Bericht: Sizilische Impressionen

Gianduja

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War nur ein Scherz eben.:nod:

Bin wirklich ganz begeistert von deinen prägnanten Kommentaren und den Photos dazu.
Vor vielen Jahren haben wir auch so eine Reise unternommen und leider habe ich so viel wieder vergessen.
Aber eines ist mir geblieben: "Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier erst ist der Schlüssel zu allem." - von wem wohl?

Liebe Grüße
Mathilde
 

Zanzara

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Stammrömer
Hat er nicht? Dachte immer, hat er und sie war stinksauer!

Aber zurück zum Thema: bin wieder voll dabei und hoffe auch, dass wir ein bisschen mehr über Deine persönlichen Eindrücke erfahren! Und vielleicht ein paar sympathische Nebensächelchen!

Nix für ungut, weiter so!
Zara

:nod:
 

patta

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Bevor wir zu unserem palermitanischen Hotel fuhren (bitte keine Diskussion, das ist richtig so; und die Einwohner Palermos sind die Palermitaner), also: Bevor wir zu unserem palermitanischen Hotel fuhren, haben wir Friedrich II. geehrt. Sein Porphyr-Sarkophag steht in der Südwest-Kapelle des palermitanischen Doms. Vor dem Sarkophag liegen immer frische Blumen, Friedrich II. wird von den Palermitanern hoch verehrt.

Aaah, wie gerne würde ich dort wieder stehen und ihn fragen, was er sich beim Castel del Monte wirklich gedacht hat :roll:
Palermitanisch ist wirklich richtig :D
Ich freue mich schon auf den nächsten Tag in Trinacria :nod:

Dieser Herr hat Frau von Stein nichts von seinem Trip nach Italien erzählt.
:D:D
Was man so alles von einem Frankfurter lernen kann :D
 

Asterixinchen

ehemalige Moderatorin
Stammrömer
Hallo und Moin, Moin drhoette!


VIELEN DANK für die Fortsetzung des Berichtes und die tollen Bilder :!:



Gruß - Asterixinchen :)
 

drhoette

Princeps Senatus
Stammrömer

Donnerstag, 24.04.2008

Palermo


Heute spazieren wir kreuz und quer durch Palermos Altstadt. Unser Hotel liegt fast an den Quattro Canti, dem Herzen Palermos.


Hier kreuzen sich seit dem 16. Jh. zwei schnurgerade Straßen, die Via Maqueda und der ehemalige Cassaro (der heißt heute wie? Genau: Corso Vittorio Emanuele). Sie teilen die Altstadt in vier annähernd gleichgroße Viertel. Die Eckhäuser sind zur Kreuzung hin abgeflacht und haben eine Schauwand mit gleicher Architektur. Im Erdgeschoß sind Brunnen mit Allegorien der Jahreszeiten, im mittleren Geschoß jeweils ein spanischer König, im Obergeschoß die Schutzheiligen der Stadtviertel. Das Foto zeigt die nordwestliche Schauwand.

Nur wenig weiter befindet sich der 'Schamplatz' (volkstümlich Piazza Vergogna, offiziell Piazza Pretoria), so genannt wegen der nackten Figuren der Fontana Pretoria.


Wir überqueren den Platz und kommen zur normannischen 'Admiralskirche' (La Martorana, offiziell Santa Maria dell'Ammiraglio), Die Schaufassade (an der Seite der Kirche!) ist natürlich nicht normannisch. Innen herrliche Mosaiken.


Lettner und Fußboden sind Werke der bekannten Kosmaten.


Direkt neben La Martorana steht San Cataldo, ein arabisch-normannischer Kubusbau. Wenn man so will, hat die Kirche drei Schiffe und drei Joche, sie ist aber völlig symmetrisch, das 'Mittelschiff' wird von drei Kuppeln gekrönt. Innen gibt es nur den nackten Stein.


Weiter östlich steht der Palazzo Chiaramonte aus dem 14. Jh.


Hier war der Sitz der Inquisition. Heute beherbergt er die Universitätsverwaltung.

