Den Sommer verlängern … am besten in Rom

caravaggiolina

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Zwar hat mich mein Weg in den vergangenen Jahren immer wieder mal in die Urbs geführt, aber ich muss gestehen, dass ich im Bezug auf die Reiseberichte ein bisschen schreibfaul war.



Das möchte ich diesmal ändern.
Ich habe pro Tag einen Beitrag vorgesehen und werde (passend zur aktuellen Situation in Rom) erstmal Baustellen offen lassen.
Die Bilder werden nach und nach ergänzt.


Ein Lieblingsmotiv von mir:
Vittoriano, Santa Maria in Aracoeli und Palazzo Nuovo.


Tag 1: 30. August 2024

Wie immer war die Anreise mit dem Nachtzug geplant, allerdings durch Bauarbeiten und damit verbundenen Streckensperren musste ich in Padua umsteigen und erreichte schlussendlich mit dem Frecciarossa Roma Termini.

Nach einem kleinen Frühstück und dem Einchecken in meinem üblichen Quartier (das Zimmer war um 10:30 bereits verfügbar - hurra!)

startete ich mit einem Highlight in meine „Römische Woche“: die Ausstellung in den Museo Capitolini „Filippo e Filippino Lippi“.
Über ein Bild dieser Fresken in der Kapelle des Doms in Prato freute ich mich sehr - seit über 30 Jahren ist mir diese Kirche sehr vertraut und ans Herz gewachsen.
Eine kleine und sehr feine Ausstellung, über deren Verlängerung ich mich sehr freue.
Die ist sehenswert und absolut einen Besuch wert!


Meine Freude stieg noch weiter, als ich merkte, dass der lange gesperrte Zugang zum Seitenportal der Kirche Santa Maria in Aracoeli wieder geöffnet ist.
Das musste ich gleich ausnützen und stattete dieser wunderbaren Kirche einen Besuch ab.
Mal was Neues: nicht nur Hunde oder Katzen, auch den Vogel im Käfig darf man nicht in die Kirche mitnehmen.


Obwohl ich schon so oft hier war, findet immer wieder ein bisher unbekanntes Detail meine Aufmerksamkeit. So heute das Grabmal des Grafen Eugenio Ruspoli im linken Seitenschiff. Hier findet sich eine Landkarte, auf der die Expeditionen, die dieser am Horn von Afrika durchgeführt hat, eingezeichnet sind. Die Ausführung in Opus sectile ist spannend - in dieser Form habe ich das bisher noch nie gesehen.


Der Principe Ruspoli sollte mir am nächsten Tag in den Musei della civiltà im EUR nochmal begegnen.

Nach einer ausgiebigen Ruhepause im Hotel ging es dann am späten Nachmittag wieder in die Spätsommerhitze. Ich hatte bei einer der Assoziazioni Culturali eine Führung gebucht: Fontana di Acqua Paola und Gianicolo.

Die Führung war spannend.
Fontanone, also Fontana Paola:

Auf den letzten beiden Bildern sieht man eine Tafel, auf der die Wasserversorgungsleitungen eingezeichnet sind. Bei „A“ kommt das Wasser aus dem Aquäduckt rein in das Becken „B“ und wird dann auf die verschiedenen Abnehmer verteilt. Offenbar war das nützlich und hilfreich, um den Überblick zu behalten.

„Innenhof“ der Brunnenanlage
und Blick durch die Arkaden hinaus:

Weiter zur Porta San Pancrazio und der Passeggiata del Gianicolo.

Hier sieht man die Fassade (!) des Hauses, in dem Michelangelo im inzwischen abgerissenen Alessandrino-Viertel gewohnt hatte.

Die einzige Frau, deren Büste aufgestellt wurde:

Am Giuseppe Garibaldi-Denkmal vorbei und zum Anita Garibaldi-Denkmal.

Beendet wurde der Rundgang bei der Mauer, auf der der Wortlaut der Konstitution der römischen Republik von 1849 zu sehen ist.


Ich war nach diesem ersten Tag ziemlich müde und war froh, den Rest des Abends im Hotel verbringen zu können.
 
