hause.

 
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Angela

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Bari, Polignano a Mare, Conversano

Montag, 2. November 2015​


Am Morgen bekamen wir (angekündigten) Besuch vom ebenfalls ganz herzlichen Gastgeber persönlich, der uns Cornetti zum Frühstück brachte und sich nach unserem Wohlbefinden erkundigte. Er erzählte, er habe fast nur deutsche Gäste und sei damit ausgesprochen zufrieden. ;)

Gegen 10 Uhr brachen wir auf nach Bari. Wir folgten dem Tipp von Enzo und ließen uns vom Navi zu einem Parkhaus in der Neustadt bringen. So ganz ohne Hindernisse war das allerdings auch nicht, es schien alle Welt auf den Strassen zu sein. :~ Schließlich kamen wir aber im ganz neuen geräumigen Parkhaus an und machten uns auf den Weg zum centro storico.


Obwohl es nun doch später war, konnten wir in aller Ruhe beide Hauptkirchen besichtigen, zuerst die Kathedrale San Sabino.








In der Kathedrale hatten wir auch genug Zeit, die hervorragend angelegten und dokumentierten Ausgrabungen der früheren Kirchen und römischen Reste ( u.a. ein Stück der Via Traiana) zu betrachten, wirklich vorbildlich und sogar behindertengerecht.



Anschließend durch die verwinkelten Gässchen zur Basilika San Nicola.​






Der besonders ausdrucksstarke Bischofsthron:





Ein kleiner Abstecher zur Uferpromenade ...



... dann am Castello vorbei ...



... zurück zur Neustadt, die komplett in regelmäßigen Blocks angelegt ist, und dort in das Ristorante Terranima, das ich mir im Führer herausgesucht hatte, da es bekannt sein soll für vegetarische Gerichte. Wir aßen sehr spät, gut und reichlich und machten uns dann auf den Weg nach Polignano a Mare, wo wir in der beginnenden Dämmerung und blauer Stunde auf die Klippen herabschauten und durch die engen Gässchen schlenderten.


Wenige Kilometer landeinwärts liegt Conversano, wo wir der Kathedrale einen kurzen Besuch abstatteten. Auch hier Rosenkranz und nur kurze Innenbesichtigung.




Dann nach Hause und geruhsamer Ausklang des Tages.
 
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Bitonto und Trani

Dienstag, 3. November 2015​


Heute haben wir "nur" zwei Orte besucht, dabei aber sicher zwei der schönsten und bedeutendsten Kathedralen Apuliens gesehen: Bitonto und Trani.

Wenige Kilometer von unserem Wohnort, Santo Spirito, aus gelangten wir nach Bitonto, das wir beim Anflug auf Bari schon aus der Luft bewundern konnten. Die Parkplatzsuche war nicht so ganz einfach, wir fanden dann aber auf einer langen Einkaufsstraße, die von der Altstadt in Richtung der Außenbezirke führt, einen Platz und marschierten los, das Tor zum Centro Storico vor Augen.


Zwei Komponisten "begegneten" wir in Bitonto:

Tommaso Traetta und Domenico Cimarosa:


Traetta, als in Bitonto Gebürtiger, ist Widmungsträger des Theaters - er war ja auch seinerzeit als Opernkomponist sehr bedeutend - Cimarosa ist dort eine Strasse gewidmet. Beide sind Vertreter insbesondere der neapolitanischen Oper, wurden aber im Lauf der Musikgeschichte durch die "klassischen Zeitgenossen" Mozart und Beethoven in den Hintergrund gedrängt. Wenn man bedenkt, dass vermutlich über 80000 Opern im Laufe der Geschichte komponiert wurden, ist es nicht verwunderlich, dass neben den aus den Spielplänen verschwundenen Opern auch deren Komponisten in Vergessenheit gerieten.

Leckerer Cappuccino und Cornetto, bevor wir zum Dom gingen.
Unser Vermieter erzählte uns von einem kürzlich erschienenen Artikel, wonach die Kathedrale von Bitonto zu den 15 bedeutendsten Kirchen Italiens gehöre, was wir gerne bestätigen können.









Der Schmuck der Portale und Fenster ist ganz außergewöhnlich, der Innenraum sehr harmonisch mit einer wunderbaren Kanzel und einer außergewöhnlich schönen Holzbalkendecke.




Dieses Mal konnten wir auch die Krypta und die Ausgrabungen besuchen, wo ähnlich wie in Bari die Vorgängerbauten ausgegraben und sehr gut dokumentiert sind. :nod:




Ein schönes I-Tüpfelchen war die neapolitanische Krippenlandschaft in der Krypta.


Nun war es Mittag, die Kirche wurde geschlossen und wir machten uns auf den Weg nach Trani, wo wir etwas zu Mittag essen und vor allem die Sonne genießen wollten. Ein für Italein ungewöhnliches Schild war - zwar nicht sehr malerisch, aber informativ - mitten auf der Piazza del Duomo aufgestellt:


:thumbup:;):thumbup:

Heute war es in Trani überhaupt kein Problem, direkt am Hafen einen Parkplatz zu finden, wir schlenderten auf der Suche nach einem netten Restaurant durch die Altstadt, landeten allerdings doch wieder am Hafen, wo wir ganz ordentlich zu essen bekamen.


