Ich bedanke mich bei Ludovico und gengarde für Ihre Berichte mit den schönen Bildern :thumbup: :thumbup: und stelle hier eine veränderte Fassung meines Berichtes aus dem Teddybärenthread ein.
Forenentreffen in Würzburg
12. bis 14. August 2011
Freitag, 12.8.
Käppele
Blick auf die Festung Marienberg
Innenaufnahmen vom Käppele
Blick auf die Stadt mit ihren markanten Türmen
Abendessen in den Bürgerspital Weinstuben
Den guten Silvaner, der nach Quitten duftete, mussten Ludovico und ich, die wir als Erste eintrafen, leider drinnen trinken weil ein paar Tropfen vom Himmel fielen. Zum Glück sollten es die einzigen bleiben!
Die Verpflegung war ausgesprochen lecker:
Gelbflossen Thunfisch auf zweierlei Melonensalat
Geeistes Gazpacho
Rosa gebratenes Lammkotelette mit Paprika-Currycouscous, Thymianjus und Kaiserschoten
Allerhand von der Erdbeere
Samstag, 13.8.
Stadtführung
Nun kamen wir zum
Falkenhaus und trafen unsere Stadtführerin mit der wir drei interessante und kurzweilige Stunden verbrachten.
Bei dieser Hausmadonna (oben rechts) musste ich an den Forista SPQR denken. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in Würzburg über 600 Hausmadonnen. Wir haben noch einige weitere gesehen:
Sehr gut gefiel mir die Mischung aus Alt und Neu im
Neumünster:
Aufnahme Christi beim Vater im Himmel
Sehr beeindruckend fand ich dieses
Kruzifix aus der Mitte des 14. Jahrhunderts.
Christus hat die Arme vom Kreuz genommen und hält sie wie zur Umarmung vor sich. Die Geste geht auf eine Vision des Hl. Bernhard von Clairvaux sowie des Hl. Thomas von Aquin zurück. Vor dem Kruzifix betend, seien sie von Christus umarmt worden, der die Arme vom Kreuz nahm und zu ihnen sprach.
Sehr gut gefielen mir auch diese Werke des Würzburger Künstlers
Ben Willikens und als Kontrast zu "Tag" und "Nacht" eine Figur des Heiligen Wolfgang.
Weiter ging es nun zum Würzburger Dom (Mitte und rechts). Er wird bis Advent 2012 renoviert.
Grabstein für Tilman Riemenschneider an der Aussenmauer des Domes.
Er wurde von seinem Sohn Jörg geschaffen
Vor diesem Bronzetor befindet sich ein Bauzaun, so dass ich nur den oberen Teil photografieren konnte
Ein weiteres Bronzetor und Details
Leider konnte ich keine Informationen darüber im Netz finden
Nun kamen wir zum Haupteingang:
Dieses Portal ist ein Werk des Würzburger Künstlers
Fritz König.
Hier ist in moderner Form die Schöpfung dargestellt.
Nächste Etappe war der Platz vor dem Rathaus mit dem schönen Vierröhrenbrunnen und seinem Figurenschmuck:
Dargestellt sind die vier Haupttugenden: Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mässigung. Hier die Mässigung, die Wasser in ihren Wein giesst:
Nun erfuhren wir auch, woher der Begriff "Schorle" stammt:
Er soll sich vom Trinkspruch eines französischen Offiziers aus der Zeit Napoleons ableiten, der in Würzburg stationniert war. Vor jedem Glas pflegte er zu sagen:"Toujours l'amour". Daraus wurde "Schorlemorle" und dann die Kurzform "Schorle".
Nun gingen wir auf das Rathaus mit der schönen Sonnenuhr zu
und betraten im Erdgeschoss den neuen Dokumentationsraum. Ein Stadtmodell zeigt die furchtbaren Zerstörungen, die die Stadt am 16. April 1945 erlitt. Die britischen Piloten sahen den Feuerschein der brenneneden Stadt noch in 230 km Entfernung. Siehe auch
hier.
Einen nächsten Halt legten wir vor dem alten Lokal "Zum Stachel" mit einem romantischen Innenhof ein:
Letzte Etappe unserer Stadtführung war die bereits erwähnte
Marienkapelle.
Hier begannen wir unsere Besichtigung am Nordportal.
Eine interessante Darstellung der Verkündigung an Maria sieht man auf dem Tympanon des Nordportals: Der Hauch des Geistes geht als gedrehter Schlauch vom Mund Gott Vaters zum linken Ohr Marias und endet mit der Taube des Heiligen Geistes. Auf diesem Strahl eilt Jesus als kleines Kind bäuchlings zu Maria. Die Darstellung symbolisiert die Empfängnis durch das Hören der Worte.
Dieser moderne Wasserspeier stellt eine Mahnung vor Krieg und Gewalt dar:
Innenaufnahmen:
Grabdenkmal des Ritters Konrad von Schaumberg rechts vom Westportal.
Geferrtigt 1502 bis 1504 von Tilman Riemenschneider
Aussenaufnahmen:
Kopien der berühmten Skulpturen Tilman Riemenschneiders Adam und Eva darstellend. Die Originale sahen wir am Sonntag im Mainfränkischen Museum auf der Festung Marienberg. Gedichte von Rainer Maria Rilke zu den beiden Kunstwerken sind
hier nachzulesen.
Die Fassade schmücken u.a. Figuren von Aposteln, ebenfalls Kopien. Neun erhaltene Originale befinden sich im Mainfränkischen Museum.
Petrus
Mittagspause und Residenzführung
Hier verabschiedeten wir uns von unserer Stadtführerin und ruhten uns nach so viel Kunstgenuss bei einem leichten Mittagessen, gefolgt von einem leckeren Eis aus der Gelateria des
Café am Dom, aus.
Eine gemütliche Rast legten wir auch im
Hofgarten neben der Würzburger Residenz ein, wo wir um 16 Uhr einen Termin für eine weitere Führung hatten.
Europa wurde von Zeus in Gestalt eines Stiers entführt und den Raub der Persephone konnten wir auch nicht verhindern!

