Unser letzter voller Tag in Rom und endlich auch das lang ersehnte MFT mit unseren Pilgern aus Assisi. Doch morgens ging noch jeder seiner Wege.
Sei es um Kraft für das MFT mit den Due Pazze zu tanken, oder letzte Mitbringsel für zuhause einzukaufen. Sogar die Due Pazze trennten sich an diesem Morgen und so ging jeder in Rom seiner Wege.
Nachricht von unseren Pilgern,
die zum Abschluss noch mit einem sehr schönen Erlebnis belohnt werden.
Zum Abschluss unserer Pilgerreise besuchten wir noch die Kirche San Francesco a Ripa, weil wir die Zelle sehen wollten, die Jacoba dei Settesoli, die liebe Freundin des Francesco, im damaligen Hospiz San Biagio für ihn vermittelt hatte. Da nach Francescos Tod die Zelle schnell zum Wallfahrtsort wurde, hat man sie auch nach dem Abriss der Gebäude und dem Neubau der heutigen Kirche in diese integriert.
Jedoch fanden wir die Zelle nicht. Da trafen wir in der Sakristei auf einen freundlichen, älteren Herrn, der sich in der Folge als Padre Vittorio erwies. Auf die Frage, ob man denn die Zelle des hl. Francesco nicht besichtigen könne, bat er uns, kurz zu warten, versorgte sich mit einer ganzen Reihe von dicken Schlüsseln und führte uns über Treppen und Ecken zu der besagten Zelle, die als Kapelle eingerichtet ist. Sie beinhaltet 3 Reliquien des Poverello, den Stein, der ihm als Kopfkissen gedient hatte ein Teil von einer Binde und ein Teil seines Gürtels.
Mit größter Bereitschaft erklärte uns Padre Vittorio die Reliquien, die auf den Altarbildern Dargestellten, die Geschichte des Gebäudes und der für die Erhaltung maßgeblichen Personen. Mit seinen Schlüsseln und versteckten Mechanismen konnte er wie von Wunderhand die Altarflügel verändern. Als Höhepunkt spendete er uns den Segen. Wir waren dermaßen emotional angefasst, aber Padre Vittorio zerstreute unsere Beklommenheit schnell, erkundigte sich nach unseren Pilgerstationen und nach unseren früheren beruflichen Tätigkeiten, sodass wir tief berührt und beglückt den Ort und die wunderbare Begegnung verlassen konnten.
Mit dem christlichen Segen und gut gestärkt durch ein hervorragendes Mittagessen, waren wir nun wohl gerüstet, unsere Aufgabe, von Romfan die Due Pazze zu übernehmen.
Pecorella:
Nach dem gemeinsamen Frühstück mit Nihil in der netten Bar am Largo dei Librari, trennten sich die Wege. Pecorella suchte noch Mitbringsel für nahende Geburtstage und drehte, entgegen ihrer eigentlichen Absicht, doch wieder eine große Runde durch das Centro.
In Sachen Shopping hoffte Pecorella auf Erleuchtung,
aber trotz bester Absichten konnte Pecorella es nicht lassen und bog mitten im Gewühl wieder in Cortili aperti ab.
Die Füße waren so gut gelaunt, dass sie sogar den Bus verschmähte.
Den Trevi-Brunnen sollte man natürlich nicht auslassen, verspricht er doch immerwährende Rückkehr in die Urbs. Pecorella drängele sich frech nach vorn, um -ohne einen wurfbereiten Taler - ein Angeber-Foto zu machen.
Weiter ging es zur Spanischen Treppe und der Via Margutta. Hier fand mal wieder die jährliche Ausstellung "Cento pittori di Via Margutta" statt. Thema war Klimawandel und ökologischer Übergang, Energieeinsparung und Innovation.
Ein jährlich im Forum angekündigtes Ereignis, das wollte sich Pecorella nicht entgehen lassen.
Nun denn, so wirklich begeistert war Pecorella nicht. Die Künstler saßen gelangweilt auf ihren Stühlen und die Bilder waren zum Teil doch recht banal. Vielleicht hat das ganze gegen Abend mehr flair.
Da fand Pecorella Häuser, Türen und den Marmoraro wesentlich interessanter.
Mittlerweile war auch die Shopping-Tour erfolgreich und Pecorella erstand ganz unbeabsichtigt eine schöne Strickjacke die farblich genau zum tags zuvor erstandenen Schal passte.
Dann wurde es Zeit zur Unterkunft zurück zu kehren, denn Pecorella oblag heute die Schlüsselgewalt und Nihil musste dem Schaf vertrauen sie wieder einzulassen.
Nihil:
Nihil streifte in die entgegengesetzte Richtung. Bestieg den Gianicolo über diese fast vergrünte Treppe
und macht einem, zwar lang verblichenen, aber immer noch bewundernswerten Herrn ihre Aufwertung:
Damit befand sie sich in bester Gesellschaft, denn hatte nicht auch ein Geheimrat seine Bewunderung diesem Dichter gezollt?! Und gleich auch noch ein Werk ihm zu Ehren gedichtet?
Nihil dichtete jetzt nicht, sondern zitierte ein hübsches Liedchen mit Tassos Worten:
"Ecco mormorar l´onde"
Das Rascheln der Blätter hatte schon was arg herbstliches als Nihil den Bergrücken entlangschritt. Die Herren des Befreiungskrieges waren alle schön aufgereit und guckten über Rom hinweg.