Bei diesem ersten Spaziergang kamen wir ganz zwangsläufig auch schon einmal an der Kathedrale vorbei:




Sonne gab es dort leider nicht, weshalb wir auf der Suche nach den letzten Sonnenstrahlen zufällig in eine Seitenstraße gerieten, wo wir in einem ganz süßen kleinen Lokal draußen sitzen und die lokale Spezialität probieren konnten: den "Moscato di Trani", ein feiner Dessertwein.


Etwas weiter noch ein Stopp in einer Bar mit Blick über den Hafen für einen Kaffee, bis die Sonne auch da verschwunden war.



Mittlerweile hatte die Kathedrale wieder geöffnet und wir genossen auch hier den unglaublich schönen Kirchenraum samt Krypta und noch darunter liegender Kapelle.



Von der wertvollen Bronzetür ...


... ist draußen eine Kopie, das Original kann man innen betrachten:


Doch am schönsten ist diese Kirche fast von außen, da gibt es sicher viele schöne Bilder des BEVA aus allen Perspektiven.
=> Hier kommen die Bilder:


Da kann man sehr gut den wehrhaften Charakter dieser Kathedrale sehen





Blaue Stunde in Trani, dann kurzer Spaziergang auf die Hafenmole gegenüber mit wieder neuem Blick, dann Heimfahrt, Einkaufen und Essen zu Hause.
 
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Acquaviva delle Fonti, Alberobello, Martina Franca, Cisternino

Mittwoch, 4. November 2015​


Heute war ein Ausflug ins Valle d' Itria geplant. Auf dem Weg dorthin machten wir Rast für ein zweites Frühstück und die Kathedrale in Acquaviva delle Fonti. Beides - Cappuccino und Cornetti wie auch die Kathedrale mit herrlicher Außengestaltung - war ganz nach unserem Geschmack.


Die Kirche ist innen barockisiert, die teilweise romanischen oder aus der Renaissance stammenden Kapitelle dick golden übermalt, so dass uns der Anblick der Fassade deutlich mehr begeisterte. Etwas Besonderes war hier die gelungene, sehr einheitlich wirkende Kombination aus apulischer Romanik und Renaissance-Elementen.



Durch eine gänzlich andere Landschaft als in der Terra Di Bari ( dort überwiegen riesige Olivenplantagen) fuhren wir Richtung Alberobello. Hier sahen wir wieder die typischen Steinmauern und die sehr abwechslungsreiche, leicht hügelige Landschaft; neben Olivenbäumen gab es auch einzelne Obstgärten und abgeerntete Getreidefelder. Die ersten verstreuten Trulli tauchten auf.



Und dann waren wir in Alberobello.
Mittagessen in einem sehr gutem, gemütlichen Lokal (La Cantina), sowohl im Michael Müller-Führer, als auch von unserem Vermieter empfohlen. In der offenen Küche, wo man jeden Handgriff des Kochs beobachten konnte, wurden sehr feine, fantasievolle Gerichte gekocht.


Dann natürlich Abstecher in die Trulli - Viertel.
Diesen Ort hatten wir beim letzten Mal gemieden, da er doch sehr touristisch ist. Einmal kann man das schon gesehen haben, vor allem in dieser Jahreszeit, wo sich nicht wie im Sommer, Tausende Touristen durch die engen Gassen schieben. Dennoch: So viele Touristen auf einem Fleck wie dort haben wir an keinem anderen Ort in Apulien gesehen ... :~ Und natürlich auch die entsprechenden Souvenirläden gibt es, teils aber auch schöne Handwerkskunst.






Unser nächstes Ziel war die Barockstadt Martina Franca.



Bummel durch den Ort, der oft mit Lecce verglichen wird, jedoch ungleich intimer und winkeliger ist, von der Struktur der Altstadt her eher mit Ostuni oder auch Cisternino zu vergleichen, das wir danach noch kurz besuchten.






Kurze Kaffeepause im ebenfalls im Führer erwähnten alteingesessenen Café Tripoli, dann weiter nach Cisternino, das uns auch gut gefiel.




Dann gings über die Küstenstraße wieder nach Hause, wo wir mit Brot, Käse, Tomaten und Wein ein gutes Abendessen zu uns nahmen.
 
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Giovinazzo, Bisceglie, Trani und Molfetta

Donnerstag, 5. November 2015​


Heute, an unserem vorletzten Tag (wie doch die Zeit wieder einmal fliegt!) haben wir einen sehr schönen, noch dazu den bisher wärmsten, Tag an der Küste nördlich von Bari verbracht. In einem unserer Führer war davon die Rede, dass dort die schönen Kathedralen und Hafenstädte "wie Perlen an einer Kette aufgereiht" sind. Das können wir bestätigen, nachdem wir heute die, die uns in der Reihe noch fehlten, aufgesucht haben.

Der erste Ort, nur wenige Kilometer von Santo Spirito, wo wir wohnten, entfernt, war Giovinazzo.



