Rom Objektiv (Sehenswertes fotografisch festgehalten)

Tizia

Censor
Stammrömer
Hallo Ludovico, aufgrund deiner wunderschönen Bilder des Friedensaltars will ich nun unbedingt einmal selbst davor stehen.

Da an Weihnachten am 25.12.alle Museen zu haben werde ich wohl noch etwas warten müssen, mal sehen ...
 

pecorella

Caesar
Stammrömer
Vielen Dank Ludovico für einen Bericht von einem Ort an dem ich zwar schon oft vorbei gekommen, aber noch niemals hinein gegangen bin.

Aber trotz deiner schönen Einblicke, reicht die Begeisterung bei mir nicht für einen Besuch und so wird dieser Ort wohl weiterhin ein weißer Punkt auf meiner Rom-Karte bleiben.
 

FestiNalente

Censor
Stammrömer
Lieber Ludovico, mir gefallen deine versehentlich entstandenen Bilder sehr gut.

Gut, dass du die Bilder nicht gelöscht hast. :nod:

Ich finde es sehr interessant, die Dinge einmal auf diese fotografische Art zu betrachten.

Ich bin zwar großer Fan von fumetti... aber wenn ich diesen Filter über allen Fotos eines Rom-Tages gehabt hätte, wäre ich durchgedreht. :lol:
Daher freut es mich, dass Du es so sportlich nimmst und sie dennoch präsentierst - interessant ist das allemal. Ein Foto vom Forum blieb dann aber doch verschont?
In der Tat ein interessanter Art-Filter (DEN hat meine M1 nicht ;)) - erinnert fast ein wenig an Karikaturen - und damit für bestimmte Projekte bestimmt gut einsetzbar. Und nach Einarbeitung in das neue "Schätzchen" wird Dir DAS sicher nicht nochmal passieren - im Zweifel schreibst Du ja bei Deinem normalen Workflow mindestens das RAW in Form von JPG+RAW mit ...
 

Ludovico ROB

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Danke für eure Antwort. Ja, der Ara Pacis ist zweifellos ein großes Werk der Antike. Die Fachleute sagen, dass die fein ausgearbeiteten Reliefs ganz sicher von griechischen Künstlern geschaffen wurden. Wie in dem Kapitel schon kommentiert, ist er trotzdem kein Werk, der jedem Rombesucher das Eintrittsgeld wert ist.

Friedrich, ich fotografiere normalerweise nur im RAW Format. Die Fotos, die ich, gewöhnlich in Lightroom, bearbeitet habe, speichere ich dann natürlich in jpeg ab. Sogar einmal in bester Auflösung und die für Foren vorgesehenen zusätzlich stark komprimiert.
Vielleicht muss ich mich doch einmal mit den verschiedenen Effekten meiner Kameras befassen. Das hat aber keine Priorität.
 

Ludovico ROB

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Bekannte Plätze

Trevi Brunnen

Es gibt wahrscheinlich kaum einen Touristen, der nach Rom fährt und nicht wenigstens einmal am Trevibrunnen sein möchte. Vielleicht wünscht er wiederzukommen und wirft eine Münze in den Brunnen. Wer denkt nicht an das Bad der Anita Ekberg in Fellinis Film "La Dolce Vita". Auch mich zieht es immer wieder hierher, erst recht natürlich nach der großen Säuberung.


So tummelten sich die Menschen hier im Mai diesen Jahres.



Jetzt im November war selbst an einem wunderschönen Nachmittag der Ansturm auf den Brunnen sehr erträglich.


Fast menschenleer war der Platz morgens um etwa halb acht. Eigentlich wollte ich schon in der Dämmerung hier sein, kam aber nicht früh genug aus den Federn. Da ich bis hierher eine knappe Stunde unterwegs bin, ist das vielleicht verständlich.

An diesem Morgen brannte die Sonne ungebremst durch Wolken oder Dunst auf den hellen Marmor. Obwohl ich mit Lightroom etwas nachgeholfen habe, zeigen die Fotos immer noch einen hohen Kontrast, der aber hoffentlich erträglich ist.

