Römische Kuppeln

Simone-Clio

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Die Kuppel von San Rocco all'Augusteo
um 1654


Wie vor ein paar Tagen im Krippenthread versprochen, lenken wir heute in Gedanken unsere Schritte Richtung San Rocco all'Augusteo:

Demnächst ein wenig mehr zu S. Rocco all'Augusteo in meinem Thread über römische Kirchenkuppeln.
San Rocco all'Augusteo liegt wie die benachbarte Kirche San Girolamo dei Croati im Rione Campo Marzio an der Via di Ripetta. Gegenüber befand sich bis 1890 der Porto di Ripetta, der Flusshafen von Rom. Hier ein Foto von 1875. Benachbarte Monumente sind das Ara-Pacis-Museum, das Augustus-Mausoleum und die Rückseite der Kirche Santi Ambrogio e Carlo al Corso.


San Rocco all'Augusteo wurde von der Confraternita di San Rocco gegründet und ist dem Heiligen Rochus von Montpellier gewidmet.

Rochus wurde als Sohn reicher Eltern in Montpellier geboren. Nachdem er als Zwanzigjähriger seine Eltern verloren hatte, verschenkte er sein Vermögen und trat in den dritten Orden des heiligen Franziskus ein.

Als Rompilger im Jahr 1317 half er unterwegs bei der Pflege von Pestkranken. Diese soll er nur mit Hilfe des Kreuzzeichens wundersam geheilt haben. In Rom angekommen heilte er weiter, ohne dass er zu Ansehen oder Reichtum kam. Auf seiner Rückreise (1322) erkrankte er in Piacenza selbst an der Pest und wurde von niemandem gepflegt; er betete und zog sich in eine einsame Holzhütte im Wald zurück. Dort wurde er der Legende nach von einem Engel gepflegt, und der Hund eines Junkers brachte ihm so lange Brot, bis er wieder genesen war und er in die Stadt zurückgehen konnte, wo er weiterhin heilte, bis er dort die Pest besiegt hatte.
Der 1502 begonnene Bau benötigte 1646 eine umfassende Renovierung. Die Kardinäle Odoardo Vecchiarelli und Francesco Barberini finanzierten die Arbeiten. Diese kamen quasi einem Neubau gleich.

Architekt war Giovanni Antonio De Rossi (1616 bis 1695). Er war zwischen 1646 und 1680 in San Rocco all'Augusteo tätig. In einer ersten Phase (1646-1654) erhielt die Kirche ihre Sakristei und eine neue Kapelle, die Cappella "Madonna delle Grazie". Vor allem aber entwarf De Rossi die Kuppel von S. Rocco! Bis 1680 wurde der Innenraum neu gestaltet und die Apsis von einer halbrunden in eine rechteckige verwandelt.

1832 wurde die Fassade im neoklassizistischen Stil von Giuseppe Valadier errichtet. Über dem Eingangsportal befindet sich das Wappen von Papst Gregor XVI., der zur Zeit der Arbeiten regierte.


Erst seit 1984 schmücken die beiden Engel mit ihren Leuchtern die Fassade! Von wem diese stammen, konnte ich leider nicht herausfinden.


Ihren "ersten grossen Auftritt" hier im Forum hatten sie im Adventsrätsel 2018.

Doch nun Näheres zur Kuppel:

An der Außenseite wird der hohe achteckige Tambour durch dorische Pilaster gegliedert, die acht rechteckige Fenster einrahmen. Die Kuppel ist durch Rippen, die an der Basis der Laterne enden, in acht Segmente unterteilt. Die Laterne verfügt ebenfalls über acht rechteckige Fenster, die durch Halbsäulen mit ionischen Kapitellen voneinander getrennt sind. Die Laterne hat ein zwiebelförmiges Dach mit Kugel und Kreuz.


Die Ausmalung der Innenkuppel stammt erst aus dem 19. Jahrhundert und wird dem aus Terni stammenden Vincenzo Pasqualoni (1819 bis 1880) zugeschrieben. Der Maler gehörte der Bewegung des purismo an, einer Kunstbewegung des frühen 19. Jahrhunderts, die für eine Rückbesinnung auf die religiös inspirierte Kunst des 14. und 15. Jahrhunderts eintrat.

Acht Rippen unterteilen die Kuppel in acht Segmente, in denen musizierende Engel dargestellt sind.