Nihil sputete sich, um sich endlich mal mit ein bisschen Zeit in der Kirche S. Pietro Montorio umzuschauen. So schenkte sie gewissen Kopfbedeckungen und rauschenden Brunnen nur wenig Aufmerksamkeit.
Die Aufmerksamkeit hätte sie sich aber nehmen können. Denn auch mit mehr Zeit, gibt sich die Kirche S. Pietro Montorio unnahbar und dunkel. Das , was Nihil sehen konnte, riss sie nicht zu Begeisterungsstürmen hin. Also stieg sie hinab nach Trastevere, gönnte sich ein leckeres Eis, ganz ohne Aufsicht durch Pecorella und beschloss, weiterer Kultur zu entsagen. Das geht in Rom natürlich nur bedingt....Santa Maria in Trastevere hatte gerade eine zeitlich unbegrenzt Beleuchtung der Apsis an, was Nihil anzog wie eine Motte das Licht.
Zum ersten Mal wurde mir bewusst, dass Schafe sehr modebewusst ihre Löckchen ganz individuell aufbrezeln....
Dann wurde es Zeit , auch ein bisschen was festeres zu sich zu nehmen. Nihil versorgte sich im berühmten "Suppli", mit feinster Pizza und Suppli, und da daneben auch ihr Lieblingsdelikatessen Geschäft liegt, versorgte sie sich auch gleich vorsorglich mit wunderbaren Fleisch- und Käsespezialitäten für daheim. Ganz gerührt war Nihil, dass der Geschäftsinhaber sie vom letztjährigen Einkauf wieder erkannte. Da fühlte sie sich ganz als Römerin.
Die Pizza und Suppli wollte Nihil nicht bis in die Wohnung schleppen, also suchte sie sich ein Plätzchen, wo sie ruhig ihre Leckereien verspeisen konnte. Sie nahm Platz an einem Ort, wo wohl kurz vorher ein Pilgerpaar eingekehrt war. Auf den Treppenstufen von S. Francesco di Ripa schmeckten die Mitbringsel besonders gut. Aufgrund der Mittagszeit wurde Nihil Kultur und Segen aber leider verweigert, und die Pilger waren auch schon weitergezogen.
Gegen 14 Uhr hatten sich Pecorella und Nihil wieder bei der Unterkunft verabredet, um sich für das bevorstehende Pilger- MFT-Palaver aufzuhübschen. Und 7 Tage Rom hatten deutliche Spuren hinterlassen.... also Rouge und Lippenstifte gezückt und so dem blassen Antlitz wieder etwas Frische eingehaucht.
Dann pilgerten wir tapfer die paar Schritte zu Giordano Bruno, wo uns unser
wahrer Pilger und seine Bewa schon erwarteten.
Es ist ein euch allen wohlbekannter Forista, der seinen ständigen römischen Wohnsitz auf dem Gianicolo hat.
Bixio und seine Bewa waren die tapferen Pilger, die zu Fuß von Assisi nach Rom pilgerten und nun folgte ein sehr schönes und langes MFT im Sitzen....
Die Übernahme der wilden Pseudopilgerinnen Pecorella und Nihil durch Bixio klappte problemlos und er musste ab sofort auf gleich drei sehr quirlige Damen( nämlich einschließlich seiner BEVA) aufpassen, doch diese Aufgabe meisterte er problemlos, unterstützt von Aperol.
Es verschlug uns zunächst in unsere nahegelegene Frühstücksbar, die nicht nur Frühstück bietet sondern alle kulinarischen Bedürfnisse des Tages und der Nacht abdeckt, und wo wir bei schönstem Wetter draußen Aperol und Kaffee genossen. Und quatschten, und quatschten und quatschten. Ach, es gab ja so viel zu erzählen. Das Laufpensum von Bixio, das angeschlagene Knie, dass die sehr sportliche Bewa leider ausgebremst hatte und, und, und..........
Es dunkelte schon, doch waren wir immer noch nicht fertig mit all unseren Erzählungen. Wir gingen zum gemütlichen Teil über und wir verlegten das Treffen nun in unsere kleine Bar, hinter dem Campo dei Fiori. Erst nach weiteren 2 Stunden und auch weiteren Aperols mussten wir langsam zum Ende kommen. Aber eigentlich hätten wir uns noch Stunden weiter unterhalten können.
Wir brachen auf zur Bushaltestelle, denn die wahren Pilger schliefen in einer Pilgerherberge. Pecorella hatte den Bus 46 als besonders günstig für die Heimfahrt ausgemacht. Nun, der Abschied von unseren sehr lieb gewonnenen Pilgern erfolgte dann leider sehr abrupt, den noch während wir auf die Haltestelle zugingen, kam der 46ger angefahren.
Aber es war wahrscheinlich eine Vorsichtsmaßnahme der ATAC, deren Fahrplan schon früher unter den ausschweifenden Abschiedsritualen der Due Pazze gelitten hatte.
Wir bedanken uns bei Bixio und seiner Bewa für dieses wunder- wunder-wunderschöne MFT und somit für einen rundum wunderbaren Abschluss unserer pilgersamen Romreise.