| dies iovis ante diem IV Nonas Septembres MMDCCLXIII ab urbe condita
Iuppitertag, 4. Tag vor den Nonen des September, 2763. Jahr nach Gründung der Stadt
Diskussion zum Thema: Interessante Geschichte - aber nicht meine Welt im Forum Reiseberichte aus Rom. Ich war zum ersten Mal eine Woche in Rom und bin nach Ende der Reise nicht so erfreut darüber, dass ich wieder dahin möchte.
Erschrocken ...
Interessante Geschichte - aber nicht meine Welt
Dieses Thema wurde 38 mal beantwortet und 4231 x angesehen.

21.04.2008, 18:08
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Interessante Geschichte - aber nicht meine Welt
Ich war zum ersten Mal eine Woche in Rom und bin nach Ende der Reise nicht so erfreut darüber, dass ich wieder dahin möchte.
Erschrocken war ich über den vielen Schmutz auf der Straße, Müll, Zeitungspapier, Kippenreste. Wahrscheinlich lassen die Römer alles nur einfach fallen?
Auf dem Weg vom Bahnhof zum Hotel sind mir die schlechten Fußwege und Straßen aufgefallen, denn ich hatte mit meinem Rollkoffer Mühe, vorwärts zu kommen.
Den Straßenverkehr empfinde ich als Katastrophe, wahnsinnig laut, dauert etwas 3 Sekunden zu lange, wird gehupt, Lichtsignalanlagen scheinen kaum zu interessieren, man rollt auch schon bei den letzten Sekunden von rot los, weil ja sowieso gleich grün wird. Die Fußgänger laufen kreuz und quer, die Ampelphasen scheinen ohne Sinn geschaltet.
Ich habe kaum ein Fahrzeug ohne Schrammen gesehen, wahrscheinlich gehört das dort dazu.
Bei meinen Busfahrten hatte ich manchmal nur die Hoffnung, dass ich überhaupt da ankomme und nicht alles im Stau feststeckt.
Der Zug nach Ostia Antiqa fuhr gleich mal eine viertel Stunde später los, 10.15 und 10.30 Uhr sollte es sein, der Zug war erst 10.30 Uhr voll, vielleicht fahren die Römer erst dann los, wenn der Zug voll besetzt ist?
In Ostia Antiqa wieder jeder Menge Müll links und rechts der Überführung über die Straße, die Hinweisschilder graffitiverschmiert. Im Gelände selbst wächst schon Getreide zwischen den Ruinen, das scheint keinen zu stören, irgendwann ist alles mit grün zugewachsen.
In der Villa d’Este haben die Putten schon keine Nasen mehr und manche Wasserspiele sind aufgrund der alten Leitungen verödet. Noch ein paar Jahre und die Putten haben kein Gesicht mehr. Was machen die Römer eigentlich mit dem vielen Eintrittsgeld der Besucher? Wird eigentlich auch mal was restauriert?
Dann hat mich diese ständige Anrempelei gestört. Ist man als Tourist da so willkommen, dass man unsichtbar ist? Die anderen Touristen weichen sich doch auch gegenseitig aus. Die Römer laufen direkt auf einen zu und rempeln sich vorbei.
An der innerstädtischen Bushaltestelle stand ich eine halbe Stunde, es steht ja nicht an den Schildern, wann überhaupt einer kommt. So bin ich auf die Metro ausgewichen, die fährt ja ziemlich häufig, aber als ich einen der alten Metrowagen sah, der so graffitiverschmiert innen wie außen aussah, Zeitungsreste und Müll auf den Fußboden, da wurde mir leicht schlecht. Hoffentlich bleibt nicht mal einer zwischen den zudonnernden Türen stecken.
Das Martinshorn ist fast ununterbrochen zu hören, es scheint aber keinen Autofahrer weiter zu stören, das da ein Rettungswagen eilig vorbei will.
Die Römer selber empfinde ich als sehr laut im sprechen. Ohne Handy und Zigarette ist man wohl nur ein halber Mensch und telefonieren muss man so laut, damit auch wirklich alle im Umfeld von 10 m noch alles hören. Die Metro wird zur Bühne. Selbst in Museen und Kirchen, wo die Deutschen die Stimme senken, wird lauthals diskutiert. Was stört es, wenn der andere sich gestört fühlt?