Der Brunnen wird direkt aus der Aqua Virgo gespeist. Die Wasserleitung, den Aquädukt ließ der Konsul Marcus Agrippa im Jahre 19 v.Chr. anlegen. Bis 2007 floss das Wasser aus den Sabiner Bergen noch über diese Leitung in den monumentalen, barocken Brunnen. Heute wird er von Leitungswasser gespeist. Der heutige Brunnen wurde unter Papst Clemens den XII. von Nicola Salvi im Jahr 1732 begonnen. Näheres dazu hier.

Nun zu einigen Details.



Zwischen zwei Tritonen, die ihre Meerespferde bändigen, thront Oceanus. Das Wasser plätschert über ein künstliches Felsgewirr in das vordere Becken.


In den Nischen neben dem Meeresgott stehen die Allegorien für Gesundheit und Fruchtbarkeit; oben die Dame, die die Gesundheit symbolisiert.


Auf dem linken Relief wird Agrippa der Bauplan für den Aquädukt erläutert. Rechts zeigt eine Jungfrau den Soldaten des Agrippa die Quelle in den Sabiner Bergen.


Auf dem Architrav, unter dem Papstwappen, stehen vier Figuren, von denen zwei auf dem Foto zu sehen sind.

Irgendwann werde ich noch den Brunnen bei Nacht zeigen. Da ich dann keine Menschenmassen um das Stativ herum gebrauchen kann, müsste das frühmorgens im frühen Frühling oder im späten Herbst geschehen.

Spanischer Platz, Spanische Treppe

Ein weiterer Touristenmagnet ist bekanntlich die spanische Treppe. Der Name rührt von der spanischen Botschaft am Heiligen Stuhl, die ihren Sitz am Spanischen Platz hat. Die Treppe wurde von einem Franzosen finanziert und führt hoch zur französischen Kirche Trinita dei Monti. Informationen dazu liefer wieder einmal Wikipedia.

Wir nähern uns der Treppe meist von der Piazza Barberini her und schreiten dann von oben aus die Treppe hinab. Diesmal näherten wir uns von der Modestraße Via dei Condotti.



Das Auge musste sich entscheiden; Schaufenster oder


Treppe. Wir näherten uns gemächlich der hell erleuchteten Treppenanlage.


Der Barcaccia-Brunnen, die Treppe und die Krone, Trinita dei Monti, sind optisch für mich eine Einheit.


Auch hier, an der ebenfalls frisch restaurierten Treppe, tummelten sich jetzt im November deutlich weniger Touristen als in der Hauptreisezeit. So konnten wir uns ein nettes Plätzchen aussuchen und uns dort von der Sonne verwöhnen lassen.


Für unsere Sicherheit sorgte dieses Pärchen. Bekanntlich stehen alle größeren Plätze in Rom inzwischen unter ständigem Polizeischutz. Nachdem Essen und Trinken auf der Treppe verboten sind, geht es auf der Treppe deutlich weniger lebhaft zu. Gerne denke ich da an die siebziger und achtziger Jahre zurück.


Unten am Brunnen, meinem Sommerplätzchen ist es im Spätherbst zu kühl. Über den Bug fällt der Blick auf die große Mariensäule.

Bei unserem Morgenspaziergang nahmen wir in der Nähe des Trevibrunnens in einer Bar ein italienisches Frühstück zu uns.


Auf dem Weg zur spanischen Treppe kamen wir an der Mariensäule, der Immacolata vorbei. Oben auf dem prächtigen Kapitell, thronte von der Sonne beschienen die Unbefleckte. Um nicht geblendet zu werden, streckt sie den Rücken den wärmenden Strahlen entgegen.


Wir waren etwa um 9 Uhr hier. Um diese Zeit bestrahlt die Sonne im November nur die Spitzen von Kirche und Palast. Dafür muss man die Treppe auch nur mit wenigen Menschen teilen. Gerne hätte ich auch die rechte Seite der Treppe gezeigt. Da wurde aber während unseres Aufenthaltes gerade ein riesiges Baugerüst aufgestellt. Ich kann mich schon kaum noch erinnern an und auf der Spanischen Treppe keine Gerüst gesehen zu haben.

