Roma con Corona - Eindrücke eines Kurztrips im August 2020

Angela

Augustus
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Moderator
Stammrömer
Rom-Reise
15.03.2020-22.03.2020
Ja, auch bei uns sind ein paar schöne Reiseplanungen Corona zum Opfer gefallen, als erstes eine Woche Rom Mitte März. Unsere Flugstornierung kam ungefähr gleichzeitig mit dem Lockdown, das Geld von Ryanair haben wir auch schon seit Monaten wieder auf dem Konto (anders als von einer Florenzreise, doch davon am anderen Ort). Der Vermieter der Wohnung war auch immer erreichbar und hat uns kulanterweise, obwohl die Stornierungsfrist schon abgelaufen war, den gesamten Preis erlassen, was ich ihm hoch anrechne. Ich hoffe, zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal bei ihm buchen zu können.

Der eigentliche Anlass, genau in diesem Frühjahr nach Rom zu fahren, war die große Raffael-Ausstellung in den Scuderie del Quirinale. Nach wenigen Tagen der Öffnung musste diese Ausstellung wieder schließen, was uns nicht nur für uns leid tat, sondern natürlich auch für diejenigen, die viele Jahre Arbeit in diese Ausstellung gesteckt hatten.
Als dann bekannt wurde, dass die Ausstellung Anfang Juni wieder öffnen konnte und bis Ende August zu besichtigen sein würde, kreisten unsere Gedanken immer wieder darum, ob es sich würde einrichten lassen, hinzukommen.

Nun, wir haben es geschafft!
Vom Urlaubsquartier am Lago di Caldonazzo aus machten wir einen 2-Tages-Abstecher nach Rom. Die Zugfahrkarten waren gebucht, ebenso die Tickets für die Ausstellung und die Musei Vaticani sowie eine Übernachtung in einem kleinen Hotel in Bahnhofsnähe, wo ich schon einmal sehr zufrieden war.
Nun hieß es nur noch: Wie kommen wir morgens um 7 Uhr zum Bahnhof nach Trento bzw. wo lassen wir unser Auto für 2 Tage?
Nach längerer Suche (und Ausprobieren am Tag zuvor) fand ich einen kostenlosen Parkplatz am Stadtrand, wir fuhren mit den Fahrrädern zum Bahnhof und fuhren 4,5 Stunden mit dem Frecciargento nach Termini.

Das hier wird kein eigentlicher Reisebericht, dafür haben wir viel zu wenig unternommen, sondern eher ein Teilen der Erfahrungen, wie das Leben in Italien und speziell in Rom gerade so ist.

