Italien: Analyse: Warum teilt Salvini so gegen Macron aus?

Simone-Clio

Divus
Mitarbeiter
Moderator
Forum-Sponsor
Stammrömer
Emmanuel Macron: Warum teilt Italiens Innenminister so gegen Frankreichs Präsidenten aus?

Analyse von Ulrich Ladurner für "Die Zeit" am 13.2.2019

Frankreich hat seinen Botschafter abgezogen – nicht aus Russland, nicht aus der Türkei, nicht aus Venezuela, sondern aus Italien, einem verbündeten und seit vielen Jahrzehnten befreundeten Nachbarland. Das hat es das letzte Mal im Juni 1940 gegeben. Damals verließ der französische Botschafter überstürzt seine Residenz, weil Italien dem Nachbarland in der Endphase des deutschen Frankreich-Feldzuges den Krieg erklärt hatte.
 

Gaukler

Caesar
Forum-Sponsor
Stammrömer
Der Kampf Di Maio/Salvini versus Macron ist darum auch ein Beispiel für die Existenz einer europäischen Innenpolitik, für die Auseinandersetzung zwischen zwei transnationalen politischen Lagern.
So könnte man es wohl sehen. Aber m.E. auch so, dass das Verhalten von Salvini und Di Maio einem uralten Muster folgt: Wer Probleme hat mit seinen innenpolitischen Zielen, der baut ein außenpolitisches Feindbild auf, um sich auf dessen Kosten zu profilieren.
 

Ludovico ROB

Triumphator
Mitarbeiter
Moderator
Stammrömer
Der Kampf Di Maio/Salvini versus Macron ist darum auch ein Beispiel für die Existenz einer europäischen Innenpolitik, für die Auseinandersetzung zwischen zwei transnationalen politischen Lagern.
So könnte man es wohl sehen. Aber m.E. auch so, dass das Verhalten von Salvini und Di Maio einem uralten Muster folgt: Wer Probleme hat mit seinen innenpolitischen Zielen, der baut ein außenpolitisches Feindbild auf, um sich auf dessen Kosten zu profilieren.
oder noch grundlegender: mach andere klein, dann wirkst du groß.
 

Simone-Clio

Divus
Mitarbeiter
Moderator
Forum-Sponsor
Stammrömer
Frankreich und Italien nähern sich wieder an – Botschafter kehrt nach Rom zurück | NZZ

Frankreich wird seinen aus Italien abgezogenen Botschafter wieder zurückbeordern. «Er bricht heute nach Rom auf», kündigte Europaministerin Nathalie Loiseau am Freitag im Gespräch mit dem französischen Sender RTL an.

Politiker aus Italien, die sich in der Vergangenheit inakzeptabel verhalten hätten, hätten nun Bedauern gezeigt, so die Ministerin.
 

Gaukler

Caesar
Forum-Sponsor
Stammrömer
Genau diesen Artikel wollte ich gerade eben auch hier verlinken - mit leichtem Zögern und Gewissensbiss, ob er evtl. OT sei. Aber dieses Bedenken hat sich ja nun erledigt. :)

Und jedenfalls ist diese Nachricht eine große Erleichterung.
 

Simone-Clio

Divus
Mitarbeiter
Moderator
Forum-Sponsor
Stammrömer
Und jedenfalls ist diese Nachricht eine große Erleichterung.
Das sehe ich auch so und als ich anderswo zum ersten Mal las, dass Präsident Mattarrella mit Präsident Macron telefoniert habe, habe ich gehofft, dass es so kommen würde.

Zitat von NZZ:
Vor wenigen Tagen hatten Macron und sein italienischer Kollege Sergio Mattarella telefoniert. Die beiden Präsidenten sollen dabei versöhnliche Töne angeschlagen haben. Sie hätten die Wichtigkeit der französisch-italienischen Beziehung bekräftigt, so der Élyséepalast.
 

Simone-Clio

Divus
Mitarbeiter
Moderator
Forum-Sponsor
Stammrömer
Der nach Rom zurückgekehrte französische Botschafter Christian Masset hat dem italienischen Staatspräsidenten eine Einladung des französichen Präsidenten Macron überbracht. In den kommenden Monaten wird Sergio Mattarella nach Paris reisen.

Italia-Francia, Mattarella riceve l'ambasciatore Masset e accetta l'invito di Macron

Il presidente della Repubblica andrà in visita di Stato a Parigi. Stamattina la ministra per gli affari europei francese aveva annunciato il ritorno a Roma del diplomatico che in conferenza stampa dice: "Pronti a lavorare su tutto nel dialogo". Di Maio prende le distanze dal gilet giallo Chalençon
Zusatz: Diplomatische Entspannung zwischen Frankreich und Italien | DW | 15.02.2019

Auslöser für den vorausgegangenen Streit waren wiederholte Angriffe der beiden italienischen Vize-Regierungschefs Matteo Salvini und Luigi di Maio. So hatte der ultrarechte Innenminister Salvini Macron als Präsidenten bezeichnet, der "gegen sein Volk regiert", und dessen Rücktritt gefordert.

Sein Koalitionspartner Di Maio von der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung hatte sich seinerseits in Frankreich mit Vertretern der "Gelbwesten"-Bewegung getroffen, die seit Wochen gegen Macrons Reformpolitik - teilweise gewaltsam - demonstriert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Top