Biennale di Venezia 2026


Nächstes Jahr steht Venedig bei der Kunstbiennale wieder im Zeichen der Gegenwartskunst. Kuratorin für den Deutschen Pavillon wird die Direktorin des Georg Kolbe Museums in Berlin, Kathleen Reinhardt. Das teilte das Institut für Auslandsbeziehungen mit. Reinhardt sagte, im Deutschen Pavillon würde traditionsgemäß eine kritische Auseinandersetzung mit Geschichte und Gesellschaft betrieben. Das sei ein idealer Ausgangspunkt, gerade jetzt in einer höchst herausfordernden Gegenwart die Fragen zu stellen, mit denen Kunstschaffende sich beschäftigen – etwa „wo wir stehen, wie wir hierher gekommen sind und vor allem wohin wir gehen“.
 

Von Alma Allen ist Ideologiekritik eher nicht zu erwarten. Der 55-Jährige stammt aus Salt Lake City, lebt heute im mexikanischen Tepoztlán, er war immer wieder obdachlos, machte Gelegenheitsjobs, ist Autodidakt, verkaufte seine anfangs kleinen Skulpturen auf der Straße. Mittlerweile erschafft er, handwerklich versiert, biomorphe Skulpturen aus Stein, Holz und Bronze – irgendwo zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Mit größeren Museumsausstellungen ist Allen bisher nicht aufgefallen. Die Ernennung zum nationalen Pavillonkünstler ist seine mit Abstand höchste Auszeichnung – und offensichtlich als Provokation gegen den „woken“ Kunstbetrieb zu verstehen.
 
Heute schreibt die Kuratorin des italienischen Biennale-Pavillons von 2009 über "die Biennale 2026 ohne Italiener". :eek::rolleyes:

... bleibt hinter den Kulissen.
... "relationale Geografie der Kunst" neu, aber ist dies nur eine Designentscheidung oder das Zeichen für eine strukturelle Schwierigkeit unseres Kunstsystems, mit der Welt zu kommunizieren?

Vielleicht ist der Geist der Biennale dazu bestimmt, sich zu verändern. Die Welt, in der wir leben, hat sich verändert, das so genannte “Kunstsystem” zeigt Risse, die man früher nicht vermutet hätte, und die Figuren, die es beleben - Künstler, Kritiker, Kuratoren, öffentliche und private Institutionen - erfordern eine originelle Aufmerksamkeit. Die Abwesenheit italienischer Künstler führt zu einer fast unvermeidlichen Orientierungslosigkeit: Wir gewinnen viele Medaillen bei den Olympischen Winterspielen, wir sind hervorragend im Tennis, aber unsere Kunst scheint in den Hintergrund zu geraten.
 
Biennale Venedig 2026, Russland kehrt zurück: Wer steckt hinter dem Pavillon des Regimes?

Shvidkoy war von 2000 bis 2004 auch Kulturminister und hat in letzter Zeit häufig seine Positionen in Erklärungen und Interviews bekräftigt. Im Juli letzten Jahres sprach er sich in seiner Kolumne in der Rossijskaja Gaseta, der offiziellen Zeitung der Föderation, für eine Zensur der Kunst aus, da er der Meinung ist, dass diese von Fachleuten ausgeübt werden sollte: Die Wiederbelebung der Zensur sei zwar ein kostspieliges Unterfangen, das nicht Hunderte, sondern Tausende aufgeklärter Staatsdiener erfordere, schrieb er in seinem Artikel, doch könne die Zensur “ein gesundes Umfeld in der schöpferischen Gemeinschaft bewahren”.

Shvidkoy hat wiederholt behauptet, der Westen vertrete eine russophobe Haltung und befürworte eine Art Auslöschung der russischen Kultur. Am 30. Dezember erklärte Shvidkoy, dass es einige Zeit dauern werde, bis es eine “künstlerische Interpretation” der so genannten “speziellen Militäroperation” in Russland (der am 24. Februar 2022 begonnene Einmarsch in die Ukraine) geben wird: Shvidkoy hat sie immer ausdrücklich unterstützt und bei mindestens einer Gelegenheit, im Februar 2024, erklärt, dass Künstler, die Russland aus Unzufriedenheit mit dem Krieg verlassen haben, “emotional auf den Beginn der besonderen Militäroperation reagieren würden: Sie sind keine Politiker oder Strategen und verstehen nicht den tiefen und langen Prozess, der zum Beginn der besonderen Militäroperation geführt hat”.