Der Normannenpalast ist fast komplett eingerüstet, der älteste Teil glücklicherweise nicht, und auch von hinten konnten wir ein Foto machen. Die wohl größte Attraktion Palermos, die Capella Palatina im Normannenpalast, ist wegen Renovierung geschlossen.


Ebenfalls nicht zugänglich ist San Giovanni degli Eremiti, sie ist völlig eingerüstet. Von einer bestimmten Stelle aus kann man immerhin zwei der fünf roten maurischen Kuppeln sehen.


In der Nähe des Normannenpalastes ist auch die Porta Nuova.


Das Museo Nazionale Archeologico befindet sich im ehemaligen Kloster San Philippo Neri. Seine Sammlungen zählen zu den umfangreichsten Italiens.


Zwei Triglyphen/Metopen-Friese aus Selinunt zeigen archaische und klassische Reliefs.


Der berühmte syrakusanische Bronzewidder des 4. Jh. v. Chr. aus der Schule des Lysipp ist in Bonn.

Unser Bus holte uns vom Teatro Massimo ab und fuhr uns zur Zisa, wohl einer königlichen Sommerresidenz. Sie wurde von Wilhelm I. (dem Bösen) 1165 gebaut. Ringsherum befand sich eine große Park- und 'Wald'-Anlage mit Wasserspielen etc. Das Ganze hatte vielleicht den Charakter des Generalife oberhalb der Alhambra.


Impressionen

 
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patta

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Herzlichen Glückwunsch zur Beförderung und den ersten 1.000 Postings.

Weiter so,
empfiehlt
patta


P.S. ... der diesmal ganz bewusst nicht abgebogen ist.
 

Anna

Consul
Stammrömer
Kann nur auf die Schnelle sagen:

Das ist ein phänomenaler Bericht, der Begeisterung hervorruft:!::thumbup::thumbup::thumbup:

Vielen Dank dafür, drhoette, und auch meine Gratulation zu
1000 tollen Postings - wenn sie auch manchmal etwas kurz waren!;)


Viele Grüße
Anna :proud:
 

Zanzara

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Stammrömer
Herzliche Gratulation zu den 1'000 postings!!

und

Danke für den Einschub - mmmhhh!! Tarocco?-Orangen und Cedratzitronen!! Uns wurde im Februar an kleinen Ständen mit viel Liebe und Kunstfertigkeit Orangensaft zelebriert: gibt es den Ende April auch noch?

Zitronatzitrone ? Wikipedia

Buona notte, drhoette!
 

kleinermuck

Praetor
Stammrömer
Rom-Reise
09.05.2018-13.05.2018
Lieber drhoette,

Schön, dass du wieder da bist , dich auch gleich gemeldet hast und vielen Dank für Deinen Reisebricht , hast dich ja sofort an die Abeit gemacht :nod:
Tolle Bilder , ich freu mich auf meeeeeeehhhhhhhr............. :lol:

und

Herzlichen Glückwunsch zur Beförderung

Gaaaanz liebe Grüße
Uli
 

drhoette

Princeps Senatus
Stammrömer

Freitag, 25.04.2008

Cefalù


Heute gab es die Alternativen: Freizeit in Palermo oder ganztägiger Ausflug nach Cefalù. Und siehe da: Die Reisegruppe machte geschlossen den Ausflug!

Auf der Hinfahrt machten wir einen Schlenker und besuchten Himera. Himera war die einzige griechische Kolonie an der tyrrhenischen Küste, Gründung von Syrakus und Zankle (Messina) 648 v. Chr.. Ihr großes Ereignis war 480 v. Chr. die Schlacht bei Himera, als die Karthager von den Griechen vernichtend geschlagen wurden. Als Dank für diesen Sieg baute man den Viktoriatempel, einen großen dorischen Peripteros.


409 v. Chr. gab es eine große karthagische Offensive, der Himera zum Opfer fiel. Die Stadt wurde restlos zerstört, die Überlebenden flüchteten oder wurden in karthagisches Gebiet zwangsumgesiedelt (wohl versklavt, wie damals üblich). Das war das Ende Himeras.

