Rom im Netz: Das antike Rom

dies lunae ante diem IX Kalendas Augustas MMDCCLXX ab urbe condita
Mondtag, 9. Tag vor den Kalenden des August, 2770. Jahr nach Grndung der Stadt

Domus Tiberiana - Palast des Tiberius

Wenn man vom Forum aus die Treppen zu den Farnesischen Grten emporsteigt, befindet man sich quasi schon mitten in der Domus Tiberiana, im Palast des Tiberius, dessen Arkaden am nordwestlichen Abhang des Palatins die monumentale Hintergrundkulisse fr das Forum Romanum abgeben. Dass Tiberius der ursprngliche Bauherr der Anlage war, geht aus mehreren, verstreuten Hinweisen in den Quellen hervor; erstmals taucht die Bezeichnung "Domus Tiberiana" aber erst im Zusammenhang mit der Beschreibung der Nachfolgewirren 69 n. Chr. auf. Noch heute sind die berreste beeindruckend: An der dem Forum zugewandten Hgelkante betrgt ihre Hhe rund 20 Meter. Und doch: was heute sichtbar ist, war wenig mehr als der Palastkeller, der Unterbau. Von den ehemals darauf gebauten, eigentlichen Wohn- und Reprsentationsrumen ist heute nichts mehr sichtbar, ihre zerstrten berreste liegen unter den Farnesischen Grten begraben.

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Die monumentale Fassade der Domus Tiberiana zum Forum hin
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Quelle: antmoose
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Das Fernesische Beldvedere - der Zugang zu den Farnesischen Grten
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Quelle: MM

Der Palast erstreckte sich auf einer Grundflche von etwa 150 x 120 Metern; zunchst nahm er wohl nur den mittleren Teil der farnesischen Grten ein, in spteren Jahren wurde er jedoch durch Caligula und Domitian in Richtung Forum bzw. Clivus Palatinus erweitert. Wie auch im Falle des Hauses des Augustus bestand sein Kern aus mehreren zusammengelegten sptrepublikanischen Husern. Erst spter wurden diese Huser durch eine Umfassungsmauer und mchtige Verstrebungen zusammengefasst: Es spricht also viel dafr, dass Nero, auf dessen Regierungszeit die Mauern datiert werden knnen, der Bauherr der eigentlichen, monumentalen Palastanlage war, die gleichwohl weiterhin nach Tiberius benannt wurde. Sollte sich das besttigen, wird man die Domus Tiberiana in ihrer neronischen Ausbaustufe als eines der Kernstcke der Domus Aurea ansehen knnen.

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Der Clivus Victoriae und die berreste der hadrianischen Arkaden
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Quelle: antmoose
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Der Clivus Victoriae und die berreste der hadrianischen Arkaden
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Quelle: antmoose

Nach schweren Brnden 64 und 80 n. Chr. lie Domitian die Fassade auf der dem Forum zugewandten Seite wieder aufbauen; er machte die Domus Tiberiana zu einet Art Vorbau seines eigenen Palastes, der Domus Augustana, auf der Hgelkuppe. Auf Hadrian gehen die gewaltigen Arkaden zurck, die den Clivus Victoriae berspannen und so die Palastfassade bis an die Via Nova des Forums heranreichen lieen. Der Clivus Victoria wurde zu einer via tecta, einer berdachten Strae, die geradezu Teil des Palastes wurde. Unter Commodus brannte es erneut, diesmal wurde das kaiserliche Archiv ein Raub der Flammen.

Noch im 8. Jahrhundert war der Palast bewohnt: Papst Johannes VII., Sohn des Curators der Kaiserpalste, residierte hier, bevor der Palast aufgegeben wurde und Plnderung und Verfall anheim fiel.

An der Sdwestseite kann man eine Reihe von 18 kleinen Ziegelsteinrumen sehen, die aus neronischer Zeit stammen und vermutlich ais Dienstrume der Wache genutzt wurden. An der sdlichen Ecke der farnesischen Grten, gegenber der Casa di Livia, ist ein elliptisches Basin zu sehen, das mglicherweise der Fischzucht diente.

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Das elliptische Bassin am Sdende diente mglicherweise der Fischzucht
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Quelle: Asterixinchen

Von hier aus kann man auch den Kryptoportikus des Nero betreten, in dem Reste des Wandverputzes sowie Fubodenmosaike erhalten sind. Ein spter angefgter, nach Sdosten abgehender Quergang verband Domus Tiberiana und Domus Augustana. Folgt man dem Kryptoportikus bis an sein Ende und geht weiter in Richtung Forum, erreicht man die groen Arkaden, die den Clivus Victoriae berspannen. Die Treppe, ber die man heute vom Forum auf den Palatin, zu den Farnesischen Grten hinaufsteigt, ist antik: Frher erreichte man auf ihr das Herrschaftsgescho des Palastes.

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