dies solis ante diem XVI Kalendas Ianuarias MMDCCLXX ab urbe condita
Sonntag, 16. Tag vor den Kalenden des Januar, 2770. Jahr nach Gründung der Stadt




Roma dolce, Roma amaro

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  #1  
Alt 02.03.2007, 15:54
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cellarius cellarius ist offline
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Roma dolce, Roma amaro

Inhalt

  • Prolog
    Unerfreuliches - Reisende - Hotel
  • Tag 1
    Abflug ab München - Warten aufs Gepäck - mit dem Taxi durch die Nacht
  • Tag 2
    Wetter - Piazza Venezia - Insula am Kapitol - Cordonata - Kapitol - S. Maria in Aracoeli - Arx - Clivus Capitolinus - Forum Romanum - Mittagspause - Vatikan: Scavi unter St. Peter - Nachtspaziergang: Via della Conciliazione, Engelsburg, Ponte S. Angelo, durchs Centro Storico, Piazza Navona, Pantheon - Abendessen: Cave di San Ignazio - weiter: Kapitol, Forum Romanum
  • Tag 3
    Quattro Fontane - Piazza del Quirinale - Trevibrunnen - Spanische Treppe - Regen - Via Condotti - Piazza Colonna: Mark Aurel-Säule - Piazza Montecitorio - Giolitti - Gassen der Altstadt - Palazzo Altemps, Museo Nazionale Romano - Schlange vor den Musei Capitolini - S. Giovanni in Laterano - Kreuzgang - Abendessen im Al Padovano
  • Tag 4
    Piazza della Repubblica: Exedra, Diokletiansthermen, Fontana delle Naiadi, S. Maria degli Angeli - (unfreiwilliger...) Spaziergang entlang der Aurelianischen Mauer zwischen Porta Ardeatina und Porta S. Paolo - Mittagspause an der Porta S. Paolo - Pyramide des Cestius - S. Polo fuori le Mura - Kolosseum - S. Clemente
  • Tag 5
    Petersdom und Kuppel - Domus Aurea - Via dei Fori Imperiali - Kaiserforen - Trajanssäule - Crypta Balbi - Abendessen im Orso '80
  • Tag 6
    Papstaudienz - Engelsburg - Domitilla-Katakomben - S. Prassede - S. Maria Maggiore - Abendessen im Est!Est!Est!
  • Tag 7
    Vatikanische Museen: Keine Lust auf Schlangestehen - Piazza del Popolo - SS. Trinita dei Monti - Spanische Treppe - Via del Babuino - Via Vittoria - Augustusmausoleum - Ara Pacis - Giolitti - Pantheon - S. Maria sopra Minerva - Palatin - SS. Cosmas e Damiano - SS. Luca e Martina - S. Pudenziana - Abendessen im Orso '80
  • Tag 8
    Porta Maggiore - Grabmal des Eurysaces - S. Stefano Rotondo - S. Maria in Domnica (in Navicella) - S. Maria in Cosmedin - S. Nicola in Carcare - Marcellustheater - Porticus der Octavia - Tiberinsel - Trastevere - S. Maria in Trastevere - Gianicolo: S. Pietro in Montorio, Tempietto di Bramante - Acqua Paola - Aussicht - S. Cecilia in Trastevere - Rückfahrt zum Flughafen mit (kleinen) Hindernissen


Prolog



Nach längerer Abstinenz hat es mich also endlich wieder einmal nach Rom verschlagen, nachdem ich dort im anno academico 2000/2001 studiert habe. Dass die Stadt es mir angetan hat, ist – glaube ich – kaum zu übersehen, wenn man sich hier ein wenig umsieht. Diesmal hat mich die Stadt allerdings auch mit einer ihrer Schattenseiten „erwischt“ – über die unerfreulichen Ereignisse, die mich, einen Taschendieb und meinen Fotoapparat betreffen, wurde aber an anderer Stelle das nötige schon gesagt. Trotz dieser kleinen „Bitterkeiten“ wird das, soviel sei schon vorweg geschickt, nicht mein letzter Besuch in der ewigen Stadt gewesen sein – die Süße überwiegt am Ende dann doch

