Benedikt XVI. äußert sich zum Missbrauchsskandal

dentaria

Caesar
Stammrömer
Rom-Reise
17.05.2019-19.05.2019

Emeritierter Papst: Benedikt XVI. nennt Ausweg aus dem Missbrauchsskandal

Zu Beginn seines Aufsatzes schreibt Benedikt XVI., dass es zur „Physiognomie der 68er Revolution“ gehört habe, dass auch Pädophilie erlaubt sei. In derselben Zeit habe sich ein „Zusammenbruch der katholischen Moraltheologie“ ereignet, der auch Teile der Kirche „wehrlos gegenüber den Vorgängen in der Gesellschaft“ gemacht habe. Auch in verschiedenen Priesterseminaren „bildeten sich homosexuelle Clubs, die mehr oder weniger offen agierten und das Klima in den Seminaren deutlich veränderten“.
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Der emeritierte Papst, der in wenigen Tagen 92 wird, warnt zudem vor Versuchen, die Kirche nach menschlichen und politischen Maßstäben reformieren zu wollen.
 

Nihil

Queastor
Stammrömer
Hallo Dentaria

Gerade sehe ich den Benedikt- Artikel. Nun weiss ich nicht, wie vollständig sein Kommentar in der Zeitung abgedruckt wurde. Ob Teile seines Aufsatzen fehlen oder Sätze aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Allein, dass was man lesen kann, bleibt meiner Meinung nach benediktisch- päpstlich" verschwurbelt". Ach, Benedikt! Der Mann ist immer so hochgeistig/ geistlich, dass ich seine Ausführungenn leider mit meiner normal Intelligenz nie in ihrer Tiefe erfassen kann. Was will er uns sagen mit seinen Einlassungen oder sind es eher Auslassungen.??? Die katholische Kirche krankt also erst seit der sexuellen Revolution an ihrem moralischen Verfall? Ist also im Umkehrschluss die menschliche Gesellschaft und ihre Libertinage schuld an den Vergehen in der Kirche? Da stellen sich aber jedem Kirchenhistoriker und Theologen die Haare auf. Und den christlichen Laien auch. Man solle die Kirche nicht reduzieren auf politischen Zeitgeist oder auf eine menschliche Ebene? Die Kirche ist doch nicht in göttliche Sphären enthoben und damit weltlicher Kritik entzogen, sondern von Menschen gemacht, gelebt, gebraucht und leider eben auch missbraucht. Und der Mensch muss die Kirche reformieren, Gott wird da nicht eingreifen und ein Pfingstwunder entsenden zur Erleuchtung des menschlichen( männlich) Geistes.
Den im Titel benannten Ausweg aus der Krise der katholischen Kirche habe ich leider in dem Artikel aber nicht gefunden...das Wichtigste fehlt!
 
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dentaria

Caesar
Stammrömer
Rom-Reise
17.05.2019-19.05.2019
Den im Titel benannten Ausweg aus der Krise der katholischen Kirche habe ich leider in dem Artikel aber nicht gefunden...das Wichtigste fehlt!
Deshalb habe ich den Thread-Titel ja auch anders gewählt als die FAZ. Was ich da gelesen habe, hat mich so geschockt, dass ich mir lieber einen Kommentar erspart habe.


Dankeschön, für die Ergänzung.


:confused:War da nicht mal was mit "sich zurückziehen und nur noch beten" (oder ist die Versuchung, sich gedruckt zu sehen doch zu groß :oops: ) ...
Anscheinend! :(
 

Nihil

Queastor
Stammrömer
Ich gebe zu, dass ich weder bibelfest noch tiefentheologisch versiert bin. Viele seiner Ausführung verstehe ich nicht, bei einigen bekomme ich das kalte Grausen. Als Laie nehme ich aus diesem Artikel mit: "ein alter Mann, der in einem vergreisten Kirchenstaat zu Ehren gekommen ist, weit weg von den banalen, gesellschaftlichen Problemen, verklärt hier eine kirchenpolitischen/ kirchenmoralischen Vergangenheit, schiebt noch eine Abrechnung gegen ehemalige moraltheologische Gegner hinterher und scheint zumindest Verständnis für die jahrzehntelange Verschleierung der Zustände in den eigenen Reihen zu zeigen". Keine Entschuldigung für das Versagen der Kirche als oberste Moralinstanz.
Ein leider sehr wahrer Satz von Benedikt: Die Kirche stirbt in der Seele der Gläubigen. Daran sind aber nicht die Gläubigen und ihre Seelen schuld.
 