Man könnte noch eine weitere, merkwürdige Position hinzufügen: Am 26. Dezember lobte er, wie TASS erfuhr, den Auftritt Wladimir Putins in einem beliebten Kindercartoon, da er der Meinung war, dass ein solcher Auftritt, “wenn er respektvoll erfolgt”, “eine Form des Ausdrucks von Liebe” sein könne. Außerdem könnten die Kinder auf diese Weise den Präsidenten kennen lernen.
 
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Derselben Quelle (s. oben) entspringen heute Morgen diese beiden weiteren Beiträge:



... unfertige Liste geerbt hat?


Edit:
Normalerweise wendet sich der internationale Kurator, wie auch die künstlerischen Leiter früherer Ausgaben, an einige italienische Persönlichkeiten, die er kennt und denen er vertraut, um Vorschläge für italienische Künstler zu erhalten, die in die internationale Ausstellung aufgenommen werden sollen. Auf diese Weise gab es bei früheren Ausgaben der Biennale von Venedig immer eine “blaue Quote”, eine feste Präsenz italienischer Künstler, die der Kurator als unausgesprochene Praxis zugunsten des Gastgeberlandes beschloss. Das Verwerfliche an dieser Praxis war immer, dass der Kurator, der sich stets den bekannten Themen zuwandte, am Ende immer dieselben Künstler aus einigen wenigen mächtigen Galerien aufnahm, ohne die Zeit und die Neugier zu haben, die italienische Kunstszene unabhängig zu erforschen.
Diese Dynamik hat jedoch in den letzten dreißig Jahren zu einer starken Standardisierung und Homogenisierung bei der Auswahl der Künstler geführt, so dass die Biennale selbst dem Vorwurf ausgesetzt war, eine Art Showroom für die mächtigsten internationalen Galerien mit Künstlern zu sein, die von ebenso mächtigen und weltberühmten Kuratoren und Sammlern vermittelt werden. Bei den letzten Ausgaben der Biennale von Venedig war beispielsweise eine starke Beteiligung von Künstlern aus den Ställen der Galleria Zero und der Galleria Massimo De Carlo in Mailand zu beobachten, mit einer großen Anzahl von Künstlern: Massimo Bartolini, Giorgio Andreotta Calò, Chiara Enzo, Yuri Ancarani, Maurizio Cattelan, aber die Liste ließe sich fortsetzen.
 
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... Camoni bringt "Con te con tutto" (Mit dir mit allem)

Die Initiative wurde auf einer Pressekonferenz vorgestellt, die heute Morgen in der Sala Spadolini des Ministeriums in Rom in Anwesenheit des Kommissars des italienischen Pavillons und Generaldirektors für zeitgenössische Kreativität Angelo Piero Cappello, der Kuratorin und der Künstlerin sowie des Präsidenten der Biennale Pietrangelo Buttafuoco stattfand. Die Werke wurden mit einer Videobotschaft des Kulturministers Alessandro Giuli vorgestellt.

Der Minister erklärte, dass Italien die Kultur als einen der grundlegenden Ausdrucksformen der pluralen Identität einer Gemeinschaft betrachte und dass das Land alle künstlerischen Formen, auch die kritischen oder dissidenten, zu schätzen wisse. In seiner Rede ging er auch auf die Präsenz des Pavillons der Russischen Föderation auf der Biennale ein und erinnerte daran, dass seine Wiedereröffnung auf eine autonome Entscheidung der Biennale-Stiftung zurückzuführen sei, die von der italienischen Regierung jedoch nicht geteilt werde.


Vgl. dazu auch:
... es sie gegeben hätte.
 
Heute nun liest man:
... Kultur zuständige EU-Kommissar Glenn Micallef und Henna Virkkunen, die EU-Vizepräsidentin für Technologie, Sicherheit und Demokratie. Sollte die Fondazione dabei bleiben, werde man «weitere Massnahmen prüfen, einschliesslich der Aussetzung oder Beendigung eines laufenden EU-Zuschusses an die Biennale Foundation».
 