Auch hier will ich zu gegebener Zeit noch das eine oder ander Nachtfoto hinzufügen.


Palazzetto Zuccari

Steigt man die Spanische Treppe empor und biegt oben angekommen rechts ab in die Via Gregoriana, so sieht man nach kurzer Zeit auf der linken Seite diese eigenartige Fassade.


Eingangsportal und Fenster rahmen diese grotesken Fratzen. Das von dem Maler Federico Zuccari errichtete Gebäude beherbergt heute die Bibliotheca Hertziana. Das deutsche Institut forscht auf dem Gebiet der Kunst- und Kulturgeschichte
 
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Ludovico ROB

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Die sprechenden Statuen

Die sechs mehr oder weniger angefressenen Steine gehören für mich zu Rom wie die Römer. Schließlich stehen sie für eine bestimmte Eigenschaft der Einwohner der Ewigen Stadt, den Zynismus. Ich weiß nicht, ob viele von ihnen vom eigenen Spott so angefressen sind.

Seien wir höflich und beginnen mit der einzigen Dame.im Sextett



Die kolossale antike Statue, genannt Madama Lucrezia, steht in einer Ecke zwischen dem Palazzo Venezia und San Marco an der Piazza Venezia. Die in die Jahre gekommene Dame dominiert die Ecke, obwohl sie sicher weder ein großes Kunstwerk noch eine Schönheit ist.

Nur einige Schritte weiter findet man die nächste sprechende Statue. Schreitet man die Cordonata hoch zum Kapitolsplatz, hält sich dort links, so stößt man auf den Eingang des Palazzo Nuovo. Nach ein paar Schritten, noch bevor man den Museumsbereich betritt, sieht man dieses Bild.


Der müde, bärtige Flussgott Marforio hat sich noch relativ gut gehalten. Er zählt manchmal als die sechste sprechende Statue. Ich führe ihn deshalb hier mit auf, obwohl sehr häufig nur von fünf Gesellen die Rede ist.

Gehen wir wieder zurück, überqueren den verkehrsreichen Piazza Venezia und schreiten die Via del Corso einige hundert Meter hoch bis zur Via del Pio di Marmo auf der linken Seite, so sehen wir am Anfang dieser Straße einen kleinen Brunnen.



Er zeigt diesen Fassträger, der ein Wasserfass ausschüttet. Facchino wurde irrtümlich auch schon als Martin Luther identifiziert.

Nun müssen wir einen etwas längeren Spaziergang hinter uns bringen. Die Via del Corso geht es hoch Richtung Piazza del Popolo. Erblickt man rechts in Verlängerung der berühmten Modestraße Via dei Condotti die Spanische Treppe, so kann man sich bei schönem Wetter dort gerne auf den Treppenstufen in der Sonne etwas ausruhen. Geht man links die Via Babuino weiter nordwärts, so stößt man an der zweiten Querstraße, der Via dei Greci auf den nächsten Brunnen mit einer (hässlichen) Figur.


Hat man etwas Glück, so lässt Babuino einen mit Musik begrüßen.



Ich durfte das einmal erleben. Eigentlich ist es kein Wunder, residiert doch ganz in der Nähe die berühmteste Musikakademie Italiens.

Bald ist es geschafft. Eigentlich müsste ich jetzt die berühmteste sprechende Statue vorstellen. Ich hebe mir diese aber für den Schluss dieses Kapitels auf.

Nach diesem Ausflug in die nördliche Innenstadt, geht es nun wieder zurück gen Süden. An der linken Seite der allseits bekannten Kirche Sant´Andrea della Valle steht in einer Ecke Abate Luigi. Zur Zeit ist er wieder einmal kopflos, weshalb ich auch kein Foto zur Hand habe. Es ist in Rom wohl ein Hobby diesem ehrwürdigen Herrn ab und an den Kopf zu klauen. In den Magazinen der antiken Museen gibt es ja genügend geeigneten Nachschub. Vielleicht redet sich der Abt mit seinem lockeren Mundwerk aber auch selbst um Kopf und Kragen.

