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Sonntag, 16. Tag vor den Kalenden des Januar, 2770. Jahr nach Gründung der Stadt

Erklär mir Italien!: Wie kann man ein Land lieben, das einen zur Verzweiflung treibt?Roberto Saviano, Giovanni di Lorenzo
Erklär mir Italien!: Wie kann man ein Land lieben, das einen zur Verzweiflung treibt?

Verlag: Kiepenheuer&Witsch
Erschienen: 09.11.2017

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Kommentare zu diesem Artikel im Rom-Forum: 2

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Kommentar Nr. 1 von dentaria (08.11.17)
Erklär mir Italien!: Wie kann man ein Land lieben, das einen zur Verzweiflung treibt?
 
Italien – ein Land zwischen Wunder und Wahnsinn
Sehnsuchtsort der Deutschen, Sorgenkind Europas: Wie kann ein Land bloß so schön und doch so verdorben sein? Zwei Männer, die Italien eng verbunden sind, versuchen im Gespräch dieses Rätsel zu ergründen: Roberto Saviano, der nicht nur die Machenschaften der Mafia durchleuchtet, sondern sich auch als herausragender Interpret der italienischen Politik und Zeit-geschichte erweist, und Giovanni di Lorenzo, der mit der leidvollen Leidenschaft eines Weggezogenen auf seine frühere und heute noch zeitweilige Heimat schaut.

Von der Herzlichkeit der Italiener, hinter der oft nichts anderes steckt als Schlitzohrigkeit, über die Frömmigkeit der Mafiosi bis zu den Helden von Lampedusa – Giovanni di Lorenzo und dem fantastischen Erzähler Roberto Saviano gelingt gemeinsam das Porträt eines Landes zwischen Wunder und Wahnsinn. Es wird klar, warum die Neapolitaner dem Königreich nachweinen, warum sich mancher Italiener dem Maghreb stärker verbunden fühlt als Berlin oder Paris und warum die einzige Revolution dieser niemals vollendeten Nation die massenhafte Auswanderung gewesen ist. Bei all dem erlaubt Roberto Saviano auch einen ganz persönlichen Blick auf seine Kindheit zwischen Schießereien und Schopenhauer – und er offenbart, wie sehr ihn das Leben unter Polizeischutz belastet, zu dem er gezwungen ist.
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Giovanni di Lorenzo: "Erklär mir Italien!" | NDR.de - NDR Kultur - Sendungen - Klassik à la carte

Zitat:
Klassik à la carte
Studiogast: Giovanni di Lorenzo
Mittwoch, 08. November 2017, 13:00 bis 14:00 Uhr
Kommentar Nr. 2 von dentaria (25.11.17)

Zitat:
Im Vorwort verspricht di Lorenzo ein Buch, "in dem das Anziehende und das Abstoßende zusammenkommen". Doch selbst in den wenigen Kapiteln, in denen sich der Blick allgemeiner auf italienische Politik weitet, setzt sich ein trostloses, flaches Bild durch: Italien sei ein Land, das es "nicht verdient, dass man sich politisch engagiert", ein Land, in denen "andere Mächte regieren" als die Politik, etwa "die Industrie, die Medien, die Richter - und manchmal eben auch die Mafia", sagt Saviano.
Dass Roberto Saviano, der seit über zehn Jahren gezwungen ist, unter Polizeischutz zu leben, eine düstere Vision dieses Landes hat, kann man nachvollziehen. Aber warum greift sein Gesprächspartner kaum ein in diese Version?
Auch weil er von di Lorenzo so schlicht nicht die Chance dazu bekommt, wird nur selten deutlich, wie scharfsinnig der Autor seine Heimat auch analysieren kann: Seine Diagnose etwa, dass Städte und Gemeinden gegeneinander arbeiten, gefangen sind in einem Konkurrenzkampf, der jeden Fortschritt lähmt, ist durchaus treffend - eine tiefergehende Analyse, wie es zu dieser Kultur des Übertrumpfens kam, bekommt aber kaum Platz.


Erst im vorletzten Kapitel scheint di Lorenzo aufzufallen, wie einseitig diese Italien-Version ist. Schnell werden noch ein paar positive Beispiele gesucht - das Engagement der Ehrenamtlichen, die in Erdbebengebieten tätig waren. Oder das der Bewohner Lampedusas. Das ist viel zu spät.
"Erklär mit Italien" zeigt, dass man die Komplexität eines Landes nicht nur anhand der Erfahrungen einer Einzelperson erfassen kann. Wie kann man ein Land lieben, das einen häufig zur Verzweiflung bringt? Auf diese Frage, die ich mir, wie viele Italiener, regelmäßig stelle, habe ich auch nach der Lektüre keine Antwort.
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