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Diskussion zum Thema: Herbstimpressionen von der Dordogne im Forum Für Fremdgeher: Die weite Welt. Der Anfang muss gemacht werden! Vom 09.10 bis 18.10.2009 hatten wir wieder einmal Gelegenheit Frankreich von einer seiner besonders schönen Seiten kennen zu lernen. In ...




Herbstimpressionen von der Dordogne

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  #1  
Alt 31.10.2009, 01:36
Benutzerbild von gengarde
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Herbstimpressionen von der Dordogne

Der Anfang muss gemacht werden!

Vom 09.10 bis 18.10.2009 hatten wir wieder einmal Gelegenheit Frankreich von einer seiner besonders schönen Seiten kennen zu lernen. In einer Gruppe von 24 Personen genossen wir als ein lange befreundetes Quartett eine Woche an der Dordogne in Frankreichs Südwesten, im vielen Deutschen unbekannten küstenfernen Hinterland zwischen Bordeaux, Limoges und Toulouse.

Die Anreise aus Norddeutschland kann lang und ermüdend sein. Flüge, die Samstags in der Region landen, gibt es nicht zu halbwegs akzeptablen Preisen. Da fiel unsere Wahl auf den Autoreisezug. Eine Variante, die wir vier noch nicht kannten. Vorteil, wir konnten in Hildesheim vor unserer Haustür starten. Nachteil, man landet in Narbonne, fast am Mittelmeer und 340 km vom eigentlichen Ziel.

Wir ließen uns davon nicht abschrecken und fuhren Freitag um ca 15h los und waren am Samstag um 10h vom Zug entladen.


Die Fahrt war sehr angenehm, auch wenn die "Betten" im Vierer-Liegewagen nicht wirklich komfortabel sind. Der Zug fuhr jedoch gleichmäßig, der Service war aufmerksam, die Sauberkeit auch am nächsten Morgen noch oder wieder gut und sogar ein Baguettefrühstück mit heißem Kaffee wurde morgens ins Abteil geliefert.

Bis zum Treff am Abend mit der Reisegruppe blieb noch viel Zeit. So machten wir zunächst eine Stippvisite nach Port la Nouvelle am Meer.
Der Ort ist immer noch nicht wirklich hübsch, aber uns verbinden nostalgische Gefühle. Haben wir doch dort vor mehr als 30 Jahren in unserem ersten gemeinsamen Urlaub, einer Tour de France, Station gemacht, mit Zelten und einem eigentlich schrottreifen Sambabulli.



Die Sonne schien, aber es wehte ein scharfer Wind. An dem endlosen superbreiten und festen Sandstrand tat ein Spaziergang trotzdem gut.

Dann ging es weiter auf der Autobahn über Toulouse und Cahors bis zur Abfahrt in Soulliac.

Die Straße mäanderte von dort zum ersten Mal durch die verschlafen wirkende und recht verkehrsarme Gegend flussaufwärts wie die Dordogne.Das Navi führte uns über eine Nebenstrecke ans Ziel, die uns ein bemerkenswertes Brückenerlebnis bescherte.



Um 17h hatten wir sehr locker und recht entspannt unser Ziel erreicht, den Weiler Carennac .

Das Hotel Fenelon war unsere erste Herberge. und eine recht angenehme.



Vor dem Treff mi den übrigen Teilnehmern blieb genügend Zeit für einen ersten Rundgang.


Pures Mittelalter begrüßte uns. Es hatte ein wenig geregnet. Der Asphalt glänzte in der langsam wieder durchbrechenden Abendsonne. Auf den Straßen war so gut wie niemand unterwegs. Es war wunderschön und seltsam zugleich. In jedem Moment konnte D`Artagnan um die nächste Häuserecke geritten kommen. Eine prächtige aber entmenschte Kulisse. Am Fluss war die Stille fast greifbar.


Beim Wiedersehen mit den Anderen (wir kennen sie von vorherigen Reisen) schmeckte der Kir auf der Terasse. Wir entfachten mit Hallo unser eigenes Leben.