Nun geht es aber endgültig zum Chef der Clique, zu Pasquino. Ihn findet man ganz nahe bei der Piazza Navona. Trinkt man bei Cul De Sac draußen ein Gläschen Wein, so blickt man direkt auf diesen besonders bissigen Gesellen.


So sah er bei einem der letzten Besuche aus. Obwohl das Ankleben von Zetteln verboten ist, halten es die Römer heute ganauso wie ihre Vorfahren vor hunderten von Jahren. Sie scheren sich nicht um die Verbote, auch nicht unter Strafandrohung.


Jetzt im November sah es so aus. Der Steintorso war blank geputzt. Dafür klebten daneben teils mehrere Zettelschichten. Unten links sieht man immer noch den Dialog zwischen Marforio und Pasquino. Er ist aber teilweise überschmiert. Renzi muss sich auch durch den Kakau ziehen lassen. Oben links erdreisten sich sogar deutsche Touristen sich in die innerrömischen Angelegenheiten unqualifiziert einzumischen. Das geht überhaupt nicht. Wie man deutlich sieht, stören auch Touristen aus anderen Ländern.

Ich bin überzeugt, dass dieses Sextett in Hochform als Kabarett ein Quotenbringer wäre. Kennt jemand eine Lektüre, wo man die markigsten Sprüche von Pasquino und seinen Kumpanen aus den vergangenen Jahrhunderten nachlesen kann?


Noch ist es nicht so weit, dass Füsse sprechen können, doch soll dieser Kolossalfuß aus der Antike helfen wieder auf den Boden der Realität herunter zu kommen.


 
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Angela

Augustus
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Rom-Reise
15.03.2020-22.03.2020
Eine schöne Zusammenfassung der statue parlanti! Vielen Dank, Ludovico! Im Mai habe ich quasi im Angesicht Pasquinos gewohnt, direkt an der Piazza di Pasquino und im Cul de Sac waren wir mehrmals.
 

Ludovico ROB

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Jesuitenkirchen

In Rom beeindrucken zwei große Jesuitenkirchen mit überreichem hochbarockem Innendekor.

Il Gesú (SS. Nomi di Gesú)

Die Grabkirche des Ordensgründers der Jesuiten, dem heiligen Ignatius, war Vorbild für viele Barockkirchen. Bevor sich der Name Barock etablierte, nannte man diesen Stil sogar Jesuitenstil. Die Kirche liegt nicht weit entfernt von der Piazza Venezia an der Via del Plebiscito, die dann zum Corso Vittorio Emanuele II wird.


Hinter der breiten, klar gegliederten, hübschen Fassade verbirgt sich ein Feuerwerk von edelstem Hochbarock. Leider waren die Lichtverhältnisse in der Kirche bei meinem diesjährigen Besuch so schlecht, dass ich wohl erst nach einem meiner nächsten Besuche davon berichten werde.

Sant´Ignazio

Unweit des Pantheon liegt die zweite große Jesuitenkirche Roms.


Namenspatron ist der Gründer des Jesuitenordens, der heilige Ignatius. Die Kirche wurde anlässlich der Heiligsprechung des Ignatius von Loyola zwischen 1626 und 1685 durch den Jesuiten Orazio Grassi errichtet.


Schon beim Betreten der Kirche werden die Augen von den farbenprächtigen Deckengemälden fast geblendet.


Bevor wir diese aber ansahen, fielen uns diesmal hinten


diese drei Kruzifixe auf.


Der riesige Himmel des Barockkünstlers Andrea Pozzo überfordert mich immer wieder. Die Strahlen, die der dreifaltige Gott auf den Gründer des Jesuitenordens und über die Erdteile sendet, bedürfen einer näheren Betrachtung.



