Rom im Netz: Das antike Rom

dies saturni ante diem XVII Kalendas Ianuarias MMDCCLXX ab urbe condita
Saturntag, 17. Tag vor den Kalenden des Januar, 2770. Jahr nach Grndung der Stadt

Tempel der Magna Mater und Auguratorium

Der Kult der Magna Mater (Kybele) wurde whrend des Zweiten Punischen Krieges von Kleinasien nach Rom berfhrt, als die Stadt nach wiederholten Niederlagen im Krieg gegen Hannibal in eine existenzielle Krise geraten war. Die Rmer sahen sich von der Gunst der Gtter verlassen, und die Notwendigkeit, diese zurckzugewinnen, fhrte zu einer ganzen Reihe von kultischen Manahmen. Die Sybillinischen Bcher - eine uralte, immer wieder befragte Orakelsammlung - empfahl offenbar als eine dieser Manahmen die berfhrung der Magna Mater, die im phrygischen Pessinus am Berg Ida verehrt wurde. Den offenbar kryptischen Spruch wussten die Rmer freilich erst zu deuten, als sie beim Orakel von Delphi nachgefragt hatten. Eine Delegation erbat nunmehr die Herausgabe des heiligen Steins (wohl ein Meteorit), in dessen Gestalt die Gttin dort verehrt wurde.

Zum Vergrern anklicken
Das von Bäumen bestandene Podium des Tempels der Magna Mater
Als Postkarte versendenAls Postkarte versenden
Quelle: Roma Antiqua
Zum Vergrern anklicken
Das von Bäumen bestandene Podium des Tempels der Magna Mater
Als Postkarte versendenAls Postkarte versenden
Quelle: Roma Antiqua
Zum Vergrern anklicken
Das Podium des sog. "Auguratoriums", im Hintergrund das Podium des Magna Mater-Tempels
Als Postkarte versendenAls Postkarte versenden
Quelle: Roma Antiqua

204 v. Chr. begann man mit dem Bau des Tempels der Magna Mater, der 191 v. Chr. abgeschlossen war und zu dessen Einweihung die Ludi Megalenses begrndet wurden. Der Bau, von dem heute nur noch von mchtigen Eichen bestandene Mauern des Podiums zu sehen sind, wurde mehrmals renoviert und restauriert, unter anderem nach Brnden 111 v. Chr. und 3 n. Chr.

Dem groen Podium des Magna Mater-Tempels stlich vorgelagert sind die berreste eines kleinen Heiligtums, das lange Zeit fr das Auguratorium gehalten wurde, in dem die Auguren den Vogelflug beobachteten, um den Willen der Gtter zu erkunden. Diese - traditionell allerdings immer noch gebruchliche - Bezeichnung ist auszuschlieen: Nachdem man zunchst davon ausgegangen war, hier das von Marcus Porcius Cato 193 v. Chr. errichtete, kleine Heiligtum der Victoria Virgo zu erkennen, legen dort gemachte Funde nahe, dass es der Iuno Sospita geweiht gewesen sein knnte.

stlich des Magna-Mater-Tempels befand sich ein weiterer groer Tempel (so dass das kleine "Auguratorium" praktisch zwischen beiden "eingeklemmt" war). Dieses Heiligtum wird mit dem Tempel der Victoria identifiziert, den der Konsul L. Postumius Megellus 294 v. Chr. nach seinem Sieg ber den italischen Stamm der Samniten weihte.

Kommentare zu diesem Artikel im Rom-Forum: 5

Alle Kommentare lesen «» Zum letzen Kommentar springen «» Diesen Beitrag kommentieren
Kommentar Nr. 5 von pehda (15.04.13)
Oh ja, ein Grund mehr, mal wieder den Palatin zu besteigen. Klasse Nachricht.
Kommentar Nr. 4 von Padre (14.04.13)
Zitat von Gaukler Beitrag anzeigen
Rom gibt sich doch immer wieder Mhe, auch fr uns Dauerkunden hier und da noch nicht gesehene Dinge bereitzustellen!
Das macht Freude auf weitere Besuche!
Kommentar Nr. 3 von Simone-Clio (13.04.13)
Stimmt! Wirklich sehr aufmerksam! Noch nichts Neues habe ich in dieser Sache http://www.roma-antiqua.de/forum/rom...chtigen-22715/ gelesen.
Kommentar Nr. 2 von Gaukler (13.04.13)
Rom gibt sich doch immer wieder Mhe, auch fr uns Dauerkunden hier und da noch nicht gesehene Dinge bereitzustellen!
Kommentar Nr. 1 von Simone-Clio (13.04.13)
In der online-Ausgabe des Messaggero ist zu lesen, dass der Magna Mater-Tempel auf dem Palatin Ende 2013 nach 50 Jahren wieder zugnglich sein soll.

Rinasce il Tempio della Grande Madre, pronto il progetto per il santuario - Il Messaggero

Zitat:
Il grande Tempio della Magna Mater, risalente al II secolo a.C. al centro di uno dei progetti di valorizzazione e apertura al pubblico pi ambiziosi della Soprintendenza ai beni archeologici guidata da Mariarosaria Barbera. Un nuovo gioiello che entrer a far parte entro fine anno del percorso di visita del colle Palatino dopo almeno cinquantanni di chiusura. Si potr salire sul podio e raggiungere la cella, e ammirare la ricostruzione dei materiali originali che ne decoravano larchitettura.
Alle Kommentare lesen «» Zum letzen Kommentar springen «» Diesen Beitrag kommentieren

Seite unterstützen
Erfahren Sie wie...
Hotels und Tickets Tiquets - online Tickets buchen Booking
BuchtippDer erste Papst: Auf der Spur des historischen Petrus
Michael Hesemann
Der erste Papst: Auf der Spur des historischen Petrus
vorgestellt von:
cellarius
Wetter Rom