(Nachdem ich also schon am zweiten Tag meines Fotoapparates verlustig gegangen war, sind die Fotos, mit denen ich meine Ausführungen hier zu garnieren gedenke, nur zum Teil von mir. Gott sei Dank war ich nicht der einzige in unserer kleinen Gruppe, der gerne und viel fotografiert; zum Teil stammen die Bilder also vom Onkel meiner Frau, zum Teil hatte ich die Gelegenheit, mit einem seiner Apparate selbst das eine oder andere Foto zu machen.)
Alle Fotos zu diesem Bericht finden sich in der Galerie.

Das geschilderte „Programm“ wurde je nach Ausdauer, Fitness und Gesundheitszustand nicht immer von allen „Reiseteilnehmern“ absolviert. Eine detaillierte Programmplanung vorab hatte ich nicht, die wäre – dank des durchwachsenen Wetters – vermutlich auch schnell obsolet gewesen. Ich/wir haben also meist relativ kurzfristig entschieden, was im einzelnen ansteht, und ich meine, dass wir damit ganz ordentlich was geschafft haben. Ich werde unser Pensum zwar ziemlich komplett wiedergeben, aber nicht zu jedem einzelnen Punkt auch ausführlich schreiben; vielmehr werde ich immer dann, wenn mir etwas besonders erwähnens- oder berichtenswert erscheint, etwas mehr ins Detail gehen.

Untergebracht hatte ich uns im Hotel Dorica an der Piazza del Viminale, direkt gegenüber des Innenministeriums (mit direktem Blick in die Amtsstuben und dem freundlichen Hinweis im Zimmer, dass die Herren gegenüber auf allzu enthusiastisches Fotografieren aus dem Hotelfenster möglicherweise allergisch reagieren könnten, weshalb das tunlichst zu unterlassen sei). Der große Vorteil des Hauses ist die zentrale Lage (keine 50 Meter zur Via Nazionale, 5 Min. zu Fuß zu Termini oder Piazza della Repubblica). Die Zimmer waren erwartungsgemäß klein, aber nicht zu klein, und zum Innenhof sehr, zur Straße hin dank schallisolierter Fenster ausreichend ruhig; hinsichtlich der Sauberkeit hätte insbesondere die an einigen Stellen zum Schimmel neigende Dusche eine Generalüberholung nötig gehabt, aber auch das war noch im Bereich des gut erträglichen. Wie viele andere Stadthotels in dieser Gegend auch sind die Zimmer auf mehereren Stockwerken untergebracht, ein Aufzug ist vorhanden (der in diesem Fall relativ neu überholt war und einen durchaus vertrauenserweckenden Eindruck machte).

Der Preis war für ein 3-Sterne-Haus mit 90 EUR pro Nacht für das Gebotene angemessen, das Frühstück bestand aus konfektionierter Ware, die allmorgendlich gleich auf dem Teller angeordnet war: 1 abgepacktes Cornetto, Butter, Streichkäse, Marmelade, eine Art Zwieback und, ebenfalls abgepackt, eine homöopathische Dosis französischer (!) Emmentaler. „Offen“ war lediglich die Semmel und das Stück Trockenkuchen. Kein zum Jubeln anregender, aber doch ein solider Start in den Tag. Die bessere Alternative wäre in der Tat die Bar gewesen, die sich im Erdgeschoss unseres Hotels befand und in der sich allmorgendlich die Beamten und Angestellten des Innenministeriums versammelten, nachdem sie ihre Aktentasche im Büro abgestellt hatten: Es war schon lustig zu beobachten, wie sich einerseits eine lange Schlange Menschen ins Ministerium wälzte, während andererseits eine genau so große Schlange aus dem Ministerium heraus in die umliegenden Bars strömte .0,75 Cent für den Café, 0,65 Cent für ein Cornetto, beides von ausgezeichneter Qualität – da kann man nicht klagen. Selbst der Cappuccino im Sitzen war mit 1,25 Euro noch unschlagbar billig, was meine Mitreisenden insbesondere zu schätzen wussten, als wir anderswo beinahe 4 EUR dafür bezahlt hätten… ich habe dann gelegentlich auch noch auf die Karten der Bars entlang der Piazza Navona verwiesen, wo einem selbst 4 EUR noch billig vorkommen können…