Das riesige Fresko der Decke des Mittelschiffes ist ganz der Verherrlichung des Ordensgründers Ignatius gewidmet.



Der Maler Andrea Pozzo, wie der Architekt ein Jesuit, zog mit malerischen Mitteln ein Zwischengeschoss ein, in dem er die vier damals bekannten Erdteile darstellte.

Pozzos Inszenierung des "heiligen Theaters" an der Decke von San Ignazio wurde zum Vorbild für viele andere europäische Künstler. Nicht zuletzt hat Tiepolo dieses Vorbild in etwas abgewandelter Form im Treppenhaus der Würzburger Residenz übernommen.

Nicht weniger beachtenswert ist ein weiterer Kunstgriff des Malers. Der Kirche fehlt die barocktypische Kuppel.



Diese wird hier durch eine illusionierte ersetzt. Unverzerrt kann man diese gemalte Kuppel von zwei Stellen im Langhaus aus sehen, die auf dem Boden markiert sind.

In beiden Querschiffen sind die Gräber zweier jung verstorbenen, heilig gesprochenen Novizen des Jesuitenordens.


Hier der kostbar ausgestattete Altar des hl. Aloysius von Gonzaga im rechten Querschiff.

Es lohnt durchaus sich noch etwas in der Kirche umzuschauen.



Hier das Grabmal Papst Gregors XV,


Maria Verkündigung


und ein Engel, der mich an die Engelsbrücke erinnert.

Verlässt man die Kirche, so sieht man sich dieser malerischen Szenerie gegenüber.


Wie eine Theaterkulisse aus dem Rokoko wirkt das Gebäudearrangement auf dem Platz vor der Kirche. Diese anmutige Kulisse schuf der Möbelbauer Raguzzini, von dem man nicht einmal den richtigen Namen mit Sicherheit kennt.

 
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Ludovico ROB

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Villa Torlonia

Vor wenigen Tagen hat Pecorella in ihrem Rom Reiseführer im Kapitel Roms grüne Inseln auch über diesen Park im Norden Roms geschrieben. Da erinnerte ich mich, dass wir im April diesen Jahres auch wieder einmal dort lustwandelten und ich auch fotografiert habe. Also Fotos auf dem PC gesucht, diese bearbeitet und hochgeladen.

Dieser Park an der Via Nomentana mit mehreren Gebäuden gehörte, wie der Name verrät, einmal der Familie Torlonia. In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde sie Wohnsitz von Mussolini. Etwa 1980 wurde das Gelände der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Heute befinden sich in den Gebäuden einige Museen.

Uns zog es zum Casino delle Civette, dem Haus der Eulen. Auf dem Weg dorthin passiert man einige der Antike nachempfundene Ruinen.



Ursprünglich war die "Schweizer Hütte" (Casino delle Civette) der Rückzugsort der Familie Torlonia von den Formalitäten des Hauptwohnsitzes. Anfang des letzten Jahrhunderts wurden mehrere Veränderungen vorgenommen. Das Jugendstilhaus gilt als "eklektisches Bauwerk", ein aus mehreren Stilrichtungen zusammengesetztes Gebäude.


Das ist schon an der der Via Nomentana zugewandten Seite gut zu erkennen.


Noch wesentlich verspielter ist die Schokoladenseite des Gebäudes.


Für mich ist es mit seinen Türmchen und verschachtelten Dächern ein Hexenhaus.


Heute befindet sich im Gebäude ein Museum für Glaskunst des Jugendstils. Dass sich ein Besuch lohnen kann, erahnt man schon draußen. Diesmal besichtigten auch wir die farbenfrohen Kunstwerke. Im Folgenden zeige ich ohne Kommentar in lockerer Reihenfolge meine Fotos.





Natürlich lädt der Park auch zum Verweilen ein,


wie diese jungen Besucher


und auch die Schnecken demonstrieren.


Mussolini hat für sich und seine Familie hier einen Bunker bauen lassen, der meines Wissens mit entsprechender Voranmeldung auch besichtigt werden kann.