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2. Tag: 31. August 2024

Für den Vormittag hatte ich das „Museo delle Civiltà“ im EUR-Viertel geplant. Dieser Stadtteil ist wirklich speziell… Einerseits sehr großzügig angelegte Straßenzüge und Gebäudekomplexe, andererseits wirkt vieles dort mehr als nur ein bisschen heruntergekommen.


Das Museum zu finden war nicht schwer. Es gibt zwei Standorte, die sich in einem Innenhof gegenüberliegen.


Zuerst ging ich in den Palazzo delle Arti e Tradizioni Popolari - ein ethnografisches Museum Italiens. Hier war ich relativ rasch durch und wandte mich dem umfangreicheren Teil des Museums im Palazzo delle Scienze zu.


Es gibt mehrere Bereiche von der prähistorischen Abteilung über die verschiedenen ethnographischen Sammlungen und das Museo dell‘Alto Medioevo (Mittelalterabteilung).



Im Afrika-Bereich stoße ich wieder auf Eugenio Ruspoli.


Das Museo dell‘Opacità beruht auf dem ehemaligen Kolonialmuseum und sucht einen komplett neuen Blickwinkel. Allein der Titel "Opacità" (also Undurchsichtigkeit, das Gegenteil von Transparenz) zeigt dieses Bemühen und meines Erachtens gelibt das Vorhaben recht gut. Für mich eindeutig der sehenswerteste Teil der Museen.


Das gesamte Museums-Konglomerat fügt sich irgendwie ganz gut in den Standort: teilweise wirkt es antiquiert und andererseits sind einzelne Bereiche sehr aktuell und gut aufbereitet.


Nach diesem Museumsbesuch gab es wieder Siesta im Hotel und am späten Nachmittag ein Highlight, das ich schon seit mehreren Jahren auf meiner „Rom-Wunschliste“ hatte: die Nekropole an der Via Triumphalis. Diesmal hatte ich Glück und konnte im Vorfeld eine Besichtigung buchen.

Ich kenne nun schon einige „unterirdische Sehenswürdigkeiten“ in Rom, aber diese Nekropole ist aus mehreren Gründen besonders:
Erstens liegt sie nicht in Rom sondern im Vatikan.
Der größte Teil wurde erst vor wenigen Jahren ausgegraben und zugänglich gemacht.
Es ist eine nichtchristliche Begräbnisstätte.
Und der Zugang führt durch eine Tiefgarage.

Treffpunkt ist an der Porta Santa Rosa an der Piazza Risorgimento. Dort wird man von 2 Mitarbeitern der Vatikanischen Museen und 2 Mitgliedern der Vatikanischen Gendarmerie abgeholt.


Die Gendarmen übernehmen das Öffnen des Tors, die Museen-Mitarbeiter kontrollieren die Tickets.
Dann geht man durch die Tiefgarage zum Eingang des Archäologischen Areals.



Sarkophage wurden in den Steinmetz-Werkstätten in Serie produziert. Dieser hier wurde offensichtlich schnell gebraucht, sodass keine Zeit mehr war, das Abbild des Verstorbenen zu "personalisieren".


Diese Tafel, wonach unter Papst Pius XII im Jahr 1958 diese Nekropole gefunden wurde während der Arbeiten an einer Tiefgarage, hat es mir angetan. Allein "autovehiculi adservandis aedificium" für Parkgarage finde ich großartig! Und mir wurde wieder mal bewusst, dass Latein im Vatikan bei weitem nicht ausgestorben ist. Zumindest in der Theorie.

Hier nochmal eine Ansicht, wie sich der Neronische Zirkus und die Nekropole am (ursprünglichen) Abhang des Vatikan-Hügels befanden. Denn obwohl man von der Piazza Risorgimento ebenerdig hineingeht, befindet man sich auf der Ebene -2 der Tiefgarage.
Am Ende der Führung wieder das gleiche Prozedere: 2 Gendarmen kommen, öffnen das Tor und die Museen-Mitarbeiter verabschieden die Gäste.

Die Besichtigung war außerordentlich spannend und ist jedem, der für die Thematik was übrig hat, sehr zu empfehlen! Gebucht kann über die Website der Vatikanischen Museen werden.


