ColleMarina

Consul
Stammrömer
Lieber Ludwig, allein das Innere von Monreale ist ja schon mehr als überwältigend. Aber der Kreuzgang übertrifft mit den Säulen und Kapitellen alle, die ich je gesehen habe.
Vielen Dank fürs Zeigen und Erklären und für das wunderschöne Windmühlenbild zum Tagesabschluss!
 

Ludovico ROB

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Stammrömer
Trapani und Erice


Nach Verlassen unseres Zimmers konnten wir direkt das Innere der Mühle betrachten. Im Zimmerpreis war der Eintritt in das kleine Museum enthalten.


Nach kurzer Busfahrt und einigen Minuten Fußweg betraten wir eine kleine barocke Kirche. Dort waren an beiden Seiten solche Figuren zu sehen.


Was es damit auf sich hat, erklärt diese Tafel. Wer noch etwas mehr erfahren möchte, kann hier weiterlesen.



Wir sahen uns die 18 Figurengruppen und 2 Einzelfiguren näher an, die an Karfreitag beginnend mehr als 24 Stunden lang von Männern in einer Prozession im Wiegeschritt durch die Stadt getragen werden.


Zu dieser Kuppel der Fegefeuerkirche gibt es hier eine nette bebilderte Geschichte, die auch ein sechseinhalb minütiges Youtube zur Fronleichnamsprozession enthält. Wie man auf meinem Foto sieht, wurde die Kirche inzwischen doch renoviert.


Entlang der Prachtstraße Corso Vittorio Emanuele gibt es zahlreiche Fassaden zu bestaunen wie das Jesuitenkolleg und am Ende den Palazzo Senatorio o Cavarretta.



Hier noch einige weiter hübsche Beispiele.



Die dreischiffige Kathedrale mit spätbarocker Fassade erscheint innen im neoklassizistischen Stil. Die Deckenfresken sind von Vincenzo Manno. Des weiteren schmücken den Dom Skulpturen in weißem Marmor, wie dieses Taufbecken, und Bilder flämischer Maler.


Diese beiden Köpfe begegnen einem überall auf Sizilien.



Auch vom Abschluss unseres Spazierganges durch Trapani gibt es noch ein paar Fotos. Während auf der einen Seite der Hafen liegt, schützt auf der anderen Seite eine Kaimauer vor stürmischer See.



Südlich von Trapani wurde seit Urzeiten Salz aus dem Meerwasser gewonnen. Mit staatlicher Hilfe werden einige Salinen am Leben gehalten. Das Museum der Saline Culcasi haben wir besucht.


Im Innern einer Mühle sind verschiedene Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände angeordnet. Die junge Dame erklärte uns die Salzgewinnung gestern und heute auch an Hand von Fotos.




Salzberge und Windmühlen ergeben im Sonnenlicht eine malerische Kulisse.
Das Meerwasser verdunstet in der brennenden Sonne Siziliens. Das Konzentrat wird von Becken zu Becken gepumpt bei stetig steigendem Salzgehalt. Im letzten Becken wird das Salz geerntet und auf Halden geschüttet. Dort trocknet es unter einer luftigen Ziegelschicht die vor Regen schützt. Wir haben auch eine Tüte Salz erworben. Es schmeckt wesentlich intensiver als das Salz aus den Supermarktregalen.


Nach einem Mittagsimbiss erklomm unser Bus den Felsen von Erice. Dort oben drängt sich Hausdach an Hausdach.


Vom Rand des Felsens hat man einen herrlichen Blick auf die Umgebung, wie hier auf die Salinen auf der anderen Seite Trapanis.Bei guter Sicht soll man die Küste Afrikas sehen können.



Hier ein Blick auf das Castello di Venere und das Pepoli Schloss.


Wir spazierten locker durch die engen Gassen. An diesem Nachmittag waren erstaunlich wenig Touristen in der Stadt. In einem schattigen Innenhof tranken wir Kaffee und genossen das leckere, süße Mandelgebäck. Da dieses glutenfrei ist, nahmen wir einen kleinen Vorrat für den Rest der Reise mit.



Auch in Erice gibt es ein reiches Angebot an Kunstgewerbe Erzeugnissen. Der Frauenkopf mit den drei Beinen ist überall auf Sizilien zu finden. Er symbolisiert das dreieckige Sizilien.


Hier noch ein Blick auf die Küste und das bergige Hinterland.


