Normalerweise wendet sich der internationale Kurator, wie auch die künstlerischen Leiter früherer Ausgaben, an einige italienische Persönlichkeiten, die er kennt und denen er vertraut, um Vorschläge für italienische Künstler zu erhalten, die in die internationale Ausstellung aufgenommen werden sollen. Auf diese Weise gab es bei früheren Ausgaben der Biennale von Venedig immer eine “blaue Quote”, eine feste Präsenz italienischer Künstler, die der Kurator als unausgesprochene Praxis zugunsten des Gastgeberlandes beschloss. Das Verwerfliche an dieser Praxis war immer, dass der Kurator, der sich stets den bekannten Themen zuwandte, am Ende immer dieselben Künstler aus einigen wenigen mächtigen Galerien aufnahm, ohne die Zeit und die Neugier zu haben, die italienische Kunstszene unabhängig zu erforschen.