Kinder in Rom

cellarius

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Stammrömer
Hallo,

ich habe gerade - mehr zufällig als alles andere - einen Artikel bei Spiegel online gefunden, der sich mit dem Thema "Kinder in Rom" befaßt:

Der Bambini-Blick

"[FONT=Verdana, Arial, Helvetica, Geneva, sans-serif][SIZE=-1]Wenn sich in Rom zwei Kinder begegnen, beide gewöhnlich an den Händen ihrer telefonierenden Mütter, dann erscheint in ihren Augen dieser Robinson-Blick: "Großer Gott, ich bin nicht allein auf der Welt ..." Die Stadt ist so kinderlos, dass die Wahrscheinlichkeit für einen fünfjährigen Jungen, einen Gleichaltrigen zu finden, ungefähr so groß ist wie die Paarungschancen für Blauwale. Es gibt keine Kinder mehr in Rom."[/SIZE][/FONT]

Sehr lesenswert, wie ich finde - trotz oder gerade wegen des bei aller flotten Schreibe nachdenklich machenden Grundtenors:

"[FONT=Verdana, Arial, Helvetica, Geneva, sans-serif][SIZE=-1]Rom ist für die Ewigkeit gebaut, nicht für Kinder. Um eine Schaukel zu finden, muss man in einen bestimmten, versteckten Winkel des Parks Villa Borghese kommen. Es gibt bei weitem mehr Bernini-Statuen in der Stadt als Klettergerüste. Es gibt mehr laufende Meter Renaissancegemälde als Fahrradwege.[/SIZE][/FONT]"

Ganzen Artikel bei Spiegel online lesen...
 

Juergen

Praetor
Stammrömer
AW: Kinder in Rom

Hallo,

zuerst einmal habe ich hinter Deinem Beitrag versteckte Ironie
vermutet.

Ich hätte wirklich nie geglaubt das das ausgerechnet in Italien
möglich ist.
Ich habe die Italiener bisher eigentlich als sehr kinderlieb hinterlegt.

Ich bin auf meine Eindrücke bei unserem Besuch im November gespannt.

Gruß Jürgen
 

cellarius

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Stammrömer
AW: Kinder in Rom

Hallo,

jaja, kinderlieb sind sie schon, die Italiener. Wie in dem Artikel steht: [FONT=Verdana, Arial, Helvetica, Geneva, sans-serif][SIZE=-1]"Natürlich werden Kinder noch geliebt in Rom. Wie Pandabären und andere aussterbende Arten [...]" :cry:

Aber ein guter Schuß Ironie ist in dem Artikel natürlich schon vorhanden, nicht einmal versteckt. Aber hinter der Überzeichnung steckt halt doch ein wahrer Kern...

Sven
[/SIZE][/FONT]
 

DiscoverRome

Centurio
Stammrömer
AW: Kinder in Rom

Wenn "kinderlieb" mit "verwöhnen" bzw. "verziehen" gleichzusetzen ist, dann ja, dann sind Italiener kinderlieb.
Ansonsten habe ich doch leider viele andere Erfahrungen (aber zum Glück nicht nur) gemacht. Meiner Meinung nach ist der "kinderliebe Italiener" ein Mythos, ebenso wie es hier angeblich immer gutes Wetter gibt...

Der Artikel enthält viel Wahrheit, zu viel?

Frage: Wer hat schon mal ein Kind ohne Eltern in Italien auf der Straße spielen sehen, vor allem in einer Großstadt?
Noch ne Frage, ähnlich heikles Thema: Hat schon mal jemand einen italienischen Rollstuhlfahrer in einer italienischen Stadt gesehen?! Wo sind die Behinderten in Italien?

Gruß,
Torsten
 

cellarius

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Stammrömer
AW: Kinder in Rom

Hallo Torsten,

also ich muß sagen, dass ich Deine beiden Fragen bejahen kann. In der Gegend, wo ich gewohnt habe, gab es durchaus Kinder auf der Straße, die spielten. Natürlich keine Kleinkinder, aber die spielen hierzulande in der Großstadt doch auch nicht unbeaufsichtigt auf der Straße, oder?