Das Personal war sehr freundlich und hilfsbereit, englisch wurde sehr gut gesprochen. Hier gäbe es nichts zu bemängeln, wenn da nicht die Kleinigkeit mit dem Taxi gewesen wäre – dazu aber am Ende des Berichts, an der chronologisch richtigen Stelle, mehr.

So, nun aber genug der Präfatio und hinein in medias res!

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  #2  
Alt 02.03.2007, 16:16
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Roma dolce, Roma amaro: Freitag, 16.2.2007

Freitag, 16. Februar 2007



Nun, zum Freitag gibt es nicht allzuviel zu berichten: Wir starteten bei bestem Wetter in der Münchner Abenddämmerung, und Condor flog uns sicher und ruhig nach Rom, wo wir ebenso pünktlich in Fiumicino landeten. "Andocken" durften wir am Terminal nicht, dafür warteten schon Busse auf uns, und auch das Gepäck wurde zügig aus der Maschine geladen. Einer halbwegs zeitigen Ankunft in Rom selbst stand also nichts mehr im Wege - ich hatte mir auch schon Gedanken über einen kleinen Abendspaziergang gemacht.

Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt - eine Weisheit, die jeder verinnerlichen sollte, der nach Rom fährt

Nachdem alles so schön geklappt hatte, ließen uns die Aeroporti di Roma geschlagene 75 Minuten auf unser Gepäck warten. Natürlich ohne jegliche Information oder Ansage, und auch die offenbar sehr beschäftigte Dame (womit eigentlich?) am Lufthansa/Star-Alliance-Schalter fühlte sich nicht zuständig - sie wollte nicht belästigt werden, schon gar nicht von Fluggästen da half nur eins: Geduld, Geduld...

Irgendwann sind sie dann ja doch noch gekommen, unsere Koffer. Es war mittlerweile halb/dreiviertel zehn, und nachdem ich mich bis dahin noch nicht so recht entschieden hatte, ob ich meine kleine Gruppe in den Leonardo Express verlade oder in zwei Taxen, entschied ich mich nun für letztere Alternative: Jetzt auch noch auf den Zug warten und dann der Halbmarathon in Termini - dazu hatte ich schlicht keine Lust mehr. Und für uns sechs Leute bedeutete die Fahr mit zwei Taxen gegenüber dem Leo nur einen Aufpreis von rund 2 EUR pro Person - wenn man zu viert oder zu acht ist wird das Taxi sogar billiger. Vorausgesetzt natürlich, man wohnt innerhalb der Aurelianischen Mauer.

Also: noch darauf geachtet, dass es auch wirklich römische Taxen sind und keine der Comune di Fiumicino (deren Pauschale ist mit 60 statt 40 EUR um die Hälfte höher), die Gruppe drei und drei aufgeteilt, und schon ging sie los die wilde Fahrt. Ich war mit meinen Schwiegereltern im Wagen, und unser Faherer zeigte gleich alles, was ein römischer Taxler so können muss: 120 bei 80 auf dem G.R.A., gelegentlicher, wohldosierter Lichthupeneinsatz, an roten Ampeln so weit in die Kreuzung einfahren, das der Querverkehr so gerade noch Platz hat, auch mal einen Rollerfahrer abdrängen; nur telefoniert hat er nicht, das hat der im anderen Auto. Deswegen waren die aber auch langsamer

Jedenfalls ging die Fahrt nach dem G.R.A. im gefühlten Tiefflug zügig über die Via Cristoforo Colombo durch die Porta Ardeatina, an den Caracallathermen vorbei durch die Via S. Gregorio in Richtung Kolosseum; dort den Hang des Oppius hinauf in das Gassengewirr von Esquilin und Viminal, schnell noch fast ein paar Rückspiegel rasiert, dafür aber geduldig hinter einem Müllfahrzeug gewartet, und schon waren wir da. Das andere Taxi ließ noch rund fünf Minuten auf sich warten und hatte in der Stadt eine geringfügig andere Route gewählt (von den Caracallathermen aus am Circus Maximus vorbei und dann in Richtung Kapitol - Piazza Venezia - Via Nazionale).

