Bericht: Anreise mal anders - Zu Fuß nach Rom

Ludovico ROB

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Stammrömer
Dein Bericht zeigt, dass Du überlebt hast. Nach dem alten Motto, was uns nicht umbringt macht uns nur härter. Ich habe mit gelitten.

Da lag ich doch bei meinem Bildkommentar mit dem Tipp "Tibetische Gebetsfähnchen" ganz gut, obwohl ich das in Italien nicht unbedingt erwartet hätte.

Lasst uns bald weiter wandern.

Gruß Ludovico
 

Seb

Centurio
Stammrömer
Es gab sogar mal einen, der lief zu Fuß nach Rom, und wollte uns erzählen wie das war :~:~;) :lol:, wie hieß der gleich noch :roll: ;)

Hallo seb,

das ging aber schnell oder war es Zufall :?:;):~

Beim Lesen Deiner sehr anschaulich beschriebenen Tour fühlt man quasi die schmerzenden Füße. Das war sicherlich eine Tortur :nod:

Aber....vielen Dank für die Fortsetzung Deines Berichts und die Bilder :thumbup:

Liebe Grüße
Lizabetta

Zufall, Vorname Reiner. Hatte dein Posting auch garnicht gesehen.
War in den letzten Wochen auf der Suche nach einer Diplomstelle, plus 3 Projektarbeiten in der Uni plus nebenbei noch ein wenig arbeiten, da war nicht wirklich viel Zeit für Forenbesuche oder Reiseberichte, sorry. Hoffe mal, dass ich die Intervalle in der nächsten Zeit wieder kürzer kriege :~



@Ludovico: wir waren auch überrascht so ein Kloster auf unserem Weg zu finden. War aber eine interessante Abwechslung.
 

patta

gesperrt/ruhend
Hallo Seb,

mach Dir keinen Stress: Wir leiden Etappe für Etappe mit (meine Füsse schmerzen, obgleich ich im Bett liege).

Hast Du schon wieder Deine Schnürriemen gelöst, bevor es Abend wurde??? Diesen Fehler hast Du doch schon mal gemacht x(
Gut, dass Du keine Fotos von Deinen Füßen eingestellt hast :uhoh:

Bisschen schade, dass Du von der schönen Südtoskana so wenig gesehen hast. Der Monte Amiata (der hohe Berg nahe Arcidosso) ist eine klassische Wetterscheide, das hab ich auch schon einige Male erlebt, daher ist es nicht so verwunderlich, dass plötzlich die Sonne kam.

Verdient hattet Ihr es allemal :thumbup::thumbup::thumbup:
patta
 

Susannah

Dictator
Stammrömer
Hallo Seb,

vorab bemerkt, das Studium geht vor! :nod: ;) :D

Ich möchte mich bei Dir, ganz herzlich für die Fortsetzung bedanken. :nod: Es macht richtig Freude, Euch auf Eurer Tour begleiten zu dürfen. :nod: Nur gut, dass hier keiner meinen schmerzverzerrten Gesichtausdruck während des Lesens sehen konnte. :roll: Aua! Deine armen Füße! Ich habe wirklich mitgelitten. :?

Die Übernachtungen im Freien wären ja schon nichts für mich. Aber eine Übernachtung an einer Friedhofsmauer .... 8O 8O 8O und dann noch die um sich ballernden Jägersleut. Ne, ich hätte viel zu viel Angst gehabt. :nod: :D :?

Ich freue mich schon auf die Vorsetzung! :nod:


Da lag ich doch bei meinem Bildkommentar mit dem Tipp "Tibetische Gebetsfähnchen" ganz gut, obwohl ich das in Italien nicht unbedingt erwartet hätte.

Ludovico,
es stimmt, man vermutet sie wirklich nicht dort. Wir waren ebenso erstaunt, als wir in der Bourgogne, nur knapp 60 km von unserem Dörfchen entfernt, auch einen "Temple bouddhiste des mille Bouddhas" entdeckten. Knatschbunt steht er dort, inmitten der wunderschönen burgundischen Landschaft. Der Anblick ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, aber wiederum auch sehr interessant. Genau wie das Gebet, an dem wir als Gäste teilnehmen durften.