An diesem Abend konnte ich vor dem Abendessen noch etwas Sonnenuntergangsstimmung am Strand unseres Hotels aufnehmen.​
 
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Nihil

Praetor
Stammrömer
Lieber Ludovico,
Was für ein schöner Reisebericht, was für herrlich Fotos. Die Lage des Hotel und dieser Blick durch die Windmühlenflügel auf den Sonnenuntergang....unbeschreiblich schön. Danke für das Mitnehmen in ein ganz anderes Italien.
 

Ludovico ROB

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Stammrömer
Schön, dass ihr unsere Sizilienreise begleitet.

Silinunt

Heute stand nur ein einziger Programmpunkt auf dem Plan. Nach dem Frühstück ging es mit dem Bus von Trapani die Küste entlang nach Selinunt.


Im kleinen Küstenort Marinella machten wir an einer Bar Zwischenstop für Kaffee und Toilettengang. Draußen vor der Tür stand dieser bunte Fiat Cinquecento. In Italien ist er wohl aus der Werbung für eine Tomatensoße bekannt. Ein wirklich schmuckes Exemplar.


Vom alten, einst reichen und schmucken Selinunte blieb nicht allzu viel übrig. Auf dieser Informationstafel kann man einen kurzen Abriss der Geschichte nachlesen. Das von den Griechen mit Blick aufs Meer errichtete Selinunte war einst eine stolze und schmucke Stadt. Sie soll eine der prächtigsten griechischen Kolonien gewesen sein. Die Stadt lag im Dauerclinch mit dem benachbarten Segesta. Die mit Segesta verbündeten Karthager machten die Stadt 409 v.Chr. dem Erdboden gleich. Im Mittelalter zerstörten Erdbeben den Ort vollständig.


So sind heute von der einst stolzen Stadt nur noch "kaputte" Steine zu sehen. Die Tafel am Eingang gibt Orientierung im Trümmerfeld. Die wichtigsten Gebäude sind mit Buchstaben gekennzeichnet. Die zwei wesentlichen Bezirke sind durch Pfade verbunden.


Direkt nach Betreten des Geländes sticht diese Tempelruine ins Auge.


Tempel E war vermutlich der Aphrodite gewidmet. Aus den Trümmern wurde 1958 diese Rekonstruktion errichtet. So kann sich der Besucher wenigstens eine Vorstellung von den Details dieses Tempels machen. Die heutigen Archäologen lassen die Funde lieber unangetastet. Das mag für die Wissenschaft ok sein, der touristische Besucher zahlt den Eintritt aber für etwas Anschauliches, von dem man auch ein paar Fotos mit nach Hause bringen kann (grins).


Diese beiden Fotos zeigen Details der Säulen und den Ansatz der Dachkonstruktion.


Über die Trümmer hinweg hat man freien Blick auf die Westtempel. Von Tempel C, dem gewaltigsten, hat man 14 Säulen wieder aufgerichtet. Dieser Blickfang war vermutlich Apollo gewidmet.


Der Rest des Geländes sieht in etwa so aus. Ein riesiger Haufen eckiger und runder Steine, vereinzelt von einem aufrechten Säulenrest durchbrochen. Wir erhielten hierzu viele Informationen, aber anschaulich ist das nicht.



So richtete ich die Kamera beim Rundgang durch das Gelände immer wieder auf den Aphrodite Tempel. Am Verhältnis der Größe der Frau zu den Säulen auf dem zweiten Foto kann man die Ausmaße des antiken Heiligtums abschätzen.


Anschließend aßen wir in Marinella in Meeresnähe in einem Fischrestaurant zu Mittag. Die Zeit bis zur Abfahrt des Busses setzte ich mich unten am kleinen Strand auf eine Mauer und entspannte in der Sonne.


Im Hotel ruhten wir etwas im kühlen Zimmer und streiften anschließend durch den Olivenhain. Wir waren hier in einem Agrotourismus Hotel. Der Junior Inhaber erzählte uns einiges über den ökologischen Olivenanbau. Natürlich wurden wir auch reichlich mit den köstlichen Früchten versorgt.


Besonders an alten Bäumen findet man Äste, die wie Tierköpfe aussehen. Dieses knorrige Exemplar gefiel mir am besten.​
 
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Tizia

Censor
Stammrömer
Danke für den tollen Bericht. Ich habe von dem Tempel jedes einzelne Foto vergrößert um die Menschen zu entdecken. Es ist ja unglaublich wie winzig die im Vergleich zu den Säulen sind.

Bei der ersten Wurzel dachte ich sofort an den Kopf einer Riesen Echse. Mit den grünen Blättern könnte man fast ein grünes Smaragd-Auge vermuten. Da sieht man den Blick des Fotografen, der solche Kunstwerke einfängt. Ganz großes Lob!
 