Ludovico ROB

Triumphator
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Stammrömer
Eigentlich wenig erstaunlich, was Benedikt da von sich geht. Er bleibt seiner Linie und vollen Überzeugung treu. Er wurde durch die 68er Bewegung tief verletzt und hat das nie überwunden und verziehen. Die heilige, katholische Kirch steht über Allem, besonders außerhalb jeden Zweifels. Um diese beiden Säulen dreht sich sein theologisches Konstrukt.
 

otium

Praetor
Stammrömer

Nihil

Queastor
Stammrömer
Da regt sich aber grosser, weltweiter Widerstand gegen das Benediktblättchen : nicht nur im Deutschlandfunk, auch namhafte Theologen kritisieren den Bewahrer eines "traditionellen "Kirchenstillstand und seine reaktionäre ranzige Weltsicht . feinschwarz.net - Theologisches Feuilleton
Natürlich gibt es auch die Kirchenbewahrer wie den Exbischof von Regensburg, der eine dicke Kannonenkugel auf die Kritiker abschiesst und sie pauschal verunglimpft, als anstands- und hirnlos verurteilt: Kirche - Entsetzen über Ex-Papst Benedikt: „Gefangener seiner Vorurteile“ | Politik
„Das sind Leute, die weder glauben noch denken. Vor allem fehlt ihnen der geringste Anstand“, urteilte der frühere Bischof von Regensburg. „Von Kritikern kann man nicht sprechen“, sagte er. „Denn das Wort Kritik heißt, geistig anspruchsvolle Dinge zu unterscheiden, um damit einen Beitrag im Verständnis wichtiger Fragen zu leisten.“
Der fehlende geringste Anstand...:mad:, hatte Müller in seiner Regensburger Bischofszeit nicht pädophile Pfarrer gedeckt und von einer Pfarre in die nächste verschoben? So fiel zum Anstand.
 
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pecorella

Magnus
Stammrömer

dentaria

Caesar
Stammrömer
Rom-Reise
17.05.2019-19.05.2019
Ja, das habe ich am Wochenende gelesen, konnte vom Handy aber nicht verlinken.

Das war klar, dass Benedikt nur eine Zustimmung bekommt - die von Müller! :confused:
 

dentaria

Caesar
Stammrömer
Rom-Reise
17.05.2019-19.05.2019
Benedikt XVI. Thesen zu sexuellem Missbrauch: Schuld sind immer die anderen - SPIEGEL ONLINE - Panorama

Man muss es sich wohl ungefähr so vorstellen: Noch in den Fünfzigerjahren war die Welt ganz in Ordnung. Die Menschen lebten friedlich und gottesfürchtig. Die Kirche war im Dorf und das Dorf jeden Sonntag in der Kirche. Sexualität diente verheirateten Paaren dazu, Kinder in die Welt zu setzen. Frauen und Männern der Kirche war das wesensfremd. Priester kannten das Wort Sex allenfalls aus Beichten ihrer Schäfchen.
Dann kamen Beate Uhse und Alfred Charles Kinsey, Uschi Obermaier und Oswalt Kolle und Martin Goldstein alias Dr. Sommer in der "Bravo". Die machten aus braven Schülern und Studenten Rebellen. Und die räumten in den Sechzigerjahren alle Normen und Moralbegriffe ab - und ebneten so sexuellem Missbrauch den Weg.
So sieht es jedenfalls Joseph Ratzinger, der emeritierte Papst Benedikt XVI.
 

Romsüchtig

Optio
Stammrömer
Rom-Reise
08.06.2019-12.06.2019
Das Gegenteil wäre ebenso zu beweisen, wie Benedikt's These, die soweit ich mich erinnere im Osservatore Romano gelesen zu haben, mit Papst Franziskus abgestimmt war.
Meines Wissens gibt es darüber keine Studien, nur emotional aufgeladenes Geschwätz.
Und immer drauf auf die "greisen" Männer in "greisen" Kirchenstaat.
Ist zu bestreiten, daß auch Kirche ein Spiegel der Gesellschaft ist?
Ist in den nach - 68ern alles besser geworden? Oder ist -Realitätsmodus ein- vielleicht wenigstens eine Tendenz zum Schlechteren zu beobachten? Ist es falsch zu behaupten, daß auch Kirchenmänner vom Zeitgeist beeinflusst worden sind?
Selbstgerechte Steinewerfer gibt es doch schon genug.
 
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romfan

Praetor
Stammrömer
Sicher wurden die Männer der Kirche in den 68ern durch die sie umgebende Welt beeinflusst. Das bestreitet wohl keiner. Aber das Problem darauf abzuwälzen geht halt nicht.
Missbrauch, Gewalt und eine homosexuelle "Untergrundbewegung" gab es in der Kirche nachweislich auch schon weit vor den 60ern.
Die Menschen in der Kirche sind eben Menschen und als solche schwach. Als Spiegelbild der Gesellschaft passieren demnach in der Kirche genau die selben Fehler wie beim Rest der Menschen. Nur darf das nicht weiter vertuscht und verharmlost werden. Ausserdem müssen sich alle Täter bis in die höchsten kirchlichen Kreise der zivilen Gerichtsbarkeit stellen und ihre irdische Strafe akzeptieren.
Und dieser nach wie vor vorhandene Klerikalismus muss endlich aus den Köpfen der Geistlichen. Wie nämlich oben schon geschrieben das sind ganz normale Menschen die neben anderen ganz normalen Menschen herleben. Wenn auch ihr Beruf nicht ganz normal ist.
Wenn sie ihre Berufung ausleben und in Dehmut, Nächstenliebe und Barmherzigkeit das Wort Gottes verkünden, dann und nur dann wäre die Kirche vielleicht noch zu retten! "Back to the roots" wäre hier das Zauberwort, Leben und handeln nach dem Vorbild von Jesus!
 
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