Als Abschluss dieses Rom-Tages gab es einen spontanen Spaziergang durch das Centro storico auf der Suche nach den Botero-Skulpturen. Einige davon lagen auf meinem Weg und haben mir gut gefallen und mich auch erheitert.

Hier an der Piazza del Popolo:

An der Via del Corso wartet ein Pferd:

An der Piazza di San Lorenzo in Lucina sitzt eine Katze.

Die Piazza San Silvestro ziert eine halb liegende Figur.
 
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3. Tag: 1. September 2024

Erster Sonntag im Monat = freier Eintritt in die staatlichen und städtischen Museen. Das wollte ich natürlich nutzen und hatte mir im Vorfeld eine Führung durch die Kapitolinischen Museen gebucht. Gut 2 Stunden ging es in einer Kleingruppe durch die ständige Sammlung dieser großartigen Museen, im Anschluss habe ich einige Werke nochmal in Ruhe besucht.

So oft war ich nun schon in diesen Museen, aber die mittelalterlichen Bögen des Vorgängerbaues sind mir noch nie aufgefallen.


Hier nur ein kleiner Überblick über die Sammlungshighlights.






Und beim Tabularium der wunderbare Blick übers Forum Romanum. Immer wieder bezaubernd.

Im Gegensatz zum Colosseo war die Wartezeit bei der Ticketausgabe minimal - genau 4 Minuten musste ich mich anstellen.


Nach dem Kulturgenuss war eine Stärkung nötig: Pizza della Madonna dei Monti ist immer eine gute Idee. Und im Anschluss gab es selbstverständlich Siesta.


Den späten Nachmittag und Abend verbrachte ich in „meinem“ Viertel Monti - es ist einfach schön hier. Durch die Straßen und Gassen streifen, hier ein Glas Wein, dort ein Gelato, und ein bisschen shoppen als Draufgabe.

Ein besonders starke Anziehungskraft hat für mich immer wieder die Buchhandlung in der Via Panisperna. Die geneigte Leserin findet dort allerlei Römisches aber auch eine ganze Menge englischer Bücher. Und einen Buchhändler, der mit Leib und Seele dabei ist.
Ganz nebenbei - es gibt eine sehr angenehme Klimaanlage im Laden. Bei (vermutlich nicht nur gefühlten) 35 Grad durchaus ein Argument.
Das Ergebnis meines Besuchs in der Libreria kann sich sehen lassen:
 
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4. Tag: 2. September 2024

Ich hatte für den heutigen Tag gegen Mittag einen Pizza-Kurs gebucht und wollte vorher in die Anima.
Leider war aufgrund von Wartungsarbeiten mit Hebebühne die Kirche nicht zugänglich.


Also weiter nach Santa Maria sopra Minerva. Das erwies sich als Glücksfall, denn aktuell ist der Schrein der Hl. Caterina da Siena geöffnet und man kann Gebete, Gebetsanliegen usw direkt zu ihr geben.



Außerdem wollte ich in der Capella Carafa die Fresken von Filippino Lippi ansehen.


Ich verbrachte eine ziemlich lange Zeit bei ihr und hatte noch die Möglichkeit, den Kreuzgang zu besichtigen. Der stand auch schon lange auf meiner Rom-Liste. Ein sehr ansprechender Kreuzgang mit wunderschönen Fresken.







Dann war es an der Zeit, in der Osteria Pasquino zu lernen, wie eine römische (!) Pizza gemacht wird.

Mehl, Hefe und Wasser waren bereits für alle TeilnehmerInnen vorbereitet.

Zuerst Wasser verteilen, dann kam Öl und Salz dazu und dann durften wir kneten.

Am Ende lag ein schöner glatter Teigball am Teller.

Die Ruhezeit von 24-48 Stunden haben wir übersprungen und bekamen von unserem Küchenchef ein anderes Teigstück, das wir weiterverarbeiten konnten.

Und hier unterscheidet sich die römische von der neapolitanischen Pizza: die römische wird ausgerollt. Dadurch wird sie dünn und knusprig. (Mein BEVA spricht immer von "Keksi-Pizza")

Dann wurde die Pizza belegt. Dieser Schritt ist bei mir rasch erledigt: Tomaten, Knoblauch, Oregano.