Ludovico ROB

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Stammrömer
Ich freue mich, dass der Bericht auf Interesse stößt und danke für alle Rückmeldungen.

Agrigent, Tal der Tempel


Auf dem kurzen Weg zum Bus warf ich noch einen Blick in den Olivenhain unseres Agriturismo Hotels. Entlang der Südküste Siziliens ging es Richtung Osten nach Agrigent.


Wir fuhren direkt den archäologischen Park an. Der Begriff "Tal der Tempel" ist etwas irreführend. Das archäologische Gelände umfasst nämlich den Großteil des antiken Agrigent, damals Akragas genannt. 580 v.Chr. als griechische Kolonie gegründet, hatte die Stadt in ihrer Blütezeit im 5. Jdt. v.Chr. ca. 200.000 Einwohner. Sie war damals nach Syrakus die zweitmächtigste Stadt Siziliens. Der griechische Lyriker Pindar nannte die antike Stadt "Schönste der Sterblichen". Und der Philosoph Empedokles lässt uns wissen "Sie essen, als ob sie morgen sterben, und sie bauen, als ob sie ewig leben wollten". Akragas wurde von Karthagern belagert, von Römern gebrandschatzt und von Sarazenen und Normannen geplündert. So ist es nicht verwunderlich, dass von der einstigen Pracht nicht viel geblieben ist. Einige zum Teil rekonstruierte Tempel lassen den Reichtum wenigstens erahnen.
Die Touristen verteilten sich weitläufig auf dem riesigen Gelände. Im Hintergrund sind die Häuser des modernen Agrigent zu sehen.


Der willkürlich Juno genannte Tempel thront oben auf einem Hügel. Er weist einige Besonderheiten auf, wie ein ungewöhnliches Seitenverhältnis und die unterschiedliche Gestaltung der Fronten.


Von oben hat man einen herrlichen Blick auf das antike Gelände wie auch auf das dahinter liegende moderne Agrigent.


So wie diese Gruppe suchten auch wir den schatten der alten Stadtmauer und der Bäume auf, wo wir den lebhaften Erläuterungen unseres Reiseleiters folgten. An einigen Stellen wurden moderne Skulpturen oder Installationen aufgestellt. Die dicken Mauern enthielten auch Gräber, wie die Höhlen auf dem rechten Foto zeigen.


Vereinzelt findet man auf dem steinübersähten Gelände Pflanzen wie diese Kaktusfeige oder Torsi.


Der Concordia Tempel gilt als der besterhaltene dorische Tempel. Er wurde wohl schon im 6. Jahrhundert als christliche Kirche genutzt und entging dadurch der Zerstörung.


Der gefallene Ikarus von Igor Mitoraj macht mich nachdenklich. Sollen da Verbindungen zum Schicksal von Agrigent geknüpft werden? Die typische Mitoraj Plastik wird gerne als Vordergrund für ein Foto dieses Tempels genutzt. Darauf zu hoffen, dass ein Foto ohne Menschen gelingt, ist selbst in dieser tourismusschwachen Zeit kaum möglich.


Der prächtige, knorrige Olivenbaum scheint älter zu sein als Agrigent im Hintergrund.


Noch ein Blick zurück auf eine Skulptur vor dem Concordia Tempel.


Der Herakles Tempel ist der größte und älteste Ringhallentempel der Stadt. Die Säulen wurden 1924 im Rahmen einer Restaurierung aufgestellt.


Der riesige Tempel des Olympischen Zeus ist heute nur noch ein Trümmerhaufen. Lediglich einige typische Fragmente, wie ein Telamon, sind herausgestellt. Das waren Helden der griechischen Sage. Hier wurden sie wie Atlanten als Stützen aufgestellt. Das ist auf der Schautafel gut zu sehen.


Über die Steinhaufen hinweg konnte man immer mal wieder einen Blick auf die Neustadt werfen.


Der malerische Dioskurentempel gilt als beliebtestes Fotomotiv Siziliens. Die Archäologen sind sich einig, dass die Rekonstruktion die Wirklichkeit wohl weniger gut trifft. Es sind da zu viele Stilelemente gemischt.

Bis zur Abfahrt des Busses blieb leider nur noch Zeit für ein erfrischendes Getränk. Ich hätte mir gerne noch das archäologische Museum im Park angesehen. Einschließlich Wegezeit hätte ich dafür aber mindestens zwei Stunden benötigt. So ging es mit dem Bus zu unserem nächsten Quartier im Inselinneren.​
 
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