Vatikan/Papst: Obdachloser auf dem Campo Santo beerdigt

tacitus

Magnus
Stammrömer
Zum ersten Mal ist ein Obdachloser im Vatikan beerdigt worden. Der Niederländer Willy Hertelleer, der jahrelang auf den Straßen rund um den Petersplatz gelebt hatte, wurde am Camposanto Teutonico, dem deutschen Friedhof im Vatikan, beigesetzt, wo unter anderem auch mehrere österreichische Adelige begraben sind. Die Genehmigung zu der Beerdigung gab Papst Franziskus persönlich, nachdem er erfahren hatte, dass man nicht wusste, wo man den alten Mann beerdigen sollte.
 

Ludovico ROB

Triumphator
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Stammrömer
Das kommt mir seltsam vor. Papst Franziskus erteilt die Erlaubnis zu einer Beerdigung auf dem Campo Santo? Eine Empfehlung könnte ich ja verstehen.
 

Gaukler

Caesar
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Ja, ich auch. Darum meine Vermutung: Ziemlich genau so dürfte es gewesen sein; nur hat auch hier mal wieder der Presse-Fritze entweder keinen Peil oder aber keine Lust, sich um eine präzise Aussage zu bemühen.
 

Simone-Clio

Augustus
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Stammrömer
Eine weitere Meldung zu diesem Thema: Deutscher Obdachloser im Vatikan beerdigt | Welt

Der Niederländer sei vor einem Monat im Campo Santo Teutonico, dem deutschen Friedhof des Vatikans, begraben worden, sagte der Vorsitzender der Erzbruderschaft, Aldo Parmeggiani, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.
Die römische Tageszeitung „Il Messaggero“ berichtete, Bischof Amerigo Ciani habe die Zeremonie geleitet. „Ein reiner, aufrichtiger, ordentlicher Mensch. Wir sollten uns ein Beispiel an ihm nehmen“, zitierte die Zeitung den Bischof.
Und wieder eine Ungenauigkeit: Deutscher oder Niederländer?

Vergleiche: Willy, primo clochard sepolto in Vaticano con nobili e cavalieri
 

Gaukler

Caesar
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Stammrömer
Niederländer, denke ich - auch vom Namen her; und gemäß diesem soeben verlinkten Artikel:
Willy Herteleer, fiammingo di nascità
Nicht umsonst heißt der Campo Santo ja genau so: "... dei Teutonici e dei Fiamminghi".

Aber der "Welt"-Schreiberling wusste vermutlich nicht mehr als "teutonico" bzw. "deutscher Friedhof" - und darum musste für ihn der Verstorbene ein Deutscher sein. :~

---------- Beitrag ergänzt um 18:02 ---------- Vorangegangener Beitrag um 18:01 ----------

Das waren jetzt zwei Beiträge in genau derselben Minute. :D :thumbup:
 

nummis durensis

Censor
Stammrömer
Ach jaaaa, da hat man bloss vergessen, die Überschrift der Verlinkung entsprechend zu ändern...

by the way - Journalisten sind auch bloss Menschen, die wie die meistern der arbeitenden Bevölkerung immer weniger Zeit für immer mehr Arbeit haben. :|
 

Simone-Clio

Augustus
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Stammrömer
Ausführlicher Artikel von Radio Vatikan: Vatikan: Letzte Ruhe für einen ObdachlosenRadio Vatikan

Der aus Antwerpen stammende Belgier lebte seit drei Jahrzehnten in Rom und besuchte jeden Morgen um 7 Uhr die Messe in S. Anna, der Pfarrkirche des Vatikans. Wie es kam, dass er am Camposanto Teutonico beigesetzt wurde, erklärt Rektor Hans-Peter Fischer im Gespräch mit Radio Vatikan so:
„Ein Mitbruder der Erzbruderschaft – der Camposanto wird ja getragen von Frauen und Männern, Laien – ein Mitbruder hat mich in Kenntnis gesetzt vom Tod von Herrn Herteleer, Ende des letzten Jahres. Und hat dann die Frage aufgeworfen ob es nicht möglich sei ihn auf unserem Friedhof zu bestatten.“
Damit das geschehen konnte, mussten die Statuten der Erzbruderschaft großzügig interpretiert werden. (...)

Nein, es war nicht der Papst, der den Camposanto bat, ein Grab für Willy Herteleer zu finden, berichtet Rektor Fischer; „aber ich denke, es ist sicher in seinem Sinne“.
 

ragecza

Centurio
Stammrömer
Mir ist es lieber, dass ein Mensch, der in der Obdachlosigkeit gelebt hat, auf dem Capo Santo beerdigt wird, als dass sich ein sogenannter Prominenter mit seinem Geld dort eine Begräbnisstätte sichert. Christus stand stets bei den Ärmsten der Gesellschaft. Wer die Beerdigung letztlich gestattet oder empfohlen hat, ist einerlei.
 

Gaukler

Caesar
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Stammrömer
Richtig. :thumbup:

Und darum ging es hier im Grundsatz auch von vornherein niemals um die Richtigkeit dieses Vorgehens (woran wohl niemand zweifelt). Sondern es wurde einzig über die korrekte Berichterstattung debattiert.
 
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