Im Laufe der Zeit erlosch die Erinnerung an die genaue Lage Himeras, bis man die Stadt Anfang des 20. Jh. fand und erste Grabungen unternahm. Aufgrund von Stichgrabungen der Universität von Palermo kennt man heute das einstige Stadtbild, der Viktoriatempel wurde komplett freigelegt.

Dann also Cefalù.


Cefalù erstreckt sich zwischen dem Meeresufer und einem imposanten Felsen, dem Rocca di Cefalù. Der Dom zählt zu den grandiosesten Denkmälern der Normannenzeit. Aus der Entstehungszeit weiß man nur, daß 1131 die Arbeiten im Gange waren. Stifter war Roger II., der die Kathedrale als seine Grabkirche vorsah. Roger baute hier auch einen königlichen Palast.


Im Inneren befinden sich großartige Mosaiken, ausgeführt von byzantinischen Künstlern. In der Apsis oben eine meisterhafte Darstellung Christi als Pantokrator, darunter Maria mit den vier Erzengeln, rechts und links vom Fenster die zwölf Apostel in vier Dreiergruppen.


Im Joch vor der Apsis am Schlußstein Gott als achtblättrige kosmische Rose, von der die Gewölberippen ausgehen. Die Ornamente auf den Rippen sind islamische Symbole (kosmische Weisheit und Energie). Zwischen den Rippen der Chor der Cherubim und Seraphim.


Gasse in Cefalù


Vor der Rückfahrt nach Palermo besuchten wir noch die 'arabischen Wäschereien', bevor es einen leckeren Imbiß mit Antipasti gab.
 
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Asterixinchen

ehemalige Moderatorin
Stammrömer
Hallo und Moin, Moin drhoette!


Zwischenzeitlich mal wieder ein:

D A N K E
:!: :!: :!:


Gruß - Asterixinchen :)
 

drhoette

Princeps Senatus
Stammrömer

Samstag, 26.04.2008

Monreale


Monreale ist ein kleines Städtchen südwestlich von Palermo. Die Bebauung geht ineinander über, man merkt zunächst nicht, daß man Palermo verläßt.

Wilhelm II. (der Gute) errichtete 1172 Monreale als Sitz eines Erzbischofes und ließ dort einen festungsartigen Gebäudekomplex erbauen mit Kathedrale, Erzbischöflichem Palais, Königspalast und Benediktinerkloster. Die Hauptfassade der Kathedrale haben wir merkwürdigerweise nicht fotografiert. Hier ist sie (klicken, dann wird das Bild browserfüllend):

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d2/Monreale-bjs-1.jpg

Der mittelalterlichen Fassade, die von zwei Wehrtürmen begrenzt wird, ist ein klassizistischer Portikus aus dem 18. Jh. vorgelagert, daher kann man keinen Eindruck mehr von der ursprünglichen Fassade gewinnen. Insbesondere der wundervolle normannische Bauschmuck ist nur noch von weitem im oberen Stockwerk zu sehen.

Solche sich überschneidenden Blendarkaden finden sich auch an den Apsiden, wo sie in voller Pracht zu bestaunen sind.


Im Inneren befinden sich über 6000 Quadratmeter Mosaiken!!


Die Apsismosaiken erinnern an Cefalù, der Aufbau ist ähnlich: Oben Christus Pantokrator, darunter Maria mit dem Kind begleitet von Michael und Gabriel sowie Petrus und Paulus, in Fensterhöhe vier der vierzehn Heiligen. Die restlichen Apostel bzw. vierzehn Heiligen sind jeweil links und rechts in Fortsetzung dargestellt.

Hier in Monreale ist aber nicht nur der Chorbereich mit Mosaiken geschmückt, sondern alle Wände. Einen Eindruck davon gewinnt man hier:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1a/Monreale1(js).jpg

Die Außenwände der Seitenschiffe haben unten zunächst einen marmorverkleideten Sockel, Darüber sind - wie auch an den Wänden des Hauptschiffs - Mosaikdarstellungen mit Begebenheiten aus der Hl. Schrift: Eine kostbare Biblia pauperum im Großformat!

Man findet auch einen Porphyr-Sarkophag, wer in ihm ruht, weiß ich (noch) nicht.