Wer gleich richtig zünftig in Rom ankommen will, dem sei eine Taxifahrt zu dem mittlerweile gültigen Tarif durchaus empfohlen

Ach ja: Abendessen waren wir an dem Abend auch noch. Es war schon spät, und die Trattoria die nächstgelegene. Nicht schlecht, aber auch nicht überwältigend - ich habe mir den Namen nicht gemerkt. War jedenfalls in der Via Venezia.

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  #3  
Alt 02.03.2007, 16:40
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AW: Roma dolce, Roma amaro

na, die Taxifahrt macht doch gleich Lust auf mehr

vieln Dank schonmal für den Auftakt

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  #4  
Alt 02.03.2007, 17:58
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AW: Roma dolce, Roma amaro

Samstag, 17. Februar 2007

Das Wetter war schon nicht mehr so, wie uns der Wetterbericht das versprochen hatte – eine Tendenz, die sich fast bis zum Ende der Woche durchziehen sollte: Statt Sonnenschein begrüßte uns eine tiefhängende Wolkendecke, aus der es im Laufe des Tages auch gelegentlich regnen sollte. Das hielt uns aber nicht ab, im Gegenteil: Da die Vorhersage wenn, dann eher eine Verschlechterung der Verhältnisse verhieß, machten wir uns daran, unser Freiluftprogramm in Angriff zu nehmen. Nach dem Frühstück, zu dem ja bereits alles gesagt ist, machten wir uns zu Fuß auf den Weg zur Piazza Venezia, um von dort aus zuerst das Kapitol zu erklimmen und dann in die Niederungen des Forums hinabzusteigen. Der Weg ist ja nicht allzu weit, und so konnten meine Mitreisenden – so glaube ich jedenfalls – ein erstes Gefühl für die Geographie der Stadt und die Entfernungen gewinnen. Ganz nebenbei führt der Weg natürlich auch an dem einen oder anderen Sehenswerten vorbei: man kann am Ende der Via Nazionale rechts in Richtung Quirinal und Obelisk schauen, und natürlich passiert man den Haupteingang zu den Trajansmärkten, die leider aber immer noch zum größten Teil geschlossen sind.

Quasi en passant warfen wir einen kurzen Blick auf die Insula neben der Treppe zu S. Maria in Aracoeli,



bevor wir die Cordonata – die Rampe, die zur Piazza del Campidoglio auf dem Kapitol hinaufführt – erklommen.


S. Maria in Aracoeli und dem Santo Bambino statteten wir natürlich auch den schuldigen Besuch ab. Wie in so vielen Kirchen aus den ersten christlichen Jahrhunderten kann man an den Säulen der Schiffe auf den ersten Blick erkennen, dass Recycling höchstens dem Begriff nach ein modernes Konzept ist…


Anschließend verschafften wir uns links und rechts vom Senatorenpalast einen ersten Überblick über das Forum (während ich noch einen schnellen Abstecher zu den Mauern der Arx machte, die noch zu sehen sind).


Anschließend stiegen wir – den Senatorenpalast rechts passierend – den antiken Clivus Capitolinus hinunter auf das Forum. Hier werde ich jetzt keine Bilder einstellen – davon gibt es im Rundgang schon wahrlich genug, und irgendwann wird da das eine oder andere durch eines der neuen ersetzt.

