Zwei Aperol und das Laufpensum des vergangenen Tages zeigten ihre Wirkung, die Due Pazze schliefen tief und fest.
So gegen 7:00 Uhr wurde Pecorella wach und sah schon Licht in Nihils Schlafzimmer, also blökte sie ein fröhliches Guten Morgen in den Raum.
Doch es kam keine Antwort, lag Nihil etwa doch trotz Beleuchtung noch schlafend in den Daunen? Also nochmal „Guuuuuuten Morgeeeeeeeen“ geblökt, wieder nichts.
Pecorella hüpfte aus den Federn und fand Nihils Bett verlassen vor, Nichts, aber auch gar Nichts war vom Nichts zu sehen.
Bad, Küche alles leer, ob man Nihil wohl entführt hatte? Die immer noch wild zirpende Zikade tat, als wisse sie nix von Nix.
Eine Whatsapp brachte dann endlich Licht in das Dunkel des frühen Morgens. Nihil litt gegen 6:00 Uhr unter seniler Bettflucht und hatte sich zu einer Runde durchs morgendliche Rom aufgemacht. Alle Versuche das Schaf zu wecken und zum Mitgehen zu bewegen, waren erfolglos geblieben. Weshalb sich Nihil trotz ihrer Orientierungsschwierigkeiten aufmachte zu einem kleinen Stadtspaziergang.
Dabei wäre die Begleitung durch das Schaf sicherlich sehr sinnvoll gewesen, denn Nihil wollte zum Trevi-Brunnen und natürlich verlief sie sich, obwohl sie den Hinweisschildern folgte, wieder einmal und irrte durch die leere Innenstadt.
Zunächst ging es über die Piazza Navona, die leider durch die Brunnenabsperrungen sehr viel an Charme eingebüßt hat. Den Trevibrunnen erreichte Nihil dann irgendwann nach sonderbaren Wandlungen und Irrungen.
Der Trevibrunnen, leider ohne Beleuchtung( die wird ja bei Tagesanbruch ausgeknipst) und somit nicht attraktiv in Nihils Dafürhalten, dafür aber schon belagert von anderen Touris. Wir müssen uns leider daran gewöhnen, dass diese ehemals so angenehmen Randstunden, durch die Tipps in den Reiseführern nun auch massifiziert werden.
Schade, aber dafür betrat Nihil eine Kirche am Wegesrand. Das Oratorium Santissimo Crocifisso ist, bunt und wild, die letzten Ausläufer des Manierismus kann man hier bewundern.
Doch Nihil dürstete nicht nach höheren Erkenntnissen, sondern nur nach einem Kaffee. Und der ward ihr dann zuteil, nachdem sie unter Mühen und Anweisungen per Whatsapp das Schaf auf dem Campo di Fiori wiederfand. Der Kaffee wurde unterlegt mit köstlichen Cornetti aus dem Forno.
Wer es schafft den Campo dei Fiori so früh zu besuchen, der erlebt seinen Charme, der tagsüber mit den ansteigenden Touristenmassen leider verloren geht.
Nach ausgiebigem Frühstück stand wieder Kulturprogramm an....Zwangsbildung für das Schaf... Doch zuvor ging es noch in den nur wenige Schritte entfernten Lieblings-Lederwaren-Laden von
@Schwarzwaldgirl zwecks zwangsmäßiger Geldausgabe.
Danach ging es in die Kapitolinischen Museen. Es war recht leer und wir konnten alles in Ruhe bestaunen.
Die Lupa ist umgezogen und steht jetzt zusammen mit der Reiterstatue des Marc Aurelius in der riesigen Halle, was ihrer Repräsentation nicht bekommt. Sehr schade, denn sie verliert sich in diesem riesigen Raum.
Am frühen Nachmittag schwächelte Pecorellas Kreislauf, wahrscheinlich noch eine Folge des aufregenden Morgens. So machte sie sich allein auf den Rückweg, schlenderte durchs Zentrum und fand interessante Laternen
während Nihil noch ausgiebig im Museum herumgeisterte. Man traf wieder zusammen in der Unterkunft und legte ein Päuschen ein, denn die beiden Pilgerinnen hatten noch ein nettes Abendprogramm vor sich.
Im Zug nach Frascati trafen wir wieder auf Romfan und den Bajuwaren zusammen. Was folgte, war ein netter Abend in dem wunderbaren Lokal "La Terra e il Mare". Exquisite Gerichte, die quer über den Tisch geteilt wurden, und ein
echter Frascati, der schon beim ersten Schluck schmeckte und auch keine Folgen für die Heimreise nach sich zog. Alle traten trittsicher die Heimfahrt an.
Diesmal hatten wir den selben Ausstieg, was den Abschied erleichterte, denn so blockierten wir nicht, wie im letzten Jahr, die Abfahrt des Busses durch übermäßige Sympathiebekundungen im Fahrgestell.
Der Abschied vor dem Hotel der bayrischen Pilger dauerte dann immerhin noch ca. 20-Minuten, da wir nicht genau wussten, ob wir noch einmal die Gelegenheit zum großen Pilgerpalaver haben würden.
Mitteilung vom Pilgerweg:
Von Narni nach Rieti
Sacro Speco di Narni, Cascata delle Marmore, Santuario Fonte Colombo, Santuario del Presepe di Greccio
Aufbruch : 8 :15 Uhr leider immer noch Regen, doch ab 9:15 Uhr Sonnenschein.
Ankunft 18:00 Uhr in Rieti