Die Innenkuppel der Laterne ist mit einer Darstellung des heiligen Geistes als Taube geschmückt und die Pendentifs zieren die vier alttestamentarischen Gestalten Jesaja, Abraham, Noah und Jakob.

Als ich zum letzten Mal an S. Rocco all'Augusteo vorbeikam, war die Fassade verhüllt. Bulgari ist wohl Sponsor für eine Auffrischung der Fassade. Wenn das Augustusmausoleum wiedereröffnet und der Platz ringsum neugestaltet ist, wird sicher auch das Gerüst verschwunden sein.

Das Innere habe ich mir nur ganz kurz ansehen können, da gerade eine Messe begann und ich nicht die Zeit hatte zu bleiben. Ich hoffe, das nachholen zu können. Daher nur die bereits im Krippenthread gezeigten Fotos zur Abrundung dieses Beitrags. Siehe: Krippendarstellungen in Rom

 

Gaukler

Caesar
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Wieder mal so eine Kirche im centro storico, an der ich bislang stets achtlos vorbeigeschlendert bin. Umso mehr also vielen Dank für diese interessanten Informationen!
 

Gaukler

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Tja ... u.a. genau dafür ist unser Forum immer wieder gut (wenn ich mir vielleicht diese OT-Bemerkung erlauben dürfte; andernfalls möge sie bitte verschoben werden): Auch wir eigentlich recht romkundigen Foristi lernen voneinander stets immer wieder Neues. :)
 

Padre

Censor
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Tausendmal vorbeigegangen, aber ich habe es auch nie geschafft, hinein zu gehen. Ich kann mich noch an einen Artikel im L'Osservatore Romano erinnern, der mir sehr gefiel ... Vielen Dank, liebe Simone für die Fortsetzung!
 

Simone-Clio

Augustus
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Wieder mal so eine Kirche im centro storico, an der ich bislang stets achtlos vorbeigeschlendert bin. Umso mehr also vielen Dank für diese interessanten Informationen!
Bitte schön! Gern geschehen und was nicht war, kann ja noch werden!

Ich habe u.a. dieses Video gefunden, das einen guten Eindruck vermittelt. Es enthält nur einen Fehler. Nicht San Rocco, sondern der Hl. Martin teilt seinen Mantel mit einem Armen (etwa Minute 1:14). Dass Sankt Martin in der Kirche einen Ehrenplatz erhalten hat, ist kein Zufall. Siehe:

Die Kirche wurde von der Confraternita di San Rocco gegründet, die dem Heiligen von Montpellier gewidmet und 1499 von Papst Alexander VI. approbiert wurde. Die religiöse Vereinigung wurde auf Initiative der Bootsführer und Gastwirte, die in der Nähe des Tibers wohnten, zur Hilfe für die Pestkranken gegründet und durfte ein Krankenhaus in der Nähe der seit dem 11. Jahrhundert bestehenden Kirche San Martino iuxta flumen („in der Nähe des Flusses“) bauen.
Quelle: San Rocco all’Augusteo – Wikipedia. Hervorhebung von mir.

Tausendmal vorbeigegangen, aber ich habe es auch nie geschafft, hinein zu gehen. Ich kann mich noch an einen Artikel im L' Osservatore Romano erinnern, der mir sehr gefiel ... Vielen Dank, liebe Simone für die Fortsetzung!
Ich habe versucht diesen Artikel zu finden, aber es ist mir leider nicht gelungen. Wahrscheinlich war das schon vor 2008, oder?
 

Padre

Censor
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Wahrscheinlich war das schon vor 2008, oder?
Ich kann mich noch gut an den Artikel erinnern, weil er sich auch mit einer Legende befasste, die das dortige Marienbild betrifft. Da ich mich erst seit 2010 mit römischen Legenden beschäftige, müsste der Artikel nach 2010 erschienen sein, aber sicher bin ich mir nicht.
 

ColleMarina

Consul
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Wir waren im September 2018 tatsächlich in der Kirche und ich meine mich daran zu erinnern, dass die Krippe auch in diesem Spätsommer aufgestellt war.
Ich kann gern später mal in unseren Fotos stöbern, ob ich da Bilder vom Kircheninnern finde.
 