Schließlich noch der Fußboden, er ist weitgehend original und harmoniert wunderbar mit den Mosaiken.


Neben der Kathedrale sind noch Reste des Erzbischöflichen Palais zu sehen.


Im Kreuzgang tragen zarte Doppelsäulen arabische Spitzbogen, um die sich ein zweifaches Bogenmotiv zieht, verziert mit Lavaintarsien.



Segesta

Der Volksstamm der Elymer (Ureinwohner) hat bis in die Spätantike immer eine gewisse eigenständige Rolle gespielt. Man mischte sich kaum mit den Griechen, übernahm aber bereitwillig deren Kultur. So findet man in Segesta ein griechisches Theater und einen dorischen Tempel! (Segesta, Erice und Entella waren die wichtigsten elymischen Städte.)


Der Tempel wurde aber nicht fertiggebaut. Die Cella ist nie begonnen worden, die Säulen sind nicht kanneliert, an vielen Bauteilen befinden sich noch die Zapfen für die Tragseile sowie der Kantenschutz...

 
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Augustulus

gesperrt/ruhend
Stammrömer
Das ist ein phänomenaler Bericht, der Begeisterung hervorruft:!::thumbup::thumbup::thumbup:

Dem schließe ich mich ganz an. Bin mal gespannt, wie es weitergeht. Irgendwann muß drhoette ja zu einem Flughafen. :D:D

1000 tollen Postings - wenn sie auch manchmal etwas kurz waren!;)

Kurz oder lang - "In der Kürze liegt die Würze".

Auch von mir: Glückwunsch, drhoette!

LG
 

drhoette

Princeps Senatus
Stammrömer

Sonntag, 27.04.2008

Mozia, Salinen und Erice


Auf der kleinen Insel Mozia errichteten die Phönizier einen befestigten Handelsstützpunkt mit Hafen und Werft. In späteren Zeiten wurde die Insel nie wieder besiedelt, also wurde auch nichts überbaut. Für die Archäologen ein Glücksfall. Hauptattraktion ist der 'Jüngling von Mozia' in dem kleinen Museum (der glücklicherweise nicht in Bonn ist).

Auf dem 'Festland' gibt es in dieser Gegend Salzsalinen. Das gewonnene Salz entspricht zwar nicht den Europäischen Vorschriften (es wird nicht raffiniert), aber das ist den Sizilianern egal. Sie machen das seit Jahrtausenden so, und damit basta!

Dann nach Erice, welches in der Antike mit Segesta und Entella eine der drei größten Städte der Elymer war. Heute ist es ein Städtchen mit ca. 28000 Einwohnern.

Impressionen





 
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Claude

Triumphator
Stammrömer

Sonntag, 27.04.2008

Mozia, Salinen und Erice


Auf der kleinen Insel Mozia errichteten die Phönizier einen befestigten Handelsstützpunkt mit Hafen und Werft. In späteren Zeiten wurde die Insel nie wieder besiedelt, also wurde auch nichts überbaut. Für die Archeologen ein Glücksfall. Hauptattraktion ist der 'Jüngling von Mozia' in dem kleinen Museum (der glücklicherweise nicht in Bonn ist).


Der aber in Bonn sein sollte und den ich dort sehr vermißt habe!
Es ist immerhin ein Trost, dass Du ihn vor Ort sehen konntest.

Viele Grüße und Danke für die schönen Impressionen, die mich schon auf Februar 2009 einstimmen.
Claude
 

drhoette

Princeps Senatus
Stammrömer

Angela

Augustus
Teammitglied
Moderator
Stammrömer
Rom-Reise
15.03.2020-22.03.2020
Wunderbare Pflanzenfotos!
Vielen Dank, drhoette, natürlich auch für die schönen Kirchen und Kreuzgänge.
Ich muss wohl wirklich mal nach Sizilien! ;) :nod:

Liebe Grüße

Angela
 

Asterixinchen

ehemalige Moderatorin
Stammrömer
Hallo und Moin, Moin drhoette!


Zwischenzeitlich mal wieder ein:

D A N K E
:!: :!: :!:

TOLLE BILDER - SCHÖNER BERICHT



Gruß - Asterixinchen :)
 
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