Auf dieser Piazza fühlten wir uns doch etwas an Rom erinnert ... ;)

Zum Essen waren wir ja schon einmal dort und wussten, wo man gut parken kann. Heute nun besuchten wir nach dem obligatorischen Cappuccino auf der Piazza die Kathedrale mit wiederum wunderschönen Figurenschmuck auf verschiedenen Seiten.




Innen komplett barockisiert, was zuerst natürlich befremdet, dieses Mal konnten wir uns nach eingehender Betrachtung durchaus damit anfreunden, obwohl innen die Architektur auch sehr stark verändert wurde, die herrliche Rosette z.B. ist innen komplett hinter den barocken Gewölben verborgen.


Bummel durch den sehr netten Ort mit Blick über den Hafen:



Der nächste Ort, den wir besuchten, war Bisceglie. Dort fanden wir gleich am Eingang zum Centro eine Touristeninformation, wo wir Pläne und eine kleine Broschüre auf Deutsch erhielten von einer sehr freundlichen Dame, die bedauerte, kein Deutsch sprechen zu können.
Was sie uns leider nicht sagte, vielleicht auch nicht wusste: Der Dom hatte bereits um 11.45 geschlossen und als ich mich bei zwei Leuten, die gerade aus dem Diözesanmuseum kamen, erkundigte, bekam ich die Auskunft, um 17 oder vielleicht auch erst um 18 Uhr würde wieder geöffnet. Also mussten wir uns mit den schönen Portalen begnügen, was aber nicht weiter schwer fiel angesichts der wieder einmal unglaublichen Bildhauerkunst:




Impressionen des sehr netten Städtchens:



Auf der Suche nach einer anderen Kirche kamen wir am "Pro Loco" - Büro vorbei, wo ich nach der Kirche Santa Margherita fragte. Eine nette junge Dame bot sich an, uns zu führen, leider ist auch diese Kirche zu und auch die Grabmäler, die außen sein sollen, nicht zu besichtigen, da auch das Tor verschlossen war, lediglich ein Blick durch das Gitter war möglich.


Bevor es weiterging Cappuccino auf der sonnigen Piazza:


Es war so herrliches Wetter, wir hatten beim letzten Mal vor wenigen Tagen keine Zeit mehr, die große Villa Comunale anzuschauen bzw. uns dort aufzuhalten, deshalb fuhren wir noch einmal nach Trani.



Dieser große Park mit herrlichen Blicken auf das Meer, den Hafen und die Kathedrale wurde der Ort für Siesta, gemütliches Umherwandern und Fotografieren.

Eine sehr nette "mechanische" Uhr ;)







Noch ein Cappuccino mit Blick über den Hafen, dann fuhren wir zurück zum letzten noch fehlenden Ort der "Perlenkette": Molfetta.

Diese große Stadt ist in den Außenbereichen noch häßlicher als andere, der Kontrast zum belebten Hafenviertel und der engen kleinen Altstadt kam uns noch größer vor als anderswo. Wir erlebten eine schöne Stimmung zur blauen Stunde. Die Kathedrale liegt auch hier direkt am Hafen, zum Eingang muss man einmal fast ganz herum gehen.



Innen außergewöhnlich mit byzantinisch anmutenden Kuppeln und einigen schönen romanischen Details.




Dann wieder nach Hause, wo es Spaghetti mit Pesto gab.
 
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Altamura, Gravina in Puglia, Matera

Freitag, 6. November 2015

Unser letzter Tag war noch einmal ein ganz besonderes Erlebnis mit zwei wunderbaren Kathedralen und der Höhlenstadt Matera.

Vorbei an großen Olivenhainen ...




... fuhren wir Richtung Altamura.

Wie fast überall fanden wir auch hier einen perfekten Parkplatz und waren nach nur 5 Minuten direkt an der Kathedrale.


Dort gönnten wir uns nebenan zuerst einmal im alteingesessenen Cafè Ronchi ein ausgiebiges 2. Frühstück. Wir saßen sehr gemütlich im kleinen, feinen Innenraum und ließen uns je zwei Cappuccini und 2 süße Teilchen munden, wofür ich insgesamt nur 14 Euro bezahlt habe, und das bei wirklich hervorragender Qualität! :thumbup:



So gestärkt gingen wir 2 Schritte und standen schon vor der Kathedrale mit dem herrlichen Löwenportal. Löwen gibt es in Apulien viele, so ausdrucksstark wie diese hier sind sie aber nirgends.


Überhaupt ist das ganze Portal ein ganz besonderes Kunstwerk.






Innen barockisiert offenbart die Kirche aber doch noch ihren romanischen Ursprung und wirkt sehr einheitlich.



Sehr nett die an neapolitanische Krippen erinnernde Krippenlandschaft in einer Seitenkapelle:
Das eben noch in natura gesehene Caffè Ronchi:




Nun war es schon Mittag und so konnten wir die Kathedrale von Gravina in Puglia nur von außen besichtigen (herrlich die Rosette!) und einen Blick auf die ebenfalls, wenn auch nicht so spektakulär wie Matera, am Hang und teilweise in Höhlen gebaute Stadt werfen.