Romitis

Praetor
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In San Rocco war ich schon mehrmals. Zuletzt im Januar. Ich kann einfach an keiner Kirche vorbei gehen.
Bei dieser war es aber die Kuppel, die ich unbedingt für meine "Sammlung" fotografieren wollte.
In diesem Jahr habe ich ja in der Nachbarschaft gewohnt und bin oft dort vorbei gekommen oder habe bei den Wasserspielen am Ara Pacis in der Sonne gesessen.
Wieder ergänzen sich meine Fotos und die vielen Informationen von dir auf wunderbare Weise. - Genau so wie bei den anderen von dir vorgestellten Kuppeln. - Ich danke dir ganz herzlich.
 

lukasi

Tribunus Militum
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Durch deinen Beitrag über San Rocco und seine Kuppel haben sich meine Kenntnisse über diese
Kirche, an die ich sehr schöne Erinnerungen habe, erheblich erweitert.
Vielen Dank !
 

Simone-Clio

Augustus
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Wieder ergänzen sich meine Fotos und die vielen Informationen von dir auf wunderbare Weise. - Genau so wie bei den anderen von dir vorgestellten Kuppeln. - Ich danke dir ganz herzlich.
Durch deinen Beitrag über San Rocco und seine Kuppel haben sich meine Kenntnisse über diese
Kirche, an die ich sehr schöne Erinnerungen habe, erheblich erweitert.
Besten Dank für euer erfreuliches Feedback und das Interesse am Thema! Ich dachte die musizierenden Engel von S. Rocco würden noch gut in die diesjährige Weihnachtszeit passen. :)

Als Nächstes geht es wahrscheinlich zur Hauptkuppel von S. Maria del Popolo. Die Kuppel der dortigen Chigi-Kapelle habe ich ja bereits vorgestellt.
 

Simone-Clio

Augustus
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Hauptkuppel von S. Maria del Popolo
1474/75

Meine beiden Auftaktbilder zeigen S. Maria del Popolo eingerüstet. Am 31.12.2020 habe ich allerdings erfreut erfahren, dass die Restaurierung beendet ist und die Gerüste abgebaut sind. Siehe hier.

Im Vordergrund die Kuppel der Cappella Cybo im rechten Seitenschiff. Der Kuppel der Chigi-Kapelle im linken Seitenschiff habe ich bereits diesen Beitrag gewidmet.

Die Hauptkuppel von S. Maria del Popolo war die erste achteckige Renaissance-Kuppel, die sich über der Vierung einer römischen Kirche und auf einem hohen Tambour erhob. Als sie 1474/75 errichtet wurde, gab es keinen echten Vorgänger einer solchen Kuppel in Rom.

Ein vergleichbares Beispiel findet man nur in Zeichnungen Filaretes für Sforzinda. Sforzinda ist eine visionäre ideale Stadt, benannt nach Francesco I. Sforza (1401 bis 1466), Herzog von Mailand. Sie wurde vom Renaissance-Architekten Antonio di Pietro Averlino, auch bekannt als Filarete (1400 bis um 1469), um 1464 entworfen. Siehe hier.

Die Kuppel von S. Maria del Popolo ist aus unterschiedlichen Materialien errichtet, aus Tuffsteinblöcken, Ziegeln, Mörtel und mit Bleiplatten bedeckt. Die Kuppel ist einem eleganten kleinen Aufsatz bekrönt, der mit Kugel und Kreuz endet. Der hohe Backsteintambour ist von acht Rundbogenfenstern durchbrochen.


Die Kuppel verfügt über eine dünne Innenschale aus Ziegeln, die eine spätere Ergänzung sein kann, um eine geeignete Oberfläche für die Fresken zu schaffen.

Was die Urheberschaft der Kuppel anbelangt, gibt es keine gesicherte Information.

Papst Sixtus IV. della Rovere ließ 1472 unmittelbar nach seiner Wahl zum Papst den bestehenden Kirchenbau abtragen und eine neue Kirche sowie das anschließende Kloster errichten. (…)

Die Kirche wurde im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts als dreischiffige Basilika mit Querhaus und Chor im lombardischen Stil der Renaissance errichtet. Als Architekten der Kirche, des Klosters und einiger Kapellen bezeichnet Giorgio Vasari den Festungsbaumeister Papst Sixtus IV. Baccio Pontelli. Auch Andrea Bregno wird als Architekt erwähnt, was jedoch nicht belegt werden kann. Das Langhaus wird an beiden Seiten von jeweils vier Kapellen gesäumt. An antike Bauten erinnert das Motiv der Konchen an den Abschlüssen der Querarme, ebenso der achteckige Tambour in der Vierung.
Quelle: Santa Maria del Popolo – Wikipedia