Und beim anschließenden Abendessen machten wir erste Bekanntschaft mit dem bekannt guten und bodenständigen Essen der Region und ersten Weinen des Südwestens.


Genug für einen ersten Tag.

Am Sonntag sollte es früh los gehen. Ein volles Programm wartete auf uns.

Fortsetzung folgt.


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  #2  
Alt 31.10.2009, 06:48
Benutzerbild von Asterixinchen
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Hallo und Moin, Moin gengarde!


VIELEN DANK



für den Beginn Deines Berichtes mit den wunderschönen Bildern



Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung und bin recht gespannt wie es denn weitergehen wird ...



Gruß - Asterixinchen , die gerne auch mal wieder in Frankreich weilen würde ...

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  #3  
Alt 31.10.2009, 18:52
Benutzerbild von gengarde
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Sonntag, 11.10.2009

Um 9h setzte sich unsere kleine Autokarawane aus 6 Fahrzeugen in Bewegung. das erste Ziel war die Gouffre von Padirac, auf deutsch übersetzt als der Schlund von Padirac. Leider waren wir zu früh. Fluch der Nachsaison. Rob, unser "Capo" (Italien ist häufiger unser Ziel) ließ kurzer Hand "aufsitzen" und wir kurvten zu einem "Reserve-Highlight".

Von der Cascade d`Autoire war zunächst nicht viel zu sehen. Dichte Nebelschwaden waberten. Ein steiler Wanderweg führte uns Berg an. Nach kurzem Aufstieg waren wir an einem schroffen bergüberhang mit Blick auf den Wasserfall angelangt, konnten aber nicht wirklich viel sehen. Von Minute zu Minute lichtete sich jedoch der Nebel und wir erhielten zumindest eine Ahnung von der Wirkung der Landschaft bei besseren Bedingungen. Im Frühjahr wird auch die Wassermenge spektakulärer sein. Der Wasserfall stürzt in eine tiefeingeschnittene Schlucht, den Cirque d`Autoire.



Nach dem Abstieg hatte sich der Nebel soweit gelichtet, dass die Sonne vorsichtig Oberhand gewinnen konnte. Wir machten einen kurzen Abstecher nach Autoire.

Der Ort gehört wie Carennac zur exklusiven Gilde der "Plus Beaux Villages de France".



Frankreich wie aus der Puppenstube. Ein Ort, der das Mittelalter unbeschadet überstanden zu haben scheint. Kein moderner Zweckbau trübt den Gesamteindruck. Die Grafen von Turennes haben den Ort wehrhaft angelegt. Ein Muss im Hundertjährigen Krieg, der prägend für das gesamte Dordognegebiet war.





Doch nun drängte die Zeit. Es ging zurück nach Padirac. Und die unzähligen Parkplätze rund um diese Sehenswürdigkeit hatten sich innerhalb der vergangenen Stunde schlagartig gefüllt.



Die Gouffre-de-Padirac ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Frankreichs. 20 Millionen Menschen sollen sie bereits besucht haben. Umso erstaunlicher, weil die Umgebung die dünn besiedelste Region der Grande Nation ist (19 Einwohner/qkm).

Nun musste wir warten bis wir endlich Zugang zur Grotte bekamen. Es ging per Treppe oder Aufzug hinab in den Schlund. Diese Übersetzung haben die Franzosen für Gouffre gewählt. Ein ungebräuchliches Wort in Zusammenhang mit einer Landschaft. Aber spätestens nach dem Abstieg ist man beim Blick nach oben davon überzeugt, dass die Vokabel besser passt als der gebräulichere "Abgrund".