Gemeinsam mit unserem Führer,
Herrn Held ging es noch einmal in den Hofgarten zurück.
Er kennt unser Forum und hat sich vor seiner letzten Rom-Reise Informationen bei uns geholt! :thumbup:
In der Residenz herrscht leider Fotografierverbot.
Hier ein Link für Neugierige. Wir waren im Treppenhaus
Balthasar Neumanns und bewunderten ausgiebig die
Fresken Tiepolos, die vier Kontinente darstellend. Weiter ging es mit dem Weissen Saal, dem Kaisersaal (Dort gefiel mir eine Statue der Göttin Flora besonders gut. Leider finden ich kein Photo von ihr.) und den südlichen Kaiserzimmern.
Schnell verflogen die zwei Stunden. Um 18 Uhr verliessen wir als letzte Gruppe die Residenz.
Auf der Terrasse des Cafés neben der Residenz verbrachten einige von uns noch eine sehr angenehme Rast und später trafen wir uns alle zum
Abendessen im Mainkai 7
Zwar mussten wir lange auf das Essen warten aber alles schmeckte lecker!
Sonntag, 14.8.
Festung Marienberg und Mainfränkisches Museum
Auf der
Festung trafen wir auch die drei Frankenapostel wieder (rechts)
Blick zum Käppele
Dieses Eichhörnchen und seine Kumpels bewohnen den
Bergfried


Im
Innenhof steht u.a. das Brunnenhäuschen aus der Renaissance
Es folgte ein Besuch im
Mainfränkischen Museum. Viele schöne und interessante Kunstwerke gab es hier zu bestaunen.

Hier fühlte ich mich an Rom und den
Dornauszieher in den Kapitolinischen Museen erinnert:

Szenen aus dem Leben der Kaiser Konstantin und Theodosius
Flucht nach Ägypten und Detail daraus
Riemenschneider-Madonna
Geburt Christi aus der Riemenschneider-Werkstatt
Die vierzehn Nothelfer
Riemenschneider-Originale
Zu den Besonderheiten des Mainfränkischen Museums gehört die große Bozzetti-Sammlung. Ein Bozzetto ist ein kleines, für die spätere Ausführung verbindliches Entwurfsfigürchen.
Sie standen hinter Glas und waren schwer zu fotografieren. Die ersten sind Entwürfe für die Statuen des Kreuzweges zum Käppele, die ich leider nicht gesehen habe.
Entwürfe für andere Statuen:
Noch zwei Gemälde:
Bär vom Entwurf für den Wandteppich im Venezianischen Zimmer der Residenz
Nun kam man in einen zauberhaften Raum mit den Originalen von Skulpturen aus dem Veitshöchheimer Schlossgarten:
Merkur
Vier Kontinente
Flötespielender Junge und Frau mit Dudelsack
Allegorien auf die Tageszeiten:
Nacht, Abend, Mittag, Morgen
Letzte Eindrücke aus dem Museum:
Sehr nett war dann noch das gesellige Beisammensein auf der Terrasse der Burggaststätte.