Ene besondere Freude bereitete es mir bei meinem letzten Besuch von S. Maria de Popolo 2019, das restaurierte Marienbild auf dem Hauptaltar zu bewundern:


Wie man 2018 während der Restaurierung des Bildes festgestellt hat, ist dieses ein signiertes Werk des römischen Künstlers Filippo Rusuti. Siehe: Madonna di San Luca in der Engelsburg

Die Bemalung der Innenkuppel wurde erst 1657 ausgeführt. Die Fresken entstanden im Auftrag von Papst Alexander VII., Chigi. Der Maler war Raffaello Vanni aus Siena (1587 bis 1673).

Vanni war der Sohn von Francesco Vanni, durch den er eine erste Ausbildung als Maler erhielt. Sein Bruder Michelangelo Vanni (1583–1671) wurde ebenfalls Maler (und Kupferstecher sowie Erfinder der Marmormosaikmalerei). Nach dem Tod des Vaters hielt er sich von 1610 bis 1618 in Rom auf und lernte bei Guido Reni und Antonio Carracci. Von 1618 bis 1623 lebte er in Venedig. Seit 1655 war er Mitglied der Accademia di San Luca.
Dargestellt ist die Aufnahme Mariens in den Himmel. Abgebildet sind neben ihr, Gottvater, Jesus, viele Engel und Heilige.


In den Pendentifs hat der Maler vier alttestamentarische Frauengestalten dargestellt, nämlich Ruth, Judith, Esther und Debora. Sie gehören von der Typologie her zu jenen Heldinnen des Alten Testaments, die als Hinweise auf das Neue Testament und Maria verstanden werden. Siehe z.B. hier. Ruth war die Urgroßmutter König Davids und damit auch Vorfahrin Jesu.


Die Darstellungen der vier Frauengestalten enthalten lateinische Inschriften.

Bei Ruth lesen wir RUTH FIDELIS sowie POPULUS TUUS POPOLUS MEUS

Bei Judith lesen wir GIUDITTA POTENS sowie INTERFECIT IN MANU MEA HOSTEM POPOLI SUI

Bei Esther lesen wir ESTER CONSOLATRIX sowie DONA MIHI POPOLUM PRO QUO OBSECRO

Bei Debora lesen wir DEBORA PRUDENTISSIMA sowie SALUTATE SUNT RELIQUIA POPULI
 

Padre

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Ich muss gestehen, dass in S. Maria del Popolo andere Kunstgegenstände bisher meine Aufmerksamkeit weckten und so habe ich die Kuppel völlig außer Acht gelassen. Vielen Dank für diesen schönen Hinweis!
 

Simone-Clio

Augustus
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Wobei übrigens mich persönlich die Darstellungen in den Pendentifs besonders ansprechen.
Ja, diese finde ich auch anprechender als die Kuppelfresken. Interessant fand ich vor allem, dass wir es hier mit einer ganz frühen modernen Kuppel zu tun haben. Noch älter ist, soweit ich weiss, nur jene von S. Teodoro al Palatino. Diese stammt aus den Jahren 1453/54. Sie ist allerdings sehr flach. Trotzdem werde ich evt. noch ein paar Infos aus diesem Reiseberichtsbeitrag hierherholen weil es gerade gut passt.

Ich muss gestehen, dass in S. Maria del Popolo andere Kunstgegenstände bisher meine Aufmerksamkeit weckten (...)
Das ist gut nachvollziehbar, denn mit einem Caravaggio, Pinturicchio, Raffael, Bernini, Lorenzetto ... kann Raffaello Vanni eher nicht konkurrieren. Aber das muss ja auch nicht sein! ;)
 

Simone-Clio

Augustus
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Kuppel von S. Teodoro al Palatino
1453/1454



S. Teodoro al Palatino liegt unterhab der Domus Tiberiana, an der antiken Straße, die das Forum Romanum mit dem Forum Boarium entlang des Nordwestabhangs des Palatin verband. Ihr runder Grundriss wird oft auf die Grundmauern eines römischen Rundtempels zurückgeführt, aber es gibt keine archäologischen Beweise dafür. Dass die Kirche rund ist, muss am Willen der Erbauer liegen.