Unten erwartet die Besucher ein weiterer Abstieg auf ca 110m. Von dort führt der Weg durch eine gigantische Höhle, die von einem unterirdischen Fluss geschaffen worden ist. Nach einigen hundert Metern erreicht man einen unterirdischen See. Von hier geht es mit geführten Ruderkähnen weiter. Nach ca. 600m Bootsfahrt geht es dann mirt einem Führer weiter durch bis zu 94m hohe Hallenhöhlen mit riesigen Stalagtiten und kleinen Seen. Fotografieren ist streng untersagt. Bei der Rückfahrt mit dem Boot wird ein offizielles Gruppenfoto geschossen, das man für gutes geld erwerben kann. 50min. dauert die durchorganisierte Tour, dann erreicht man wieder das Tageslicht.

Für uns ging es nun weiter zu einem ganz anderen Höhepunkt des Quercy.


Rocamadour beschreibt der Dumont Reiseführer als eine Mischung aus Lourdes und Mont St. Michel.


Der Ort klebt spektakulär an einer Felswand. Es ist lange Zeit einer der wichtigsten Wallfahrtsorte gewesen. Man fand einen mumifizierten Leichnam, den heilig gesprochenen Amadour, dem bald viele Wunder nachgesagt wurden. Auch Könige wurden angezogen, die wie alle in Ketten die über 200 Stufen zum Heiligtum auf Knien herauf rutschten.

Fortsetzung folgt.


Geändert von gengarde (01.11.2009 um 13:11 Uhr)
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  #4  
Alt 31.10.2009, 20:42
Benutzerbild von Asterixinchen
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Hallo und Moin, Moin gengarde!


VIELEN DANK



für die Fortsetzung mit den wirklich tollen Bildern und interessanten Impressionen



Gruß - Asterixinchen

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  #5  
Alt 01.11.2009, 00:11
Benutzerbild von FestiNalente
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Vielen Dank Gengarde, für die ersten Highlites Eurer Dordogne-Tour !

Diese Gegend hat vor ein paar Jahren meine bis dahin bestehende Abneigung gegen Frankreich (das war/ist bei mir in erster Linie ein Sprachproblem !) geheilt ! Wir haben damals dort herrliche Landschaften und unheimlich liebenswerte Menschen kennengelernt ! Das mag auch daran liegen, daß es dort (dank des 100-jährigen Krieges) immer schon etwas internationaler war !

Gruß

Friedrich

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  #6  
Alt 01.11.2009, 13:42
Benutzerbild von gengarde
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Registriert seit: 06.03.2006
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Herzlichen Dank an Asterixinchen und FestiNalente für die positiven Rückmeldungen.

Zitat von FestiNalente
Das mag auch daran liegen, daß es dort (dank des 100-jährigen Krieges) immer schon etwas internationaler war !
Ja, und die Engländer sind immer noch ganz vernarrt in die Region. Sie stellen mit Abstand die größte Touristengruppe des Auslands und "erobern" vielerorts auch per Häuschenkauf auf friedliche Weise erneut dieGuyenne und das Perigord zurück (durchaus zum Wohle der mittelalterlichen Dörfer).

Rocamadour ist ein Beispiel dafür. Nur 650 Einwohner leben hier, davon sicher nicht alle über das ganze Jahr. Eine weitgehend den Fußgängern überlassene Straße zieht sich zwischen 2 Stadttoren durch den Ort. Pittoreske Ecken wechseln mit unglaublichen Kitschbuden.







Der Wallfahrtsbereich setzt sich aus mehreren Kirchen und Kapellen zusammen. Die Basilika ist direkt an den Felsen gebaut und ist nur an drei Seiten gemauert. Gleich daneben liegt die Kapelle Notre-Dame mit der unscheinbaren aber verehrten schwarzen Madonna.



Es blieb noch Zeit in der milden Mittagssonne zu rasten. Gestärkt nach einem Baguette mit Salat und Rocamadourkäse (den in der Region allgegenwärtigen und sehr leckeren Ziegenkäsetalern) ging es weiter zur nächsten Station.

Fortsetzung folgt.

