Rom im Netz: Das antike Rom

dies saturni ante diem IX Kalendas Iulias MMDCCLXXI ab urbe condita
Saturntag, 9. Tag vor den Kalenden des Juli, 2771. Jahr nach Grndung der Stadt

Tempel der Magna Mater und Auguratorium

Der Kult der Magna Mater (Kybele) wurde whrend des Zweiten Punischen Krieges von Kleinasien nach Rom berfhrt, als die Stadt nach wiederholten Niederlagen im Krieg gegen Hannibal in eine existenzielle Krise geraten war. Die Rmer sahen sich von der Gunst der Gtter verlassen, und die Notwendigkeit, diese zurckzugewinnen, fhrte zu einer ganzen Reihe von kultischen Manahmen. Die Sybillinischen Bcher - eine uralte, immer wieder befragte Orakelsammlung - empfahl offenbar als eine dieser Manahmen die berfhrung der Magna Mater, die im phrygischen Pessinus am Berg Ida verehrt wurde. Den offenbar kryptischen Spruch wussten die Rmer freilich erst zu deuten, als sie beim Orakel von Delphi nachgefragt hatten. Eine Delegation erbat nunmehr die Herausgabe des heiligen Steins (wohl ein Meteorit), in dessen Gestalt die Gttin dort verehrt wurde.

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Das von Bäumen bestandene Podium des Tempels der Magna Mater
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Quelle: Roma Antiqua
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Das von Bäumen bestandene Podium des Tempels der Magna Mater
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Quelle: Roma Antiqua
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Das Podium des sog. "Auguratoriums", im Hintergrund das Podium des Magna Mater-Tempels
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Quelle: Roma Antiqua

204 v. Chr. begann man mit dem Bau des Tempels der Magna Mater, der 191 v. Chr. abgeschlossen war und zu dessen Einweihung die Ludi Megalenses begrndet wurden. Der Bau, von dem heute nur noch von mchtigen Eichen bestandene Mauern des Podiums zu sehen sind, wurde mehrmals renoviert und restauriert, unter anderem nach Brnden 111 v. Chr. und 3 n. Chr.

Dem groen Podium des Magna Mater-Tempels stlich vorgelagert sind die berreste eines kleinen Heiligtums, das lange Zeit fr das Auguratorium gehalten wurde, in dem die Auguren den Vogelflug beobachteten, um den Willen der Gtter zu erkunden. Diese - traditionell allerdings immer noch gebruchliche - Bezeichnung ist auszuschlieen: Nachdem man zunchst davon ausgegangen war, hier das von Marcus Porcius Cato 193 v. Chr. errichtete, kleine Heiligtum der Victoria Virgo zu erkennen, legen dort gemachte Funde nahe, dass es der Iuno Sospita geweiht gewesen sein knnte.

stlich des Magna-Mater-Tempels befand sich ein weiterer groer Tempel (so dass das kleine "Auguratorium" praktisch zwischen beiden "eingeklemmt" war). Dieses Heiligtum wird mit dem Tempel der Victoria identifiziert, den der Konsul L. Postumius Megellus 294 v. Chr. nach seinem Sieg ber den italischen Stamm der Samniten weihte.


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