Und nach ganz kurzer Zeit im Pizzaofen schaute das Ergebnis so aus:

Ein unterhaltsamer und wohlschmeckender Lehrgang.
Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: meine Lieblingspizza ist die Marinara, und die hab ich mir natürlich gebacken. Die anderen TeilnehmerInnen waren aus den USA, Australien und Saudi Arabien. Und sie alle konnten nicht verstehen, dass ich Pizza ohne Käse bevorzuge.

Ehrlich gesagt ist mir ja die neapolitanische Pizza lieber. Ich mag es gern, wenn der Rand der Pizza weich und fluffig ist. Da ich aber in Rom für den Zeitraum meiner Reise nur diesen Pizzakurs gefunden hatte, war das auch ok.

Nach Bruschetta, Pizza, Wein und Caffè hat jede/r Teilnehmer/in sogar ein Zertifikat bekommen.

Spontan entschied ich mich für einen kleinen Spaziergang zum Palazzo della Cancelleria,



über den Campo de‘ Fiori

und weiter durch die Via dei Giubbonari und Arenula zum Largo di Torre Argentina.

Ein Fixpunkt jedes Rom-Aufenthalts ist ein Besuch der Katzenkolonie bei „meiner“ Katze, für die ich eine Patenschaft übernommen habe.

Aufgrund von Bauarbeiten wird die Straßenbahnlinie 8 als Bus geführt und muss einen beträchtlichen Umweg zurücknehmen. Schlussendlich kam ich nach Trastevere und besuchte (zum wiederholten Mal) Santa Cecilia mit den Ausgrabungen unter der Kirche.


Im Vicolo dell´Atleta steht noch eins der mittelalterlichen Häuser Trasteveres. Vermutlich befand sich hier die ursprüngliche (mittelalterliche) Synagoge.

Gern hätte ich auch den Kreuzgang von San Giovanni dei Genovesi besucht, allein er ist nur dienstags und donnerstags geöffnet.
Also steht er weiterhin auf meiner "Was ich in Rom sehen möchte"-Liste.

Also ein weiterer Spaziergang über die Tiberinsel zum ehem. Ghetto und ins Shoah- Museum.

Und ein letztes Highlight wartete noch auf mich: San Saba am kleinen Aventino. Das ist eine jener Kirchen, die ich bisher immer verschlossen vorgefunden hatte. Nicht so heute. Und ich bin sehr beeindruckt - diese uralte Kirche hat mich sehr berührt und es war passend, diesen Tag hier abzuschließen.









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5. Tag: 3. September 2024

Ein absoluter Kultur-Tag: morgens war ich zuerst im Museo Barracco,


das zur Zeit (vorübergehend) auch einen kleinen archäologischen Bereich mit Ausgrabungen einer Domus aus der römischen Kaiserzeit zugänglich macht.

Nach Aussage einer Museumsmitarbeiterin ist dieser Ausgrabungsbereich erst seit kurzem geöffnet und wird vermutlich Ende September wieder geschlossen. Genaueres konnte sie nicht sagen.

Das Museum selbst biete eine interssante und repräsentative Dauerausstellung.


Im Anschluss einmal über die Straße in den Palazzo Braschi.


In den letzten Jahren war ich regelmäßig in den Sonderausstellungen, die Dauerausstellung hatte ich mir schon ewig nicht mehr angesehen. Das wollte ich nun aufholen und war begeistert.
Besonders der Bereiche mit den Rom-Veduten und der Spina di Borgo bzw. dem Alessandrino-Viertel, die beide Mussolinis Plänen zum Opfer fielen.
Zuerst zwei Tischplatten, wahre Opus Sectile-Meisterwerke:


Einige der faszinierenden Veduten:


Zum Vergleich: die Piazza Navona anno dazumal und topaktuell ein Blick auf die Baustellensituation.
Der Blick aus den Fenstern beim Palazzo Braschi gehört zu den schönsten in ganz Rom, finde ich.



Ein Modell und eine Luftaufnahme der Spina di Borgo, die der Via della Conciliazione weichen musste.



