Ein Kreuzweg für den Petersdom

Simone-Clio

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... periodisch – also nicht dauerhaft – im Petersdom zu sehen sein soll.
Zum ersten Mal soll der Kreuzweg in der Fastenzeit 2026 in der Petersbasilika gezeigt werden.
Die Bewerber werden gebeten, ein Formular auf der dem Wettbewerb gewidmeten Webseite auszufüllen. Diese Webseite wird ab dem 8. Januar über einen Link auf der Webseite des Petersdoms zugänglich sein. Einsendeschluss ist der 31. Januar.

Webseite des Petersdoms: Basilica Papale di San Pietro, dort: Concorso internazionale per la realizzazione di una Via Crucis destinata a esposizioni temporanee nella Basilica Papale di San Pietro in Vaticano oder International competition for the realization of a Via Crucis for temporary exhibitions in the Papal Basilica of Saint Peter in the Vatican
 
Der Gewinner des Wettbewerbs steht inzwischen fest, es handelt sich um den Schweizer Künstler Manuel Andreas Dürr (geboren 1989).

Siehe: International Competition for the Creation of a Via Crucis
The Competition Commission unanimously declared the Swiss painter Manuel Andreas Dürr as the winner.

The artist has already met with the President of the Fabbrica di San Pietro, His Eminence Mauro Card. Gambetti and a select technical commission with whom he will collaborate to complete the work. The Via Crucis will be delivered in time for its first exhibition during Lent 2026, the year marking the fourth centenary of the Vatican Basilica's consecration.
D.h. Die Wettbewerbskommission hat den Schweizer Maler Manuel Andreas Dürr einstimmig zum Sieger erklärt. Der Künstler hat sich bereits mit dem Präsidenten der Fabbrica di San Pietro, Seine Eminenz Mauro Card. Gambetti, und einer ausgewählten technischen Kommission getroffen, mit der er bei der Fertigstellung des Werks zusammenarbeiten wird. Der Kreuzweg wird rechtzeitig zur ersten Ausstellung in der Fastenzeit 2026, dem Jahr des vierhundertjährigen Jubiläums der Weihe der Vatikanbasilika, geliefert werden.

Zum Künstler siehe z.B. «Das Malen öffnet meinen Blick für die Welt» : Schweizerische Kirchenzeitung

Webseite des Malers: Manuel Andreas: Kunstmaler
 
Die Jury, bestehend aus führenden Kunsthistorikern, Liturgikern und vatikanischen Würdenträgern, lobte insbesondere die tiefe Spiritualität und Ausdruckskraft in Dürrs Skizzen. Seine Darstellungen der vierzehn Stationen der Via Crucis werden als grossformatige Ölgemälde ab dem 18. Februar 2026 jährlich wiederkehrend während der Passions- und Osterzeit im zentralen Kirchenschiff der Papstbasilika ausgestellt sein.
«Was für eine Ehre neben Michelangelo und Bernini auszustellen. Und was für ein Schrecken, eigene Werke zu schaffen, die ihren Platz finden sollen in einem kunst- und kulturhistorisch so bedeutsamen Ort», sagte Dürr. Er betonte, dass er durch seine Kunst bewirken möchte, dass «Menschen neue Perspektiven auf die dargestellten Themen eröffnen und diese selbst besser verstehen».
 
Zum 400. Jubiläum der Weihe des Petersdoms

... vierzehn Stationen des Kreuzwegs für die Papstbasilika Sankt Peter im Vatikan schaffen. Der Kreuzweg wird ab der Fastenzeit 2026 jährlich in der Basilika ausgestellt. Wir sprachen mit Dürr über Kunst, Kirche und Kommerz.
Manuel Dürr, geboren 1989, studierte Malerei an der Klassischen Kunstakademie in Florenz sowie Philosophie, Kunstgeschichte und Slawistik in Fribourg und Bern. Seine Werke, die weltweit ausgestellt wurden, zeichnen sich durch eine Verbindung klassischer und moderner Stile aus. Er vereint die Präzision der Renaissance-Malerei mit den expressiven Techniken des Realismus und des abstrakten Expressionismus.
In Bezug auf seine Arbeit erklärte Dürr: „Malerei ist eine langsame, bedächtige Kunstform, die sich vom schnellen Konsum digitaler Bilder abhebt. Sie ist wie eine lange, beschwerliche Reise, die Hingabe erfordert und eine tief existenzielle Dimension hat.“

Edit: Siehe auch folgenden Podcast vom 7.3.2025: Wie malt man einen Kreuzweg für den Petersdom? Podcast mit Manuel Dürr
 
Aktueller Zusatz:

Noch dürfen die Bilder nicht öffentlich gezeigt werden, noch sind sie im Entstehen – auf ungewöhnliche Weise. Der Maler arbeitet an allen 14 Motiven zugleich, damit sie eine einheitliche Optik erhalten. Sie sollen, sagt er, "gleichzeitig aufgehen wie ein großer Hefeteig". Dazu geht Dürr von Bild zu Bild und führt Hunderte Arbeitsschritte parallel aus.
Die Farben orientieren sich am Bodenmosaik des Petersdoms, ausgehend von hellem Ocker und Türkis werden sie im Laufe des Leidenswegs immer dunkler. Dürr sagt: "Es sind Bilder der Erlösung. Sie stellen zwar das Leiden dar, aber am Ende zeigen sie den Triumph." Sie verweisen schon auf die Auferstehung. "Und Ostern ist dann die große Pointe."

