Kommen wir zum Abschluss des diesjährigen Nürnbergbesuches mit MFT. Am ersten Tag führte uns Dentaria nach dem Besuch der Sebalduskirche zum Fembohaus, das das Stadtmuseum beherbergt. Zur Zeit unseres Besuches war auch eine Sonderausstellung zur Adventszeit "Kunst & Handwerk" zu sehen. Das ist eine Verkaufsausstellung schöner Dinge, die auch als Weihnachtsgeschenke geeignet sind.
Da BEVA nur begrenzt Zeit hatte, inspizierte sie erfolgreich die verschiedenen Stände. Sie fand etwas Nettes für unser nächstes Enkelkind.
Dentaria führte mich durch die Räume, in denen 950 Jahre Nürnberger Stadtgeschichte zu sehen sind. Hier lohnt auch ein Blick an die Decke der Zimmer. Barockstuck, Szenen zum Schmunzeln und Gemälde (rechts im schönen Zimmer) sind wirklich sehenswert.
Hier ein Detail des Apollobrunnens, der im schönen Zimmer Platz gefunden hat.
Ein Raum im 2. OG erinnert an das Friedensmahl. Bisher ging ich davon aus, dass der Dreißigjährige Krieg 1948 mit dem Frieden von Münster und Osnabrück endete. Auf einem mehrmonatigen Friedenskongress wurden 1649/50 aber noch entscheidende Fragen geklärt und geregelt. Das Gemälde von Joachim von Sandrart (hier ein Ausschnitt) hält die Feier der ersten Verhandlungserfolge im Nürnberger Rathaus fest. Der Löwe auf dem linken Foto war ein Weinspender. Aus einem Nasenloch floss Weiswein, aus dem anderen Rotwein.
Zu sehen sind Zimmer mit Originalausstattung. Ein Beispiel ist diese Küche aus einem Patrizierhaus.
Das Modell des Pellerhauses zeigt die Pracht Nürnberger Architektur.
Inzwischen hatte es begonnen zu regnen, was auf dem Foto mit Blick zur Egidienkirche deutlich zu sehen ist. Mütze und Kapuze reichten aber als Schutz für den kurzen Weg zum nächsten Ziel.
Im Tucherschloss aus dem frühen 16. Jdt. wird die Welt Nürnberger Kaufmannsfamilien lebendig. Doch diesen Ausschnitt der Geschichte wollten wir nicht besuchen.
Im Garten des Schlosses wurde vor etwa 20 Jahren ein Gebäude für den Hirsvogelsaal errichtet. Das Anwesen der einst reichen Handelsfamilie hatte den zweiten Weltkrieg nicht überstanden. Das Innenleben konnte nach aufwändiger Renovierung bzw. Rekonstruktion wieder hergestellt werden.
Der Hirsvogelsaal gilt als "die strengste und schönste Schöpfung der ganzen deutschen Frührenaissance" (Fritz Traugott Schulz).
Das Deckengemälde "Sturz des Phaeton" des Dürer Schülers Georg Pencz ist ein Kernstück des Saales.
Sehenswert ist auch die reich geschnitzte Wandverkleidung.
Wenige Tage nach unserem Besuch öffnete die Ausstellung "Zentrum der Macht, Forum Romanum im Modell".
Wir konnten die beiden Modelle, einmal zur Zeit Cäsers, dann zur Zeit des Augustus verinnerlichen. Natürlich ist das besonders interessant, wenn man den heutigen Zustand im Gedächtnis gespeichert hat.
Am zweiten Tag führte mich Dentaria durch das riesige Germanische Nationalmuseum. Meine Fotos geben nur einen kleinen Einblick in das reiche Angebot. Die
Homepage des Museums gibt einen guten Überblick. Wer noch nicht in diesem Museum war und nicht wie ich eine kundige Begleiterin hat, sollte den Museumsplan vorher studieren und sich seine Schwerpunkte heraussuchen. Die 25.000 Ausstellungsstücke sind auch an einem Tag wohl nicht zu schaffen 8O.
Baron von Aufseß war ein Bewahrer der Tradition. Da ein Deutsches Reich nicht gelingen wollte, gründete er vor mehr als 150 Jahren ein Museum, in dem Kunst und Kultur des deutschsprachigen Raumes zu sehen sein sollte. Grundstock für das Museum war seine private Sammlung. Schon nach wenigen Jahren wurde das ehemalige Kartäuserkloster in der südlichen Lorenzer Altstadt zum geräumigen Ausstellungsort. Die Ausstellungsstücke datieren von der Vor- und Frühgeschichte bis zum 20. Jdt.