Liebe Grüße,
Susannah
 

patta

gesperrt/ruhend
Aber eine Übernachtung an einer Friedhofsmauer .... 8O 8O 8O und dann noch die um sich ballernden Jägersleut. Ne, ich hätte viel zu viel Angst gehabt. :nod: :D :?
Nachts ist es aber ruhig auf dem Friedhof 8)
Und die italienischen Jäger schiessen doch nur essbares Wild :D:D:D
Ich freue mich schon auf die Vorsetzung! :nod:
Hmm, ich vermute mal, liebste Susannah, Du bist im Venedig-Fieber und meinst Fortsetzung, oder? :roll:;)

patta
 

Lizabetta

Princeps Senatus
Stammrömer
Es gab sogar mal einen, der lief zu Fuß nach Rom, und wollte uns erzählen wie das war :~:~;) :lol:, wie hieß der gleich noch :roll: ;)

Hallo seb,

das ging aber schnell oder war es Zufall :?:;):~

Beim Lesen Deiner sehr anschaulich beschriebenen Tour fühlt man quasi die schmerzenden Füße. Das war sicherlich eine Tortur :nod:

Aber....vielen Dank für die Fortsetzung Deines Berichts und die Bilder :thumbup:

Liebe Grüße
Lizabetta

Zufall, Vorname Reiner. Hatte dein Posting auch garnicht gesehen.
War in den letzten Wochen auf der Suche nach einer Diplomstelle, plus 3 Projektarbeiten in der Uni plus nebenbei noch ein wenig arbeiten, da war nicht wirklich viel Zeit für Forenbesuche oder Reiseberichte, sorry. Hoffe mal, dass ich die Intervalle in der nächsten Zeit wieder kürzer kriege :~


Hallo seb,

das sollte natürlich nur ein Joke sein und natürlich gehen die Uni-Sachen vor :nod:, ich hoffe Du warst erfolgreich :thumbup:
Und wie schön häufiger gesagt, wir können warten auf einen so spannenden Bericht :nod:

Liebe Grüße
Lizabetta
 

Susannah

Dictator
Stammrömer
Aber eine Übernachtung an einer Friedhofsmauer .... 8O 8O 8O und dann noch die um sich ballernden Jägersleut. Ne, ich hätte viel zu viel Angst gehabt. :nod: :D :?
Nachts ist es aber ruhig auf dem Friedhof 8)
Und die italienischen Jäger schiessen doch nur essbares Wild :D:D:D
Ich freue mich schon auf die Vorsetzung! :nod:
Hmm, ich vermute mal, liebste Susannah, Du bist im Venedig-Fieber und meinst Fortsetzung, oder? :roll:;)

patta

:blush: :blush: :blush: :lol: :? :lol: :blush: :blush: :blush:

Ist mir das peinlich!​

Selbstverständlich war die "Fortsetzung" gemeint! Das kommt davon, wenn man abgelenkt wird und nicht zu 100 % bei der Sache ist. :? :D Aber Venedig-Fieber, hört sich auch gut an! ;) :lol:

Die schießen nur essbares Wild ist gut! :D Ich kenne das nur aus Frankreich, dort ballern die Jägersleut auf alles, was sich bewegt. :nod: Überall stehen Warnschilder, dass man die Felder und Wälder während der Jagdzeit meiden und sich nur auf den befestigten Wegen aufhalten soll. :D
Ob es auf Friedhöfen in der Nacht ruhig ist, davon möchte ich mich auf gar keinen Fall selbst überzeugen. 8O :? :roll:

Seb, sorry für's OT! :?
 

Seb

Centurio
Stammrömer
@patta:
Am Kloster, daher war dort auch ein Blutrausch :lol:
Das was wir vom Bus aus von der Südtoskana gesehen haben war schon recht schön, aber zum wandern wäre das meiner Meinung nach sehr anstrengend gewesen, fast kein Schatten, wenig Dörfer. Das wäre bei 35-40 Grad doch nicht so schön gewesen.

@Lizabetta: hatte ich auch solchen gesehen ;)

@Susannah: net schlimm 8)
 

Simone-Clio

Augustus
Teammitglied
Moderator
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Stammrömer
Hallo Seb,

vielen Dank auch von mir für die Fortsetzung Deines Berichtes. Ich habe, wie alle, mitgelitten und kann nur hoffen, dass Rom Euch für die erlittenen Mühen reich belohnt hat!