Im Hotel hatte ich poltrige Italiener im Nebenzimmer, erst flog die Tür an die Wand, wenn sie kamen, dann flog sie ins Schloss, dann flogen die Schuhe in die Ecke und dann wurde bis nachts um zwei laut und hemmungslos diskutiert. Wollte da irgendwer schlafen?
Im Flugzeug dann hatte ich einen Italiener neben mir sitzen, der sich in den Ohren pulte und sich dann besah, was er da so rausholte.
Als ich in Schönefeld aus dem Flieger stieg und zur S-Bahn ging, habe ich durchgeatmet ob der Sauberkeit auf dem Weg. Da lag wirklich nichts auf dem Boden.
Ich habe alles in Rom, in Tivoli, in Ostia atiqa, EUR und in Lido gesehen, was ich sehen wollte. Nun muss ich da nicht mehr hin. Diese Lebensart ist einfach nur schlampig, laut und rücksichtslos.
Ich hoffe sehr, im restlichen Italien ist es etwas anders, die Toskana würde ich mir gern noch ansehen, aber erst in einiger Zeit.
Und was mich nachdenklich gemacht hat: Die Römer waren zu Kaiserzeiten ein Volk, führend in den Wissenschaften, der Architektur und anderen Bereichen. Was ist davon noch übrig geblieben?
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21.04.2008, 18:33
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Registriert seit: 26.01.2007
Ort: 77876 Kappelrodeck
Beiträge: 1.155
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Hallo Wolke,
willkommen im Forum.
Hast du vorher nicht diesen Reisebericht gelesen, vor allem den Beginn?
Romreise eines Senioren-Ehepaars Mai 2007
...hätte dir Geld, Nerven, eine Enttäuschung, usw. erspart. Ich bin erstaunt, daß du nur Negatives berichtest. Du bist sicher, du warst in Rom?
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21.04.2008, 19:08
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Registriert seit: 13.01.2006
Beiträge: 162
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Das ist schade, dass dir Rom nicht gefallen hat.
Trotzdem mußte ich bei dem Bericht grinsen, denn er erinnerte mich an den Bericht meines Vaters ("ist ja alles kaputt dort"), dem es auch nicht gefallen hat.
Außerdem fühlte ich mich bei sehr vielen Passagen an das erinnert, was ich bei jedem Besuch in Berlin empfinde... Rom empfinde ich völlig anders. So verschieden sind halt Sichtweisen und Geschmäcker. 
Gruß, Lily
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21.04.2008, 19:42
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Registriert seit: 03.02.2008
Beiträge: 390
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Liebe Wolke,
vielleicht leben alle die auf wolke 7, die nur sehen, was sie sehen wollen?
Du hast recht, all das, was du beschrieben hast, ist sicherlich auch Rom! Und Italien!
Aber Rom ist eben auch Grossstadt und Italien, wie es leider noch immer leibt und lebt! Ich finde Deinen extremen Bericht von der "Kehrseite" darum sehr heilsam und wichtig!
Zara
Vielleicht gibst Du aber nicht gleich auf und fährst doch mal in die Toscana oder generell ins ländliche Italien. Da lernst Du garantiert auch Menschen kennen.
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21.04.2008, 20:15
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Moderator
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Registriert seit: 11.07.2005
Beiträge: 23.683
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Hallo und Moin, Moin Wolke!
Eigentlich sehr schade, dass Dir Rom nicht so gefallen hat wie den meisten mit dem "Romvirus Infizierten" hier .... aber interessant ist Dein Bericht und Deine Sichtweise trotzdem - DANKE!
Gruß - Asterixinchen
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21.04.2008, 22:12
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Moderator
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Registriert seit: 03.07.2004
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Beiträge: 1.591
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Hallo Wolke,
auch ich finde es sehr schade, dass es Dir in diese Stadt die viele hier so lieben, ich im Übrigen auch, nicht gefallen hat. Und ja alles das was Du beschreibst gibt es in Rom, aber auch in viel/den meisten europäischen Großstädten.
Diese pauschale Einschätzung...
Zitat von Wolke
Diese Lebensart ist einfach nur schlampig, laut und rücksichtslos.
... finde ich aber ziemlich grob und überzeichnet. Ich würde ich im übrigen genauso dagegen wehren wenn jemand sagen würde Berliner sind alles verkniffene Spießer und Pedanten.
