Hinweis: Wien: Münzausstellung "Böse Kaiser"

Simone-Clio

Augustus
Teammitglied
Moderator
Forum-Sponsor
Stammrömer
Das Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums in Wien zeigt vom 12. November 2019 bis 4. Oktober 2020 die Münzausstellung "Böse Kaiser".


Die Ausstellung stellt Aussagen aus der antiken Überlieferung, die zum Teil von Zeitgenossen stammen, zum Teil aber auch viele Generationen nach dem Ableben eines Kaisers aufgeschrieben wurden, der Münzprägung gegenüber. Diese beiden Quellen sind auf gänzlich verschiedene Art und Weise entstanden und verfolgten zudem völlig unterschiedliche Zielsetzungen. Manchmal prallen sie regelrecht aufeinander und sind nur selten in Einklang zu bringen. Zwar beruht auf ihnen ein Großteil unseres Wissens über die Geschichte der Antike, aber es zeigt sich, wieviel Raum zwischen persönlicher Meinung und offizieller Darstellung verbleibt.

Es werden bewusst Klischees und Anekdoten aufgegriffen und es wird versucht, diese anhand von Beispielen aus den Beständen des Münzkabinetts zu illustrieren, das mit 90.000 römischen Münzen und insgesamt rund 600.000 Objekten zu den größten und bedeutendsten Sammlungen der Welt zählt. Der Bogen spannt sich vom blutrünstigen Caligula und Nero, dem Brandstifter Roms, bis hin zu den Christenverfolgern und zu Julian dem Abtrünnigen im 4. Jahrhundert n. Chr.

Die Prägeanstalten der damaligen Zeit seien ein wenig mit den heutigen Pressestellen von Politikern vergleichbar, so Vondrovec. Über das Medium Geld konnten die Massen erreicht, das Bildnis des Kaisers verbreitet und über Symbolsprache politisch-religiöse Ausrichtungen kommuniziert werden.
 

Nihil

Pontifex
Stammrömer
Ja, dass ist doch eine interessante Ausstellung! Und besonders für Nummis;) Münzen sind wie geprägte Geschichtsbücher im Guten und im Schlechten. Wahrscheinlich weiss man von kurzlebigen, geächteten Kaisern nur, weil sich ihr Bildnis auf einer Münze fand.
Dass die Symbolsprache poltischer Ausrichtung manchmal ein Schuss in den Ofen ist, erlebten ja gerade die Briten, wo die neu gegossenen Brexitmünzen( zum 31.10.2019) wegen nicht stattgefundenem Ereignis wieder eingeschmolzen werden. :cool:
 

nummis durensis

Pontifex Maximus
Stammrömer
Ja, dass ist doch eine interessante Ausstellung! Und besonders für Nummis;) Münzen sind wie geprägte Geschichtsbücher im Guten und im Schlechten. Wahrscheinlich weiss man von kurzlebigen, geächteten Kaisern nur, weil sich ihr Bildnis auf einer Münze fand.
So ist es :)

Ja, dann werde ich ja doch mal Wien kennenlernen und einen Bekannten zu besuchen, der dort Numismatik studiert. Wien ist übrigens der einzige Ort in Europa mit diesem Studienfach. Auch unser hochgeschätzter US-amerikanischer Chefnumismatiker Curtis Clay hat dort viele Jahre gelehrt.

Grüsse
Rainer
 

nummis durensis

Pontifex Maximus
Stammrömer
Ich kann ja im Dezember schon mal einige Fotos machen.
Mach' mal. Münzen hinter Glas zu fotoknipsen ist nicht ganz einfach.

Notfalls frag' ich meinen Bekannten, ob ich sie mal in die Hand nehmen und streicheln darf... :cool:
Wien hat eine wirklich beachtliche Sammlung. Der Aureus des Commodus mit Löwenskalp auf dem Titelfoto ist nur ein Beispiel. Der erinnert mich etwas leidvoll daran, dass ich die Denarausgabe davon eigentlich in meiner Sammlung liegen haben sollte. Vor ein paar Jahren ersteigert, und dann ist er auf dem Postweg zwischen München und Düren verloren gegangen. :(

Grüsse
Rainer
 

Nihil

Pontifex
Stammrömer
Mach' mal. Münzen hinter Glas zu fotoknipsen ist nicht ganz einfach.

Notfalls frag' ich meinen Bekannten, ob ich sie mal in die Hand nehmen und streicheln darf... :cool:
Münzen zu knipsen, bringt den Knipser und die Knipse an den Rand. Mir ist noch nie ein gutes Foto von Münzen gelungen. Da spiegeln die Scheiben, die Kamera fokusiert nicht, der Hintergrund sieht doof aus, ach, bei mir eine frustierende Erfahrung.
Nummis mit einer römischen Münze in der Hand???? Vielleicht bei guten Beziehungen, nächtens mit dem Sicherheitspersonal im Münzkabinett...aber nur mit Handschuhen! :D
 

dentaria

Caesar
Stammrömer
Rom-Reise
06.07.2929-10.07.2020
Mach' mal. Münzen hinter Glas zu fotoknipsen ist nicht ganz einfach.
Münzen zu knipsen, bringt den Knipser und die Knipse an den Rand. Mir ist noch nie ein gutes Foto von Münzen gelungen. Da spiegeln die Scheiben, die Kamera fokusiert nicht, der Hintergrund sieht doof aus, ach, bei mir eine frustierende Erfahrung.
Legt man das Handy direkt auf die Glasscheibe, dann geht`s ganz gut.

 

Nihil

Pontifex
Stammrömer
Hmmmh, dass müsste man mal ausprobieren. Hauptsache, man erregt nicht den Unwillen des Aufsichtspersonals.
 

nummis durensis

Pontifex Maximus
Stammrömer
Bei der Cam schalte ich den Autofocus ab, also manuell fokussieren, und dann - wie gesagt - möglichst nahe an die Scheibe. Am besten mit Sonnenblende direkt dran. Aber carefully... die Vitrinen haben im allgemeinen u.a. einen Erschütterungsalarm. :p
 

Simone-Clio

Augustus
Teammitglied
Moderator
Forum-Sponsor
Stammrömer
Ja, dann werde ich ja doch mal Wien kennenlernen und einen Bekannten zu besuchen, der dort Numismatik studiert.
Das ist ein guter Plan, vor allem wenn du Wien noch nicht kennst. Ich drücke dir die Daumen für die Umsetzung des Plans und freue mich, dass das Ausstellungsthema dir so zusagt. :cool: Die Kaiser und Wien werden dir gefallen!
 

gordian

Praetor
Stammrömer
Nachdem ich vielleicht im Januar nach Wien komme, muss ich mir die Ausstellung natürlich ansehen, zumal ich auch ein bisschen mit römischen Münzen rumdilettiere. Ja, die "bösen" Kaiser, von denen mancher nur unter der Propaganda späterer Herren leidet (insbesondere die frühen Christen tun sich da unfair hervor). Den Commodus mit Löwenskalp hab ich auch nicht. Aber seit diesem Jahr hab ich Gordianus I und II. Die waren zwar nicht böse, aber selten. Bei ein paar Wochen Regierungszeit........
 
Oben