Man darf gespannt sein!
 
Ab Aschermittwoch, dem 18. Februar 2026, wird der temporäre Kreuzweg von Manuel Dürr im Petersdom ausgestellt sein.

... i quattordici dipinti di grande formato (...) saranno mostrati per la prima volta al pubblico a partire dal prossimo 18 febbraio, mercoledì delle Ceneri, il giorno che dà il via alla Quaresima.
Die vierzehn großformatigen Gemälde (...) werden ab dem 18. Februar, Aschermittwoch, dem Tag, an dem die diesjährige Fastenzeit beginnt, erstmals der Öffentlichkeit gezeigt.

Der Transport der 14 Gemälde aus der Schweiz in den Vatikan dürfte kein einfaches Unterfangen sein.
 
...rfüllen, erzählt Manuel Dürr im Podcast «Laut + Leis».
«Mein Kreuzweg soll sich einfügen in die grossartige Kunst im Petersdom. Ich möchte nicht, dass meine Ölgemälde als Intervention oder als Fremdkörper gelesen werden.»
Konkret: «Ich habe Jesus so gemalt, wie er im Petersdom bereits präsent ist. Das heisst, ich habe versucht, auf den Kontext einzugehen, ohne sklavisch Formeln zu wiederholen.»

Zusatz vom 15.2.:
...hlt der Künstler im Podcast «Laut + Leis».
Deswegen möchte ich nicht, dass man in den Petersdom kommt und denkt, ach, der Herr Dürr ist da präsent. Eigentlich finde ich, der Kreuzweg muss sich gut einfügen. Ich bin Italien-Fan und Renaissance-Fan und überhaupt italienischer Kunst-Fan, und deswegen wünsche ich mir, dass der Kreuzweg da reinpasst.

Zusatz vom 18.2.:
...elernt hat, erzählt er im Podcast «Laut + Leis».

Zusatz vom 20.2.:
...zählt der Künstler im Podcast «Laut + Leis».

Zusatz vom 24.2.:
... im Podcast «Laut + Leis».
 
Zuletzt bearbeitet:
Mehr zur Einweihung des neuen Kreuzwegs im Petersdom am 20. Februar um 15 Uhr:

In italienischer Sprache: Una nuova Via Crucis per la Basilica di San Pietro. L’opera di Manuel Andreas Dürr inaugurata nel contesto del IV Centenario

In englischer Sprache: A New Way of the Cross for St Peter’s Basilica. The work of Manuel Andreas Dürr inaugurated in the context of the Fourth Centenary
The fourteen stations, framed by the craftsmen of the Fabbrica, will be displayed along the central nave and around the Confessio throughout the Lenten season, serving the prayer of the faithful and visitors.

At 4:00 p.m., following a brief inauguration, the rite of the Way of the Cross will take place inside the Basilica. The celebration will accompany participants along the fourteen stations in a path of meditation on the Lord’s Passion, with readings, prayers and moments of silence, in the heart of the liturgical space that preserves the memory of the Apostle Peter.
 
Artikel vom 19.2.

Noch besteht gar die Möglichkeit, dass Papst Leo XIV. die Weihung persönlich vornehmen wird, wie Manuel Dürr aus Rom berichtet.
 
Dürr hat in Italien Malerei studiert und liebt die alten Meister, vor allem der Renaissance. Das ist seinen klaren und doch sanften Figuren anzusehen. Den Bildern ist zuerst nicht anzumerken, dass sie zeitgenössische Kunstwerke sind. Das neue Werk fügt sich auch in den Farbtönen – marienblau und Porphyr rot – in den Petersdom ein.

Mit Audio und 6teiliger Fotostrecke

Was man dort sehen kann, gefällt mir persönlich gut incl. Bilderrahmen.
 
Also für meinen persönlichen Geschmack ... auch ganz hübsch. Und jedenfalls zum Glück nicht dermaßen grässlich modern, wie ich befürchtet hatte.

Allerdings – ebenfalls nur für mein ganz persönliches Empfinden gesprochen– hätte man in dem Video den Künstler gerne untertiteln dürfen.
 
Langer Beitrag mit 3 Videos und einer Fotogalerie von der Italienischen Seite von Vatican News. Vielleicht folgt ja auch noch ein deutscher Beitrag in diesem Stil.