Zitat von Wolke
Ich hoffe sehr, im restlichen Italien ist es etwas anders, die Toskana würde ich mir gern noch ansehen, aber erst in einiger Zeit.
Ja darauf kannst Du vertrauen. Auch in Italien ist es auf dem Land ruhiger und sauberer. Ebenso wie in Deutschland.
Zitat von Wolke
Und was mich nachdenklich gemacht hat: Die Römer waren zu Kaiserzeiten ein Volk, führend in den Wissenschaften, der Architektur und anderen Bereichen. Was ist davon noch übrig geblieben?
Solche Vergleiche mit Vergangenheitsbezug sollten wir nicht anstellen. Auch aus dem Land der Dichter und Denker ist zum Land der BILD-Zeitungsleser geworden.
Nichts desto trotz möchte ich mich für Deinen Bericht bedanken. Er ist auch in diesem Forum eine Bereicherung und zeigt sehr deutlich, dass Rom nicht nur das begehbare Museum ist als das es viele wahrnehmen.
Viele Grüße
Thorsten
Signatur:
Man soll alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.
[Johann Wolfgang von Goethe]
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21.04.2008, 22:59
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Registriert seit: 13.02.2007
Ort: Regensburg
Beiträge: 173
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Hallo,
jeder empfindet eine Stadt anderes, sieht sie anderes, erlebt sie anders. Vieles, was Du beobachtet hast, stimmt natürlich. Sicherlich sind die Straßen und Gehwege nicht so "sauber" wie z. B. in Deutschland, aber zeige mir hier bei uns einen Raucher, der seine Kippen nicht auf dem Gehweg liegen läßt. Den ganzen Müll aber den Römern in die Schuhe zu schieben, das ist schon etwas dreist. Bei den fast 5 Millionen Touristen jährlich, möchte ich nicht wissen, von wem der viele Müll stammt.
Sauberkeit kann man natürlich auch übertreiben. Wenn ich dreißig Jahre zurückdenke und Rom von damals mit heute vergleiche, dann ist Rom eh schon sehr sauber geworden. Müllentsorgung in einer Millionenstadt und noch dazu mit diesen Touristenmassen ist halt nicht immer einfach.
Verkehr: In den über dreißig Jahren, die ich nach Rom fahre, habe ich kaum Verkehrsunfälle erlebt. Auch war ich schon desöfteren mit dem Auto in Rom unterwegs und habe selten so tolerante Autofahrer erlebt. Gut, man hält sich nicht unbedingt an die uns vertrauten Verkehrsregeln, trotzdem funktionert es. Wer schon einmal Taxifahrten durch Rom mitgemacht hat, der weiß wovon ich spreche. Das ständige Hupen ist eine Art Verständigung unter den Verkehrsteilnehmern. Wenn ich nach einem Romaufenthalt wieder hier in Deutschland bin, muss ich mich mit Gewalt daran gewöhnen, bei der roten Fußgängerampel stehen zu bleiben, auch wenn kein Auto kommt.
Autos mit Schrammen - finde ich sehr sympathisch. Das zeugt doch davon, dass den Römern das Auto nicht so wichtig ist - bei uns Deutschen ist es ja eine "heilige Kuh" - ich frage mich, was sympathischer ist.
Toll finde ich auch U-Bahnwagen mit Graffiti, die es aber nicht nur in Rom gibt, sondern überall auf der Welt, auch bei uns in Deutschland.
Dass Italienier laut sind, ist wohl ein Klischee. Ich kenne genügend Deutsche, die ebenso mit lautstarken Organen ausgestattet sind und gerade das italienische Temperament, ihre Lebensart und Lebenweise machen die Italiener ja so sympathisch.
Wenn man als Tourist in ein Land oder in eine Stadt kommt, dann ist man dort Gast und meistens freiwillig. Deshalb sollte man mit den Menschen dort toleranter umgehen. Der Mensch als Tourist ist eine Spezies für sich und vielleicht sollte man sich einmal selbst einen Spiegel vorhalten. Die Römer könnten mit Sicherheit auch genügend Negatives über die Touristen sagen.
Kommt man von einem Stadturlaub nur mit negativen Eindrücken zurück und findet alles nur schrecklich (und das hat jetzt nichts mit Rom zu tun - sondern ist grundsätzlich gemeint), dann sollte man sich vielleicht überlegen, ob das Problem nicht bei sich selber zu suchen ist.
