Rom im Frühling 2026 - ein Kurzbericht

Padre

Dictator
Forum-Sponsor
Stammrömer
Rom-Reise
20.04.2026-27.04.2026
Fast auf dem Tag genau zwei Jahre waren seit meinem letzten Rombesuch vergangen, als ich in Hannover ins Flugzeug stieg und mich in Richtung meiner Sehnsuchtsstadt aufmachte. Meine To-do-Liste empfand ich als recht überschaubar, aber im Nachhinein erwies sie sich auch dieses Mal als viel zu lang. Meine Hauptziele waren keine großen Attraktionen oder Sehenswürdigkeiten, sondern eher die kleineren und unspektakulären Dinge, die Rom zu dem machen, was es ist. In erster Linie wollte die Stadt einfach nur sehen, hören und einatmen und schmecken. So machte ich mich an jenen regnerischen Montagtagabend mit meinem Kumpel Umberto zum Flughafen auf und flogen dem Ziel meiner Träume entgegen.



Montag, 20. April

Der erste Tag bzw. Abend ist recht schnell erzählt: Als wir in Fiumicino landeten war es bereits dunkel. Am Gepäckband angekommen, stellten wir fest, dass unsere Koffer bereits ihre Runde machten. Am Taxistand hatte sich eine lange Schlange gebildet, aber es ging zügig voran und gut 30 Minuten später hielt der Wagen vor unserer Unterkunft. Dieses Mal waren wir Gäste der Pallottinerinnen, die ihr Gästehaus in der Nähe vom Petersplatz, im Viale delle Mura Aurelie, unterhalten. Für Umberto war die Unterkunft neu, ich dagegen war dort zum vierten Mal zu Gast. Nach dem Bezug der Zimmer ging es zum Abendessen ins La Vittoria. Auf dem Weg dorthin hatte ich mein erstes kleines Highlight: der nächtliche Blick auf die Kuppel von Sankt Peter und dazu betörende Duft von Jasmin.
Im Restaurant genossen wir ein wirklich gutes Essen. Es sollte nicht unser letzter Besuch sein! Voller Glückseligkeit endeten diese ersten Stunden in Rom.
 
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Wie schön, dass wir wieder mal einen aktuellen Reisebericht im Forum haben! :)
Gerne werde ich ihn mitlesen.
 
Lieber Padre,
herzlichen Dank für den Beginn deines Reiseberichts! Nach dem gelungenen Auftakt, freue ich mich auf die Fortsetzung!
Schön ist auch, dass das La Vittoria immer noch eine gute Adresse ist!
 
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Liebe Simone, ganz herzlichen Dank für Deine Rückmeldung!

Ja, das La Vittoria hat an Qualität und Freundlichkeit nicht nachgelassen - ganz im Gegenteil. Am Ende der Reise gab es dort ein MF- Treffen!
 
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Unter diesen Umständen wünsche ich zunächst einmal gute Besserung – also dass sie weiterhin gut vorangehen möge. :)
 
Ich wünsche auch gute Besserung. Daumen werden fest gedrückt. Keine Eile mit dem Reisebericht. Es ist nicht wichtig wann er kommt. Es ist wichtig daß er kommt. :)
 
Dienstag, 21. April

An diesen Tag trafen drei Ereignisse aufeinander: 1. Natale di Roma – der mythologische Gründungstag der Stadt Rom. 2. Der 100. Geburtstag von Königin Elizabeth II. und schließlich der erste Todestag von Papst Franziskus.



Nach dem relativ bescheidenen Frühstück machten uns zum Petersplatz auf. Dort angekommen zeigte ich Umberto das „Herz des Nero“ ein Pflastersein aus rotem Porphyr, der einem Herz ähnelt und erzählte ihm die dazugehörende Geschichte.


Die Schlange vor der Sicherheitskontrolle war überschaubar und so beschlossen wir in den Petersdom hineinzugehen. Ein Punkt meiner To-do-Liste waren die vatikanischen Grotten, insbesondere wollte ich das Grab von Papst Benedikt XVI. besuchen. Als wir die Basilika betraten, fiel es uns zuerst gar nicht auf, da sich eine größere Menschenmenge vor Michelangelos Pieta und der geschlossenen Heilige Pforte versammelt hatte. Die ganze Kirche war voller Menschen, die einen ungeheuren Lärmpegel produzierten und das schon um 10 Uhr morgens. In den Grotten ging es etwas ruhiger zu. Beim Verlassen entdeckten wir einen Hinweis, das um 12 Uhr eine Messe für Papst Franziskus am Cathedra Altar stattfinden würde.