Auf die Fortsetzung wartet gespannt aber geduldig,
Simone
 

Seb

Centurio
Stammrömer
28.7.08 Roccalbegna - Semproniano - San Martino del Fiora - Sovana

Nach 2 bzw. 6 Stunden Schlaf und dem Schrecken der Nacht machen wir uns noch in der Dämmerung auf den Weg. Frühstück fällt auf Grund von mangelnden Einkaufsmöglichkeiten am Vortag aus.

Guten Morgen Welt

Mir machte das recht wenig aus, Fabian als regelmäßigem Esser schlägt die ausgefallene Mahlzeit schon eher auf die Laune. Der Weg nach Semproniano führt uns durch unwegsame Wälder und über noch feuchte Wiesen. Meine Füße merke ich nur bei sehr unwegsamen Wegstücken. Nach etwa 2 Stunden erreichen wir ein Gatter auf einer Anhöhe nach dem es laut Wanderführer „auf einem Fahrweg“ nach Semproniano gehen soll. Leider sagt uns der Wanderführer nicht welchen der 4 (!) Fahrwege wir nehmen sollen. Trotz Kompass brauchen wir eine knappe Stunde um den richtigen Weg zu finden (es war natürlich der zuletzt getestete).
In Semproniano rasten wir vor der Kirche. Fabian versucht im lokalen Alimentari ein Frühstück aufzutreiben während ich meine Blasen (die an den Füßen ;) ) entleere. Nach einem kurzen Schwätzchen mit den Einwohner (3 junge Damen etwa in unserem Alter als Dolmetscher) ziehen wir weiter in Richtung San Martino Sul Fiora. Am Ortsausgang finden wir eine Apotheke in der ich mir Pflaster (10 Stück für günstige 6,40 Euro … ) und Vaseline kaufe. Das folgende Wegstück ist zunächst sehr schön, es geht über schattige, wenig befahrene Straßen und über Feldwege zum Weiler Scalabrelli.

Da schien noch die Sonne

Steil

Semproniano City

Dort frühstücken wir (ekelhaft süße Törtchen) und füllen unsere Wasservorräte auf. Kurz nach dem kleinen Dorf zeigt der Weg sich von seiner schlechten Seite: zunächst ein steiler Abstieg über einen Schotterpfad, danach ein enger Weg mit Dornenbüschen an beiden Seiten welche eine meiner Wasserflaschen zerstören. Am Ende dieses Weges geht es über eine Schafsweide (tolle Wegführung) steil hinauf zu einer Landstraße die uns in etwa einer Stunde nach San Martino del Fiora führt.

Dort empfängt uns ein kurzer Regenschauer was uns zu einer längeren Rast zwingt. Unter dem Vordach der Kirche versorge ich wieder meine Füße mit Vaseline und nehme eine doppelte Ration Schmerztabletten. Nach jeweils 2 Flaschen Bier in der Dorfkneipe entschließen wir uns auf Grund der frühen Uhrzeit (14:30 Uhr) noch die kurze Etappe bis nach Sovana anzuhängen. Dort kommen wir nach einem schönen Weg durch Tuffschluchten und vorbei an Etruskergräber gegen 17:30 Uhr an.

Tuffschlucht

Etruskergräber

Sovana

Unsere größte Sorge ist zu diesem Zeitpunkt einen Schlafplatz zu finden. Ein Hotel scheidet hier aus Budgetgründen aus. Nach einer kurzen Kochsession (Kartoffelpüree mit Salami) begeben wir uns daher uim nahen Umkreis auf die Suche. Fabian entdeckt schließlich per Zufall einen super Schlafplatz direkt neben der Burgruine.

