Santa Pudenziana beherbergt ein wertvolles
Mosaik in der
Apsis, ein Hauptwerk der
spätantiken Mosaikkunst. Es stellt den thronenden Christus als lehrenden Philosophen dar in der Form des bärtigen, des sog. „syrischen“ Typs. Neben ihm die Apostelfürsten Paulus und Petrus, bekränzt von Personifikationen der Heiden- (
Ecclesia ex gentibus) und der Judenchristenkirche (
Ecclesia ex circumcisione). Diese wurden noch in der Spätantike zu Pudentiana und Praxedis umgedeutet. In der Apsis der Basilika
Santa Prassede, die nach Aufkommen der Verehrung der beiden Schwestern errichtet wurde, sind beide Frauen jeweils zwischen zwei anderen Heiligen abgebildet und flankieren Christus. Am Himmel sind zuseiten des Gemmenkreuzes die Tiersymbole der vier Evangelisten zu erkennen: von links nach rechts Matthäus als Mensch, Markus als Löwe, Lukas als Stier und ganz rechts schon halb verdeckt Johannes als Adler. Diese Gleichsetzung der vier Evangelisten mit den Tieren bezieht sich auf die Prophezeiung des Hesekiel, 1. Kapitel, Vers 10, die ebenso wie die „Johannes-Apokalypse“ in der Apsismalerei des Abendlandes besonders häufig zitiert wurde. Das Mosaik wurde bei der Barockisierung auf allen Seiten beschnitten, es existiert jedoch eine Zeichnung von Alfonso Chacón, die den ursprünglichen Zustand zeigt. Den Engel und den Adler im oberen Bildabschnitt sieht man nur noch zum Teil, unterhalb Christus fand sich noch eine Darstellung der Taube des Heiligen Geistes und des Lamm Gottes.