Auf Bärenpfoten unterwegs im Elsass und in Basel
Teil 3
Montag, 18.4.2011
Fortsetzung
Auf Bärenpfoten und voller Tatendrang kamen wir zum Marktplatz von Basel mit dem auffälligen Rathaus. An der Südseite des Rathausturms war uns natürlich bereits am Sonntagabend die Gestalt dieses Bannerträgers und seines Begleiters
aufgefallen.
Bernie würde sich wundern, dass wir so viele grosse Brüder in Basel antrafen, damit hatten wir nicht gerechnet!
Das Rathaus kann man besichtigen und der sehr freundliche Pförtner gab uns ein
Faltblatt mit vielen interessanten Informationen, das wir an Ort und Stelle studierten.
Der Rathaushof ist ebenso wie die Aussenfassade zum Marktplatz hin, mit vielen Malereien geschmückt. Ihre Themen sind Rechtsprechung und Gesetzgebung sowie Basel und seine Aufnahme in die Eidgenossenschaft im Jahr 1501.
Unsere Knopfaugen fühlten sich zunächst von dieser Statue angezogen:
Wir dachten sofort an die Kumpels aus Lutetia, die vor unserer Abreise geschrieben hatten, Augusta Raurica sei nicht weit ... Zumindest würden wir ihnen diese Bilder zeigen können!

roud:
Ebenfalls eine Überraschung war es zu erfahren, dass am Rathaus immer wieder Kaiser Heinrich II. und seine Frau Kunigunde dargestellt sind! Kunigunde kennen wir gut, :nod: sie war die Tochter des Ardennergrafen Siegfried, der 963 die Burg auf dem Bockfelsen errichtete. Sie wurde 980 in Luxemburg geboren.
Heinrich und Kunigunde waren die Stadtheiligen von Basel und Heinrich II. spielte auch nach der Reformation noch eine Rolle als Schutzherr der Stadt.
Hier sein Porträt im Rathaushof:
In der Hand hält er ein Modell des Basler Münsters, was Simone, die sich noch nicht mit der Baugeschichte des Münsters beschäftigt hatte, zu denken gab ...
Im Rathaus pfotografierten wir diesen Stadtplan des alten Basel für euch und trafen eine Musikerin, deren Spiel wir kurz lauschten.

Dann zog es uns wieder hinaus und endlich machte Simone auch mal wieder ein Pfoto von uns am Brunnen im Rathaushof:
Zum guter letzt mussten wir uns, nun mit dem nötigen Hintergrundwissen ausgestattet, natürlich die 1511 geschaffene Uhr der Marktplatzfassade mit den Figuren von Heinrich II., Kunigunde und Justitia, der personifizierten Gerechtigkeit, ansehen:
Nun war uns nach einer kleinen Pause und diese wollten wir auf unserer Hotelterrasse verbringen. Am Weg lag noch ein Brunnen, den wir bäreits aus der Ferne erspäht hatten und Simone schlug uns den Wunsch ihn aus der Nähe zu sehen nicht ab. Mit dem Ruf "Basler Bergzicklein, wir kommen" :lol: stiegen wir den Gemsberg hinauf ... et voilà! 8)
Nun machte sich grosser Durst bemerkbar und wir waren froh, als wir unter blühenden Bäumen (wie man es uns gewünscht hatte

) etwas zu trinken bekamen:
Simone las nun in dem erworbenen kleinen Führer durch das Basler Münster und ihr Verdacht bestätigte sich, Heinrich II. und Kunigunde sind als Stifterfiguren auch an der Hauptfassade des Münsters zu sehen! :nod: 8) :idea: Da war doch ein erneuter Besuch fällig, dachte sie sich und wir waren gerne bäreit mitzukommen.
Hier sind wir aber zunächst in unserem Zimmer mit der lustigen Trompe l'oeil-Malerei
und schauen zum Fenster hinaus auf die nette Gemse über ihrem Brunnen:
Gut ausgeruht, nahmen wir ein wenig später erneut das Basler Pflaster unter die Pfoten. Bei einem kleinen Schaufensterbummel entdeckten wir alte und junge Kumpels sowie ein sehr bekanntes Geschäft für Weihnachtsbaumschmuck, das aber nun österliche Dekorationsgegenstände im Angebot hatte:
Ein nettes Restaurant lag am Weg,
Die Hasenburg

:thumbup:

aber für ein Abendessen war es noch ein wenig zu früh und Simone hatte uns versprochen noch einmal in der "Schlüsselzunft" zu essen ...
Auch wollten wir ja unbedingt wieder zum Münster hinauf, das wir im Licht der untergehenden Abendsonne erreichten.
Zu unserem Leidwesen sahen wir sofort, dass wir Kunigunde nicht würden sehen können, sie ist hinter Gerüst und Planen verborgen, wie der ganze untere Teil des Georgsturms. Nicht sichtbar demnach auch die Statuen des Heiligen Georg und des heiligen Petrus, von denen wir ebenfalls gelesen hatten.
Hier der Link zu einer Seite mit vielen interessanten Informationen und einem Foto, auf dem Kunigunde zusammen mit ihrem Ehemann Heinrich vor den Renovierungsarbeiten zu sehen ist.
Kaiserin Kunigunde und Kaiser Heinrich II. am Münster. Die Skulpturen stammen von etwa 1290, wobei Kunigunde hier bis 1883 ein Paar Handschuhe in Händen hielt, und erst danach das Kreuz als traditionelles Attribut erhielt.
Trotzdem machten wir einige Bilder:
Heinrich II.
Verführer und törichte Jungfrau
Links, der Heilige Martin im Abendlicht, rechts, der Heilige Paulus
Während Simone diese Bilder machte, waren wir nicht müssig und suchten nach dem tanzenden Engel, den wir auch prompt über dem Hauptportal entdeckten. Diesmal durfte Bärnini auf den Auslöser drücken:

roud:
Nun wurde es Zeit den Münsterberg wieder hinabzusteigen und zu Simones Mutter zu gehen, die in der "Schlüsselzunft" auf uns wartete, wo man uns einen schönen Tisch am Fenster zuwies. Nun wird auch deutlich, was uns Bären immer wieder dorthinzog:
Neue Freunde und Ehrenbären auf den Fensterbänken