Roma in luglio e un caffè espresso (Rom im Juli ...)

Tomaso

Legionär
Wie angekündigt nun ein kleiner Bericht.
Auf die einzelnen Sehenswürdigkeiten werde ich nicht eingehen, da diese hier bereits hinreichend von anderen hervorragend beschrieben worden sind.

Nur so viel: Ich bin schwer beeindruckt. Auch wenn es hinreichend Bild- und Schriftmaterial zu Rom gibt, so ist es doch noch einmal eine ganz andere Hausnummer vor, bzw. in den einzelnen Attraktionen zu stehen.
Der Tipp sich ein Hotel in Monti zu suchen war übrigens ganz hervorragend. Metro in der der Nähe und das Centro Storico / Kolosseum etc. war fußläufig zu erreichen.

Leider war die Zeit viel zu kurz um alle geplanten kleineren Zwischenstationen bewältigen zu können. Eine Verlängerung um ein paar Wochen wäre toll gewesen :).

Zunächst zu den Temperaturen. Es war im Vorfeld klar, dass der Hochsommer nicht die beste Reisezeit ist, doch hatte ich die Stadterkundung bei 35 Grad (gefühlt 40) ein wenig unterschätzt. Dies hatte zur Folge, dass alles, bedingt durch viele kurze Erholungspausen, doch ein wenig länger dauerte als geplant.
Eine tolle Sache sind die Nasoni, also die Trinkwasserbrunnen. Bei solch hohen Temperaturen sollte man schon einige Liter Flüssigkeit zu sich nehmen, ansonsten könnte sich so ein Kreislauf auch mal dankend verabschieden. Insofern sind die Nasoni, aus Sicht der Stadt auch nicht ganz uneigennützig, da ansonsten die Touristen im Hochsommer wahrscheinlich in Laster gestapelt in die Krankenhäuser geschafft werden müssten.
Meiner Meinung nach ist eine 1L. Trinkflasche (pro Person) optimal. Eine kleinere kann zu wenig sein und eine größere bringt zu viel Gewicht in die Tasche. Damit kommt man im Hochsommer gut von Brunnen zu Brunnen :nod:.

Speziell der Aufenthalt auf dem Forum Romanum zur Mittagszeit in der prallen Sonne ist schon als sportlich zu bezeichnen, da der Schatten rar gesät ist.
Apropos sportlich. Auch der Aufgang zum Petersdom ist, trotz Lift, nicht zu unterschätzen.
Abgesehen von den vielen Stufen, ist es auch stellenweise ganz schön eng und stickig im Aufgang.
Aber die Aussicht entschädigt für alles.
Petersplatz/Petersdom war morgens um ca. 08:15 fast menschenleer.
Die Schlange am Eingang zu den VM war um ca. 11:00 Uhr schon extrem. Selbst mit Online-Ticket war die Wartezeit ca. 20 Min. .
Überraschend hingegen, dass nach dem Ausgang um ca. 14:00 Uhr alles fast leer war und es keine Wartezeit gegeben hätte.
Dies mag sich jedoch von Tag zu Tag unterscheiden.

Der Tipp die Karten für Kolosseum, Palatin, Forum Romanum zuerst am Palatin Eingang zu kaufen und dann erst zum Kolosseum zu gehen spart übrigens sehr viel Zeit, da der Schalter am Kolosseum schon morgens sehr voll war.
Auch die Reihenfolge Kolosseum, Palatin (sehr schöne Erholung vom Trubel im Kolosseum) und Forum Romanum war gut gewählt. Ein wenig erstaunt hat mich, dass sich zu den Trajansmärkten fast keine Touristen verirrt hatten. Ein Fehler wie ich meine, da sie sehr interessant sind.

Ostia Antica war ebenfalls sehr toll, da man ohne großartige Beschränkungen durch die Ruinen schlendern konnte und es sehr viel zu sehen gab. Wenig Touristen. Zeitaufwand hier mind. 4-5 Stunden. Einige Mosaike und Bereiche waren zwar zwecks Restaurierung abgedeckt bzw. unzugänglich, was bei der Größe des Geländes jedoch kein Problem war.

