Kein Plan überlebt Rom

Eigentlich wollen auch wir endlich mal wieder nach Rom, aber nicht im heiligen Jahr. Nun lesen wir aber, dass viele andere genauso denken. Also müsste es in Rom dann doch erträglich sein; oder? ☹️

Jedenfalls herzlichen Dank für euren unterhaltsamen Bericht, der auch uns die eine oder andere Anregung gibt.
 
... endlich mal wieder nach Rom, aber nicht im heiligen Jahr. Nun lesen wir aber, dass viele andere genauso denken. Also müsste es in Rom dann doch erträglich sein; oder? ☹️
Pst, nicht weitersagen, sonst ändern die vielen anderen ihre diesbezüglichen Pläne doch noch. ;)

Herzlichen Dank dafür, dass ihr uns von euren wunderschönen Spaziergängen durch Rom erzählt habt!
 
Nachtrag zu S. Giovanni Decollato, da aus irgendwelchen Gründen dieser Abschnitt nicht vom Textentwurf in den sichtbaren Reisebericht übernommen wurde :
S. Giovanni Decollato war vor der Erbauung der Kirche S. Giovanni dei Fiorentini, die erste Nationalkirche der Florentiner. Der Heilige bleibt der Gleiche, ist doch Johannis der Täufer der Stadtpatron von Florenz. Decollato ist nun der drastische Entpunkt seines Lebens und ist überall an/ in der Kirche zu finden, ob als Briefkasten, als äusserst hübsche, aber makabre Fayenceschale, in den Gemälden im Kirchenraum und im Oratorium.
S. Giovanni Decollato ist im Gegensatz zur schäbigen Aussenfassade, innen ein farbiges Wunderwerk. Eine Manifestation des Manierismus.
Viele Fresken sind von erlauchter Künstlerhand gemalt. Und natürlich ranken sich auch viele römische Geschichten um die Kirche.
Da gibt es z.B. die heute noch bestehende Erzbruderschaft, wenn sie sich nun auch anderen Zielen widmet als bei ihrer Gründung. Denn die hatte ja mit dem Namen" Decollato" einiges gemeinsam. Die Bruderschaft kümmerte sich um die letzten Stunden und begleitete den letzten Gang der zum Tode Verurteilten. Und nahm dann auch die Reste wieder mit nach Hause, um sie im Kreuzgang der Kirche zu bestatten. So soll z.B. auch die Asche von Giordano Bruno in der Fossa des Kreuzganges verstreut.
Auch Michelangelo war Mitglied der Bruderschaft, und scheint von einem der Künstler in einem der Gemälde im Oratorium portraitiert worden zu sein. Die Bruderschaft hat heute noch die schwarzen Gewänder an, allerdings legt man heute nicht mehr Wert auf die Anonymität, denn die Bruderschaft zog sich damals beim letzten Gang der Verurteilten die Kapuzen tief über den Kopf, so dass von aussen nicht zu erkennen war, wer denn unter der Kutte steckte. Damals durfte die Bruderschaft auch am Johannistag einen Verurteilten freibitten.

Nachdem Nihil also ihren Schal wahrscheinlich durch ihr frevelhaftes Tun ( Knipsen trotz Verbotes) in den heiligen Hallen verloren hatte, musste sie diesen " freibitten", was auch gelang mit vereinten Kräften der italienisch sprechenden Tochter und der so unkomplizierten, hilfbereiten deutschen Römerin, die Nihil den Schal nach Spanien hinterher sandte.
 
Nihil und Pecorellas Abgesang​

Nach einer wunderbaren Woche in Rom haben wir hier unsere Erlebnisse noch einmal Revue passieren lassen.

Wir bedanken uns bei allen aktiven Lesern für ihre netten Reaktionen auf unseren Bericht. Danke für eure Begleitung durch Rom und es freut uns, dass für manche die eine oder andere Anregung dabei war.

Ebenso ein Gruß an alle passiven und versteckten Leser, wir hoffen, dass auch euch die Abenteuer der beiden Due Pazze ein wenig Freude bereitet haben und auch ihr, die ein oder andere neue Anregung für einen weiteren Rom-Besuch gefunden habt.​

Unser Tipp, fahrt nach Rom und berichtet darüber, denn ein Forum kann nur von aktiven Foristi gestaltet werden. Und selbst die eigene Reise, behält durch einen solchen Bericht ihre Lebendigkeit.

Rom ist nicht das, was seine Spiegelung im Forum mit den vielen täglichen Meldungen vorgibt. Es hat viel mehr Facetten zu bieten und die entdeckt man nur vor Ort.

Es ist immer wieder schön zu sehen, dass sich so manche Zeitungsmeldung vor Ort doch ganz anders darstellt.

Mancher denkt, nach vielen Besuchen Rom gut zu kennen, und genau zu wissen, wie Rom zu funktionieren hat, aber Rom entzieht sich jedem besitzheischenden Zugriff. Es läßt sich nicht festnageln auf das, was im "Baedeker" oder sonstigen Reise Infos steht. Gottseidank!

Und so wünschen wir allen hier, die Möglichkeit bald wieder nach Rom zu fahren, zu sehen, zu hören, zu fühlen, zu lieben, ganz nach seiner/ihrer Art.
Um dann festzustellen:

Kein Plan überlebt Rom​
 
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