Da sola a Roma

dentaria

Augustus
Stammrömer
Rom-Reise
13.12.2021-18.12.2021
Liebe Romitis, Gesellschaft fehlt mir, wenn ich "da sola a Roma" bin auch nur selten. Ich genieße es einfach tun und lassen zu können was ich will.
Wobei es jetzt mit den vier Mädels auch sehr lustig war.
Ich genieße auch immer, einen perfekten ausgearbeiteten Plan komplett über den Haufen zu werfen.
 

pecorella

Caesar
Stammrömer
Nach dem ich die Grotte della Madonna delle tre Fontane besucht hatte wechselte ich wieder die Straßenseite und lief das Stück zu Abbazia delle tre Fontane.

Im Forum wurde ja schon drüber berichtet und so war ich sehr gespannt was mich erwartet.

Dort soll im Jahr 67 der Apostel Paulus enthauptet worden sein. Sein Haupt fiel dreimal auf den Boden und hinterließ jedes mal Blutstropfen aus denen 3 Brunnen entstanden sein sollen. Vom daher der Name "Tre Fontane"

Alleine der Weg zum Kloster ist schon ein wenig besonders.


Der Innenhof wirkt zunächst gar nicht so groß, aber dennoch haben hier drei wunderschöne Kirchen ihren Platz. Santi Vincenzo e Anastasio, Santa Maria Scala Coeli und San Paolo.


Santi Vincenzo e Anastasio, eine dreischiffige Basilika. Das Gebäude hat eine hohe doppelt geneigte Terrakotta-Fassade und einen Portikus mit orientalischen Marmorsäulen und ionischen Kapitellen. Das Innere wirkt recht streng, was wohl an den strengen Zisterzienser-Stilregeln liegt, die keine prunkvollen Gebäude oder bildhauerischen oder malerischen Dekorationen zuließen. Aber zuweilen ist es ja auch schön mal in Rom eine schlichte Kirche zu sehen.



Santa Maria Scala Coeli,
Die Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde am 9. Juli 298 n. Chr. unter Diokletian, dem Hl. Zenon und seinen Gefährten, 10.203 christlichen Legionären, an der Stelle errichtet, an der sie den Märtyrertod erlitten haben. Später wurde die Kirche der Heiligen Jungfrau Maria Annunziata geweiht. Das heutige Gebäude wurde 1583 von Giacomo Della Porta auf Geheiß von Kardinal Alessandro Farnese erbaut.


San Paolo alle Tre Fontane ist die älteste Kirche der Abtei, die im 5. Jahrhundert an der Stelle errichtet wurde, an der nach der Überlieferung der Heilige Paulus das Martyrium und die Enthauptung erlitten haben soll. Eine große Marmortafel am Architrav der Fassade sagt über dem Zugangsportal: „S. PAULI APOSTOLI MARTYRII LOCUS UBI TRES FONTES MIRABILITER ERUPERUNT“, das ist „Ort des Martyriums des heiligen Apostels Paulus, wo drei Quellen auf wundersame Weise hervorsprudelten“.

Seit 1868 befinden sich dort Trappisten, deren Erzeugnisse in 2 Läden angeboten werden.


Wer sich diesen im römischen Treiben so stillen Ort einmal anschauen möchte, hier sind die Öffnungszeiten


Als ich sah, dass der dortige Bus 671 auch zum antiken Stück der Via Latina fuhr, machte ich mich auf zu einer großen Runde durch antikes und modernes Rom. Nach 40 Minuten war das Ziel erreicht, doch davon in einem neuen Bericht mehr.
 
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Nihil

Consul
Stammrömer
Liebe Pecorella,

Danke für die Runde durch ein mir unbekanntes Stück Rom. Das werde ich gerne Aufgreifen. Zumal ja nach den neuesten Verkehrsinfos die Lido Bahn nun erst ab Stazione EUR Magliana gen Lido fahren soll, könnte man ja wirklich die Abbazia de Tre Fontane in ein Besichtignungsprogramm einschliessen. Und das EUR Viertel gleich mit.
 

pecorella

Caesar
Stammrömer

Nach der vierzigminütigen Busfahrt kreuz und quer durch Rom war die Haltestelle "Arco di Travertino" erreicht und ich musste die wenig schöne Straße wieder ein Stück hinunter gehen.

Inmitten der römischen Peripherie , zwischen der modernen Via Appia und der Via Tuscolana, ist ein Abschnitt der III. Meile der antiken Via Latina noch perfekt erhalten. Der Archäologische Park der Via Latina wurde 1879 gegründet, nachdem der Staat ein großes Gebiet erworben hatte, in dem bedeutende römische Überreste ausgegraben wurden

Am Eingang dann die Überraschung. Zwei Herren taten hier Dienst und ich musste meinen Impfnachweis vorzeigen.


Das Stück der alten Via Latina ist nur 0,5 km lang und vielleicht kein Ziel für Rom-Neulinge. Aber wer schon oft in Rom war und wer vielleicht nicht ganz so gut zu Fuß ist, auf der antiken Via Latina kann man quasi ein wenig Via Appia Antica light erleben.

Die Via Latina ist noch älter als die Via Appia Antica, sie war jedoch zunächst keine Straße, sondern ein einfacher Weg und ihr Ursprung lag in der Nähe der Tiberinsel, an der Porta Capena. Sie führte gen Süden Richtung Frosinone und Anagni. Letzteres ebenfalls ein begehrtes Ziel von Pecorella. Sie endete in Capua.

Wie an der Via Appia Antica findet man auch hier ein Stück des alten Pflasters und Überreste von Grabanlagen


Recht auffällig ist sofort der einstige Prachttempel der Barberini, der wie ein mehrstöckiges Haus aussieht. Das sogenannte Barberini-Grab, das auf das 2. Jahrhundert n. Chr. datiert wird, besteht aus zwei Stockwerken über dem Boden und einem Hypogäum in ausgezeichnetem Zustand. Das Obergeschoss wird von einem Kreuzgewölbe bedeckt.

Leider wurden diese "Häuser" früher einfach als Viehställe genutzt.


Der Tempel der Valerier hatte wohl etwas mehr Glück, es stammt ebenfalls aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Die reich verzierten unterirdischen Räume sind erhalten geblieben. Eine aufwendige weiße Stuckverkleidung, unterteilt in 35 Medaillons und Quadrate, ziert die Lünetten und das Tonnengewölbe der unterirdischen Umgebung. Leider sind Besichtigungen derzeit nicht möglich.


Aber auch so war es mal wieder die Entdeckung eines Stückchen Roms fernab von den üblichen touristischen Zielen.

Zurück ging es dann mit der nahegelegenen Metro A "Arco di Travertino" in Richtung Centro.

Wer die große Runder über Laurentina nicht machen möchte, der ist schnell von der Metro-Station "Arco di Travertino" bei den Gräbern.
 

Nihil

Consul
Stammrömer
Ein weiterer weisser Fleck auf meinem Romplan. Danke für die Präsentation. Ich weiss, dass in den Tiefen des Forums ein Reisebericht schlummert, wo auch mal die Via Latina vorgestellt wurde. Zu schade, dass man dorthin mit dem Fahrrad von der Via Appia antica oder dem Parco degli Acquedotti aus nicht gut hinkommt.
 
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