Als wir das Forum beim Titusbogen wieder verließen, war es schon gegen halb eins, und wir entschieden uns gegen eine direkt anschließende Besichtigung des Kolosseums. Statt dessen fuhren wir zurück in Richtung Hotel und gönnten uns eine kleine Pause. An der Metrostation kauften wir unsere Wochentickets und es gab erste Bekanntschaften mit den Nasoni - jenen kleinen, quasi allgegenwärtigen und überaus praktischen Trinkwasserbrunnen. Mit der Metro ging es bis Termini, und dort erledigten wir im Supermarkt erst einmal die notwendigsten Einkäufe. Zurück im Hotel wurde ein wenig gesnackt und geruht, bevor wir uns gegen halb drei aufmachten in Richtung Vatikan. Dort hatten wir um 15.30 Uhr unseren Termin zur Besichtigung der Scavi.

(Noch eine Anmerkung zum Mittagessen: Richtig essen waren wir mittags nie, wir haben uns immer mit einer – in Bayern sagen wir – Brotzeit beholfen oder uns mit den überall in meist guter Qualität zu ordentlichem Preis erhältlichen Pizzaschnitten und Panini beholfen. Dass unsere Wahl dabei nicht auf die fliegenden Händler mit ihren Fresswägen fiel, die vor allen großen Sehenswürdigkeiten Touristen ausnehmen, brauche ich dabei wohl nicht zu erwähnen )

Doch zurück zum Vatikan. Ich gebe zu, die Anfahrt war fast etwas knapp kalkuliert. Nein, eigentlich war sie optimal, wir haben es schließlich locker geschafft. Im ersten Moment hatte ich allerdings dann doch bedenken, als ich die – von mir völlig verdrängten – Sicherheitskontrollen mit den davor befindlichen Schlangen sah: Wenn wir die passieren mussten, hatten wir keine Chance. Also, frisch voran an der linken Seite der Piazza entlang auf die Schweizer am Durchgang zusteuern, an die man von da aus eigentlich gar nicht mehr so richtig herankommt, weil sich auf dieser Seite der Ausgang der Einbahn-Besichtigungsstraße Petersdom befinden; aber tatsächlich kam auf mein Winken hin einer der Wächter heran und nahm meine Reservierungsbestätigung in Augenschein, und prompt durften wir auf einen Wink des Schweizer Kollegen an den Aufsehern vorbei als Geisterfahrer am Portal des Petersdoms vorbei, um noch schnell unsere Rucksäcke abzugeben (was man rechts des Portals tun kann). Wieder zurück durften wir schließlich an unserem freundlichen Schweizer vorbei auf die Piazza del Santo Ufficio passieren und begaben uns schnurstracks zum Ufficio di Scavi, das sich unter der Passage vom Dom zur Sakristei befindet. Dort warteten wir dann und wurden wenig später von unserem Führer in Empfang genommen. Zu den Scavi nur so viel: Sehr beeindruckend – ob man nun glaubt, dass dort die Gebeine des Petrus liegen, oder nicht.

Danach entschieden wir uns für den Rückweg für einen ersten Spaziergang durch das centro storico, und hier entstanden die ersten der Nachtaufnahmen, die sich als die letzten mit meinem Foto erweisen sollten…


Natürlich hatten wir nach diesem Tag auch ordentlich Hunger, und nachdem uns der Weg an der Engelsburg vorbei, über den Ponte S. Angelo, die Piazza Navona und ins Pantheon geführt hatte,


erinnerte ich mich angesichts der Fassade von S. Ignazio an den Restaurant-Tipp von Asterixinchen. Also, etwas umgeschaut: Die Cave di S. Ignazio waren nicht schwer zu finden, und gleich am zweiten Abend hatten wir eines unserer besten Abendessen in Rom. Wir entschieden uns für Antipasti und hatten anch der aufgetragenen Vielfalt und Menge kaum noch Platz für ein Primo, vom Secondo ganz zu schweigen. Das Ambiente war toll, der Service freundlich und aufmerksam, ohne aufdringlich zu sein. Aber dazu gelegentlich noch ein paar Takte mehr an passenderer Stelle.