Burg in Sovana, unser Schlafplatz war quasi links davon

Der beste Schlafplatz der Reise

Schon ein komisches Gefühl quasi mitten auf der Hauptstraße zu lagern, aber von niemanden gesehen zu werden. Im kleinen Feinkostladen kaufen wir kurz vor Ladenschluss noch spontan alle Biervorräte auf (6 Flaschen :-D ) und feiern still und heimlich unseren guten Schlafplatz und dass die Vaseline anscheinend ihre Wirkung tut, denn meine Füße sehen wesentlich besser aus als am Morgen.


achja, mein Lieblingsfoto des Urlaubs:


Die wollte ich mitnehmen, war leider zu schwer


To be continued
 
Zuletzt bearbeitet:

Gaukler

Caesar
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Stammrömer
So viel steht in meinen Augen fest: Eine originellere Romreise wird hier so bald niemand anders vermelden können! :thumbup:

Meine Hochachtung vor eurer Leistung. :nod:
 

Lizabetta

Princeps Senatus
Stammrömer
Danke Seb für die Fortsetzung Deines Reiseberichtes.
Das autscht ja ganz schön, wenn man "mit Dir " läuft x( .
Aber mit Schmerztabletten und Bier geht´s ja :D .

Ich kann immer wieder nur sagen: Respekt :nod:

Liebe Grüße
Lizabetta
 

Angela

Augustus
Teammitglied
Moderator
Stammrömer
Rom-Reise
15.03.2020-22.03.2020
So viel steht in meinen Augen fest: Eine originellere Romreise wird hier so bald niemand anders vermelden können! :thumbup:

Meine Hochachtung vor eurer Leistung. :nod:

Danke Seb für die Fortsetzung Deines Reiseberichtes.
Das autscht ja ganz schön, wenn man "mit Dir " läuft x( .
Aber mit Schmerztabletten und Bier geht´s ja :D .

Ich kann immer wieder nur sagen: Respekt :nod:

Liebe Grüße
Lizabetta

Dem kann ich mich nur anschließen! :thumbup:
Wieder habe ich Euren Tag mit Spannung verfolgt, besonders gefallen hat mir das Nachlager bei der Burgruine. :nod:

Liebe Grüße

Angela
 

Claude

Triumphator
Stammrömer
Ich kann mich nur anschließen - so kommt man sicher nicht oft nach Rom (und nicht nur an die Blasen wirst Du noch lange denken).
Den Stubentiger hätte ich auch adoptiert ... aber in der Tat: wohlgenährt und zum Tragen zu schwer.

viele Grüße
Claude
 

Seb

Centurio
Stammrömer
Freut mich, dass es Euch gefällt. Mir fällt gerade auf, dass mein neuer Stubentiger (der alte war 2 Tage vor dem Urlaub gestorben, daher wollte ich den in Sovana auch unbedingt mitnehmen ;) ) genauso aussieht :lol:

So, weiter geht es
 

Seb

Centurio
Stammrömer
29.7.08 Sovana - Pitigliano

Nach der bisher besten Nacht in Italien machen wir uns erst gegen 10 Uhr morgens auf den Weg. Zum Frühstück gibt es leckere Kekse aus dem Alimentari.


Die Burgruine von hinten, unser Schlafplatz war quasi rechts im Gebüsch


Nominell steht uns heute eine nur 8 Kilometer lange Etappe bevor. Anweisung des Reiseführers: folgen Sie der rot-weißen Markierungen. Gelesen, getan. Pech nur, dass diese Markierungen nach knapp 1,5 Stunden an einem Bauernhof enden. Nach genauerer Kontrolle der Minikarte im Reiseführer stellen wir fest, dass wir vor knapp einer Stunde die falsche Richtung eingeschlagen haben. Also zurück. Schließlich finden wir an einem für uns vorher nicht existenten Abzweig des Feldweges (eine etwa 30 Zentimeter breite Lücke in Büschen) eine weitere Markierung.


Das nennt man dann Weg

Diese führt uns in einen dichten, mit Unterholz zugewachsenen Wald. Für die nächsten 20 Minuten heißen unsere Feinde Spinnennetze, Dornen und Mücken. Das alles bei einer extremen Luftfeuchtigkeit auf schmalen steilen Pfaden.


Dschungel in der Toskana

Endlich gelangen wir auf eine Art Hochplateau, das uns mehr an eine Wüste als an die Toskana erinnert.


Wüste, wer findet den Zaun?