  • Das Bahnfahren empfanden wir als sehr angenehm. Von einem 4er-Sitzplatz waren immer höchstens 2 Plätze belegt, meist weniger. Gestern bei der Heimfahrt waren außer uns im ganzen Wagen nie mehr als 5-8 Menschen. Etwas nervig war die teils sehr stark eingestellte Klimaanlage, wir froren bei der Hinfahrt sehr und hatten die zum Glück mitgebrachten Jacken und Schals an, entsprechend dann der Hitzeschock beim Aussteigen in Rom.
  • Es wurde jeweils ein "Welcome"-Paket gereicht mit Dosenwasser, Maske, Einmalhandschuhen und Desinfektionsgel. Das Masketragen während der gesamten Fahrt ist etwas anstrengend, aber man kann es überleben.
  • In den öffentlichen Verkehrsmitteln in Rom ist man sehr darauf bedacht, nicht zu viele Sitzplätze zu vergeben. In der Metro z.B. sind bei 4 nebeneinander liegenden Sitzen die beiden mittleren freizuhalten, was auch befolgt wird aber dazu führt, dass umso mehr Leute sich an den Stehplätzen bei den Türen aufhalten - doch nicht wirklich der Sinn der Sache!
  • In den Bussen ist immer die vordere Tür geschlossen, die beiden hinteren geöffnet. Außerdem ist der Platz hinter dem Fahrer großräumig abgesperrt, was eigentlich gar nicht nötig wäre, da er fast immer eine verschlossene Kabine hat. Besonders extrem fanden wir das in der Tram, wo sich gerade durch diese Maßnahme die Leute im hinteren Teil des Wagen mehr häuften.
  • In den Bars und Restaurants bemüht man sich sehr, die Abstände einzuhalten, bei Tazza d´Oro sind ganz genau abgetrennte Plätze an der Theke eingerichtet, die man einhalten muss, gestern Nachmittag im Palazzo del Freddo (bei Fassi), wo doch wirklich genug Raum ist, wurde besonders genau darauf geachtet, dass ja niemand dem anderen zu nah kam.
  • Da wir noch nie im August in Rom waren (und auch sicher nie wieder dort sein werden, es ist einfach viel zu heiß!), kann ich nicht genau sagen, wie voll es war im Vergleich zu anderen Jahren. Aber besonders leer war es jedenfalls nicht. Am Morgen 9.30 Uhr schon lange Schlange am Pantheon, da fuhren wir lieber weiter zum Petersplatz, hier ca. 15 Minuten warten - gut, das wäre zu anderen Zeiten um 10 Uhr sicher länger gewesen. Fontana di Trevi am Abend ziemlich voll, auf der Piazza Navona dagegen verlaufen sich die Leute.
  • Sehr gut organisiert der Ablauf des Einlasses in den Musei Vaticani, viel personal, das die genaue Einlasszeit kontrolliert und kanalisiert. In der Pinacoteca war es sehr angenehm, sowohl vom Klima her als auch von der Besucherzahl. Anders als in den anderen Teilen der Museen kann man sich dort nach wie vor auf die schönen Holzstühle setzen. Im übrigen Teil der Museen ist es heiß, zwar deutlich weniger Menschen als sonst um die Mittagszeit, aber doch sehr anstrengend. In den Stanzen viele Besucher, die Sixtina nicht so voll wie sonst, leider sind alle Sitzbänke abgesperrt. Dort ist es dank Klimaanlage angenehmer als in den restlichen Räumen.
  • Die Raffael-Ausstellung ist wunderbar, schade, dass wohl kein anderer der Foristi mehr in diesen Genuss kommen wird, die Tickets sind ja seit einiger Zeit ausverkauft. Näheres dazu im dortigen Thread.
Alles in allem:
Der Kurzausflug hat sich gelohnt, wir haben neben der Ausstellung, dem Petersdom und den Vat. Museen noch die ein oder andere Kirche am Weg kurz besucht, gut gegessen (siehe meine Restaurantbewertungen), nur einmal länger auf einen Bus gewartet (der 70er am Abend, der erst kam, als von allen anderen Linien an der Haltestelle Rinascimento schon mindestens 2 durch waren). Wir haben Rom vom Bus aus gesehen, sind ein wenig durchs Centro spaziert, vom einen Schatten zum nächsten geflüchtet, haben schöne Fotos gemacht und waren am Ende doch froh, aus der heißen Metropole wieder in unsere "Sommerfrische" am Lago di Caldonazzo zu kommen. Selten habe ich das Wort Sommerfrische so unmittelbar erlebt wie gestern - nach der Heimkehr mit Zug, Fahrrad und Auto waren wir dann um 23 Uhr noch schwimmen - herrlich!

Einige Fotos kann ich später noch beisteuern, die müssen erst noch hochgeladen werden.
 

Angela

Augustus
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Rom-Reise
15.03.2020-22.03.2020
Hier nun ein paar fotografische Eindrücke:








 

romfan

Praetor
Stammrömer
Ich beneide Euch so sehr. Bei mir hatts auch lange gut ausgesehen. Leider hatts doch nicht geklappt mit einem Besuch im Sommer. Naja, paar Monate haben wir ja noch Zeit dieses Jahr.
Muss ich halt derweil Rgbg genießen.
 

Angela

Augustus
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Rom-Reise
15.03.2020-22.03.2020
Tu das! So leer wie auf der Piazza Navona wirds aber am Bismarckplatz ned sein ... :p
 
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