Danach ließ ich meine Schützlinge allein zurück ins Hotel fahren, wärhend ich noch ein wenig auf Fotosafari ging. Am ersten Tag, fand ich, waren wir durchaus fleißig gewesen.


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  #5  
Alt 02.03.2007, 18:11
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AW: Roma dolce, Roma amaro

Vielen, vielen Dank! Ich bin gespannt, wie es weitergeht!

Anmerkung zu Deiner "Einreise in den Vatikan". Ich bin im Dezember durch das große, "neue" Eisen-Schiebentor" links außerhalb der Kolonaden, nahe der Audienzhalle. Da ist eigentlich nie soviel los, praktisch auch, wenn man zum Campo Santo möchte.

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  #6  
Alt 02.03.2007, 18:19
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cellarius cellarius ist offline
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AW: Roma dolce, Roma amaro

Ja, zum Campo Santo geht es nur noch dort durch - jedenfalls haben uns die Schweiter anderntags auf meine entsprechende Losung hin nicht links am Dom passieren lassen; wir mußten also auch "hintenrum"- ich habe nur schlicht an dem Tag nicht dran gedacht

Ich bin aber nicht sicher, ob das überhaupt funktioniert hätte: Die Piazza del Santo Ufficio war längs durch Absperrgitter in zwei Hälften geteilt, die man nicht passieren durfte. Wir durften also anschließend den Campo Santo nicht einmal mehr in Richtung Petersdom verlassen.

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Meine letzte Romreise: Reisebericht

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  #7  
Alt 02.03.2007, 18:57
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Asterixinchen Asterixinchen ist offline
 
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AW: Roma dolce, Roma amaro

Hallo und Moin, Moin Sven!

VIELEN, VIELEN DANK für die ersten Teile Deines wirklich schön zu lesenden Reiseberichtes - ich bin immer fleißig mit Euch mitgelaufen ... sehr schön auch Deine Bilder - die Nachtaufnahmen sind wirklich sehr, sehr schön !!!

Gefreut hat mich, dass es Euch im "Cave di S.Ignazio" gut gefallen hat!

Ich freue mich schon sehr auf Deine Fortsetzung und bin schon sehr gespannt - bitte laß uns nicht sooooooooooo lange warten ( wenn es Deine Zeit erlaubt )


Gruß - Asterixinchen

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  #8  
Alt 03.03.2007, 12:35
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AW: Roma dolce, Roma amaro

Sonntag, 18. Februar 2007

Der 60. Geburtstag meiner Schwiegermutter – und gleichzeitig auch der Tag mit dem schlechtesten Wetter. Nein, da gibt es keinen Zusammenhang! Morgens gar nicht so schlecht, bald aber wieder die gleichen tief hängenden Wolken wie am Vortag, und über kurz oder lang entwickelte sich das ganze zu einem veritablen Regentag. Das war insofern besonders schade, als es sich doch tatsächlich um einen autofreien Sonntag gehandelt hätte.

Wir begannen unseren Tag mit dem von unserem Hotel aus sehr kurzen Fußmarsch zu S. Carlino und zu den Quattro Fontane, wo wir die von dort aus sichtbaren drei Obelisken gebührend bewunderten; S. Carlino war leider geschlossen. Dann marschierten wir weiter in Richtung Piazza del Quirinale; dort hätten wir tatsächlich den Quirinalspalast besuchen können – offenbar fand um 12 (oder halb 12) in der Palastkirche ein Konzert statt, zu dem bereits fleißig Besucher strömten. Wäre ich allein gewesen, hätte ich die Gelegenheit vielleicht genutzt – so war uns die Wartezeit (es war noch nicht einmal 10) aber doch zu lang, schließlich gibt es in Rom noch mehr zu sehen

Unser Weg führte uns weiter den Abhang des Quirinal hinunter zur Fontana di Trevi, wo doch tatsächlich so gut wie nichts los war. Das freilich mochte vor allem am Wetter liegen, denn mittlerweile hatte es angefangen, zunächst leicht zu regnen. Wir packten also unsere Regenschirme aus und konnten so alle „ombrella, ombrella“-Angebote souverän ignorieren.