Anweisung: immer am Zaun entlang. Nach 15 Minuten suchen finden wir den „Zaun“: ein Paar Latten die auf dem Boden im hohen Gras liegen. Wir beschließen nur nach Kompass zu laufen und finden nach 30 Minuten eine Lücke im Dornengebüsch die uns auf einen Feldweg führt. Beim Durchgang durch die Büsche bleibe ich erstmal stecken und Fabian muss mich quasi hindurch schubsen. Sehr amüsant Herr Reiseführerautor. Weiter geht es über kleine Straßen an Feldern vorbei. Kurz vor unserer Abzweigung in einen Hohlweg finden wir ein Tierkadaver welches anscheinend schon länger in der Sonne liegt. Lange Klauen, aber doch Flügel. Keine Ahnung was das mal war, aber wir machen, dass wir schnell weiterkommen. Nach einer halben Stunde Mittagspause an einem Rastplatz erreichen wir schließlich Pitigliano. Dort suchen wir das im Reiseführer angegebene Hotel und bekommen für 58 Euro pro Nacht ein Doppelzimmer. Endlich duschen und Wäsche waschen. Die Aussicht aus dem Zimmer ist atemberaubend.


Geniale Aussicht

Nach Besichtigung des alten Ortteils fragen wir nach einem Supermarkt und werden in den neuen Teil des Ortes verwiesen.


Pitigliano, rechts alt, links neu

Im dortigen Coop-Supermarkt verfallen wir in eine Art Kaufrausch (Fabian: „Milch, da ist Milch, ich will jetzt Milch“). Nachdem wir vor dem Supermarkt einen Liter Milch bzw. 2 Flaschen Bier getrunken haben schleppen wir unsere Einkäufe ins Hotel. Dort wird zunächst einmal zu Abend gegessen (Völlerei hieß das glaub ich früher). Gegen Abend erwerben wir beim lokalen Einzelhandel eine Flasche Wein aus dem Ort und machen es uns auf dem Markplatz bequem.

Beim schönen Sonnenuntergang genießen wir den guten Wein und ich rauche meine erste Zigarette seitdem wir Deutschland verlassen haben.


Lecker



Als es dunkel wird begeben wir uns wieder ins Hotel, hören noch ein wenig Musik und schlafen dann recht schnell ein.

30.7.08 Pitigliano - Lago di Mezzano

Am nächsten morgen verlassen wir Pitigliano gegen 10 Uhr. Unsere Rucksäcke sind mit jeweils 6 Litern Wasser bestückt, da uns die längste Zeit ohne Wasserquelle bevorsteht. Zunächst steht aber ein Hindernis im Weg: die Brücke aus dem Ort raus ist für Fußgänger gesperrt, Alternativen nicht in Sicht.


Straftat 1

Was macht der Wanderer also? Warten bis kein Auto kommt und los. Genau in der Mitte der Brücke kommt uns doch ein Auto entgegen. Als es uns passiert winken wir den netten Polizisten die an uns vorbeifahren freundlich zu und gehen unbehelligt weiter :-D
Kurz nach der Brücke stehen wir vor einem weiteren Hindernis: ein Zaun der ein Ausgrabungsgelände absperrt. Im Reiseführer steht man solle drüberklettern. Kurzerhand tun wir dies auch.


Straftat 2 :-D

Wie ältere Menschen das allerdings schaffen sollen bleibt mir ein Rätsel. Am eigentlich Zugang zum Gelände werden wir dann auch von der Kassierin anmotzt wie wir denn reingekommen seien ohne zu bezahlen. Mit einem freundlichen „non parlo italiano“ gehen wir unseres Weges. Weiter geht es über Landstraßen und Feldwege.




An einer Scheune finden wir einen Trinkwasserhahn und trinken jeder geschätzte 3 Liter Wasser. Die anstehende Rationierung des Wassers ist doch bei uns beiden im Hinterkopf. Nach gut 2 Stunden Marsch kommen wir an einem verlassenen Bauernhof vorbei. Ich traue mich ins Innere der Ruine und finde in der ehemaligen Küche eine Flasche Wasser. Bei genauerer Betrachtung bemerken wir den Hinweis „abgefüllt 1984“ was der Flasche eine Leerung erspart.
Nach gut insgesamt 4 Stunden erreichen wir unser Tagesziel: den Lago di Mezzano. Dieser kleine Vulkankratersee ist nur zu Fuß zu erreichen, daher haben wir ihn auch ganz für uns alleine. Herrlich klares Wasser empfängt uns.