Hier eine Impressionen aus Sankt Peter:



Wir zögerten einen Augenblick lang und begannen, wie geplant, die Stadt zu erobern. Es ist sehr angenehm, dass die Via della Conziliazione jetzt autofrei ist und die Neugestaltung der Piazza Pia empfanden wir als sehr gelungen. Besonders gespannt war ich auf die restaurierten Engel der Engelsbrücke. Es war schön, den Engel mit den Nägeln nach so vielen Jahren nun wieder vollständig zu sehen.


Es folgte eine kurze Visite im Deutschen Pilgerbüro, obwohl er sich in Afrika aufhielt, wurden wir vom Pontifex begrüßt, zwar aus Pappe, aber immerhin.


Wir brauchten eine Stärkung und ließen uns in einer Bar nieder und genossen unseren ersten italienischen Cappuccino und ein Cornetto. Wir ließen uns durch die Gassen der Altstadt treiben und landeten auf der Piazza Navona. Hier sollte ein weiterer Punkt auf meiner Liste abgehakt werden: Hier mal einen Aperol Spritz trinken und die Stimmung des Platzes von einen der Tische aus genießen. Umberto stand dem Unterfangen skeptisch gegenüber – Touristenabzocke etc. Also unternahmen wir zunächst einen Preischek. Der Preis lag im Normalbereich und auch die Qualität, sowie die Beigaben waren absolut zufriedenstellend.


Gut zwei Stunden verbrachten wir auf der Piazza und machten uns zum Pantheon auf, nicht ohne im Sant’Eustaccio einzukehren, um eine Monachella zu genießen. Wir umrundeten das Pantheon und weiter ging es zur Via del Corso und zum Trevi-Brunnen. Trotz des Eintrittspreises war der Andrang und das Gewühle genauso stark, wie vor der Erhebung des Eintritts. Wir folgten den Menschenmassen und standen bald darauf vor der Spanischen Treppe, die mit Azaleen herrlichen geschmückt war.


Wo kann man in Rom den 100. Geburtstag von Queen Elizabth II. besser begehen, als im Babingtons Tea-Room, der sich genau neben der Treppe befindet? Nach der Tea Time fuhren wir zur Unterkunft zurück. Am Abend ging es zum Campo‘ de Fiori auf einen Aperitif und ein leckeres Essen im Romanesco.

Fortsetzung folgt.
 
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Es ist sehr angenehm, dass die Via della Conciliazione jetzt autofrei ist und die Neugestaltung der Piazza Pia empfanden wir als sehr gelungen.
Danke schön für diese erfreuliche Rückmeldung – m.W. hierzuforum die erste zum Ergebnis dieser so besonders langen Umgestaltung.

Der Preis lag im Normalbereich und auch die Qualität, sowie die Beigaben waren absolut zufriedenstellend. Gut zwei Stunden verbrachten wir auf der Piazza und machten uns zum Pantheon auf (...).
Ebenfalls erfreulich zu lesen, dass die Piazza Navona euch so gastfreundlich aufgenommen hat. :)

Hingegen die Situation am Trevi-Brunnen war bisher in italienischen Medien günstiger dargestellt worden, jedenfalls für mein Empfinden.
Trotz des Eintrittspreises war der Andrang und das Gewühle genauso stark wie vor der Erhebung des Eintritts.

Wo kann man in Rom den 100. Geburtstag von Queen Elizabth II. besser begehen als im Babingtons Tea-Room, der sich genau neben der Treppe befindet?
In der Tat: Das hat Stil! :cool:
 
Ach, übrigens – eh' ich's vergesse:
Wir haben ja einen Thread zur Hostaria Romanesca - Campo di Fiori. Mit bislang jüngster Bewertung von Dezember 2024. Dort könntest ja ggf. du ein paar Worte hinterlassen; oder aber ich könnte sie aus deinem Bericht dorthin zitieren. ;)
 
Nach dem relativ bescheidenen Frühstück machten uns zum Petersplatz auf. Dort angekommen zeigte ich Umberto das „Herz des Nero“ ein Pflastersein aus rotem Porphyr, der einem Herz ähnelt und erzählte ihm die dazugehörende Geschichte.