Nach dem obligatorischen Münzeinwurf ging es dann weiter über die Via del Tritone und am – momentan komplett eingerüsteten – Palazzo di Propaganda Fide vorbei zur Spanischen Treppe. Hier sind die Gerüste mittlerweile fast komplett verschwunden, lediglich die Basis des Obelisken vor SS. Trinita dei Monti trägt noch ein Korsett. Auch hier war – angesichts des Wetters wenig erstaunlich – kaum etwas los.


Wir hielten uns aber auch nicht lange auf, denn mittlerweile regnete es stärker. Wir entschlossen uns also, unsere Marsfelderkundung an dieser Stelle abzubrechen (ursprünglich – bei besserem Wetter – wollte ich die spanische Treppe hoch und dann oben entlang zur Aussichtsterasse auf dem Pincio, dann runter zur Piazza del Popolo, um dann rechts der Via del Corso das Marsfeld aufzurollen). Wir schlenderten die Via dei Condotti entlang, und bis wir die Via del Corso erreichten, wo wir einen Bus in Richtung Musei Capitolini nehmen wollten, hatte es aufgehört zu regnen. Also entschlossen wir uns, zu Fuß zu gehen und nebenbei noch das eine oder andere zu sehen. Wir bogen in südliche Richtung ab bis zur Piazza Colonna, wo wir die Marc-Aurel-Säule in Augenschein nahmen, um anschließend über die Piazza Montecitorio mit dem Obelisken und Sonnenuhr-Gnomon den eigentlichen Höhepunkt des Vormittags zu erreichen: Unsere erste Einkehr bei Giolitti Das Eis war wie immer ausgezeichnet



Eigentlich wollte ich ja zum Pantheon und dann weiter zum Corso, aber irgendwann nach Giolitti bin ich dann wohl falsch abgebogen – das muss die Ablenkung des Eises gewesen sein, kombiniert mit den widrigen Wetterverhältnissen. Ich habe das auf den paar Metern jedenfalls geschafft , aber da es nicht mehr regnete, war das grad egal. Frisch gestärkt schlängelten wir uns durch die kleinen Gassen und kamen an S. Maria Maddalena und an S. Antonio dei Portoghesi vorbei. Das Bild unten stammt aus einer dieser Gassen, irgendwo unmittelbar bei S. Antonio.



In der Via del Orso kamen wir am Orso 80 vorbei – und wieder erinnerte ich mich an einen der Tipps hier und merkte das Lokal für einen Besuch vor. Als neues Ziel peilte ich mittlerweile die Nordseite der Piazza Navona an (was diesmal auch ganz gut glückte), und kaum hatten wir einen kurzen Blick auf die dort einsehbaren Reste des Domitianstadions geworfen, als es zur Abwechslung wieder einmal zu regnen anfing. Kurzentschlossen entschieden wir uns also für den einladend-wasserdicht aussehenden Palazzo Altemps, dessen Sammlung zum Museo Nazionale Romano gehört und durchaus sehenswert ist. Das gilt sowohl für die ausgestellten Skulpturen als auch für die Räume selbst, die noch mit teils gut erhaltenen Fresken aus dem 15. Jahrhundert geschmückt sind. Mal eine nette Abwechslung zu all dem Barock Einigermaßen zu Unrecht führt dieses Schmuckstück ein wenig ein Schattendasein – das hat aber immerhin den Vorteil, dass man viel Ruhe hat, die Ausstellungsstücke mit Muse zu betrachten. (Die vielen Fotos, die ich hier gemacht habe, sind leider verloren…)



Für den Eintritt hatten wir hier übrigens eine Archeologia Card gekauft: Ich hatte mich gegen den Roma Pass entschieden, weil der ja nach wie vor immer noch nur in einer 3-Tages-Version erhältlich ist. Das hätte uns – meiner Meinung nach – erheblich eingeschränkt und festgelegt, zumal der Kostenvorteil angesichts der Tatsache, dass dann ja eine weitere ÖPNV-Karte nötig gewesen wäre, stark geschrumpft wäre. Ich hoffe, dass es den Roma-Pass bald auch in einer Wochen- oder zumindest 5-Tagesversion gibt, dann wäre er wirklich unschlagbar.