Eine Informationstafel an der Rückseite von S. Teodoro berichtet Folgendes zur Geschichte:

At the foot of the Domus Tiberiana facing the Velabrum stands an Orthodox Christian church with a circular plan, built from the 15th century onwards on the site of an earlier diaconia dedicated to the Greek Saint Theodore of Amasea and attested from the late 8th century. Archeological excavations inside the church have revealed the presence of a basilica hall dating to the 5th century; perhaps the first diaconia, and further below the remains of a private residence with an atrium dating to around the 1st century BC opening onto the Vicus Tuscus, now Via di San Teodoro.

Von der ursprünglichen Rundkirche sind noch die Apsis und wenige Mauerreste erhalten. Geweiht wurde die Kirche dem Soldatenheiligen Theodor von Amasaia, auch als Theodor Tiro bekannt.

Theodor, der Legende nach der Bruder des heiligen Georg, war ein einfacher Soldat im Heer von Kaiser Maximian in Pontus am Schwarzen Meer und ein überzeugter Christ. Er war Kommandant einer Garnison in Galatien und erlitt in der letzten römischen Christenverfolgung unter Maximinus Daia in Amaseia, der Hauptstadt der ehemaligen römischen Provinz Helenopontus, den Märtyrertod
1453 bis 1454 ließ Papst Nikolaus V. durch den Florentiner Architekten Bernardo Rossellino (1409 bis 1464) einen kuppelgewölbten, in Ziegeln ausgeführten Rundbau mit drei Apsiden neu errichten. Es war dies die erste Kuppel in Rom nach vielen Jahrhunderten. Von 1451 bis 1455 war Rossellino als Baumeister für Papst Nikolaus V. in Rom tätig, wo er an den Entwürfen für den Ostabschluss der Peterskirche mitarbeitet. Dieses Foto lässt Rossellinos flache Kuppel von San Teodoro gut erkennen.


Schmuckstück von S. Teodoro al Palatino ist das um 600 entstandene Apsismosaik.


Eine wichtige Etappe in der langen Geschichte von San Teodoro al Palatino war das frühe 18. Jh., als Papst Clemens XI. den schweizerisch-italienischen Architekten Carlo Fontana mit der Umgestaltung von San Teodoro beauftragte. Die Arbeiten dauerten von 1703 bis 1705. Von Carlo Fontana stammt der Vorhof der Kirche, zu dem man über eine geschwungene doppelte Treppenanlage von der drei Meter höher gelegenen Via di San Teodoro hinuntersteigt.

Zum Schluss noch zwei Fotos von Teilen der flachen Innenkuppel. Seit der jüngsten Restaurierung zeigt sie einen hellen Blauton, wie ihn Carlo Fontana in den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts ausgesucht hatte. In der Mitte befindet sich heutzutage ein von der griechisch-orthodoxen Glaubensgemeinschaft angebrachtes rundes Bildnis von Christus als Pantoktator. Der griechisch-orthodoxen Gemeinde in Rom gehört San Teodoro seit dem Jahr 2000.


Dies ist ein gekürzter und leicht veränderter Auszug aus diesem vollständigen Bericht über die Kirche: Mein Rom-Mosaik
 

Gaukler

Caesar
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Wenn ich mich recht entsinne, dann war ich 2017 zum ersten und bislang letzten Mal in S. Teodoro. Diese Erinnerung wird nun sehr angenehm aufgefrischt und vertieft durch diesen hübschen Beitrag.
 

Simone-Clio

Augustus
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Ich war auch erst einmal dort und zwar an einem warmen Spätsommertag 2018. Die Rundkirche hat mir gut gefallen.
 

caravaggiolina

Tribunus plebis
Stammrömer
Vielen Dank liebe Simone für diese tolle Zusammenstellung über die römischen Kuppeln! Jede deiner Ausführungen ist ein Genuss und ich lese sie mit großer Freude!
Es ist unglaublich, wie viele Informationen du zu den Kuppeln zusammenstellst und wie ausführlich du sie beschreibst!
Vor allem in Kirchen, in denen ich noch nicht war - wie San Teodoro - habe ich nach deinen Beiträgen das Gefühl, die Kirchen und Kuppeln trotzdem schon zu kennen.
 
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