Arm in Rom: Wie die kleinen Leute in der größten Stadt der Antike lebten

Simone-Clio

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Das Buch erscheint am 29. August.

Buchseite beim Verlag: Arm in Rom

Das antike Rom war eine Klassengesellschaft, und die Römer machten daraus keinen Hehl. Die Elite brachte den sogenannten kleinen Leuten - etwa 85 % der Bevölkerung, die von der Hand in den Mund lebten - wenig mehr als Verachtung entgegen. In den Quellen kommt diese Mehrheit der Bevölkerung nur am Rande vor. Wir sind deshalb geneigt, das antike Rom vor allem aus dem Blickwinkel der Oberschicht zu sehen und zu beschreiben. Karl-Wilhelm Weeber wechselt die Perspektive. Er stellt die Armen und Außenseiter in den Fokus seiner Geschichte. Wie sah ihr Leben in der Metropole der „goldenen Tempel“ und repräsentativen Säulenhallen aus? Und was wissen wir über sie: ihre Lebensbedingungen, ihre Arbeit, ihre Freizeitbeschäftigungen? Dabei räumt er mit hartnäckigen Legenden auf - wie etwa der, dass sich die armen Römer mit Sozialleistungen über Wasser halten konnten und ihr angebliches „Nichtstun“ mit Gladiatorenkämpfen und Wagenrennen „versüßt“ wurde: Brot und Spiele.
 

Es sagt einiges über den Zustand unserer Gesellschaften aus, dass das Wort „prekär“ und seine soziale Ableitung „Prekariat“ inzwischen zum Allgemeingut gehören. Im antiken Rom wäre das kaum anders gewesen, doch hatte das lateinische „precarius“ damals eine etwas andere Bedeutung. Es meinte „bittweise“, „von fremder Willkür abhängig“, was jedoch nichts mit Betteln zu tun hatte. „Precarii“ waren Menschen, die sich bemühten, ihren Lebensunterhalt durch bezahlte Arbeit zu sichern – und sie wurden dafür von den Mitgliedern der Oberschicht verachtet, die Geld und Muße hatten, um Bücher zu schreiben. Oder um gepflegte Orgien zu feiern.

So erklärt der bekannte Altertumswissenschaftler Karl-Wilhelm Weeber in seinem neuen Buch „Arm in Rom. Wie die kleinen Leute in der größten Stadt der Antike lebten“ das Zwielicht, in das die antiken Quellen das Gros der Römer tauchen. Denn anders als die wenigen zehntausend Mitglieder des Senatoren- und Ritterstandes, von denen einige allenfalls „pauper“, „arm“ an großem Vermögen waren, führte die überwiegende Mehrheit von Roms Einwohnern täglich einen Kampf ums Überleben. Eigene Zeugnisse zu hinterlassen hatten sie weder Zeit noch Möglichkeiten.
 
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