... all'artista svizzero Manuel Andreas Dürr, è stata scelta attraverso un concorso internazionale indetto per i 400 anni dalla dedicazione di San Pietro (1626–2026). Le quattordici tele, esposte lungo la navata centrale durante la Quaresima, entrano in dialogo con lo spazio, la luce e la memoria figurativa della Basilica




 
Danke schön für die Videos. :) Und also, es geht doch ;) ... soll heißen, über den neuen Kreuzweg zu sprechen in Sprachen, welche Gauki verstehen kann. ;)

Im Übrigen denke ich nach allem, was ich mittlerweile davon gesehen habe, dass diese Stationsgemälde sich gut einfügen im Petersdom.
 
Sehr schön, danke für die Verlinkung! Ich nehme an, dass gleich zu Beginn die Frau und die drei Kinder neben Dürr, seine Frau und ihre Kinder sind, denn er hat drei kleine Kinder. Ein wenig schade ist es dann doch, dass Papst Leo nicht anwesend war.

Nun auch hier ein verkürzter Beitrag:
... der Schweizer Künstler Manuel Andreas Dürr.
Eine besondere Herausforderung war für den Künstler die 12. Station: „Jesus stirbt am Kreuz“. Hier galt es, die Dynamik aller drei Figuren, Jesus sowie die beiden Mitgekreuzigten, zu erfassen. Dürr wollte sowohl die äußere Haltung als auch die innere Verfasstheit der Figuren sichtbar machen. Dabei musste das Bild zugleich als grafische Komposition funktionieren und die erzählerische Tiefe des Moments tragen.
Besonders anspruchsvoll war es für Dürr nach eigenen Angaben, Jesus selbst ein Bild zu geben. Milliarden von Menschen haben ihre eigene Vorstellung, ihr eigenes inneres Bild und oft auch eine persönliche Beziehung zu Jesus. Vor diesem Hintergrund ein neues künstlerisches Bild zu schaffen, sei eine große Herausforderung. Während sich Dürr früher stärker an Michelangelo orientierte, fühlt er sich heute zunehmend der geistigen und bildnerischen Klarheit von Fra Angelico verbunden.
Pietro Zander von der Bauhütte von Sankt Peter betont, dass sich Manuel Andreas Dürr intensiv mit dem Ort auseinandergesetzt hat. Dürr studierte mehrfach den Lichteinfall, die Schattenwirkungen sowie die Farbigkeit im Innenraum des Petersdoms. Die Kreuzwegstationen grenzen sich nicht von der bestehenden Umgebung ab, sondern treten mit ihr in Beziehung. Sie wirken, als gehörten sie schon seit langer Zeit selbstverständlich in diesen Raum.

Siehe auch: So sehen die Kreuzweg-Bilder des Schweizer Künstlers Manuel Dürr im Petersdom aus – kath.ch
 
Ein wenig schade ist es dann doch, dass Papst Leo nicht anwesend war.

U.a. dazu in diesem Artikel:
Am Freitag (20.2.) wurde der Kreuzweg des Schweizer Künstlers Manuel Dürr erstmals im Petersdom gezeigt. Anlässlich einer Kreuzwegandacht wurden die vierzehn Bilder im Format 1,3 x 1,3 m von Kardinal Mauro Gambetti geweiht. «Mir hat die Ernsthaftigkeit der Zeremonie sehr imponiert, aber am prägendsten war die Freude», sagt Manuel Dürr gegenüber dem «pfarrblatt».
Diese Freude wurde offenbar auch nicht dadurch getrübt, dass Papst Leo XIV. bei der Zeremonie nicht anwesend war. «Wäre der Papst anwesend gewesen, hätten die Anwesenden wohl kaum etwas von den Bildern gesehen», so Dürr.
Manuel Dürr freut sich über die vielen positiven Rückmeldungen, die er bereits erhalten hat. «Aber ich sehe meinen Teil am Ganzen als abgeschlossen: Die Bilder gehören jetzt zum Petersdom. Was mit ihnen geschieht oder nicht geschieht ist, nicht mehr meine Verantwortung», sagt er gegenüber dem «pfarrblatt». «Ich werde sie aber selbst auch regelmässig besuchen.»
 
Mit dem heutigen Karfreitag dürfte sich die erste "Saison" der 14 Gemälde von Manuel Dürr im Petersdom dem Ende zuneigen.

Dazu noch ein Artikel des Domradio an diesem 3.4.: Schweizer Künstler gestaltet Kreuzweg im Petersdom
Dürr: Die Schwierigkeit war, dass alle Bilder gleichzeitig fertig sein mussten. Zudem war die Gesamtzeit zum Malen begrenzt. Die Herausforderung war, die Zeit möglichst gut zu nutzen und auf die 14 Gemälde zu verteilen. Ich habe immer vier Gruppen gemacht und die bis zu einem gewissen Punkt vorangebracht. Am Ende habe ich dann alle 14 gemeinsam fertiggestellt, was schon eine erhebliche Herausforderung war.

Hier ein Link aus dem Netz unter dem man 13 der 14 Gemälde gut betrachten kann. Nur Station 1 habe ich leider nicht entdecken können.


14. Station
13. Station
12. Station
11. Station
10. Station
9. Station
8. Station
7. Station
6. Station
5. Station
4. Station
3. Station
2. Station
1. Station

Hier aus gleicher Quelle aber bei Instagram:
 
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