Hier noch das abgebrochene Alessandrino-Viertel, das sich zwischen Campidoglio und Colosseo erstreckte und der Piazza Venezia sowie der Via dell´Impero, der heutigen Via dei Fori Imperiali weichen musste.



Mittags hatte ich über OmniaVatican.Rome die Führung in Sant‘Agnese in Agone gebucht und war voll der Vorfreude. Wir waren nur 2 Gäste - zufällig hatte sich außer mir die junge Frau angemeldet, an deren Führung durch die Musei Capitolini ich am Sonntag teilgenommen hatte. Wie klein die Welt doch ist.


Zuerst gab es allgemeine Informationen auf der Piazza Navona über Platz und Gebäude-Ensemble, Bernini und Borromini. Dann stiegen wir in die Krypta hinab - eine uralte Anlage am Ort des Martyriums der Hl. Agnes, die im Jahr 305 in den Bögen des Stadions Domitians (bzw. direkt vor den Bögen im Inneren des Stadions) hingerichtet wurde.


Die Bemalung stammt ausnahmslos aus dem 19. Jahrhundert und imitiert eine mittelalterliche Ausgestaltung der Räume. Sowohl die Farb- und Motivwahl als auch die Ikonographie orientieren sich am mittelalterlichen Vorbild.



Der älteste Teil des archäologischen Bereichs besteht aus einem Abschnitt der Bögen des Stadions.

In diesem Bereich soll die Heilige Agnes ihr Martyrium erlitten haben. Wie man erkennen kann, harren diese beiden Räume noch der Restaurierung.

Die sehenswerte ehemalige Sakristei (Borromini und Bernini waren beteiligt),


der Raum mit der Schädelreliquie der Heiligen


und der Taufstein, in dem Santa Francesca Romana getauft wurde, ergänzten den Rundgang.



Als Abschluss durfte natürlich die Kirche selbst nicht fehlen und ich bekam eine komplett neue Sichtweise auf dieses großartige barocke Gesamtkunstwerk.




Nun war aber Mittagspause angesagt: sehr gerne verbringe ich diese im nahe gelegenen Chiostro del Bramante. Heute gönnte ich mir außer einer wunderbaren Pasta auch die aktuelle Kunstausstellung „Emotion“.



Besonders angetan haben es mir die Werke des bulgarischen Künstlers Nedko Solakov. Er hat Flecken bzw. "Abnützungserscheinungen" im Treppenhaus mit viel Humor für seine kleinen Kunstwerke verwendet.


Meine heißgeliebte Treppe wurde kürzlich doch wieder farbenfroh verkleidet.


Nach diesem Programm hatte ich mir eine Siesta verdient.

Das Wetter wurde im Lauf des späteren Nachmittags richtig mies, und als ein Unwetter und eine Sintflut niedergingen, beschloss ich, meinen geplanten Abendspaziergang ersatzlos zu streichen.
Ich blieb im Hotel und schmökerte mich durch meinen Bücherschatz. Vor allem das Buch übers Kapitol und das über die Kirchen in Monti konnten mir den Abend versüßen.

@romfan: Gleich am Beginn der Führung überraschte uns kurz nach Mittag auf der Piazza Navona der erste Regenguss, der nach über einer Stunde noch nicht ganz vorbei war. Nach meinem Besuch im Chiostro del Bramante war der Himmel wieder trocken, ich aber müde und fuhr deshalb ins Hotel zurück. Das richtige Unwetter hat mich zum Glück nicht auf der Straße erwischt, ich war und blieb im Trockenen.
 
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6. Tag: 4. September 2024

Heute war mein erster Programmpunkt die Villa Torlonia an der Via Nomentana. Den Park kenne ich gut, aber die Museen hatte ich noch nie besichtigt. Zuerst war ich im Casino Nobile, dann im Casino dei Principi, wo aktuell eine Ausstellung über „Artiste a Roma“ zu sehen ist.


Casino Nobile:



Im Obergeschoss gibt es eine Ausstellung über die Scuola Romana:



Casino dei Principi: "Artiste a Roma".





