Auch wir sind um 20 Uhr zurückgekommen. Nach einem Familienkaffee haben wir noch den Garten geplündert und sind bei ausklingendem Gewitterregen losgefahren.
Allen FT-Teilnehmern sage ich Dank für das schöne Wochenende. Ich stelle mal ganz kurz einige Fotos aus meiner Würzburg Galerie ein. Die Fotos vom Wochenende werden noch etwas warten.
Los gings am Freitag mit dem Spaziergang zum Käppele
Auf dem Weg vom Parkplatz zur Wallfahrtskirche blickt man zunächst auf diese Kuppellandschaft und dann auf die Fassade mit den Zwiebeltürmen.
Ein Großteil der Truppe wählte den vor einigen Jahren aufwändig renovierten Stationsweg mit Figuren von Wagner.
Leider war das Innere der Balthasar Neumann Kirche nicht so schön erleuchtet, wie auf diesen Fotos
mit der attraktiven Orgel
Oben, vor der Kirche, hat man einen herrlichen Blick über die Stadt, die Weinberge und zur Festung.
Der Name "Käppele" ist etwas irreführend, hat aber durchaus seine Berechtigung. Im Dreißigjährigen Krieg hat ein Mainfischer in den Weinbergen eine kleine Pietà aufgestellt. Viele Anwohner aus einem immer größeren Umkreis besuchten in dieser schweren Zeit den Ort um zu beten. Einige wurden erhört. So errichtete man eine kleine Kapelle, in der die inzwischen zum Gnadenbild erhobene Figur eine Heimat fand. Etwa hundert Jahre später baute Balthasar Neumann um diese Gnadenkapelle eine prächtige, hochbarocke Kirche, zu der noch heute viele Menschen pilgern. Zwar lässt der volkstümliche Glaube auch in Unterfranken stark nach, doch ist dort das Niveau wohl immer noch deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Schließlich erzählt ja auch das Frankenlied (Wohlauf die Luft geht frisch und rein) in einer Strophe von dieser Tradition: "Wallfahrer ziehen durch das Land mit fliegenden Standarden ..."
Meine BEVA und ich konnten das am Sonntagmorgen erleben, als eine Schar von etwa 25 Wallfahrern mit Fahnen und einer kleinen Blechbläsergruppe an uns vorbeizogen. Von der wohl größten Wallfahrt berichtete ja auch unsere Stadtführerin. Diese große und bekannte mehrtägige Prozession geht von Würzburg zum Kreuzberg in der Rhön und wieder zurück.
Abends haben wir im Bürgerspital sehr lecker und stilvoll in einem eigenen kleinen Saal mit Kreuzgewölbe gespeist. Leider konnten Simone und ich unser Glas mit Frankenwein vor dem Treffen nicht vollständig im malerischen Hof austrinken.
Mein Abendessen, lecker.
Am Samstag trafen wir um 10 Uhr unsere Stadtführerin am Falkenhaus mit der schmucken Rokokofassade und der gotischen Marienkapelle dahinter. Das Falkenhaus war über Jahrhunderte ein Gasthaus und beherbergt heute u.a. die Stadtbibliothek
Da taucht bei mir die Frage auf, wo sich die Rokokokokette versteckt hat :frown::?

. Das hier ist sie ganz bestimmt nicht :nod:.
Da der romanische Dom zur Zeit wegen Renovierung geschlossen ist, wurde uns das frisch renovierte Neumünster nahe gebracht.
Hier ruht der Frankenapostel Kilian mit seinen beiden Weggefährten Kolonat und Totnan in der Gruft unter der Kirche.
Weiße helle Wände mit einigen Deckenfresken und einem prächtigen Barockaltar
An den Wänden gibt es natürlich die bekannten Symbole der katholischen Kirche
wie auch moderne Gemälde
und hinten eine dezent gehaltene Orgel
In einer Seitenkapelle ganz hinten, an der ich bei meinem Besuch im Frühjahr vorbeigegangen war, zeigte und erklärte unsere Führerin
den Bischof Wolfgang, der unseren Regensburgern bekannt ist
und zwei moderne Bilder.
Ich sah mir auch wieder den Schrein in der Kiliansgruft an.
Durch den Nebeneingang gelangten wir zum romanischen Kreuzgang, dem Lusamgärtchen, mit dem Grabmal für Walther von der Vogelweide
Auf dem ehemaligen, heute gepflasterten Friedhof hinter dem Dom liegt auch der große Bildhauer des Spätmittelalters, Tilmann Riemenschneider.
Hier das Grabmal
Hinweis auf eine Sonderausstellung im Dommuseum
Die Domstraße entlang spazierten wir hinunter zur alten Mainbrücke,
vorbei am Vierröhrenbrunnen,
dem romanischen alten Rathaus, dem Grafeneckart
mit dem Stadtwappen.
Hier die alte Mainbrücke mit den vielen Brückenheiligen und einem Blick zurück zum Dom.
Das sind meine Lieblingsmotive, der heilige Kilian und der erste Bischof Würzburgs Burkard mit Schwert vor Festung Marienberg und dem Käppele im Hintergrund.
Nach Schilderung der Würzburger Bombennacht am 16. März 1945 vor einem Stadtmodell, das die in Schutt und Asche gelegte Stadt zeigt, ging es durch ein Gässchen zum malerischen Lokal Stachel mit dem romantischen Innenhof.