Nach dem Blick in die Halle zur Gründung des Museums beginne ich mit einigen Prunkstücken.
Die Stierplastik aus der Hallstattzeit wurde 700-500 v.Chr. gegossen.
Dieser Schmuck (Adlerfibel) gehörte einer Dame aus dem engsten Kreis um den Ostgotenkönig Theoderich.
Der Goldkegel von Ezelsdorf-Buch aus der Urnenfeldzeit (1100-800 v.Chr.) war ein Priesterhut mit Sonnensymbolen.
Im Heiltumsschrein, hier ein Ausschnitt, wurden die Reichsinsignien aufbewahrt. Der Rat der Stadt Nürnberg ließ diese in Silber gefasste Truhe anfertigen.
Das Waagerelief von Adam Kraft von 1497 erinnert an die Stelle, wo früher ein- und ausgehende Waren gewogen und verzollt wurden.
Wir waren uns einig in der Einschätzung, dass viele hier gezeigten Stücke aus längst vergangener Zeit auch heute noch als hochwertiger Schmuck Absatz finden würden.
Die Räume des ehemaligen Kartäuserkloster geben den Ausstellungsstücken einen würdigen Rahmen.
Raphael und Tobias sind ein Werk von Veit Stoss aus dem Jahre 1516.
Im ehemaligen Kreuzgang werden heute sakrale Kunstwerke präsentiert.
Der Brunnenhansel in der Mitte ist umgeben von spätmittelalterlichen Werken.
Der Kreuzweg in der Kartäuserkirche ist ein Werk von Adam Kraft.
Weitere Werke im Kirchenraum. Besonders der Engel mit den weit ausgebreiteten Flügeln zieht die Aufmerksamkeit des Besuchers auf sich.
Weitere Werke aus der Abteilung Spätmittelalter.
Bei diesem Bild erhielt ich von meiner Begleiterin in kunsthistorischen Querverweis zwischen Nazarenern und Renaissancekünstlern.
Solch einfache Bemerkungen lockern den Museumsbesuch auf. Inzwischen hatte BEVA ihr Eintreffen telefonisch gemeldet. Sie erhielt die Empfehlung es sich in der Caffeteria gemütlich zu machen. Unser Museumsbesuch neigte sich damit dem Ende zu. Zumindest die Zeit der Renaissance mit dem großen Sohn der Stadt Nürnberg wollte mir Dentaria aber noch zeigen.
Die Bildnisse von Karl dem Grossen und Kaiser Sigismund sind bekannte Werke Albrecht Dürers.
Rechts, das Bildnis des Lehrmeisters Michael Wolgemut von Albrecht Dürer.
Dies sind zwei Portraits, die Lucas Cranach von Martin Luther angefertigt hat, rechts als Junker Jörg.
Gesetz und Gnade sind das zentrale theologische Thema Martin Luthers. Die beiden Bilder Lucas Cranachs als Allegorie zu diesem Thema waren ursprünglich ein einziges Gemälde.
Noch einige Ausstellungsstücke aus der Abteilung Renaissance. Des rechte Bild "Venus und Amor als Honigdieb" hat Lucas Cranach d.Ä. gemalt.
Dieses Bild habe ich fotografiert, weil mich der lüstern blickende Alte an eine bestimmte Person erinnert.
Auf diese Bocca della Veritá hat mich Dentaria aufmerksam gemacht.
Als wir einen Aufseher nach einem bestimmten Gemälde fragten, machte er uns auf dieses Bild aufmerksam. Er erklärte, dass er das Bild oft betrachtet hat, ihm das Gerippe mit dem Stundenglas aber erst nach einiger Zeit aufgefallen sei.
Wir wollten BEVA nicht länger warten lassen und verzichteten deshalb auf die jüngeren Kunstwerke. Alle Abteilungen durchzukämmen ist wohl ähnlich anstrengend wie die Besichtigung der Vatikanischen Museen. Da BEVA auf jeden Fall Nürnberg auch zu anderen Jahreszeiten sehen möchte, war dies sicher nicht unser letzte Nürnbergbesuch. Ich danke hier Dentaria noch einmal für die kundige Führung und für die schönen gemeinsamne Stunden.