Am Schluss dieses kurzen Kapitels noch einige Fotoimpressionen.

 
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Ludovico ROB

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Liebe Pecorella, natürlich darfst du das Kapitel zur Villa Torlonia verlinken. Schön, dass dir der Bericht gefällt.
 

Angela

Augustus
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Rom-Reise
15.03.2020-22.03.2020
Sehr schöne Bilder der Jugendstilglaskunst in der Casina delle Civette! :thumbup:
Auch für mich ist das ein Hexenhäuschen und ich bin gerne dort (allerdings nun schon seit einiger Zeit nicht mehr. ;))
 

Ludovico ROB

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Engelsburg

Nach dem Spaziergang in der Villa Torlonia -für das Interesse der Leser oder muss ich sagen Betrachter dieses Kapitels bedanke ich mich- wende ich mich wieder einmal einem so genannten Highlight zu. Auch wenn die Engelsburg in vielen Reiseführern als Top-Sehenswürdigkeit genannt wird, ist sie für mich allenfalls ein "nice to see" Objekt. Dies unterstreicht schon die Tatsache, dass ich bei nunmehr über 40 Rombesuchen in diesem Jahr erst zum vierten Mal die Burg betrat.

Natürlich berichte ich dennoch über meine Eindrücke. Ausführlich beschrieben ist das Bauwerk bei Wikipedia. Auch Pecorella hat in ihrem Romführer der Engelsburg ein Kapitel gewidmet.


Den Weg über die Engelsbrücke gehe ich allerdings sehr gerne, um dann zum Petersdom zu schlendern. Die Engelsbrücke und die -burg von außen habe ich ja schon am Anfang des Kapitels Centro Storico fotografisch vorgestellt. In diesem Kapitel zeige ich nun das Innere der Engelsburg.

Das heutige Erscheinungsbild wird von dem Festungscharakter geprägt. Das Mausoleum des Hadrian kann man kaum erkennen.



Als Schutz- und Trutzburg diente dieser Bau ja lange Zeit als Rückzugsort der Päpste bei Bedrohung von außen.


Schön ist der Blick von den Plattformen auf Tiber und Petersdom. Sicher kann man von hier die wunderbare Kuppel der Peterskirche am besten betrachten. Auch der Fluchtweg der Päpste, der Passetto, ist vom Dach der Burg am besten zu verfolgen.



Häufig wird auch der Blick auf die vielen Kuppeln Roms gelobt. Mir ist dieses Gewirr einfach zu gedrängt und ungeordnet. Da kenne ich harmonischere Sichten.




Ich betrachte noch die leicht verletzte Möwe, die argwöhnisch beobachtet, ob der mächtige Erzengel auch wirklich sein Schwert in die Scheide steckt. Die Flügel des Marmorengels auf der unteren Ebene wirken auf mich immer wie die Flügel eines großen Rührwerkes. Da scheint meine lange Tätigkeit in der Chemie doch seine Spuren hinterlassen zu haben :nod:.


Drinnen steigt man die Rampe empor, vorbei an den ehemaligen Gefängnissen und Lagerräumen hoch zu den reich ausgestatteten Fluchträumen der Päpste.









Natürlich favorisiere ich weiterhin das bekannte Märchen von Amor und Psyche in der Villa Farnesina.






Mit dem Blick auf die wohl leeren Schatztruhen schließe ich dieses Kapitel ab. Die Erforschung des Weges des vielen Goldes bis zu den Konten der Vatikanbank ist mir einfach zu aufwändig. An meiner persönlichen Rangfolge der Sehenswürdigkeiten Roms hat auch dieser Besuch der Engelsburg nichts geändert.

 
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pecorella

Caesar
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Da geht es mir ähnlich wie dir lieber Ludovico.

Ich war bisher zwei Mal dort, jeweils an eintrittsfreien Sonntagen und hatte sogar das Glück, dass es nicht voll war.

Beim letzten Besuch habe ich mir extra viel Zeit genommen, damit die Engelsburg doch noch irgendwie mein Herz erobert, hat aber nicht geklappt.