Unter anderem gibt es ein Porträt und eine Fotografie der Schriftstellerin Anna Banti, deren Erzählung "Lavinia fuggita" vor vielen Jahren eins meiner ersten Bücher im italienischen Original war. Diese Geschichte der jungen Frau, die zur Zeit Vivaldis in einem Mädchen-Waisenhaus in Venedig lebt und ihren Lebensweg selbst bestimmen möchte, ist mir gut in Erinnerung geblieben.
Anna Banti war übrigens mit dem Historiker, Kunstkriter und Kunsthistoriker Roberto Longhi verheiratet.



Dann ging ich zur Casina delle Civette ...



Im Nebengebäude der Casina delle Civette sind in 2 Räumen Werke des Grafikdesigners Virgilio Retrosi ausgestellt. Auch diese haben mir sehr gut gefallen. Vor allem seine Serie von Keramiktellern der historischen Rioni Roms ist beeindruckend.




... und schlussendlich noch zur Serra Moresca mit Turm. Ein wirklich zauberhafter Ort.





Das gesamte Ensemble, das sich die Fürsten Torlonia vor gut 200 Jahren hier bauen ließen, zeigt sehr gut das Ideal einer romantischen Landschaft mit (Fake-) Ruinen und verschiedenen Gebäuden.

Mir hat es sehr gut gefallen, vor allem die Serra Moresca ist wirklich stimmungsvoll.

Nicht weit entfernt kam ich über die Piazza Sallustio zum Museo Buoncompagni Ludovisi.


Gleich am Eingang eine Überraschung: Tickets kann man hier nur am Automaten (bargeldlos) kaufen. Das funktionierte ganz fix und ich konnte mit dem Rundgang beginnen.




Interessant diese beiden Lesesessel: was als Ablage für ein Buch gedacht ist, wirkt jetzt ganz modern wie ein Tablet-Halter.

Nach so viel Kultur brauche ich eine Pause: ich mietete ein Fahrrad und kurve gemütlich durch die Villa Borghese. Am Pincio findet zur Zeit die Skate-WM statt, deshalb ist ein Teil des Areals abgesperrt.

Trotzdem erreichte ich die beiden Botero- Figuren, die ich sehen wollte: 2 schlafende Schönheiten.



Klar, dass auch die Siesta im Hotel nicht zu kurz kommen durfte.

Gut ausgeruht machte ich mich am frühen Abend auf den Weg ins Centro Storico.

Nach der Abendmesse in Santa Maria dell‘Anima spazierte ich ausgiebig durch die Straßen des Centro und zurück nach Monti.
Hier habe ich nicht mehr fotografiert sondern mich einfach treiben lassen und den Abend genossen.



Das war’s für diesen Besuch gewesen.
Am Donnerstag brachten mich Trenitalia und ÖBB gut wieder nach Hause.

... und wie immer: nach Rom ist vor Rom ;)
Wie gut, dass ich viele Ideen für weitere Besuche habe und in weiser Voraussicht das Quartier für 2025 bereits gebucht ist.
 
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Nach einem kleinen Frühstück und dem Einchecken in meinem üblichen Quartier (das Zimmer war um 10:30 bereits verfügbar - hurra!) startete ich mit einem Highlight in meine „Römische Woche“: die Ausstellung in den Museo Capitolini „Filippo e Filippino Lippi“. Eine kleine und sehr feine Ausstellung, über deren Verlängerung ich mich sehr freue. Die ist sehenswert und absolut einen Besuch wert!
Wie schön, Du warst ja sehr glücklich über die Verlängerung.
Ich freue mich auf mehr.
 
Nach einem kleinen Frühstück und dem Einchecken in meinem üblichen Quartier (das Zimmer war um 10:30 bereits verfügbar - hurra!) startete ich mit einem Highlight in meine „Römische Woche“: die Ausstellung in den Museo Capitolini „Filippo e Filippino Lippi“. Eine kleine und sehr feine Ausstellung, über deren Verlängerung ich mich sehr freue. Die ist sehenswert und absolut einen Besuch wert!
Wie schön, Du warst ja sehr glücklich über die Verlängerung.
Ich freue mich auf mehr.
Ich hab mich gefreut wie ein kleines Kind als die Ausstellung verlängert wurde. :D
 
Wie schön, unser mehrfach geäußertes Bedauern, dass es kaum mehr Rom-Reiseberichte im Forum gibt, erweist sich als unbegründet ;). Besten Dank für den bereits verheißungsvollen Beginn der Rom-Tage!
 