Noch vor ein paar Wochen hätten wir uns kaum vorstellen können, dass wir in diesem Jahr eine Biennale in Venedig erleben würden, die ihre Tore für Russland wieder öffnet. (...) Die nationalen Beteiligungen an der Biennale von Venedig sind im Wesentlichen ein Ausdruck der Regierungen der jeweiligen Länder. (...) Auf der Biennale von Venedig kommt die Staatsräson in der Regel vor der Kultur. Bei der Biennale von Venedig wählt ein Land in der Regel nicht seinen besten Kurator, seinen besten Künstler aus: Es wählt denjenigen, der am besten zu der Idee passt, die das Land in diesem historischen Moment von sich geben möchte.
 
Na, jetzt geht's aber doch einigermaßen heftig zur Sache! :eek:
... informiert, noch hatte sie sich für dessen Teilnahme ausgesprochen, obwohl sie wusste, dass sie nicht Mitglied des Ver
An dieser Stelle reißt der Text ab.
Zwar liegt die Fortsetzung nahe; aber wir wollen doch bei der unverfälschten Wahrheit bleiben.

Um die Biennale von Venedig und die Teilnahme Russlands an der nächsten Ausgabe der Veranstaltung gibt es einen neuen politischen Konflikt (...). Kulturminister Alessandro Giuli hat nämlich den Rücktritt der Vertreterin des Kulturministeriums im Verwaltungsrat der Biennale-Stiftung, Tamara Gregoretti, gefordert: Giuli möchte, dass Gregoretti ihr Mandat niederlegt, da das Vertrauensverhältnis gerade wegen der Vorgänge um die russische Beteiligung zerrüttet sei.

Nach Berichten aus dem Kulturministerium hatte Gregoretti das Ministerium weder über die mögliche Teilnahme Russlands an der Veranstaltung noch über seine eigene Position zugunsten der Anwesenheit des Landes informiert, trotz der besonderen internationalen Sensibilität des Themas im aktuellen geopolitischen Kontext.

Auch der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Infrastruktur Matteo Salvini meldete sich in der Debatte zu Wort und kündigte seine Teilnahme an der Biennale im Mai an. “Kultur - wie auch Sport - drückt eine universelle Botschaft der Einheit aus”, sagte Salvini. (...) Der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, schlug in die gleiche Kerbe und sagte, dass man den Krieg verurteilen könne, ohne die Kultur zu zensieren.
 
... Dissidenten gewidmet sind.
... Treffen über den russischen Philosophen Pavel Florensky.

Die Kontroverse um die Präsenz Russlands auf der Biennale von Venedig ist um ein neues Kapitel reicher. Nach den politischen und diplomatischen Spannungen der letzten Tage, die mit dem Rücktrittsgesuch des Kulturministers Alessandro Giuli an das Vorstandsmitglied des Kulturministeriums, Tamara Gregoretti, zugunsten der Rückkehr des russischen Pavillons gipfelten, hat der Präsident der Biennale, Pietrangelo Buttafuoco, eingegriffen und zwei Initiativen angekündigt, die sich dem Thema des Dissenses widmen.
 
Seit heute Morgen kurz vor 10 Uhr brennt der serbische Pavillon! :(
Man sieht (bzw. mittlerweile wohl: sah) eine große dunkle Rauchsäule.

Hervorhebungen nicht von mir:
La sede dell'esposizione artistica è stata messa sotto controllo grazie al rapido intervento degli operatori del 115, ma le fiamme hanno continuato ad alimentarsi anche dopo i primi interventi di spegnimento a causa delle forti raffiche di vento che stanno soffiando in laguna da martedì notte.
Il vento forte ha rinfocolato i materiali incendiati, costringendo a un intervento a più riprese dei vigili del fuoco. Dai primi accertamenti dovrebbe aver preso fuoco la copertura all'esterno, senza coinvolgere nessuno e senza che i danni si siano estesi agli arredi, all'esposizione o alle altre strutture circostanti.
Dank des raschen Einschreitens der Feuerwehr wurde der Ausstellungsort unter Kontrolle gebracht, aber auch nach Beginn der Löscharbeiten haben die Flammen sich weiter ausgebreitet aufgrund der kräftigen Windböen in der Lagune seit Dienstagnacht.
Der starke Wind hat die brennbaren Materialien neu entzündet, wodurch die Feuerwehrleute zu weiterem Eingreifen gezwungen wurden. Ersten Untersuchungen zufolge soll das Dach des Gebäudes Feuer gefangen haben, aber ohne dass Menschen betroffen wurden und ohne dass die Schäden sich ausgedehnt hätten weder auf Ausstattungsgegenstände noch auf die Ausstellung oder umstehende Bauten.
 
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