Aber trotzdem Danke für deinen Bericht von dort, den ich gerne wieder im Reiseführer verlinke.
 

Ludovico ROB

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Santa Maria del Popolo mit Piazza del Popolo

Lange war die Piazza del Popolo das Eingangstor nach Rom für alle Reisenden aus dem Norden; so auch für unseren Dichterfürsten JWvG.


Dieser weite Platz öffnet sich vor den Augen, wenn man von der Metro Station kommend den Platz betritt.


In den Siebziger, Anfang der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts parkten auf dem Platz noch hunderte Autos.


Seit vielen Jahren ist der Platz schon von Autos befreit. Im Zentrum steht ein Brunnen mit Löwen und einem Obelisken. Die Treppenstufen laden zum Sitzen ein. Auf dem mittleren Fotos sieht man mit Blick nach Norden das Tor mit dem weithin sichtbaren Stern. Rechts daneben ist der Eingang zur Kirche Santa Maria del Popolo.


Betritt man die Kirche unvorbereitet, so ahnt man bei diesem Blick noch nicht, welche Schätze das Gotteshaus birgt.


Dieser Löwe mit metallenem Stiftzahn tut einem nichts. Geht man an ihm vorbei und betritt die zweite Kapelle auf der linken Seite, so steht man in der Grabkapelle


des reichen Bankiers Chigi, der auch die verschwenderische Villa Farnesina erbauen und ausschmücken ließ. In den vier Ecken gibt es Werke von Raffael und Bernini zu bewundern. Die Kapelle ist auch Schauplatz im Dan Brown Bestseller Illuminati.


Hier sieht man Berninis Habakuk und der Engel



und darunter Daniel mit dem Löwen vom gleichen Künstler. Durchschreitet man das linke Seitenschiff, so stößt man vorne in der ersten Kapelle auf zwei Meisterwerke Caravaggios.


Rechts hängt die Bekehrung des Paulus.


Links sieht man die dramatische Szene der Kreuzigung des Petrus. Wenn man sich diese Werke ansehen will, sollte man einige Geldstücke für die Beleuchtung mitbringen.


Dieses Marienbild auf dem Hochaltar soll der Evangelist Lukas gemalt haben; im 13. Jdt.?


Hinter dem Altar befindet sich ein Freskenzyklus von Pinturicchio. Links ist Maria mit dem Kind und Heiligen zu sehen.


Ein Blick in die Kuppel, dann geht es zur letzten Kapelle hinten rechts.



Die Anbetung des Jesuskindes ist ein Meisterwerk Pinturicchios.


Noch ein Blick ins Mittelschiff, dann geht es wieder hinaus




auf den riesigen Platz unterhalb des Pincio. Der Platz wird ab und zu für Großveranstaltungen genutzt. Von der Terrasse hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt Richtung Westen zur Peterskirche (s. drittes Foto oben).

Wieviel Menschen der Platz fassen kann, zeigen einige Fotos von einem Flash Mob, den wir vor einigen Jahren hier erlebten.





Die Aktion bestand daraus, dass zur Musik Gangnam ein anscheinend sehr bekannter Tanz aufgeführt wurde. Sobald der letzte Ton verklungen war, löste sich die Masse auf.​

Nach einigen Minuten konnten wir langsam den Pincio erklimmen. Dort bot sich ein interessanter Blick über die Lichter der Stadt bis hin zum Petersdom.​



 
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Ludovico ROB

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Piazza Navona

Diesen geschichtsträchtigen, belebten Platz suche sicher nicht nur ich bei meinen Rombesuchen meist mehrfach auf.



Auf diesem barocken Platz wird täglich ein Schauspiel gegeben, das ich mir gerne ansehe, ja, in dem ich dann natürlich auch selbst agiere. Die Restaurants ringsum, die drei Brunnen die Kirche Sant´Agnese in Agone die Maler und Straßenkünstler, wie auch der endlose Touristenstrom geben diesem Platz ein ganz besonderes Flair.