Besonders gefreut, habe ich mich über dein Foto vom sogenannten Herzen Neros. Für dieses hatte ich mich 2021 auch einmal besonders interessiert, aber mit eigenen Augen gesehen, habe ich es dann doch nicht mehr. Solche Histörchen und ihre wahren Hintergründe sind doch das Salz in der römischen Suppe! :)
 
Mittwoch, 22. April

Der Tag begann mit einem Besuch des Campo Santo Teutonico. Wir hatten gerade die Einlasskontrolle passiert, als es anfing zu regnen - schütten ist wohl das bessere Wort. Schutz und Zuflucht fanden wir in der Kirche des Santo Campo. Hier konnte ich einen weiteren Punkt aus von meiner Liste abhaken: Der Cranach-Triegel-Altar, der sich seit Ende des letzten Jahres, als Leihgabe im hinteren Teil der Kirche befindet. Die Kontroverse über den Altar hat die Gemüter aufgeheizt. Nun bin ich mit dem Werk von Michael Triegel nicht so vertraut. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ein Portrait von ihm das Papst Benedikt XVI. zeigt auf wenig Anklang stieß. Mir gefiel das Zusammenspiel es altehrwürdigen Cranach mit dem modernen Triegel sehr. Die ganze Aufregung um das Altarbild ist mir ehrlich gesagt unverständlich.


Wir wollten selbstverständlich auf den Friedhof besuchen und wagten uns trotz des Regens nach draußen. Rektor Klasvogt führte eine Gruppe über den Friedhof, die gerade im Begriff war in die Kirche zu gehen. Kurzerhand wurden wir vom Rektor eingeladen an der Führung teilzunehmen. Wir nahmen das Angebot wahr und erfuhren noch einiges über die Kirche Santa Maria della Pieta. Nach der Führung ließ der Regen nach und schauten uns den Friedhof an. Ich weiß nicht, ob es an dem regnerischen Wetter oder an der Jahreszeit lag, aber viele Gräber machten auf mich einen eher ungepflegten Eindruck

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Über den Petersplatz und der Piazza Risorgimento machten wir uns auf zu Metrostation Ottaviano, denn unser nächstes Ziel war die Basilika Santa Maria Maggiore. Die Warteschlange vor der Kirche war nicht lang und als mich eine Wachfrau mit meinem Gehstock sah, durften wir Kontrolle in die Kirche hinein. Der Besucherandrang am Grab von Papst Franziskus war überschaubar und man hatte sogar die Möglichkeit zum stillen Gebet, ohne dass das Wachpersonal „Avanti, Avanti“


rief. In der Cappella Paolina nahmen wir die Gedenktafel an Papst Franziskus in Augenschein, die am Tag zuvor feierlich gesegnet wurde und an seine zahlreichen Besuche und Gebete erinnert.



Als nächstes stand das Acquario Romano auf dem Programm, das sich nur ein paar Gehminuten von Santa Maria Maggiore entfernt liegt und dessen Existenz mir bis ein paar Wochen vor der Reise gänzlich unbekannt war. Ein wunderschönes Gebäude, das 1887 als Fischaufzuchtsbetrieb erbaut wurde und im Laufe der Zeit immer wieder seine Funktion änderte. So war es unter anderem Turnhalle, Theater und diente für Zirkusaufführungen und beherbergt heute die Italienische Architektenkammer und dient als Veranstaltungszetrum. Teile des Gebäudes sind öffentlich zugänglich und ich freute mich schon auf die Eingangshalle. Aber an diesem Tag fand eine Veranstaltung statt und nur geladene Gäste hatten Zutritt. Da für Fotos war auch nicht viel Zeit war, verlinke ich mal mit der Website.


Von der Metro Station Vittorio Emanuele fuhren wir zum Lateran. Neben der Kathedrale wollte ich nach vielen Jahren mal wieder den Kreuzgang besichtigen.




Nach der Besichtigung des Kreuzgangs verweilten wir noch etwas in der Kirche und machen uns dann über der Via San Giovanni in Laterano in Richtung Colosseo auf. In der schönen Bar Spaziottocentro kehrten wir ein und genossen unseren obligatorischen Mittagsspritz. Umberto wollte San Clemente einen Besuch abstatten und so betraten wir über den Vorhof die Kirche, in der es nicht nach Weihrauch, sondern nach Sägespäne roch, denn die Wände und Säuen und der größte Teil des Apismosaiks waren hinter Spanplatten verborgen. Die Atmosphäre war wenig einladend und so ging zum Colosseo weiter. Von dort aus stiegen wir in einem Bus und fuhren bis Agentina und von dort aus weiter zu unserer Unterkunft, wo wir uns auf das Abendessen im La Vittoria vorbereiteten und ich mich auf Trippa alla romana freute.

 
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Padre Danke für die Führung. Das Acquario Romano werde ich mir merken. Guter Tip. Ich hoffe das Du Deine Reise genießen kannst. Bin ganz gespannt auf die Fortsetzung.
 
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