Nasoni: Die Trinkwasserbrunnen

Gaukler

Caesar
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Zuweilen ist der Seitenumbruch lästig ... :roll:

Wie die Nasone ausschauen, ist wohl recht verschieden:

Nasone "einfach": Via F. Cesi, vor dem Hotel Visconti Palace





Nasone "speziale": Via Margutta


Also Augen auf!
Ja, in der Tat: Augen auf:!: ... denn ist das untere wirklich ein Nasone? Wo hat er denn seine namengebende "große Nase"?


@Rutrellus, bei dieser Gelegenheit (und nix für ungut ;) natürlich): Singular "Nasone"; Plural "Nasoni".

Übrigens das obere der beiden Photos ... darauf hast du auch ein Selbstporträt untergebracht, gelle? ;) :]
 

Rutrellus

Optio
Ja, in der Tat: Augen auf:!: ... denn ist das untere wirklich ein Nasone?
Die Nase ist recht klein. Oben steht trotzdem "SPQR"; damit handelt es sich um einen Nasone der Stadt Rom, der sich einwandfrei unter die römischen Nasoni prima einreiht, da er (von der Stadt Rom garantiert) einwandfreies Wasser in die Via Margutta leitet (auch wenn er quasi "nasenfrei" ist); denn für die turisti, letzten Endes für die Einheimischen ist es, glaube ich, egal, ob es sich um einen rüsselartigen Brunnen oder um einen lebensrettenden, wasserspendenden Ort handelt.
 

Gaukler

Caesar
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Richtig ist natürlich, dass auch dieser Nasone (im Rosengarten am Fuße des Aventin) keine Nase hat. :]


 

Simone-Clio

Augustus
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Da ich vor einigen Monaten damit begonnen habe, mich genauer mit den römischen Brunnen zu beschäftigen, kann ich Folgendes zum Thema beitragen:

Das erste Bild von Rutrellus zeigt natürlich eindeutig einen Nasone.

Das Wasser auf dem unteren Bild sprudelt hingegen nicht aus einem Nasone sondern aus einem der acht Stadtteilbrunnen von Pietro Lombardi aus den 20er Jahren (1926 bis 1930) des 20. Jahrhunderts. Hier die Liste der "Fontanelle rionali" von Pietro Lombardi (1894 bis 1984):

Fontana delle Anfore, Piazzale dell'Emporio
Fontana del rione Monti, Via di San Vito
Fontana della Pigna, Piazza di San Marco
Fontana della Botte, Via della Cisterna
Fontana delle Arti, Via Margutta
Fontana delle Tiare, Largo del Colonnato
Fontana dei Libri, Via degli Staderari
Fontana delle Palle di Cannone, Via di Porta Castello
Fontana del Timone, Porto di Ripa Grande

Pietro Lombardi hat noch mehr dieser kleinen Brunnen für die einzelnen Rioni (Stadtteile) entworfen. Errichtet wurden zehn, zwei davon wurden zerstört, einer im Zweiten Weltkrieg, einer beim Bau der Via della Conciliazione.

Nein, das ist kein Nasone sondern die

Fontana (oder Fontanella) delle Arti in der Via Margutta.

Die Staffeleien der Maler und die Schemel der Bildhauer im Künslerveirtel rund um die Via Margutta inspirierten Pietro Lombardi bei der Gestaltung dieses Brunnens. Die beiden Masken auf den Staffeleien, eine lachende und eine traurige, sind eine Anspielung auf das wechselnde Glück im Leben der Künstler. Im oberen Teil erkennt man noch einen Eimer mit Malutensilien (Pinsel).

Richtig ist natürlich, dass auch dieser Nasone (im Rosengarten am Fuße des Aventin) keine Nase hat. :]

Trotz fehlender Nase ist dies ein Nasone. :nod: Man unterscheidet zwei Sorten Nasoni: Diejenigen aus Gusseisen mit "klassischer Nase" ;) und einige aus Travertin, bei denen das Wasser ursprünglich immer aus dem Maul der Wölfin floss, die sogenannten "Fontanelle delle lupa imperiale". Sie wurden in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts errichtet. Da sie oft das Opfer von Vandalen wurden, haben einige dieser Brunnen aus Travertin mit den halbrunden Becken gewöhnliche "Nasen" erhalten.

Siehe:
I nasoni
 
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Rutrellus

Optio
Vielen lieben Dank für die Klarstellung.

Die (fälschliche) Verallgemeinerung Nasoni = alle Trinkwasser-Brunnen in Rom war bei mir irgendwie gespeichert und ist jetzt sinnvoll ersetzt! :)
 

Gaukler

Caesar
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Wie immer, wenn wieder einmal dank unseres hier im Forum zusammengegossenen Gehirnschmalzes ;) eine neue Erkenntnis (oder: eine hier dokumentierte und darum hoffentlich für künftige Generationen greifbare :~) in Bezug auf unser aller Lieblingsstadt gewonnen wurde. :thumbup::thumbup:
 

Ludovico ROB

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Ich kann nur sagen, die Nasoni sind in diesen Tagen fuer mich ueberlebenswichtig. Ich habe herausgefunden, dass sogar Romneulinge, die nicht unser Forum lesen von deren Existenz wissen und diese auch zu schaetzen wissen :D:nod:
 

humocs

Caesar
Stammrömer
Das Projekt OpenStreetMap führt inzwischen auch eine Liste der Trinkwasserbrunnen in Rom. Dazu muss man die Kartenansicht in den Modus "Radfahrerkarte" (das geht im Kartenfenster oben rechts mittels des '+'-Symbols) umschalten und mindestens auf Zoomstufe 16 (3. von oben) sein.
Beispiel: OpenStreetMap

Die Brunnen werden als blaues Quadrat mit einem Wasserhahn dargestellt.

