Römische Notizen: OT

Gaukler

Caesar
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Zwei OT aus diesem Thread von @Simone-Clio:
Sie haben Verständnis dafür, dass wir den Terrassenschlüssel beim dritten Waschgang in der neuen Wohnung frech an Signor Massimo vorbei aus dem Palazzo schmuggelten und nachmachen ließen? Schön, dass Sie uns da den Rücken stärken. Ihr Gerechtigkeitssinn ist gleich geeicht wie unserer. Die anderen nämlich haben auch alle ihre privaten Terrassenschlüssel, sie haben sie bloß nicht erschlichen wie wir, sie haben sie ersessen. In Vatikan-Palazzi wohnen Familienverbände auf Jahrzehnte, da vererbt man Schlüssel, Nutzungsrechte und Privilegien, auf die Neuzugänge in den ersten paar Jahren ihres Mieterdaseins nicht mal kommen.
Wobei alles das mich erinnert an ein Dachterrassen-Erlebnis im hl. Jahr 2000 ... bin mir jedoch noch nicht sicher, ob ich das erzählen soll.
Aber falls ja, dann ganz bestimmt nur in einem OT-Thread.
Nun denn ... ;)

Der Malteser-Orden besitzt (oder besaß?) ein Mietshaus in der Via di Ripetta, mit mindestens 8 Wohnungen. Darin waren im hl. Jahr 2000 wir international zusammengesetzten Sanitäter-Teams untergebracht; d.h. jeweils 8 Teams für jeweils 2 Wochen. Und im Erdgeschoss wohnte die Hausmeisterin (ihren Namen habe ich vergessen; es ist ja nun auch schon 20 Jahre her).

Auch dieses Gebäude hatte eine sehr schöne Dachterrasse; und wir durften sie auch benutzen. Allerdings war sie nicht so völlig bequem zu erreichen: Über das Treppenhaus gelangte man nur zu einer unteren Terrassen-Ebene; und von dort musste man zur oberen Ebene über eine an der Wand befestigte Metall-Leiter klettern.

Wir haben dort oben viele schöne Abende verbracht. :cool: Was jedoch streng verboten war: sich die ganze Nacht lang dort aufzuhalten.

Nun, es kam dennoch, wie es wohl kommen musste: Irgendwann im September verbrachte ein junges Pärchen aus unserem deutschen Team die Nacht dort. Vermutlich sogar ganz ohne "Weiteres" (und übrigens steht mittlerweile der einige Jahre später geborene Sohn kurz vor dem Abitur), sondern einfach nur so ... aber es war jedenfalls ein Riesenskandal. Also ganz einfach nur das Sich-dort-Aufhalten über Nacht. Und weil die Hausmeisterin wusste, dass in unserem deutschen Team niemand außer mir Italienisch sprach, wurde also von mir ein hochoffizielles Entschuldigungs-Schreiben gefordert (und natürlich auch geliefert).

Daran also musste ich denken, als ich heute Morgen von Signor Massimo las. ;)


Im Übrigen noch kurz hierzu:
Die Sensibilität der Autorin für dieses Adjektiv (und also vermutlich auch für Adjektive im Allgemeinen) ist in meinen Augen sehr lobenswert.
Ein diesbezüglicher Rat, der sich mir vor Jahrzehnten unverlierbar eingeprägt hat (Quelle):
Mit den Adjektiven sollte man überhaupt sparsam umgehen. Clemenceau - damals noch Schriftleiter einer Zeitung - sagte zu einem neuen Kollegen: "Schreiben Sie kurze Sätze! (...) Bevor Sie ein Adjektiv schreiben, kommen Sie zu mir in den dritten Stock und fragen, ob es nötig ist."
 
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Simone-Clio

Augustus
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Hallo Gauki,

deine Dachterrassengeschichte ist wirklich nett, danke dass du sie mit uns geteilt hast. Ich erinnere mich, dass du den übrigen @Tre a Roma dieses Haus bei einem gemeinsamen Rom-Aufenthalt gezeigt hast. Eine wirklich schöne Lage!

Und mit den Adjektiven ist das so eine Sache: Oft ist weniger sicher mehr, aber das hängt wohl auch von der Art des Textes ab. :) Aber Clemenceaus Empfehlung ist :cool:.
 
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