Rom: Diario romano

tacitus

Magnus
Stammrömer
[bt]1258972620 [/bt]
Verlagstext:
"Christoph Brech (Jg. 1964) hat sich nach seinem Studium an der Münchener Akademie der Bildenden Künste einen Namen mit Videos und Rauminstallationen gemacht. Ausgangspunkt von Brechs Arbeiten sind zufällige Beobachtungen von scheinbar Belanglosem, die er in eindringlichen, zeitlosen Bildern zu bannen versteht. Mit seiner Fotoarbeit „diario romano“, die während seines Aufenthaltes an der Villa Massimo im Jahr 2006 entstanden ist, setzt er sich auf individuelle Art mit der langen Tradition der „Römischen Tagebücher“ auseinander. Jeden Tag seiner Romreise illustriert er stellvertretend mit einem Foto, das auf witzige und fantasievolle, manchmal auch nachdenkliche Art, Alltagsszenen einfängt. In 330 Aufnahmen vermischt sich individuelles Erinnern mit ungewöhnlichen Einblicken in die ewige Stadt von heute, die selbst den Romkenner überraschen. Mit einer Einführung von Arnold Nesselrath, Direktor der Abteilung Byzanz und Arte Moderna der Vatikanischen Museen."

CHRISTOPH BRECH. ROM
 
Christoph Brech (christoph brech) gehörte an diesem Wochenende zu den mehr als 250 Künstlern, die in die Sixtinische Kapelle geladen waren, um einen (zugegeben doch wohl recht einseitigen) Dialog mit Papst Benedikt XVI. über die moderne Kunst zu führen (vgl. http://www.roma-antiqua.de/forum/rom_79/benedikt_xvi_trifft_21_11_a-10049/) .

Sein Aufenthalt 2006 in der Villa Massimo hat den Videokünstler auch zu Video-Filmen angeregt: "Civetta" thematisiert den berühmten "Schlüsselloch-Blick" vom Aventin auf die Kuppel des Petersdomes, vgl. christoph brech. "Punto" zeigt die Fahrt eines Fiat Punto von der Villa Massimo durch römische Vorstädte bis hinaus in ländliche Gegenden außerhalb Roms, vgl. christoph brech.

Ob und wo diese Videos zu sehen oder zu bekommen sind, konnte nicht herausgefunden werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Rezension: Christoph Brech, Rom. Foto-Tagebuch
Christoph Brech war einer der wenigen Deutschen, die bei der Begegnung Papst Benedikts mit zeitgenössischen Künstlern in der Sixtinischen Kapelle mit dabei sein durften. Mit dem Verlag Wienand publizierte der in München stationierte Videokünstler kürzlich einen schönen großen Band mit dem Titel „Rom, Foto-Tagebuch“. Die Bilder sind Frucht eines einjährigen Rom-Aufenthaltes in der deutschen Akademie Villa Massimo. Brech hat die Zeit offensichtlich für Streifzüge kreuz und quer durch die Ewige Stadt genutzt. Sein persönlicher Blick auf Rom ist nicht der des Bildungsreisenden, sondern der des Flaneurs, der mit spielerischer Neugier Konstellationen des Zufalls aufspürt, die in seinen Bildern zu kuriosen, witzigen oder melancholischen neuen Aussagen gerinnen. Das Postkartenhafte an Rom interessiert den Künstler nicht. Wenn er Touristenziele abbildet, dann als Folie für Neues, mitunter charmant Banales. So wird etwa der Trevibrunnen zur Kulisse für ein Spalier billiger Mitbringsel – Gipscaesaren, Diskuswerfer, Gladiatoren aus buntem Plastik -, die aber mit ihrer sonnigen Ausleuchtung im Bild mehr Sympathien einheimsen als die schattigen Skulpturen des barocken Prachtbrunnens dahinter. Eine besonders Faszination hat Christoph Brech für Werbeplakate, für Verhülltes, für Bauplanen auf alten Palazzi, überhaupt für Vorläufiges und Unfertiges. Auf dem Petersplatz zeigt er die verheißungsvolle Juteplane, hinter der an der Weihnachtskrippe gebastelt wird, im Petersdom einen spinnenartigen, blitzenden Baukran, im Hintergrund sitzt ganz demütig Michelangelos Pieta. An den Schweizergardisten interessieren ihn nicht die berühmten Uniformen, sondern die in der Zigarettenpause angelegten blauen Kittel, unter denen die dreifarbigen Stulpen hervorblitzen. Respekt und Sensibilität für altes kirchliches Kulturgut wird immer wieder deutlich, so in den Aufnahmen aus dem Pantheon und aus Santa Maria Maggiore. Christoph Brechs persönlicher Rom-Bildband bietet für jeden Tag eine kleine Überraschung - eine Art Adventkalender der römischen Alltagskultur.
RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Nachrichtenarchiv
 
Jeder, der einmal dort war, trägt sein ureigenes Rom mit sich nach Hause. Könnte man dieses innere Bild nach außen projizieren, sähe man ein wirbelndes Chaos, so sinnverwirrend wie die Stadt selbst. Das, was wir als unvergessliche Eindrücke Roms schätzen, die antiken Tempel und barocken Kirchen, die majestätischen und die intimen Plätze, die schwarzen Priesterscharen am Vatikan, die Maßanzügler am Palazzo del Quirinale, die perfekt geschminkten, schreitenden Donne der Via Veneto und die Enkelinnen von Fellinis Cabiria in Trastevere - alles wirbelt in diesem Kaleidoskop aus Erinnerungsfetzen. Wollten wir es, etwa in einem Tagebuch, stillstellen, würde Rom zu einer Abfolge aus Einzelbildern erstarren, die, alles Zufällige und Gleichzeitige ausscheidend, nur wenige Momente bewahren. Deshalb ist der Titel "Foto-Tagebuch" dieses Bildbands irreführend.
: Zersplitterte Stadt - Reise - Feuilleton - FAZ.NET
 
Habe das Buch geschenkt bekommen.

Eigentlich hatte ich anhand des Titelbildes hier im Forum und in amazon (hatte es dort auf meinen Wunschzettel gestellt) "Mehr" erwartet :cry: Ist schwer zu beschreiben.
Das Buch ist ganz nett, besteht nach einem kurzen geschichlichen Überblick (wie in einem Touristenführer mehrsprachig auf einer Seite) praktisch nur aus Bildern (was ok ist), die aber nicht kommentiert sind, sondern "nur" mit dem Ort der Aufnahme betitelt .
Für mich persönlich sind die Bilder bis auf das genannte Titelbild nicht besonders spektakulär.
Möglicherweise sind die Bilder für jemanden, der die Stadt in und auswendig kennt, interessanter.
Für mich, der ich erst 2 X in Rom war - leider:( - wäre es nicht wirklich geeignet, Geschmack auf die Stadt Rom zu machen. Schade.
 
Ich hole diesen alten Thread aus der Versenkung, da ich zufällig dieses Video entdeckt habe:


Zitat aus obigem Tagesspiegel-Link:
... in Brechs fulminantem, großformatigen Farbbildband „Rom. Foto-Tagebuch“
kann man sich richtig verlieren - schauen, überlegen von wo aus manches Foto gemacht wurde, neue Blicke auf ein Rom, das man kennt oder neu entdeckt ... Ein prächtiger Bildband für Rom-Kenner und -Liebhaber

Christoph Brech - Rom: Foto-Tagebuch Diario Fotografico
 
Zurück
Oben