Gruß

humocs
 

Gaukler

Caesar
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Sehr guter Link :thumbup::thumbup::thumbup: - und reizt mich natürlich sofort zum Nachschauen, ob "alte Bekannte" drauf sind (JA jedenfalls für die 3 oder 4, die ich bis jetzt verifiziert habe), und mehr noch: wo sich welche befinden in Gegenden, von denen ich nicht auswendig zu sagen wüsste, dass da und dort ein Nasone wäre.
 

humocs

Caesar
Stammrömer
Der Vorteil bei OpenStreetMap ist sicher, dass jeder frei die Karte bearbeiten kann und somit die Daten meist aktueller sind. Bei Google Maps ist es immer von demjenigen, der das Kartenoverlay erstellt, abhängig.

P.S. Falls man die Nasoni dann doch zu häufig frequentiert hat, (öffentliche) Toiletten sind dort auch eingezeichnet:]:twisted:
 
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Gaukler

Caesar
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Der Vorteil bei OpenStreetMap ist sicher, dass jeder frei die Karte bearbeiten kann.
Sehr schön - denn daraus entnehme ich mal, dass du das kannst (ich nämlich nicht; d.h. ich weiß nicht, wie es geht, und habe momentan auch nicht so die ganz große Lust auf Anleitungen :~ :blush: :~).

Dann könntest du ja gleich mal einen Nasone einfügen, den ich als fehlend entdeckt habe. :proud:


Also: Du siehst den Petersplatz; siehst südlich davon einen Nasone eingezeichnet und noch weiter südlich einen zweiten: in der Via delle Fornaci.
Es gibt aber dort in der Nähe noch einen weiteren, nämlich an der Piazza S. Maria alle Fornaci: Nordseite, Ecke Via della Stazione di S. Pietro. Also ziemlich genau dort, wo einem Google Maps auf dem oben verlinkten Stadtplanausschnitt das A zeigt - bzw. auf den Screenshot bezogen: östlich vom (bzw. rechts neben dem) "di" aus "Via della Stazione di S. Pietro". :idea:
 
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humocs

Caesar
Stammrömer
Der Vorteil bei OpenStreetMap ist sicher, dass jeder frei die Karte bearbeiten kann.
Sehr schön - denn daraus entnehme ich mal, dass du das kannst (ich nämlich nicht; d.h. ich weiß nicht, wie es geht, und habe momentan auch nicht so die ganz große Lust auf Anleitungen :~ :blush: :~).

Dann könntest du ja gleich mal einen Nasone einfügen, den ich als fehlend entdeckt habe. :proud:
[...]
Bisher bin ich bei OpenStreetMaps noch nicht angemeldet, habe aber mal einen Artikel darüber in einer Fachzeitschrift gelesen, soweit ich micht erinnere, braucht man zum Einfügen die GPS-Koordinaten für den entsprechenden Eintrag. Ich schaue es mir aber am Wochenende mal an. Das läuft dann ähnlich, wie bei Wikipedia auf Vorschläge, die man in den dortigen Diskussionsgruppen hinterlassen kann, hinaus.
 
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Simone-Clio

Augustus
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Eine neue Möglichkeit gutes Nasone-Wasser abzufüllen ist die seit dem 11.6.2012 für zwei Euro erhältliche Eco-water-Flasche.

Roma Capitale | Sito Istituzionale

Stop all’invasione estiva delle bottigliette di plastica vuote, quelle dell’acqua minerale che i turisti consumano al ritmo di 4-5 al giorno (oltre 2 nelle altre stagioni): arriva Eco-water, bottiglia riutilizzabile e ripiegabile.

Eco-water è in vendita a 2 euro al PIT (Punto d’Informazione Turistica) dei Fori Imperiali e in tutte le librerie dei Musei Civici.
Kaufen kann man sie am Punto d'Informazione Turistica an den Kaiserforen sowie in den Buchhandlungen der städtischen Museen.

Siehe z.B. auf der Seite der Kapitolinischen Museen: Il turismo a Roma si fa sostenibile: nasce "Ecowater", la bottiglietta riutilizzabile per i turisti / News - Musei Capitolini

La Eco – Water porta con sé il logo di Roma Capitale e i disegni del Colosseo, dell’acquedotto romano e dell’inconfondibile nasone: un simpatico gadget ricordo della città che si può continuare ad utilizzare anche quando si ritorna a casa per contribuire ad un ulteriore ritorno di immagine per la Città.
 
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