Am liebsten betrachte ich den Platz zunächst von der Fontana del Moro im Osten des Platzes aus. Das schlanke Oval der Piazza bildet in etwa den äußeren Rand des antiken Domitian-Stadions nach. Später war hier der Markt dieses Viertels, der heute auf dem nahen Campo de´Fiori abgehalten wird. In vergangenen Jahrhunderten wurde der Platz ab und an zum Vergnügen der Bevölkerung
geflutet.


Direkt neben Berninis Brunnen erhebt sich die prächtige Fassade von Borrominis Agnese in Agone. Hier die Statue der Heiligen.


Im Zentrum präsentiert sich Berninis Vierströmebrunnen.


Die Flussgötter laden direkt dazu ein sie zu porträtieren.


Die Donau.



Der Ganges; für mich der fotogenste Flussgott.



Der Nil, dessen Quelle zu Berninis Zeit noch nicht bekannt war.


Schließlich der amerikanische Strom, der Rio de la Plata.


Es lohnt durchaus sich durch die Besuchermassen rund um diesen Brunnen zu kämpfen und die von Bernini dort versteckten Tiere zu suchen.






Doch auch der Mohrenbrunnen im Osten







und der Neptunbrunnen im Westen des Platzes sind lohnende Objekte.

Diesen Platz sollte man zu verschiedenen Tageszeiten besuchen. Morgens ist er meist deutlich leerer als am Nachmittag. Mir sind der späte Nachmitttag und frühe Abend am liebsten.


Dann drängeln sich zwar auch viele Gruppen auf dem Platz, die einer bunten Fahne nachlaufen,





aber dann treten hier neben den Malern auch viele Straßenkünstler auf;


nicht nur solche Standfiguren,


sondern auch Sprayer (sie tragen nicht umsonst Atemmasken).


Gerne hören wir Straßenmusikern wie diesen zu.


Schon oft haben wir uns unter die Zuschauer gemengt, wenn dieser Clown und Artist gerade aktiv war.



Aber auch andere Akrobaten vertreiben uns hin und wieder die Zeit.


Im Oktober 2018 malte dieser Straßenkünstler oder besser -unterhalter viele und riesige Seifenblasen in die Luft. Deutlich sichtbar hatten nicht nur Kinder ihren Spaß daran.



Manchmal sind es aber auch Touristengruppen, die hier ihr Können zeigen.



An einer Ecke werden häufig heiße Maronen angeboten.


Folgt man den Aufreißern vor den umliegenden Lokalen, so sollte man aufpassen. Es kann teuer werden, wenn man dort Platz nimmt.


Wie man an obigen Bildern erkennt, findet man mit etwas Geduld auch auf einer Bank oder am Brunnenrand Platz.


Auf der Piazza Navona macht es tagsüber jede Minute vielfach Klick, besonders am Viefströmebrunnen. Man sollte deshalb auch einmal in der Dämmerung oder bei Nacht dort fotografieren.





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Irgendwann wird es auch hier ruhig. Leer ist die Piazza Navona aber selbst morgens um drei Uhr ganz selten. Vielleicht gelingt es mir ja irgendwann den schneebedeckten Platz oder Eiszapfen an den Brunnen zu fotografieren.

 
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pecorella

Caesar
Stammrömer
Lieber Ludovico, ganz herzlichen Dank für diesen schönen Bericht von der Piazza Navona! Das letzte Foto ist natürlich ganz besonders schön, da man den Platz so fast nie zu Gesicht bekommt.

Ich erinnere mich immer noch mit einem gewissen Schrecken daran, als ich diesen Platz, nach diversen Rom-Besuchen, einfach überquert habe, ohne ihn eines Blickes zu würdigen.

Gut, zu meiner Entschuldigung kann ich vorbringen, dass ich zu meiner Lieblingseisdiele wollte :], aber ich war schon recht erschrocken über meine "Dekadenz" diesen Platz nicht mal eines Blickes zu würdigen.

Auf dem Rückweg und frisch gestärkt, habe ich es dann aber gemacht :nod:
 
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