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Auch ich habe den ersten Berichtsteil sehr gerne gelesen.

Complimenti besonders für die Innenaufnahmen der Fontana Paola! Wenn ich mich nicht irre, dann sind das hierzuforum die allerersten.
 
Vielen Dank für deinen ersten Teil deines Reiseberichts - ich freue mich auf die Fortsetzungen! Die Besichtigung der Fontana Paola hatte mich wahnsinnig interessiert. Danke für die interessanten Fotos.
 
Liebe caravaggiolinia,

eben beginne ich mit der Lektüre deines Reiseberichts und wenn du noch in Rom bist, wünsche dir einen weiteren sehr schönen Aufenthalt!

Dass die Ausstellung mit Werken von Vater und Sohn Lippi dir gefallen hat freut mich. Ich werde sie zwar nicht sehen, habe mich aber am 10. August sehr für dich gefreut die Verlängerung melden zu können!

Meine Freude stieg noch weiter, als ich merkte, dass der lange gesperrte Zugang zum Seitenportal der Kirche Santa Maria in Aracoeli wieder geöffnet ist.
Das ist für uns Daheimgebliebene ein wahrhaftig interessante, erfreuliche Nachricht. Wenn man jetzt noch den Durchgang zur rückwärtigen Seite des Vittoriano wieder öffnen würde, wäre auch das sehr praktisch!

Die Frauenbüste auf dem Gianicolo hat mich gleich an eine "Festa della donna" erinnert, als die Büste zur Erinnerung an Colomba Antonietti, mit Mimosen geschmückt worden war, ebenso, wie das Monument für Anita Garibaldi. Rom: - "Festa della donna" auf dem Quirinal. Ein anrührendes Schicksal.

Ich bin schon gespannt auf deine weiteren Spaziergänge im spätsommerlichen Rom.
 
Zweiter, dritter und vierter Tag des Berichts wurden ergänzt.
Wer mag, kann mich in die Nekropole der Via Trionfale, ins EUR und auf den kleinen Aventin nach San Saba begleiten.
 
Oh, was für schöne Ziele liebe @caravaggiolina , ich habe gerade Lust dir "nachzulaufen". Deinen tollen Bericht kann man als Liste für einen Besuch von Romkennern nehmen.

Da sind ja wirklich ganz tolle Leckerbissen dabei. Hinter den Fontanone wollte ich schon lange einmal schauen und die Via Triumphalis ist auch etwas ganz besonders.

Aber auch alle anderen Ziele sind genau die Ziele die man sucht, wenn man in Rom schon viel gesehen hat. Wobei einem dann oft bewusst wird wie viel man noch nicht gesehen hat.

San Saba fehlt zum Beispiel noch auf meiner Rom-Liste.

Ich freue mich auf weitere tolle Erlebnisse und bin gespannt wo du uns noch mit hin nimmst.
 
Ich stimme @pecorella voll und ganz zu: Ein tolles Programm!
Sicherlich werde ich einige Programmpunkte für meinen Besuch im Dezember übernehmen.

Ehrlich gesagt ist mir ja die neapolitanische Pizza lieber. Ich mag es gern, wenn der Rand der Pizza weich und fluffig ist. Da ich aber in Rom für den Zeitraum meiner Reise nur diesen Pizzakurs gefunden hatte, war das auch ok.

Obwohl ich kein Pizza-Fan bin, ist auch mir die neapolitanische Pizza deutlich lieber. Einen entsprechenden Kurs sollte man wohl auch in Neapel machen. ;)

Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung des tollen Berichts.
 
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Sehr schön! Ich freue mich, dass der ein oder die andere wieder von ihrer Zeit in Rom berichten.
Gespannt bin ich auf deinen Tag 5 an dem ich ja auch in Rom war. Besonders interessiert mich, wo du während des Unwetters Unterschlupf gefunden hast.
 
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