FT 2017 Lüneburg - Bericht

Ludovico ROB

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Ausklang: Lüneburger Heide

Als wir unsere Ferienwohnung für das FT in Lüneburg buchten, sagten wir uns, wenn wir schon während der Heideblüte so weit nach Norden fahren, dann wollen wir auch das Naturschauspiel genießen.

So machten wir uns am Montag um die Mittagszeit nach unserem Morgenspaziergang durch Lüneburg auf den Weg. Nach einer halben Stunde erreichten wir den Parkplatz in Oberhaverbeck. Die Lüneburger Heide ist ein weitläufiges Naturschutzgebiet mit nur wenigen öffentlichen Straßen. Es gibt eine Menge Wander- und Radfahrwege. Die Rundwege sind gut und systematisch gekennzeichnet. Von Overhaverbeck führen drei Wege durch die Heide. Wir wählten den O3, der "Weitblick als Geheimtipp" versprach.


Direkt am großen Parkplatz gibt es eine Cafeteria mit Sitzplätzen draußen. Wir schauten uns aber nur diese stumme Herde an und marschierten direkt zum Startpunkt unserer Wanderung.

Nach einem kurzen Anstieg waren wir mitten in der Natur. Man hatte uns vorher gesagt, dass die Heide in diesem Jahr nicht so prächtig wie sonst blüht, obwohl es genügend geregnet hatte.

Wie in der kurzen Wegbeschreibung angekündigt, trafen wir auf Teiche, Bachläufe und besonders auf Wald, Heidefläche und offenes Buschwerk.

Wir hatten ein besonders ruhigen Weg gewählt. Uns begegneten nur selten andere Wanderer.

Dafür trafen wir immer häufiger auf diese Käfer. Ich vermute, dass es sich um Waldmistkäfer handelt. Viele von ihnen hatten unter den Schuhen der Wanderer ihr Ende gefunden. Sie sind aber so zahlreich, dass auch wir sicher einige erwischt haben, obwohl wir den Weg sorgfältig beobachteten.

Auch in einem Naturschutzgebiet stößt man immer wieder auf von Menschenhand Geschaffenes. Ob das Gebäude in der Mitte eine Scheune, ein Schuppen oder ein Schafstall ist, konnten wir nicht feststellen, da wir den Weg nicht verlassen wollten.

An der Gabelung mit einem anderen Wanderweg wurde es zusehends lebhafter.


Wie idyllisch. Ein Vater sitzt mit seinem Sohn im Schatten eines Baumes und schnitzt Stöcke. Alte Erinnerungen werden wach.


Wir näherten uns der höchsten Erhebung, dem Wilseder Berg. Obwohl dieser nicht direkt auf unserer Strecke lag, nahmen wir den kleinen Umweg in kauf.

Wir waren froh, dass es im Umkreis von mehreren Kilometern keine öffentlichen Straßen für Autos gibt. So teilten wir uns das Plateau nur mit weiteren Wanderern und einigen Radfahrern.

Der Blick konnte ungehindert weit in die Ferne schweifen. Nach einer Ruhepause auf der Bank schlenderten wir den Weg hinunter bis zur Weggabelung, wo wir unserem gewählten Rundweg weiter folgten.

Auf sandigem und wurzelüberwuchertem Weg gelangten wir zum Bolterberg. Ihm fehlen ganze 9 Meter zu seinem Nachbarn, dem Wilseder Berg. Hier ist es noch ruhiger. Uns begegneten einige Radfahrer, die ihr Gefährt schoben. Schon das Fahren auf den als Radweg gekennzeichneten Wegen ist hier in der Heide nicht einfach. Die Fahrt über losen Sand und Wurzelwerk macht höchstens eingefleischten Mountainbikern Spaß.

Am Rand von Oberhaverbeck weideten einige Pecorellas, die hier Heidschnucken genannt werden.

Als wir diese Gaststätte kurz vor unserem Parkplatz erreichten, konnten wir nicht widerstehen. Es waren zwar alle Tische besetzt, doch durften wir uns im Birgarten zu einer älteren Dame gesellen. Sie genoss die Tischgesellschaft offensichtlich genauso wir wir. Kaffee und Blaubeerkuchen schmeckten hervorragend. Die Fahrt zurück zur Wohnung verlief ohne Zwischenfälle.

Am Dienstag räumten wir die Wohnung, hinterlegten den Schlüssel am vereinbarten Platz und machten uns gegen zehn Uhr abermals auf den Weg in die Heide. Wir wollten nach Wildsede fahren, uns dort das Heidemuseum ansehen und uns dann mit einer kleinen Wanderung verabschieden.

Wir mussten aber feststellen, dass man Wilsede nicht direkt mit dem Auto erreichen kann. Wir landeten schließlich auf dem Parkplatz in Niederhaverbeck. Die Rundwegstrecke von 15 km war uns für heute denn doch zu lang. So wählten wir von hier den N3, der "ohne Maut" zu begehen ist.

Zum Ausgangspunkt unseres Weges waren nur wenige hundert Meter asphaltierte Straße zurückzulegen. Von da an hieß es wieder Natur pur.

Die Spiegelungen des kleinen Weihers lenkten mich erst einmal von der Sollstrecke ab.

Dann hatte uns die Heide wieder. Der Weg führte am Waldrand entlang. Als wir dem Wegweiser folgen wollten,

lockten uns diese gehörnten Vierbeiner in ihrer eingezäunten Weide. Wir sollten uns später noch einmal begegnen.