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  #7  
Alt 01.11.2009, 13:59
Benutzerbild von dentaria  
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Ort: Erlangen
Beiträge: 2.034
Zitat von gengarde Beitrag anzeigen
Ja, und die Engländer sind immer noch ganz vernarrt in die Region. Sie stellen mit Abstand die größte Touristengruppe des Auslands und "erobern" vielerorts auch per Häuschenkauf auf friedliche Weise erneut dieGuyenne und das Perigord zurück (durchaus zum Wohle der mittelalterlichen Dörfer).


Vielen Dank für die schönen Bilder.
Leider kenne ich diesen Teil Frankreichs noch nicht,
aber er reizt mich schon, seit ich dieses Buch las.
Es bietet einen schönen Einblick in das Leben dort,
das Verhalten der Engländer,
aber auch in die Geschichte der Gegend.

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  #8  
Alt 01.11.2009, 14:13
Benutzerbild von Asterixinchen
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Zitat von gengarde Beitrag anzeigen







W U N D E R S C H Ö N

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  #9  
Alt 01.11.2009, 14:44
Benutzerbild von FestiNalente
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Beiträge: 1.387
Zitat von dentaria Beitrag anzeigen
Zitat von gengarde Beitrag anzeigen
Ja, und die Engländer sind immer noch ganz vernarrt in die Region. Sie stellen mit Abstand die größte Touristengruppe des Auslands und "erobern" vielerorts auch per Häuschenkauf auf friedliche Weise erneut dieGuyenne und das Perigord zurück (durchaus zum Wohle der mittelalterlichen Dörfer).


Vielen Dank für die schönen Bilder.
Leider kenne ich diesen Teil Frankreichs noch nicht,
aber er reizt mich schon, seit ich dieses Buch las.
Es bietet einen schönen Einblick in das Leben dort,
das Verhalten der Engländer,
aber auch in die Geschichte der Gegend.
bei der Gelegenheit darf ich vielleicht (hab´ ich glaub´ich schon mal ) "Reklame" für "unser" Quartier in der Gegend machen ? (Wenn unerwünscht, liebe Mods, bitte löschen !) amourgnac.com

Gruß

Friedrich

P.S. DIE Ecke wäre übrigens auch eine schöne Gegend für das Projekt "Meine Kamera und ich - wie kommen wir beide zu noch besseren Bildern ?"

Signatur:
Das Leben ist zu kurz, um überall nur durchzurennen - darum festina lente !




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  #10  
Alt 01.11.2009, 14:57
Benutzerbild von Simone-Clio
ist von 30.10.2010-04.11.2010 in Rom
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Registriert seit: 12.11.2007
Beiträge: 3.975
Lieber gengarde,

die ersten Teile Deines Berichtes habe ich soeben mit allergrösstem Vergnügen gelesen und ausser einigen Anregungen sogar unverhofft etwas mir Bekanntes entdeckt und zwar Deine Rocamadour-Bilder!

Im Sommer 2001 habe ich mit Freunden eine sehr schöne Frankreichreise unternommen, welche uns von der Ile de Ré nach Carcassonne und weiter in die Nähe von Cassis führte. Auf der Heimfahrt machten wir Station in Rocamadour, fuhren auch durch Figeac, für das wir zu meinem grossen Leidwesen keine Zeit hatten.

In Rocamadour waren wir an einem Sonntag und ich erinnere mich noch gut an das Schlemmermenü mit "foie gras" in allen Variationen, das wir dort genossen! Das so romantische Haus mit Souvenirgeschäft, das Asterixinchen so gut gefällt, haben wir danach auch besucht!

Hast Du denn auch Rolands Schwert Durendal hoch oben im Felsen stecken sehen . Einer Version der Legende nach schleuderte Roland sein Schwert beim Kampf mit den Sarazenen über die Pyrenäen, bis es im Felsen von Rocamadour stecken blieb.

Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung, gehört die Gegend doch schon lange zu meinen Frankreich-Wunschzielen.

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Antwort

Stichworte
dordogne, lot, perigord

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