Was die Behinderten angeht: Rom ist insgesamt eine (noch?) nicht sehr behindertenfreundliche Stadt, aber ich finde, es tut sich was. Auch bei uns ist die Sensibilität für die Belange behinderter Menschen ja noch nicht sooo furchtbar lange gegeben. Auch in Rom sind neue Trambahnen mittlerweile Rollstuhlgeeignet, neue Metrostationen sind ebenfalls per Rollstuhl zu erreichen, in den Museen gibt es zunehmend Aufzüge. Natürlich sind gerade die wichtigen Stationen im Zentrum meist noch nicht "aufgerüstet". Ich habe aber durchaus auch Rollstuhlfahrer in Rom gesehen (im Centro Storico), ohne Begleitung aber sicher nicht machbar.
Da fällt mir ein: Es gibt im Centro Storico doch einen "Pfad" für Sehbehinderte (so mit "Rillenpflaster"), und Erklärungstafeln in Blindenschrift?

Herzlichen Gruß
Sven
 

DiscoverRome

Centurio
Stammrömer
AW: Kinder in Rom

cellarius schrieb:
Hallo Torsten,

Da fällt mir ein: Es gibt im Centro Storico doch einen "Pfad" für Sehbehinderte (so mit "Rillenpflaster"), und Erklärungstafeln in Blindenschrift?

Herzlichen Gruß
Sven
Stimmt, den hatte ich vergessen.
Aber wie du schon sagst, Alleine kommt dort keiner hin.
Die Ansätze sind da, es wird auch was gemacht. Aber: Über die Randsteine kommt keiner vom Gehweg runter bzw. wieder rauf (auch keine Kinderwagen). Gehwege sind zugeparkt, ....
Meine italienische Freundin dachte kurz nach ihrer Ankunft in Dortmund, dass dort wohl eine Klinik für alle Körperbehinderten Deutschlands wäre, da sie noch nie so viele von ihnen (falls überhaupt jemals einen) (allein) unterwegs gesehen hat. Mit der Zeit hat sie dann wohl verstanden, dass dies der normale Anteil ist und diese sich in Deutschland selbständig bewegen können, zumindest in gewissen Rahmen. Und dass dies in Italien nicht möglich ist.

Gruß,
Torsten
 

cellarius

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Stammrömer
AW: Kinder in Rom

Klar, Du hast schon recht. Da ist schon noch viel zu tun, vor allem, bis das auch in den Köpfen der Menschen als Problem wahrgenommen wird (also nicht die behinderten Menschen, sondern die Handicaps, mit denen sie zu kämpfen haben).

Sven
 

andreasb

Primus Pilus
Stammrömer
AW: Kinder in Rom

Tja, behinderte Menschen (und auch richtig alte, gebrechliche) habe ich in Rom eigentlich nur als Bettler am Straßenrand gesehen ........ :?
Und jetzt wo es erwähnt wurde: Kleinere Kinder haben wir in Rom kaum wahrgenommen. Nur Gruppen von eher Jugendlichen.
Aber gut, in der Innenstadt spielen Kinder natürlich kaum auf der Straße. Aber eben auch kaum Erwachsene mit kleineren Kindern ..........

Andreas
 

cellarius

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Stammrömer
AW: Kinder in Rom

Wie gesagt: Das verwundert mich jetzt aber auch nicht so arg. Gerade auf den "klassischen" Touristenpfaden im Centro kommt man eben nicht gerade durch Wohngebiete, und mit meinem Kleinkind würde ich als Römer auch keinen Ausflug zum Trevibrunnen machen ;)
Da fällt mir ein Ereignis ein, wo ich jede Menge Familien mit Kindern jeden Alters auch im Zentrum gesehen habe: Als ich in Rom war, gab es dort im November oder so einen autofreien Sonntag. Den haben jede Menge Familien für einen Ausflug ins Stadtzentrum genutzt - es war auch schönes Herbstwetter.
Was aber natürlich nichts an der tatsache ändert, dass die Italiener nur noch wenig Kinder kriegen (wie die Deutschen auch). Die, die es gibt, findet man aber kaum an den touristischen Hot-Spots, während sich Jugendliche natürlich gern und bevorzugt dort rumtreiben, wo was los ist.

Sven
 

andreasb

Primus Pilus
Stammrömer
AW: Kinder in Rom

Dazu kommt, dass es dort in der Innenstadt (im Gegensatz zu unseren Städten) so gut wie keine großen Kaufhäuser oder Supermärkte gibt oder eine reine Fußgängerzone mit vielen Geschäften, in denen man bei uns die Muttis mit Kindern beim Einkaufen sieht. ;)
In einem vier- oder fünfstöckigen Kaufhaus im Zentrum waren wir (direkt am Corso, weiß den Namen jetzt gerade nicht mehr auswendig), aber das hatte eher ein etwas gehobeneres Ambiente - also auch weniger für Muttis mit Kids .......... ;)

Andreas
 
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