Gruß
Heinz
Signatur:
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22.04.2008, 00:49
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Beiträge: 11.601
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Das Meiste ist ja nun schon gesagt und braucht darum von mir nicht noch wiederholt zu werden; nur noch ein paar Nachträge:
Als ich das erste Mal in Rom war (im hl. Jahr), haben mich ein paar der hier aufgezählten Miss- oder neutraler Zustände auch befremdet; aber das ging ganz rasch vorbei; vor allem an die ganz eigene Art des römischen Straßenverkehrs habe ich mich innerhalb weniger Stunden (als Fußgänger allerdings) bestens gewöhnt.  Rom ist so; Rom lebt so; und eben nicht nur Rom, sondern auch andere Millionenstädte; und wer dort lebt, der richtet sich darin ein und arrangiert sich: " ars vivendi". - Damit meine ich, nota bene, die mehr oder minder "bürgerlichen" Lebensumstände ... ohne dabei die armen "Outlaws" allüberall zu übersehen - das ist ein trauriges Kapitel, aber ebenfalls nicht nur in Rom.
Zitat von Wolke
An der innerstädtischen Bushaltestelle stand ich eine halbe Stunde, es steht ja nicht an den Schildern, wann überhaupt einer kommt. So bin ich auf die Metro ausgewichen, die fährt ja ziemlich häufig, aber als ich einen der alten Metrowagen sah, der so graffitiverschmiert innen wie außen aussah, Zeitungsreste und Müll auf dem Fußboden, da wurde mir leicht schlecht.
Doch, dass "überhaupt" ein Bus kommt, das steht auf den Schildern; man muss halt nur drauf achten, innerhalb welches Zeitraums. Und teilweise sind ja inzwischen auch die sog. linee esatte im Aufbau, also die Buslinien mit festen Fahrzeitangaben an den Haltestellen - aber das ist naturgemäß gerade inmitten des Millionenstadtverkehrs schwer einzuhalten. Also mir persönlich gefällt das "flexible" System besser, und ich hatte auch nie ein Problem damit (zumal nicht im Urlaub, wo man ja nicht zu hetzen braucht).
Und die Graffiti und der Müll (teilweise) in der Metro ... nun, schön ist anders, klar; aber damit kann ich leben. Ich muss mich ja nicht auf den Fußboden setzen.
Zitat von Wolke
Dann hat mich diese ständige Anrempelei gestört. Ist man als Tourist da so willkommen, dass man unsichtbar ist? Die anderen Touristen weichen sich doch auch gegenseitig aus. Die Römer laufen direkt auf einen zu und rempeln sich vorbei.
Also das ist nun etwas, was mir noch kein einziges Mal (während nunmehr 10 Romreisen) passiert ist ... nee. Sogar in den chronisch überfüllten Bussen während der Stoßzeiten hat mich nie einer "angerempelt"; sondern alle versuchen, meiner Erfahrung nach, sich dabei so geschmeidig wie möglich umeinander zu bewegen.  - Vielleicht ist dieser mein Eindruck zum Teil auch der Tatsache geschuldet, dass ich auch den auf Italienisch gegebenen Hinweis eines anderen, ich möge ihn mal eben vorbei lassen, umsetzen kann; aber sicherlich nicht allein - denn zumeist wird das auch ohne (verständliche) Worte klar.
Zitat von Wolke
Das Martinshorn ist fast ununterbrochen zu hören, es scheint aber keinen Autofahrer weiter zu stören, das da ein Rettungswagen eilig vorbei will.
Ach ja, das Martinshorn ... *sehnsüchtigdieAugenverdreh'*  ... "Sie spielen unser Lied!"
So haben wir (Malteser) dann oft zueinander gesagt  (bzw. sagen es natürlich tempore dato immer noch) ... aber auch das ist Teil des dortigen Verkehrssystems: Das arrangiert sich schon; zumal in den zahlreichen Fällen, wo - wiederum nach unseren deutschen Maßstäben  - die Sondersignale eigentlich gar nicht nötig wären.
Also wenn ich dieses Martinshorn höre, dann weiß ich: Ich bin in Rom!