Ups, umgefallen ;)

Nachdem wir unser Lager eingerichtet haben geht es auch schon ins Wasser.



Den restlichen Tag verbringen wir lesend und dösend am Ufer. Nach dem Abendessen (Nudeln mit Tomatensoße)




schlafen wir beide recht zügig ein.

To be continued
 
Zuletzt bearbeitet:

Angela

Augustus
Teammitglied
Moderator
Stammrömer
Rom-Reise
15.03.2020-22.03.2020
Hallo Seb,

so schnell schon geht es weiter, toll!

Eure Wegsuche hat mich sehr an eine ähnliche Situation vor einigen Jahren am Monte Subasio erinnert, wo wir mit Karte und Wanderführer (und meinen beinahe 80-jährigen Eltern!) verzweifelt den richtigen Weg suchten, und das nicht nur einmal! Letztendlich haben wir sie dann eine Fahrstrasse zurück geschickt und sind selbst mehr oder weniger querfeldein gegangen, um irgendwie nach Spello und zu unserem dort abgestellten Auto zu gelangen. Leider las ich erst hinterher, dass man in Italien die Kompasskarten zum großen Teil vergessen kann! 8O :lol:

Liebe Grüße

Angela
 

Seb

Centurio
Stammrömer
Hallo Angela,

ich hab mir heute mal den Abend frei genommen, da schreib ich dann gerne was mehr. :~

Unser Wanderführer war wirklich schlecht, aber leider der einzig verfügbare :( x(

So, jetzt geht's aber ins Bett, morgen um 4 Uhr aufstehen 8O:uhoh:

Wünsche Euch noch nen schönen Abend :nod:
 

patta

gesperrt/ruhend
Hallo Seb,

Du wanderst ja immer noch durch Gegenden, die ich kenne. Vom durchfahren und ansehen, natürlich :p

Ich glaube, ohne Wanderkarte und Reiseführer, bloß mit google maps und einem solarbetriebenden Laptop, wärt Ihr auch nicht langsamer gewesen oder hättet mehr Umwege gemacht.
Geometer aller Länder, fahrt endlich nach Italien und macht Euren Job :lol:

Weiterhin gut ist, dass Du uns keine Fotos Deiner Füsse zeigst ;)

Sovana hat natürlich keine Torfschluchten, sondern Tuffschluchten:
Tuff ? Wikipedia oder für die Spezialisten: Mineralienatlas Lexikon - Tuff

Besonders gut gefällt mir:
Tuff [...], oder auch Tuffstein, ist eine durch vulkanische Eruption entstandene Anhäufung zunächst lockerer fester Auswurfprodukte
Passt gut zu Deinen Füssen, oder :twisted:

Pitigliano ist klasse und entlang der Strasse wäre ich (bei Tageslicht) auch zu Fuss gegangen ;)
Lago di Mezzano kenne ich noch nicht, aber eine Strasse führt dennoch hin. Beweise folgen vielleicht nächsten Sommer :twisted:

Aber im Ernst: Euren Reiseführer kannst Du ja nur noch zum Feuermachen benutzen, aber: Ihr seid in Latium, hurra :nod:

Es freut sich (auch auf die folgenden Teile),
patta
 

Seb

Centurio
Stammrömer
Hallo patta,

ups, du hast natürlich recht :blush:
Wird verbessert.

Die Fotos meiner Füße wird es hier auch nicht geben (wer eklig ist und sowas gerne sieht kann sie gerne per PN erfragen :lol: ;) )

Pitigliano war wirklich genial, auch sehr nette Leute da und das Hotel war auch super.

Die Straße zum Lago di Mezzano ist eher ein Feldweg der über den Kraterrand führt, zum See selber steigt man gut 15 Minuten relativ steil über schmale Wanderwege ab, da war ich froh dass wir unsere Wanderstöcke hatten.
Er ist aber auf jeden Fall einen Besuch wert!

Bzgl. des Reiseführers: wir haben geflucht wie noch nie zuvor (und das will etwas heißen)
 
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