Nach dem Palazzo Altemps hatte sich das Wetter nicht wirklich gebessert, also entschieden wir uns für die Heimfahrt ins Hotel, nachdem wir die Piazza Navona in Richtung Corso überquert hatten. Über die nun folgende Busfahrt und die damit zusammenhängenden Ereignisse gibt’s hier keinen Kommentar mehr Passend zu meiner anschließenden Stimmung öffnete der Himmel alle Schleusen, für die nächsten ein oder zwei Stunden gab es einen richtigen Wolkenbruch.

Wie auch immer: Beides klärte sich irgendwann – zumindest ansatzweise – wieder auf; nachdem ich meinen Frust an einem unschuldigen Regenschirmverkäufer ausgelassen hatte, der den Fehler gemacht hatte, mich direkt vor unserem Hotel besonders penetrant zu bedrängen (ich schwöre aber, ihn nur verbal misshandelt zu haben, und das auch nicht sooo schlimm – außerdem auf deutsch, das hat er eh nicht verstanden ), fuhren wir in Richtung Kapitol, um den Rest des immer noch regnerischen Nachmittags in den Musei Capitolini zu verbringen. Dort erwartete uns allerdings etwas, was ich um diese Jahreszeit noch nicht erlebt hatte: Eine gewaltige Schlange unter der Kolonnade des Palazzo dei Conservatori, die uns dermaßen abschreckte, dass wir uns spontan umentschieden und nach S. Giovanni in Laterano hinausfuhren.

Dort begannen wir mit dem Baptisterium (S. Giovanni in Fonte), um anschließend in aller Ruhe im wunderschönen Kreuzgang zu spazieren, zumal in der Basilica ohnehin gerade Gottesdienst gefeiert wurde (es war ja Sonntag Abend). Leider blieb der vordere Teil des Hauptschiffs abgesperrt (bald darauf begann ein weiterer Gottesdienst), so dass der Münzeinwurf für das Apsismosaik nicht zu erreichen war und selbiges also im Halbdunkel verborgen blieb.


Mit Toresschluss gegen 18:45 verließen wir die Basilica und fuhren mit der Metro bis Termini, von wo aus wir uns an der Aqua Felice/Fontana di Mose vorbei in Richtung Porta Pia/Piazza del Fiume begaben, wo in der Via Bergamo das Ristorante Al Padovano (früher oder später ) zu finden ist. Dort haben wir wie immer gut gegessen, wobei die uns servierten Antipasti Misti diesmal sehr dürftig ausgefallen sind. Der Laden war schon um halb acht proppenvoll (wir bekamen einen der letzten Tische) und es herrschte die dort übliche rege Betriebsamkeit. Das Publikum bestand zu einem großen Teil aus Einheimischen, und den ganzen Abend über standen geduldig auf einen Tisch wartende Römer an der Tür.

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  #9  
Alt 03.03.2007, 13:12
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Asterixinchen Asterixinchen ist offline
 
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Hallo und Moin, Moin Sven!

Wiedereinmal VIELEN DANK für diesen Teil Deines Berichtes - ich habe ihn mit sehr viel Freude gelesen .... SCHADE, dass Ihr so viel Regen abbekommen habt ...

Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung !!!


Gruß - Asterixinchen

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  #10  
Alt 04.03.2007, 10:05
romfan romfan ist offline
 
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AW: Roma dolce, Roma amaro

Weiter so. Bin voll dabei.
Aber muß man nicht einfach nach dem Giolliti die nächste links und dann immer geradeaus zum Pantheon?
Deine Orientierungslosigkeit zeugt wirklich von dem unschlagbaren Geschmack der Giolliti-eiskreationen, die dich abgelenkt haben.
lg Matthias

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