Zurück auf dem Pfad der Tugend, stoppten uns nach wenigen Minuten zwei Zweibeiner. Es entspann sich ein unterhaltsames Gespäch mit dem in etwa gleichaltrigen Paar aus Rostock. Das Gespräch war zwar kurzweilig, doch die Uhr lief inzwischen unbeirrt dreißig Minuten weiter.

Weiter ging es auf dem ausgetretenen Weg über Sand, Baumwurzeln und auch sumpfiges Gelände, als plötzlich diese seltsamen Hölzer auftauchten. Auf der Wegerläuterung war nachzulesen, dass es sich um die Überbleibsel einer Ringwallanlage handelt, die früher zu einer Zollstation gehört haben soll. Daouher die Ankündigung "mtfrei" für diesen Wanderweg.


BEVA war wieder einmal vorausgeeilt. Plötzlich ertönte ihr freudiger Ruf, Heidschnucken. Diese Gelegenheit ließ ich mit natürlich nicht entgehen.

Ich betätigte fleißig den Auslöser der Kamera, um die lebenden Wollknäuel festzuhalten.


Dem Stock des Schäfers sieht man deutlich an, dass er nicht nur als Gehstütze konstruiert ist.

Bald schloss sich der Kreis und wir kamen wieder zum Parkplatz. Auch dort steht ein einfaches Gasthaus. Wir hatten schon nach der Ankunft auf der Tafel gelesen, dass es Buchweizenpfannkuchen mit Blaubeeren gab. Das deftige Mittagessen schmeckte uns. Frisch gestärkt machten wir uns auf den weiten Heimweg. Ich benötigte noch eine kleine Ruhepause unterwegs. Mit nur einem Stau kamen wir schließlich gesund und munter vom FT nach Hause. Gerne erinnern wir uns an die anregenden, manchmal auch schon vertrauten Gespräche und natürlich an Lüneburg, das uns besonders die Führungen näher gebracht hatten.

 
Zuletzt bearbeitet:

Angela

Augustus
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Stammrömer
Rom-Reise
15.03.2020-22.03.2020
Lieber Ludwig, lieber Friedrich,

auch ich bedanke mich ganz herzlich für die tollen Fotos des Forentreffens, die mir die Tage wieder ganz lebendig in Erinnerung gerufen haben. Auch Deine Beschreibung, lieber Ludwig, liest sich sehr schön, vielen Dank für Deine Mühe!

Dein Bericht mit den wunderbaren Bildern aus der Heide und die Tatsache, dass wir wenige Tage vor Euch am selben Ort waren, hat mich ermuntert, ein paar unserer Bilder beizusteuern.

Wir waren am Mittwoch, den 23.8. am Nachmittag dort und waren eindeutig nicht die einzigen auf dem Weg vom Parkplatz in Oberhaverbeck Richtung Heide. ;)
Wir nahmen den Weg nach Wilsede, wo wir bald schon auf die herrliche Heideblüte stießen.



Auch uns begegnete eine Heidschnuckenherde, aber so nah wie Ihr waren wir nicht, deshalb nur ein kleines Bild davon:


Unterhalb des Wilseder Berges machten wir eine kurze Pause und entdeckten nicht nur ein eingezäuntes Hornissennest (leider habe ich kein Bild davon), sondern auch einen Bienstock, wo man sogar von Weitem die Bienen schwärmen sehen konnte.


Zurück am Parkplatz drehten wir noch eine kleine Runde auf der anderen Seite der Hauptstrasse.


Ein wirklich schöner Ausflug bei herrlichem Wetter!



Wie idyllisch. Ein Vater sitzt mit seinem Sohn im Schatten eines Baumes und schnitzt Stöcke. Alte Erinnerungen werden wach.


Diese Idylle sahen wir zwar nicht, aber auch bei uns gehörte das zu Familienausflügen: das Schnitzen von Wanderstöcken. :nod:



Wir näherten uns der höchsten Erhebung, dem Wilseder Berg. Obwohl dieser nicht direkt auf unserer Strecke lag, nahmen wir den kleinen Umweg in kauf.
Den Wilseder Berg saheb wir aus der Ferne, wir hatten an dieser Stelle einen anderen, weniger begangenen Weg gewählt ...


Uns begegneten einige Radfahrer, die ihr Gefährt schoben. Schon das Fahren auf den als Radweg gekennzeichneten Wegen ist hier in der Heide nicht einfach. Die Fahrt über losen Sand und Wurzelwerk macht höchstens eingefleischten Mountainbikern Spaß.
Das dachten wir zuerst auch und hatten Wege gewählt, die auf der Karte als "Radwege" gekennzeichnet waren. Ab unterhalb des Wilseder Berges nahmen wir dann einen kleineren, der nur als Fußweg gedacht ist und siehe da, es fuhr sich sehr viel angenehmer als auf den sehr holprigen "Radwegen". Ganz abgesehen davon, dass es sehr viel einsamer und dadurch schöner war.


 

Angela

Augustus
Teammitglied
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Stammrömer
Rom-Reise
15.03.2020-22.03.2020
Ja, es war sehr schön, die Fotoausbeute zeigt nur einen kleinen Taeil, wir haben noch sehr viel mehr nur betrachtet ... ;)
 

pecorella

Magnus
Stammrömer
Wirklich sehr schöne Fotos aus der Heide, das weckt Erinnerungen an mehrere Urlaube bei Soltau.

Da waren wir mehrere Jahre als die Kinder noch klein waren auf dem Südsee-Camp und da durften Ausflüge in die Heide nicht fehlen.
 
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