Der Kreis der Führung schloss sich an der Marienkapelle, die auf dem Markt direkt neben dem Falkenhaus liegt. Am bekanntesten sind die Skulpturen Adam und Eva von Riemenschneider.
Amüsant war die Geschichte zu diesem Nebenportal der Marienkapelle, das Maria Verkündigung zeigt. Auf der Vergrößerung sind die Schmankerl, der kleine Jesus, der an dem Hörrohr runterrutscht und der Hl. Geist als Taube am Ohr Marias (... und sie empfing vom Heiligen Geist ...), deutlich zu sehen.
Noch ein kurzer Blick in den etwas nackten Innenraum
auf die Grabmäler
und auf diese Figurengruppe.
Auf dem Weg zum Auto, wo ich noch gekaufte Bücher deponierte, kam ich an Riemenschneiders Haus vorbei, das heute eine Gaststätte ist.
Auf dem Weg zur Residenz sahen wir ehemalige Häuser von Domherren, hier ein Beispiel.
Die Zeit bis zur Führung durch die Residenz, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehört, verbrachten die FT-Teilnehmer unterschiedlich.
Unsere kleine Gruppe spazierte nach einem gemeinsamen Imbiss am Markt zur Residenz. Schon von weitem blickt man auf die breite Front der Residenz mit dem Frankoniabrunnen davor. Auf dem Brunnen sitzen drei berühmte Persönlichkeiten der Stadt, der Minnesänger Walther von der Vogelweide, der hier seine letzte Ruhe gefunden hat, der große Maler Mathias Grünewald und natürlich der Schnitzer und Bildhauer Tilmann Riemenschneider, der auch Bürgermeister hier war.
Wir ruhten uns etwas im bunt blühenden Barockgarten der Residenz aus.
Einige der herrlichen, bunten Blumen
Der Hofgarten ist so etwas wie der Platz vor dem Kolosseum in Rom, ein Platz für Hochzeitsfotos.
Während sich meine Begleitung weiter auf einer Bank sonnte, machte ich mich auf den Weg durch den hinteren Tel des Gartens, der für mich die schönsten Blicke auf die Residenz bietet. Kommt mit.
Die zweistündige Führung durch das Innere war sehr kurzweilig und selbst für mich, der schon viele Führungen durch die Räume mitgemacht hat, sehr interessant. Fotografieren war drinnen verboten. Deshalb hier zwei alte Fotos von dem berühmten Deckengemälde Tiepolos im noch berühmteren, mutig konstruierten Treppenhaus Balthasar Neumanns.
Nach der Führung traten wir in die Spätnachmittagssonne, die die Fassade warm anstrahlte.
Bis zum Abendessen waren noch zwei Stunden Zeit, die die Teilnehmer wieder sehr unterschiedlich nutzten. Wir liefen am Juliusspital entlang,
gingen durch die Tore bis zum fränkischen Vierflüssebrunnen mit den Personifizierungen von Main, Tauber, Saale, Sinn des Bildhauers Jakob van der Auveraaus dem Jahre 1706. Dargestellt sind die Personifizierungen der vier großen Flüsse Frankens ? Main, Tauber, Saale und Sinn.
In einem Gartenlokal am Alten Kranen genehmigten wir uns ein Gläschen. Am Eingang passierten wir einige Minicooper. Hier fand wohl ein Treffen statt.
Am Mainufer blühten Blumen in nett angelegten Beeten und beim Spaziergang den Main entlang zum Restaurant für das Abendessen sahen wir die markanten Festung und Käppele aus unterschiedlichen Perspektiven.
Das abschließende, leider sehr späte Abendessen im Mainkai 7 schmeckte uns Ausgehungerten trotzdem gut.
Nach dem fast gemeinsamen Frühstück machten wir uns heute morgen auf unterschiedlichen Wegen, auf dem direkten kurzen, dem schöneren durch die Weinberge oder dem bequemeren mit dem Auto auf zur wuchtigen Festung Marienberg.
Ich entlastete ungewollt heute mal meinen Rücken, der sich dankbar darüber zeigte, mal nicht den schweren Fotorucksack schleppen zu müssen. Deshalb werden von mir zu diesem Abschluss auch keine aktuellen Bilder folgen. Hier ein kurzer Spaziergang durch die Festung mit verschiedenen Gebäuden (Kirchen, Tore, Brunnen, Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, Bergfried etc.), die ab dem 8. Jahrhundert hier entstanden sind, mit einigen älteren Fotos. Auf dem Brunnenhaus steht die Bronzefigur der Fortuna (Antwort auf eine von mir bei der Besichtigung nicht beantworteten Frage)
Nach einem kurzen Rundgang durch die Festungsanlage besuchten wir das neu gestaltete Mainfränkische Museum mit einigen Originalskulpturen von Tilmann Riemenschneider als Höhepunkt. Im Schatten der Bäume des Biergartens der Festung verbrachten wir noch ein letztes gemeinsames Stündchen, bevor wir uns voneinander verabschiedeten und in die unterschiedlichen Richtungen auseinandergingen.
Hier noch ein letzter Blick von der Festung aufs Käppele, womit sich der Kreis wieder schließt.