Mit dem ÖPNV hat es recht gut funktioniert. Einzig die Buslinie 64 war zu allen Tageszeiten sehr überfüllt, so dass man schon mal nicht mitfahren konnte.
Die Taktung der Busse ist auch etwas undurchsichtig, da manchmal unregelmäßig.
Ich weiß nicht ob es hier schon einmal erwähnt worden ist. Wer zu Eataly möchte, der kann dies problemlos unterirdisch erreichen. Von der Metrostation Piramide in Richtung der Züge (FL1 …) gehen und weiter an den Aufgängen zu den Stationen vorbei durch den Tunnel Richtung Piazzale XII Ottobre. Direkt am Ausgang ist Eataly Roma.

Übrigens erfolgte auch ein Besuch bei Carlo Menta in Trastevere. Zum typischen Touristenmenü kann ich sagen, dass das Brot in einem Stadium war in dem es durch Sonneneinstrahlung quasi schon wieder von selbst knusprig wurde ;). Der Vino della casa rosso war auf Körpertemperatur und auch qualitätsmäßig gab es in Rom bessere. Die Spaghetti alla carbonara waren mit die besten die mir bisher auf den Teller gekommen sind. Die Saltimbocca alla Romana waren halbwegs OK. Es fehlte die Würzung und das Salbeiblatt. Der Früchtecocktail war OK. Insgesamt sehr wohlwollende 3 von 5 Sternen, wegen der guten Spaghetti alla carbonara.

Ein kleiner Tipp für diejenigen, die an Espresso interessiert sind: Abgesehen von den guten traditionellen Tipps wie „La Casa Del Caffè Tazza D'oro“, „Gran Caffè La Caffettiera“ oder „Sant'Eustachio Il Caffè“ in denen die typische italienische Barmischung serviert wird, kann ich auch das sehr kleine „Roscioli Caffè“ empfehlen, denn hier wird eine Mischung mit weniger Robusta und mehr Arabica serviert, die sehr mild und fruchtig ist. Woher genau die Bohnen stammten konnte oder wollte der Barista mir allerdings nicht verraten.

Nun noch kurz zur Sicherheit in Rom. Das Sicherheitsgefühl war sehr hoch. An jedem größeren Platz und Metrostation waren schwer bewaffnete Sicherheitskräfte.
Bezüglich Taschendiebe sollte man einfach nur seinen Verstand benutzen, dann gibt es auch in dieser Hinsicht kein Problem.
Insgesamt war die Atmosphäre sehr friedlich. Das habe ich in anderen Großstädten auch schon mal anders erlebt.
Einzig am Flughafen Fiumicino hatte ich am Tag nach dem Anschlag in Nizza mehr Sicherheitskräfte erwartet.

Abschließend bleibt mir noch zu sagen, dass die erste Romreise großartig war und sicher nicht die letzte bleiben wird. Die Hinweise hier im Forum waren Gold wert.
Bei einer kurzen Reisezeit von nur ein paar Tagen ist mMn eine sorgfältige Planung unerlässlich, damit man keine Zeit mit unnötigen Suchen oder Umherfahren/ -laufen verbringt und so seine Touren viel entspannter angehen kann. Allerdings sollte man sich, bei aller Planung, auch genügend Freiräume für spontane Aktionen lassen. Mir hat es zum Beispiel großen Spaß gemacht sich einfach mal in den nächsten Bus oder die nächste Tram zu setzen, nach ein paar Haltestellen auszusteigen und sich ein wenig durch die wunderbare Stadt treiben zu lassen.
 

pecorella

Caesar
Stammrömer
Vielen Dank für deinen Bericht aus dem hochsommerlichen Rom Tomaso.

Ich finde ihn sehr hilfreich für weitere Leser, da du genau das beschreibst und bestätigst, was wir hier immer wieder - gerade bei Reisen im Hochsommer - raten.

Mögen weitere Romreisen folgen, beim zweite Mal bist du dann ja schon geübt :nod:
 

Tizia

Censor
Stammrömer
Hallo Tomaso,

vielen Dank für deinen Bericht. Vor allem dass du schreibst dass du in der Stadt eine sehr friedliche Atmosphäre empfunden hast beruhigt mich. Bei so viel Sicherheitskräften könnte man sich ja auch bedroht fühlen.

Der Tip für die Größe der Wasserflasche im Hochsommer ist auch hilfreich. Ich hatte sonst immer kleinere Flaschen. Aber bei der Hitze reicht das wohl nicht aus. Nur gut dass das Wasser aus den Nasoni immer so herrlich kühl ist. Ich hoffe das war immer noch so.

Viele Grüße

Tizia
 
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