Signatur:
In omnibus requiem quaesivi, et nusquam inveni nisi in angulo cum libro.  (Thomas von Kempen)
Geändert von Gaukler (22.04.2008 um 01:05 Uhr)
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22.04.2008, 01:06
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Registriert seit: 15.11.2007
Beiträge: 59
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Hallo, Wolke, ich habe lange über deinen Bericht gegrübelt und mir überlegt: "Ist sie so, die Stadt, die ich so mag?" Und ich mußte antworten:" Ja, so ist sie! ... Wenn man sie so sehen will!" Sie ist laut, sie ist sogar die lauteste Stadt, die ich kenne; sie ist dreckig, wie allerdings die meisten anderen Großstädte auch. Viele Italiener sind sehr rüpelhaft; viele sind allerdings auch hilfsbereit und freundlich. Ich hab schon in Metro`s in Rom gesessen, deren Fenster waren so grafitti-verschmiert, dass ich jedes Mal zur Tür gehen mußte, um zu wissen, wo ich gerade bin, und gerade als Rom-Neuling ist das extrem lästig. Und gerade in den Außenbezirken, diese ewige Buswarterei! Es kann einen alles nerven; das verstehe ich. Aber irgendwann habe ich angefangen, mich auf all das einzulassen, und habe gemerkt, dass es Teile in mir gibt, die dieser Stadt entsprechen. Und dass es Spaß machen kann, sich auf dieses Chaos einzulassen. Also, ich würde nie über eine rote Ampel gehen. Aber in Rom interessiere ich mich überhaupt nicht für Ampeln, sondern gehe über Straßen, wann und wie ich will und verlass mich drauf, dass die Autos halten - und sie tun es. Also, ich rempel natürlich niemand absichtlich an; aber ich bin eine erwachsene Frau, und wenn in Rom jemand denkt, er muß rempeln, mach ich mit Begeisterung mit! Obwohl es, finde ich, wirklich nur selten vorkommt. Bei den meisten genügt schon ein entsprechender Blick. Und an den Bushaltestellen lerne ich Ruhe bewahren und Warten; da es keine Fahrpläne gibt, muß ich mich auch nicht darüber aufregen, dass jetzt kein Bus kommt. Irgendwann kommt immer einer, das zumindest weiß ich inzwischen aus Erfahrung. Und - ich bin ja hier in Urlaub!
Ich denke, ich liebe an Rom, dass es eine andere, eine fremde Welt ist, in der ich für eine Zeitlang Gast sein darf und die mir neue, andere Erfahrungen vermittelt - und eben gerade nicht meine Welt.
Wobei ich von all den Wundern, die Rom bereit hält, vor denen man nur stehen und staunen kann, noch gar nicht gesprochen habe ...aber von denen hast du, Wolke, ja auch nicht gesprochen.
Dass es dir jetzt, wo du deinen Frust los geworden bist, wieder besser geht
hofft herzlich
Domitilla
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22.04.2008, 01:19
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Beiträge: 11.601
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Zitat von Domitilla
Irgendwann habe ich angefangen, mich auf all das einzulassen, und habe gemerkt, dass es Teile in mir gibt, die dieser Stadt entsprechen. Und dass es Spaß machen kann, sich auf dieses Chaos einzulassen. Also, ich würde nie über eine rote Ampel gehen. Aber in Rom interessiere ich mich überhaupt nicht für Ampeln, sondern gehe über Straßen, wann und wie ich will und verlass mich drauf, dass die Autos halten - und sie tun es.
Genau!
Und was das mit dem Anhalten bzw. - häufiger - Ausweichen der Autos und vor allem der motorini betrifft: Da hab' ich es auch nur ein einziges Mal erlebt, dass nicht; bzw. dass nicht wirklich; und das war so ein Milchbart, der es offenbar noch nicht so gut konnte und mit seinem Roller auf mich zukam, während ich über den Zebrastreifen ging; an der Pyramide war das; und er fuhr auch gar nicht (mehr) schnell - sondern schon so langsam, dass es ausreichte, das ich mich zu ihm gedreht und ihn mit gestreckten Armen am Lenker auf Abstand gehalten habe ... er war so schreckensbleich, der Arme  ; und er hatte den Helmverschluss offen ums Kinn baumeln; und er guckte so herrlich verdutzt, als dann so eine blöde deutsche (denn mein Akzent ist sicherlich unverkennbar) Touristin ihm rügend an besagtem Helmverschluss zog und sagte, das nächste Mal möge er sich wenigstens den Helm ordentlich aufsetzen ...
Signatur:
In omnibus requiem quaesivi, et nusquam inveni nisi in angulo cum libro.  (Thomas von Kempen)
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